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Eintracht verschiebt die Torlinie!


Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 28/2021 vom 14.07.2021

BUNDESLIGA

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Mit dieser Torlinie hätte es die Diskussionen um das legendäre Wembley-Tor von 1966 nie gegeben!

Auf Eintrachts Trainingsplatz direkt an der Arena fällt eine kuriose Linie ins Auge. Vor der eigentlichen Torlinie wurde von Pfosten zu Pfosten ein Halbkreis gekreidet - ähnlich wie beim Handball-Kreis. Plant Frankfurt eine Fußball-Revolution?

Nein! Die Linie soll den Torhütern um Kevin Trapp (31) dabei helfen, dass sie beim Abwehren von Torschüssen nicht auf der eigentlichen Linie kleben, sondern weiter aus dem Tor herauskommen. Die Idee kam von Torwarttrainer Jan Zimmermann (36). Und es ist bei Weitem nicht die einzige neue Linie auf dem Rasen, seitdem Oliver Glasner (46) als Chefcoach übernommen hat. Der ehemalige Wolfsburg-Trainer ließ insgesamt 14 neue Linien mit Kreide auf den Platz ziehen! So entstehen 42 verschiedene Felder auf ...

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... dem Platz – zusätzlich zur regulären Einteilung mit Fünfer, Sechzehner und Mittellinie (siehe Foto).

Quer trennen die Linien das Feld jetzt in Spieldrittel und Spielviertel. Längs zeigen die Linien die verschiedenen Spuren, in denen gespielt werden soll: je zwei Flügel, zwei Halbspuren und eine große Spur in der Mitte.

Das Ziel: Die Spieler sollen die Ordnung auf dem Feld mit der Zeit automatisch finden, weil sie sich im Training an den Linien orientieren können.

Glasner ließ zum Vorbereitungsstart 14 neue Linien kreiden

Ein Beispiel für eine Vorgabe innerhalb der Linien: Nach Ballgewinn soll der Konter nicht über die Flügel, sondern über ei-ne Halbspur eingeleitet werden, um noch schneller zum Tor zu kommen. Eine Spielweise, die Glasner aus der Red-Bull-Schule in Salzburg kennt. Durch die vielen Parzellen können Übungen auf verengten oder verkürzten Feldern trainiert werden.

1 Die auffälligste Linie: Vor der eigentlichen Torlinie ließ Torwarttrainer Jan Zimmermann einen Halbkreis kreiden.

Die Torhüter haben so für Schüsse aus verschiedenen Richtungen eine Orientierung, wie sie sich zu positionieren haben – und nicht permanent auf der Linie kleben.

2 Der gestrichelte Halbkreis auf Höhe des Elfmeterpunkts ist ebenfalls zur Orientierung für die Torhüter gedacht

3 Die seitlichen Begrenzungslinien von Strafraum und Fünfmeterraum ließ Glasner über das ganze Feld verlängern. So entstehen Spielspuren, wie hier die eingezeichnete, sogenannte Halbspur. Sie spielt zum Beispiel im Spielaufbau eine wichtige Rolle.

4 Die gestrichelte Linie links und rechts parallel zur klassischen Mittellinie teilt das Feld in Spieldrittel ein. So haben die Spieler eine bessere Orientierung, wann sie sich zum Beispiel im Angriffsdrittel bewegen.

5 Die spezielle Glasner-Kreidung wurde auf den beiden Trainingsplätzen direkt neben der Frankfurter Arena aufgetragen. Die speziellen Torhüterlinien gibt es nur auf dem vorderen Platz.

6 Durch den Streifen zwischen Strafraum und der folgenden neu gezogenen Linie wird ein entscheidender Raum vor dem Sechzehner sichtbar. In einer seiner Übungen erlaubte Trainer Glasner in dieser Zone nur einen Ballkontakt. So sollen die Eintracht-Profis den Ball schneller aus dem Mittelfeld in den Strafraum spielen.

Den Auftrag zum Linienziehen gab Glasner eineinhalb Wochen vor Vorbereitungsstart. Schon bei Ex-Klub Wolfsburg setzte der Österreicher auf die Linien in der Trainingsarbeit. Mit Erfolg: Er führte den VfL erst auf Platz sieben und in seiner zweiten Saison auf Champions-League-Platz vier.

Eintracht-Profi Timothy Chandler (31) freut sich über

seinen detailverliebten Trainer: „Wir machen sehr, sehr viel Theorie. Der Trainer sagt uns, dass es sehr viel für den Kopf ist. Da ist die Einheit für den Kopf schon mal anstrengend. Das ist was Neues, aber sehr, sehr gut.“

Glasner greift dabei ständig in Übungen ein und bespricht die Videoaufzeichnun- gen der Trainingseinheiten mit der Mann-

schaft in der Kabine. Gleich am zweiten Vorbereitungstag nutzte Glasner den neu entstandenen Streifen vor dem Strafraum (Nummer 6) für eine spezielle Regel im Trainingsspiel. In diesem Raum durfte der Ball nur einmal berührt werden. Das Ziel: Glasner möchte möglichst schnell in den Strafraum kommen.

Auffällig: Als Glasner diese Regel einführte, gab er die Erklärung nicht selbst. Er blickte in die Runde der Spieler, fragte: „Warum machen wir

das so?“ und ließ die Profis die Frage beantworten. Glasner möchte, dass seine Mannschaft nicht nur Befehle ausführt, sondern die Vorgaben auch selbst versteht. Co-Trainer Michael Angerschmid (47) über die Taktik: „Die Spieler hören im Moment sehr viel, wie wir bestimmte Situationen regeln wollen. Aus der Erfahrung wissen wir, dass das ein Prozess ist, der eine Weile dauern wird.“

Auffällig: Sowohl in Wolfsburg als auch beim LASK (Österreich) sammelten Glasner- Teams in jeder Rückrunde immer mehr Punkte als in der Hinrunde.