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ELEKTRO-SCHOCK IN DER LUXUSKLASSE?


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Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 48/2022 vom 01.12.2022
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Schmale geteilte Scheinwerfer und ein beleuchteter Kühlergrill prägen die Front des

BMW i7 xDrive60

544 PS

310 km Reichweite (Test)

34 Min. Ladezeit (10–80 %)

ab 135 900 Euro

WER EINEN LUXUSLINER wie den BMW i7 besteigt, der will nicht hinter dem Lenkrad sitzen, sondern in der Executive Lounge, einem ausfahrbaren Liegesessel mit Beinauflage und verstellbaren kuscheligen Nackenkissen in der zweiten Reihe, gleich hinter dem Beifahrersitz. Denn nur dort gibt es das ganz große Kino. Aus dem Dachhimmel klappt auf Wunsch ein 80 Zentimeter (31,3 Zoll) großer Bildschirm mit 8K-Auflösung aus.

Doch hier hebt sich nicht der Vorhang, sondern es schließen im selben Moment die Sonnenrollos an der Heck- und den Seitenscheiben. Das Ambientelicht wird gedimmt, und statt eines Gongs, der die Filmzeit einläutet, erklingt eine heitere Melodie, die der Komponist und Oscarpreisträger Hans Zimmer ersonnen hat.

Der Mann, der auch für die Sounds in den unterschiedlichen Fahrmodi verantwortlich zeichnet. Das ...

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... Kinoerlebnis wird einmal mehr durch das Bowers-&-Wilkins-Soundsystem unterstützt, das die Töne nicht nur aus bis zu 35 Lautsprechern abfeuert, sondern das Ganze auch noch mit 1965 Watt verstärkt. Das Angebot umfasst Amazon Prime, Netflix und was der Reisende sonst noch aus seinem privaten Portfolio mitbringt. Natürlich kann auch nur TV gesehen, Radio gehört oder Spotify bemüht werden. Gesteuert wird das Entertainment, neben Klima, Sitzeinstellung, Sonnenrollos und Ambientelicht, von den Reisenden in der zweiten Reihe über einen in den Türen verbauten 5,5 Zoll großen Touchscreen.

! Das ganz große Kino findet im i7 nicht auf dem Fahrersitz, sondern in der zweiten Reihe statt

Die Türen selbst öffnen hier wie da vollautomatisch. Entweder auf Ansage oder Knopfdruck, und werden auch so geschlossen. Steht wer oder was im Weg, sorgen Sensoren dafür, dass es nicht zu unerwünschten B erührungen kommt.

Und so schälen sich die Reisenden nach langer Fahrt – auf allen Plätzen sanft oder kräftig massiert – völlig entspannt aus den Polstern. Zumal der schon erwähnte Luxussitz im Fond auch noch einen Neigungswinkel der Rückenlehne von 42,5 Grad bietet. Was mit Blick auf die großzügige Kopffreiheit ebenfalls Reisekomfort ein 7er mit Verbrenner. der Extraklasse verspricht.

Der wird zudem von einer adaptiven Zweiachs- Luftfederung mit automatischer Niveauregulierung und einem adaptiven Fahrwerk unterstützt. Im Zusammenspiel mit den für jedes Rad einzeln elektronisch geregelten Dämpfern schwebt der i7 nur so dahin. Es ist nahezu egal, welches Ungemach die Straße bereithält, die Insassen merken davon so gut wie nichts. Und das, obgleich der Luxus-Bayer mit 21-Zoll-Rädern und Mischbereifung bestückt ist und ob seiner 101,7 kWh fassenden Batterie satte 2,8 Tonnen wiegt. Immerhin knapp 500 Kilogramm mehr als ein 7er mit Verbrenner.

Doch genau der Antrieb macht den Unterschied. Der i7 xDrive60 wird von zwei lautlos arbeitenden Elektromotoren angetrieben. Der an der Vorderachse leistet 258 PS, der am Heck 313. Im Zusammenspiel stellen sie eine Systemleistung von 544 PS und ein maximales Drehmoment von 745 Newtonmetern zur Verfügung.

Und genau da beginnt dann auch der Fahrspaß für den Piloten. Abseits der Liegewiese, aber in nicht minder feine und absolut langstreckentaugliche Polster geschmiegt, kann er bei einem beherzten Tritt auf das E-Pedal in von uns gemessenen 5,0 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen. Wer die Energiezufuhr nicht unterbricht, wird in 16,4 Sekunden Tempo 200 erreichen und am Ende ohne Zugkraftunterbrechung eines Getriebes bis zu 240 km/h schnell sein.

NAVIGATION

Wer Ladestationen sucht, erfährt nicht nur, wie schnell sie ihren Strom freigeben, sondern auch, ob sie frei oder besetzt sind.

Das ist schon imposant, wenn ein 5,40 Meter langer Straßenkreuzer emissionsfrei derart beflügelt über die freien Strecken der Autobahn jagt. Selbst Kurven kann das elektrische Dickschiff dank der mitlenkenden Hinterachse. Natürlich wäre gelogen, würde man behaupten, das Gewicht wäre hier nicht zu spüren. Es wird aber durch das Fahrwerk fantastisch abgefangen und mit der äußerst präzisen Lenkung ganz famos in Richtung gebracht.

Auf Wunsch geschieht das auch im entsprechenden Fahrmodus Sport, der, wie die anderen drei, von den schon erwähnten Zimmer-Sounds untermalt wird. Eine ehrlich gesagt unnötige Geräuschkulisse, denn der i7 lädt in jeder Spielart zum tonlosen Schweben ein und wird so zum ebenbürtigen Nachfolger des scheidenden Zwölfzylinders.

Der Executive-Lounge-Sitz hinter dem Beifahrer ist der lässigste Platz im i7

Die Silhouette der 5,40 Meter langen Limousine ist schlicht und klassisch

Wobei einen Unterschied zwischen den beiden gibt es dann doch, Sie ahnen es sicher? Richtig, der Reichweite ist ein elektrischer Dauer-Sprint nicht zuträglich. Nach WLTP sollen es 591 bis 625 Kilometer sein. Nach unseren Messungen sind es im realen Betrieb im Durchschnitt lediglich 310 Kilometer, was einem Verbrauch von 36,7 kWh geschuldet ist.

Natürlich kann der Akku an einer Schnellladestation wieder auf Stand gebracht werden. Aber auch nur mit einer maximalen Leistung von 195 kW. Wer für weitere 170 Kilometer Energie tanken will, muss im besten Fall einen Ladestopp von zehn Minuten einplanen.

Hilfreich ist hierbei das Navigationssystem, das nicht nur Ladestationen anzeigt, sondern auch bekannt gibt, ob diese belegt oder frei sind. Im Zweifelsfall werden Alternativen berechnet, sodass die verbleibende Zeit auf der Strecke sich im Rahmen hält. Wer es also darauf anlegt, fährt den Akku nicht nur schnell leer, er ist auch schnell an der nächsten Ladesäule.

„In dieser Klasse kann man momentan mit kaum einem Auto emissionsfrei so über die Straßen schweben wie mit dem BMW i7 xDrive60.“

Holger Preiss, Redakteur 

Und das mit Sicherheit, denn der BMW i7 xDrive60 kann nahezu selbstständig fahren. Zwar handelt es sich auch hier nur um die Stufe 2 des autonomen Fahrens,was nichts anderes heißt, als dass die Hände am Lenkrad bleiben. Aber abseits dieser Fesselung an das Fahrzeug macht der Bayer eigentlich alles allein: Er hält oder wechselt die Spur, achtet auf die bestehenden Geschwindigkeitsangaben und orientiert sich am fließenden oder auch mal stockenden Verkehr.

Tatsächlich kann man den i7 sogar im Stadtverkehr so dahingleiten lassen. Nicht nur, dass er den allgemeinen Verkehr als Orientierung nutzt, er reagiert auch auf Ampeln. Ist diese rot, wird er stoppen. Das alles passiert ausgesprochen sanft. Da gibt es kein hartes Anreißen beim Anfahren, kein abruptes Bremsen – es sei denn aus der Not heraus.

Präsentiert wird das, was der i7 so macht, in einem Curved Display. Optisch brillant, mag es für Puristen überladen wirken. Wer aber genau hinschaut, wird erkennen, dass wirklich nur die wichtigsten Informationen präsentiert werden.

Gleiches gilt für das Head-up-Display, das sich messerscharf, aber nur mit den nötigsten Infos in der Frontscheibe präsentiert. Wird es notwendig, zum Beispiel beim Navigieren, kann schon mal die Detailkarte aufploppen, um sofort wieder zu verschwinden, wenn der Weg gefunden ist. Insofern ist eine digitale Überforderung nicht zu befürchten.

Zudem lassen sich die vielen Funktionen auf dem Control-Display über den iDrive-Controller in der Mittelkonsole steuern. Daneben gibt es Tasten, die ins Menü zurückführen oder einfach nur den Homescreen erscheinen lassen. Wer will, kann auch die freundliche Sprachbedienung zu Hilfe rufen.

Hilfe werden aber auch viele rufen, wenn es um den Preis geht. Für unseren Testwagen im vollen Ornat will man in München mindestens 165 240 Euro haben. Dort geht man aber davon aus, dass hier das „beste Auto der Welt“ zum Kauf steht. Und irgendwie stimmt das auch. Zumindest für den Moment.

FAZIT

HOLGER PREISS, BEREND SANDERS

Der i7 bietet einen Luxus der ganz besonderen Art. Fahrwerk und Antrieb überzeugen. Auch beim Laden gibt es keine Schwäche. Anders steht es um den üppigen Preis und den Verbrauch.