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EMMA MACKEY


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Grazia - epaper ⋅ Ausgabe 48/2022 vom 24.11.2022
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Bildquelle: Grazia, Ausgabe 48/2022

?Um Schauspielerin zu werden, muss man vermutlich ein Stück weit seltsam sein?, scherzt die 26-Jährige im GRAZIA-Interview

Wir wissen nicht, wie wir uns wirklich unseres eigenen Verstandes bedienen !

ALS SMARTE AUSSENSEITERIN, DIE EINE SEXUALTHERAPIE auf dem Schulklo anbietet, feierte Emma Mackey (26) in der Netflix-Serie „Sex Education“ 2019 ihren Durchbruch. Seither legte die französisch-britische Schauspielerin kräftig nach: Allein in diesem Jahr war sie in Kenneth Branaghs Verfilmung von „Tod auf dem Nil“ zu sehen, stand für „Barbie“ an der Seite von Ryan Gosling und Margot Robbie vor der Kamera und landete mit „Emily“ (aktuell im Kino) als berühmte Schriftstellerin Emily Brontë ihre erste Hauptrolle. Wie man sich in einen derart komplexen Charakter reindenkt, ob sie sich je andersartig vorkam und warum sie ihrer Heimatstadt zeitweise den Rücken kehrte, verriet die 26-Jährige uns, als wir sie Mitte September via Zoom in Toronto erreichten.

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... Sie sich zuletzt Stift und Papier geschnappt und geschrieben – Tagebuch etwa? Puh, viel zu lange schon nicht mehr! Klar, ab und an notiere ich mir ein paar kurze Gedanken, aber ich bin leider einfach keine Schreiberin – zumindest nicht im Emily-Brontë-Sinne. (lacht) Wie haben Sie sich vorbereitet, um dennoch wie Emily Brontë zu denken, zu fühlen und zu handeln? Ich habe alles, was es an Literatur und Filmen über die Brontë-Schwestern gibt, förmlich inhaliert. Außerdem habe ich den Yorkshire-Akzent trainiert. Uns war wichtig, dass es authentisch und nicht zu aufgesetzt klingt. Überhaupt hat sich der ganze Prozess sehr natürlich angefühlt. Sie haben englische Literatur studiert. Die Brontë-Schwestern waren Ihnen also sicher schon vorher ein Begriff. Absolut! Ich kannte die Geschichte von Emily Brontë und ihren Schwestern bereits als Kind. Schon damals habe ich wahnsinnig gern Tragödien gelesen und Kostümdramen geschaut. Es war eine Welt, in die ich mich regelrecht geflüchtet habe. Im Film wirft eine Schwester Emily vor, permanent „die Seltsame“ zu sein. Haben Sie sich im Leben je als die Seltsame empfunden? Offensichtlich! Ich meine, um Schauspielerin zu werden, muss man vermutlich ein Stück weit seltsam sein. (lacht) Manchmal denke ich an gewisse Sätze, die ich gesagt habe, Dinge, die ich in der Schule oder an der Uni getan habe, und denke bloß: „Du bist so weird! Warum hast du das getan?“ Das ist es vielleicht, was ich mit Emily gemein habe: diese Unsicher- heit, die wiederkehrende Sorge, als Außenseiterin wahrgenommen zu werden, der Drang, sich zu vergleichen, und nicht so recht zu wissen, wo man hingehört. Daher auch der Wunsch, ihre französische Heimatstadt so früh zu verlassen? Ich habe mich nach 17 Jahren, die ich dort aufgewachsen bin, danach gesehnt, mir ein eigenes Leben aufzubauen, eigene Erfahrungen zu machen, das Andersartige zu entdecken. Ich war fasziniert von der Vorstellung, fürs Studium nach England zu gehen. London war mein großer Traum, den ich mir früh erfüllen konnte und durfte. Inzwischen lebe ich wieder in Frankreich, und es ist toll, sich in beiden Ländern zu Hause zu fühlen.

Eine vierte Staffel „Sex Education“ wurde kürzlich bestätigt, wir sehen Sie also auch als Maeve wieder! Das stimmt, wir haben schon mit den Dreharbeiten begonnen. Wie ist es, mit dem Cast vereint zu sein? Ich liebe es, vom Team umgeben zu sein! Allerdings habe ich noch nicht wieder mit allen zusammengearbeitet, denn die Storyline weicht doch ziemlich von den vergangenen Staffeln ab, es wird sich einiges verändern. Ich bin selbst gespannt, was Maeve passieren wird, denn so ganz weiß ich es auch noch nicht. Was wünschen Sie sich für Maeves Entwicklung in der neuen Staffel? Ich möchte vor allem, dass sie glücklich wird! Sie geht für ein Studienprogramm in die USA, das wird ihr guttun. Ich hoffe wirklich, dass wir sehen werden, wie sie noch mehr für sich, ihre Bedürfnisse und ihre Entscheidungen einsteht. Apropos: Sie haben Ihren privaten Instagram-Account deaktiviert. Wie kam es dazu? Ja, ich hab die App gelöscht, nachdem mir klar wurde, dass sie viel Zeit schluckt, mit der ich sinnvollere Dinge anstellen kann, als mir tanzende Teenies und tollpatschige Tiere anzuschauen. In „Emily“ fällt, angelehnt an Immanuel Kant, die Aufforderung, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen. Lässt sich dies heute auch auf soziale Medien anwenden? Absolut! Das ist exakt die Lehre, die wir daraus ziehen sollten. Auf die Gefahr hin, dass ich jetzt weit aushole (lacht): Sich seines eigenen Verstandes zu bedienen ist ja erst einmal kein neuer Gedanke, was aber neu ist, ist die Herausforderung, dass wir derart viele Möglichkeiten haben, uns zu bilden und an Informationen zu kommen, dass wir gar nicht so recht wissen, wie wir uns am besten unseres eigenen Verstandes bedienen. Wir müssen uns aktiv pushen, hochwertige Informationsquellen – jene, die uns guttun, uns wirklich weiterbringen und neue Aspekte liefern – herauszufiltern. Ich greife dafür gern auf Bücher zurück. Es ist ein Unterschied, ob wir uns 15 Sekunden lang auf TikTok und Co. berieseln lassen oder uns mit einem Buch oder einer Doku wirklich auf ein Thema einlassen. Unser Gehirn ist ein Denkmuskel, der stetig trainiert werden will. Trainiert ihn! Nur so können wir lernen, Social Media für uns zu nutzen – oder eben auch nicht.

Interview: Antonella Stein