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Einsatz einer Spritzdrohne


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 32/2018 vom 11.08.2018

Auf die rund 150 Teilnehmer des Bad Zwischenahner Baumschul- Seminars wartete ein breites Spektrum an Fachvorträgen im vergangenen Dezember. Referent Freimut Stephan, der als Hubschrauberpilot jahrelange Praxiserfahrungen mit der Pflanzenschutzmittelanwendung aus der Luft im Weinbau hat, berichtete über den Einsatz einer Spritzdrohne und führte sie im Anschluss auch vor. VonHeinrich Beltz


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Die Vorführung der Spritzdrohne DJI Agras MG-1.


Foto: Heinrich Beltz

Wie Stephan gleich eingangs betonte, ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln aus der Luft in der EU grundsätzlich verboten, allerdings mit ...

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... einzelnen, streng reglementierten Ausnahmen wie zum Beispiel bei Reben in Hanglagen. Dort werden Pflanzenschutzmittel vorrangig mit Hubschraubern ausgebracht. Allerdings musste er die Erfahrung machen, dass der Hubschraubereinsatz dort für die Piloten sehr gefährlich ist, für die Anlieger eine starke Lärmbelästigung mit sich bringt und dass die Applikation durch die starken Verwirbelungen des Rotors von großer Abdrift begleitet wird. Seit einigen Jahren befasst er sich daher innerhalb von Projekten des Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz (DLR) mit dem Einsatz von Drohnen zur Pflanzenschutzmittelausbringung.

Erste Erfahrungen

Zunächst entwickelte er zusammen mit Partnern eine Drohne speziell zu diesem Zweck, die allerdings mit Kosten von rund 200.000 Euro sehr teuer war. Als von der chinesischen Firma Da-Jiāng Innovations Science and Technology (DJI), dem Weltmarktführer für Drohnen dieser Größe, die Spritzdrohne Agras MG-1 in größerer Stückzahl produziert und zu einem günstigen Preis von 15.000 Euro auf den Markt gebracht wurde, verwarf er die teure Eigenentwicklung und begann ein Projekt mit der neuen Drohne Agras MG-1.

Dieses Gerät wird von acht Rotoren in der Luft gehalten und ist mit einem Spritztank (zehn Liter Fassungsvermögen) sowie vier Spritzdüsen ausgestattet. In China werden schon rund 5.000 solcher Drohnen in der Praxis eingesetzt, in Europa ist ihr Einsatz nicht erlaubt und daher nur in Projekten mit besonderer Genehmigung möglich. Allerdings wird diese Technik momentan vom Julius Kühn-Institut (JKI) geprüft, und es werden Richtlinien zum Einsatz von Drohnen zur Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln erarbeitet. Daher besteht die Hoffnung, dass sie in Zukunft auch in Deutschland für bestimmte Einsatzbereiche erlaubt werden wird. In China wird die Drohne mit hohem Druck, kleinen Düsenöffnungen und großer Fluggeschwindigkeit eingesetzt, sodass nur etwa 15 Liter Brühe pro Hektar ausgebracht werden. Wegen der in Deutschland vorgeschriebenen Düsen mit größerer Öffnung und gröberem Tropfenspektrum musste Stephan mit einem höheren Brüheeinsatz von 175 Liter pro Hektar arbeiten.

Gute Erfolge

Stephan berichtete von recht guten Erfahrungen mit der DJI Agras MG-1. Die Verteilung der Spritzbrühe und die Anlagerung war mindestens so gut wie beim Hubschraubereinsatz, die Abdrift dafür deutlich geringer. Er ermittelte eine Behandlungsbreite von drei Metern, die wegen der verwendeten Düsen etwas kleiner als die vom Hersteller angegebenen vier bis sechs Meter war. Stephan machte gute Erfahrungen mit GPS-unterstützter manueller Steuerung. Ein automatischer Flug mit versetzten Bahnen gelang unter den Versuchsbedingungen (Steilhanglagen) ebenfalls recht gut, eignet sich allerdings nur für rechteckige Felder.

Neues Modell DJI Agras MG-1S

In absehbarer Zeit will Stephan mit dem Nachfolgemodell DJI Agras MG-1S arbeiten, das mit 25.000 Euro etwas teurer ist als sein Vorgänger, aber mit RTK-Satellitennavigation (Real Time Kinematik) wesentlich genauer fliegen kann und dadurch einen autonomen Flug eher ermöglicht als das vorangegangene Modell. Unter den Versuchsbedingungen konnte er mit der Agras MG-1 und der hohen Brühemenge von 175 Litern pro Hektar etwas über einen halben Hektar pro Stunde behandeln. Dabei verwendete er vier bis fünf Wechselakkus, die während des Einsatzes abwechselnd eingesetzt wurden und an einem Stromaggregat laufend wieder aufgeladen wurden. Damit ist Stephan allerdings aus wirtschaftlichen Gründen noch nicht zufrieden. Im kommenden Jahr plant er Versuche mit anderen Düsen und halber Brühemenge, um die Flächenleistung zu verdoppeln. Zum Abschluss beeindruckte er die Besucher mit einem Demonstrationsflug auf einer Freilandfläche, bei dem er die guten Flugeigenschaften der Drohne bewies.

Der Autor

Heinrich Beltz Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Bad Zwischenahn