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EMOTIONEN IM ÜBERFLUSS


GOLF MAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 100/2021 vom 13.09.2021

VORSCHAU RYDER CUP

Artikelbild für den Artikel "EMOTIONEN IM ÜBERFLUSS" aus der Ausgabe 100/2021 von GOLF MAGAZIN. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: GOLF MAGAZIN, Ausgabe 100/2021

EIN HELD VON PARIS: Tommy Fleetwood gewann mit Europa 2018 den Ryder Cup. Der Engländer ließ sich in Frankreich von den Fans feiern und feierte kräftig mit.

Es war eines der wenigen Dinge, über das sich in der Pandemie alle Sportfans einig waren: Ein Ryder Cup ohne Zuschauer ist kein Ryder Cup. Und so wurde das für 2020 geplante Event kurzerhand um ein Jahr verschoben. Nun geht es also los, in der dritten Septemberwoche in Whistling Straits, Wisconsin, USA. (Auch die weiteren Ryder Cups verschieben sich um ein Jahr, so dass wir, wie einst zu Beginn bis zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001, wieder in den ungeraden Jahren gelandet sind.) Und vielleicht ist der Ryder Cup, mit möglichst vielen Zuschauern, ja ein Zeichen dafür, dass wir endlich wieder in der Normalität angekommen sind.

Nach der überraschend deutlichen Rasur von Paris 2018 –17,5 zu 10,5 für Europa – gibt es für die US-Amerikaner also die Chance, vor Heimpublikum zurückzuschlagen und Revanche zu nehmen für eine Niederlage, die bis heute wehtut, weil sie so ...

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... unerwartet kam. Alan Shipnuck, einer der bekanntesten US-amerikanischen Golfjournalisten, hatte vor Paris siegesgewiss versprochen, im Falle einer Niederlage von Team USA nackt über die Champs Élysées zu laufen. Nicht nur Rory McIlroy forderte öffentlich die Wettschuld des naseweisen Skribenten ein; bis heute vergeblich.

DANK AN DIE KERAMIKINDUSTRIE

Whistling Straits ist ein grandioses Golfresort am Lake Michigan etwa 100 Kilometer nördlich von Chicago. Grandios ist das Resort nicht zuletzt, weil dahinter einer der reichsten Männer der USA steht. Herb Kohler, 82 Jahre alt und acht Milliarden Euro schwer, ist ein veritabler Golffanatiker. Als Erbe der Kohler Company, die vor allem Badkeramik herstellt, hat er viel Glück gehabt – aber auch vieles richtig gemacht.

Herb Kohler, besagen Gerüchte, sei nicht besonders glücklich darüber, dass er als Erbe einer Toilettenschüssel-Fabrik zum Milliardär geworden ist, deswegen hat er sich zwei Prestige-Passionen rausgesucht – und es spricht für ihn, dass er es mit beiden Hobbys weit gebracht hat. (Geld hilft natürlich überall.) Seine Pfer- dezucht – Spezialität: die Rasse Morgan – produziert preisgekrönte Tiere und internationale Champions. Doch Pferde sollen hier nicht Thema sein: Kohler stellte sich darüber hinaus ein prächtiges Golf- Portfolio zusammen. Er kaufte das Old Course Hotel von St. Andrews an Bahn 17 ebenso wie das Hamilton Grand, jenes berühmte Gebäude hinter dem 18. Grün. Dort sind Luxusresidenzen entstanden, die zu den teuersten in ganz Schottland gehören. Die Preise bewegen sich um etwa 20.000 Euro pro Quadratmeter.

Aber es gibt ein echtes Problem: BROOKS KOEPKA und BRYSON DECHAMBEAU beharken sich seit Monaten öffentlich, und die Zuschauer mischen längst lustvoll mit.

Und mit Whistling Straits am Lake Michigan hat Kohler mit dem legendären Architekten Pete Dye ein Resort geschaffen, dessen Plätze an die großen Links- Kurse in Großbritannien und Irland erinnern. Ein Vorteil für Team Europa? Vermutlich nicht – wir erinnern uns, dass bei der PGA Championship 2010 Martin Kaymer und Bubba Watson im Stechen waren (und ohne die Bunker- Strafe hätte es auch Dustin Johnson ins Playoff geschafft) – keine Links-Spezialisten. Und die PGA Championship 2004 gewann mit Vijay Singh aus Fiji ein Mann, der wohl weiter als jeder andere Profi-Golfer von Links-Plätzen aufwuchs. Was wieder einmal zeigt, dass die Unterschiede zwischen Links-Golf und dem übrigen Golf eben nicht so groß sind, wie sie von Traditionalisten gemacht werden.

USA: PAPIERTIGER?

Das US-Team sieht auf dem Papier unfassbar stark aus. Aber das tut es ja eigentlich immer. Dustin Johnson, Collin Morikawa, Patrick Cantlay, Xander Schauffele, Justin Thomas und Bryson DeChambeau belegen die Plätze zwei bis sieben. Was für eine Macht! Captain Steve Stricker hat weitere sechs Wild Cards zur Verfügung (mehr zum Auswahlverfahren: siehe Kasten), könnte das Team aber problemlos mit den Plätzen neun bis 14 füllen, auf denen sich u.a. die Tour Stars Brooks Koepka und Jordan Spieth tummeln.

43. Ryder Cup

Ort: Whistling Straits, Wisconsin, USA

Termin: 24. bis 26. September

Captain USA: Steve Stricker

Captain Europa: Padraig Harrington

Infos: rydercup.com

Für die Wettbüros ist Team USA der klare Favorit – auch das ist nichts Neues. Aber es gibt ein echtes Problem: Brooks Koepka und Bryson DeChambeau beharken sich seit Monaten öffentlich, und die Zuschauer mischen längst lustvoll mit. Insbesondere die ewigen »Brooksy«- Rufe setzen Bryson DeChambeau mittlerweile sichtbar zu. (Nebenbei: Was sind das eigentlich für bizarre »Fans«, die so etwas für witzig halten?) Klar, Fußballer müssen sich viel schlimmere Dinge anhören. Aber die relative Stille und Intimität einer hochkonzentrierten Golfrunde machen solche Zwischenrufe eben penetranter und persönlicher als in der lärmenden, anonymen Atmosphäre eines vollbesetzten Stadions.

Ja, Feindschaften gab es auch früher. Sam Snead konnte Jack Nicklaus nicht ausstehen, Ben Hogan legte sich mit vielen Mitspielern an, Phil Mickelson und Vijay Singh standen einmal kurz vor einer Prügelei, weil Vijay noch Schuhe mit Metall-Spikes benutzte, dessen Löcher auf den Grüns den nach ihm spielenden Phil beim Putten störten (ja Golfer sind sensible Prinzessinnen), Nick Faldo und Colin Montgomerie hatten auch wenige Freunde im Circuit. Aber in der heutigen Zeit sind die Sozialen Medien eben ein ungeheurer Brandbeschleuniger, und aus jedem Halbsatz wird ein Shitstorm.

Eine so offen ausgetragene Feindschaft kann für ein Zwölf-Mann-Team nicht gut sein. »Für eine Woche habe ich mit niemandem Probleme«, erklärte Brooks Koepka zwar. Aber so richtig glauben kann das kein Beobachter. Es mag nur eine Woche sein – aber es ist eine intensive, nervenzerreißende, beklemmend enge Woche mit Mikrofonen und Kameras und Handyaufnahmen aus nächster Nähe, mit Geschrei und Fans und den ewig gleichen Reporterfragen. Ein echter Stresstest! Mal sehen, wer von den beiden Alphamännchen als erster explodiert.

Es wird auch viel auf Steve Stricker ankommen, ein von allen Kollegen geschätzter und geachteter Kapitän. Aber kann er auch in schlechtem Wetter segeln? Als Spieler flatterten ihm oft genug die Nerven und verhinderten größere Erfolge (er ist ohne Major-Titel, eine Seltenheit für einen US-Captain). Wird er genug Autorität besitzen, um die Mannschaft zusammenzuhalten?

EUROPA: EIN TEAM DER VETERANEN?

Aus Team Europa ragen zwei Spieler heraus: Der derzeit Weltranglistenerste Jon Rahm (der Spitzenplatz wechselt beim Schreiben dieser Zeilen beinahe wöchentlich) sowie der Oldie Lee Westwood. Jon Rahm ist in bestechender Form: Er gewann die US Open, hätte wohl auch das prestigereiche Memorial gewonnen – er lag mit sechs Schlagen in Führung, bevor ihn ein positiver Covid-Test zur Aufgabe zwang. Bei den weiteren drei Major-Turnieren schaffte er ein Top-Ten-Resultat – Fünfter beim Masters, Achter bei der PGA Championship, Dritter bei der Open Championship. Er ist zweifellos in der Form seines Lebens.

Und Westwood bekam beim letzten Ryder Cup schon als Vize-Kapitän sein Gnadenbrot, kehrte dann aber fulminant zurück. Euro-Captain Padraig Harrington sucht nur drei der zwölf Spieler per Wildcard aus; derzeit ist der 48-Jährige auf Platz acht sicher dabei, und man wird mit seiner Erfahrung von zehn Cups als Spieler und einer exzellenten Match- Bilanz kaum auf ihn verzichten. Auch erfahrene Spieler wie Rory McIlroy und Paul Casey werden dabei sein, und Ian Poulter hat noch Chancen, sich unter die Top 9 – oder zumindest in die Herzen des Captains – zu spielen; derzeit liegt er auf Rang 13 des Cup-Rankings. Justin Rose und Sergio Garcia dürfen sich ebenfalls

gute Hoffnungen auf einen Captain’s Pick machen, womit ein extrem erfahrenes Team entstehen würde.

Moment mal, Padraig Harrington und Sergio Garcia, da war doch was? Genau, die beiden gerieten ein paar Mal heftig aneinander, der Ire bezeichnete den Spanier als schlechten Verlierer und bemängelte sein Verhalten auf dem Golfplatz. Aber die beiden haben das Kriegsbeil begraben – vermutlich droht uns kein Drama wie dem Team USA.

Der Österreicher Bernd Wiesberger hat sogar noch bessere Chancen als Poulter oder Garcia, für Team Europa zu spielen, er liegt nur ganz knapp außerhalb der Top 9. Als Debütant ohne Lobby wird er sich wohl aber mit guten Turnierergebnissen direkt qualifizieren müssen, um an den Matchplay-Legenden vorbeizuziehen. Ein Captain’s Pick für den gebürtigen Wiener wäre nicht ausgeschlossen, aber zweifellos eine Überraschung.

Die Qualifikation

Team USA setzt sich aus einer zweijährigen Rangliste zusammen, die sich im Wesentlichen nach den verdienten Dollars richtet, aber kürzer zurückliegende Turniere höher bewertet. Nur die ersten sechs der zwölf Teammitglieder qualifizieren sich über diese Rangliste, weitere sechs Spieler darf der Captain auswählen. Die Erhöhung der Wildcards ist eine Reaktion auf die häufigen US-Niederlagen und soll dem Captain die Möglichkeit geben, möglichst viele teamkompatible und formstarke Spieler zu wählen.

Team Europa setzt sich aus zwei Ranglisten zusammen. Die »European Points List« berücksichtigt nur die Turniere der European Tour (zu denen allerdings auch die Majors gehören); über diese Liste qualifizieren sich die ersten vier Spieler. Die zweite Liste berücksichtigt die Position in der Weltrangliste, weil viele Europäer auf der PGA Tour spielen und einstmals Schwierigkeiten hatten, sich deswegen für den Cup zu qualifizieren. Die ersten fünf Spieler dieser »World Points List«, die noch nicht über die europäische Rangliste qualifiziert sind, sind ebenfalls im Team. Darüber hinaus werden drei Captain’s Picks vergeben.

Rekorde

Europa

† Nick Faldo nahm an 11 Ryder Cups teil. Lee Westwood könnte mit ihm gleichziehen.

† Nick Faldos Punktebilanz: 23-19-4 (Siege-Niederlagen-Unterschieden).

† Europa schaffte fünf Hole-in-ones, die USA nur eines.

† Der erfolgreichste Europäer aller Zeiten ist Sergio Garcia mit 25,5 Punkten. Auf Platz zwei liegt Nick Faldo mit 25, auf Platz drei Bernhard Langer mit 24

Punkten. Lee Westwood mit 23 Punkten könnte sich 2021 an die Spitze setzen.

† Ian Poulter gewann 72,2 Prozent seiner möglichen Punkte.

† Mit 19 Jahren wurde Sergio Garcia 1999 jüngster Ryder Cupper aller Zeiten.

† Francesco Molinari schaffte 2018 als erster Europäer fünf Punkte in fünf Matches.

USA

† Phil Mickelson nahm an 11 Ryder Cups teil. Seine Bilanz: 18-20-7.

† Die meisten Punkte gewannen Billy Casper (23,5) und Arnold Palmer (23)

† Die meisten Matches verloren haben Jim Furyk (20), Phil Mickelson (20) und Tiger Woods (18). Die miserable Bilanz der Star-Spieler gilt als wichtigster Grund für die häufigen US-Niederlagen in den letzten zwanzig Jahren.

† Arnold Palmer gewann 71,9 Prozent seiner möglichen Punkte.

† Raymond Floyd wurde 1993 mit 51 der älteste Ryder Cupper.

Martin Kaymer wäre zwar gemäß Ryder-Cup-Ranking (Platz 22) nicht endgültig aus dem Rennen, aber als Vize- Kapitän wird er dieses Jahr eher die Funktion des Mentors übernehmen – und eben nicht als Spieler. Das Kaymer- Interview gibt’s ab Seite 50.

DAS RÄTSEL DES UNDERDOGS

Spielen wir den Ryder Cup 2021 (der, wie Olympia, »2020« heißt) also durch. Von den sechs sicher qualifizierten US-Amerikanern sind fünf Spieler Major-Champions – und Xander Schauffele, als einziger noch ohne Major-Sieg, hat sich gerade bei Olympia die Goldmedaille geholt. Mit den ziemlich sicheren Captain’s Picks Jordan Spieth und Patrick Reed kommt weitere Major-Power ins Team. Europa bietet jenseits der möglichen Captain’s Picks gerade mal zwei Major-Sieger auf – Jon Rahm und den unter starken Formschwankungen leidenden Rory McIlroy.

Auch in der Weltrangliste sieht es nicht besser aus: Unter den ersten sechs sind fünf US-Amerikaner, unter den Top Ten sind es acht. (Nur Jon Rahm und der Südafrikaner Louis Oosthuizen sorgen für Abwechslung.) Rory McIlroy, der nach Rahm beste Europäer, folgt erst auf Rang 13, Viktor Hovland auf 15. Wer will wirklich gegen Team USA wetten?

Und doch ist es sehr oft so, dass sich am Ende der Underdog aus Europa durchsetzt. Auch wenn die geschichtliche Gesamtbilanz seit 1927 noch klar für die USA spricht – wobei viele der Siege noch gegen das Team GB & Irland gelangen –, gingen zwölf der letzten 17 Ryder Cups (und sieben der letzten neun) an Europa. Warum das so ist? Experten versuchen sich immer wieder an Erklärungen, aber die Wahrheit ist: Niemand weiß es so recht. »Die Europäer wollen es mehr«, heißt es, aber heißt es nicht auch, dass man gerade im Golf nie allzu sehr aufs Ergebnis schielen sollte, weil das kontraproduktiv sei? »Die Europäer sind Matchplay eher gewohnt« – Quatsch, die meisten wichtigen US-Amateur-Meisterschaften werden im Matchplay ausgetragen. »Die Amerikaner sind Individuen und wenig teamfähig« – aber warum dominieren sie dann den ganz ähnlichen Presidents Cup in einer Art, dass das internationale Team beinahe peinlich unterlegen ist? (Team USA gewann 11 von 13 Begegnungen bei einem Unentschieden, darunter die letzten neun in Folge.) »Die Superstars im US-Team waren im Ryder Cup immer schwach« – immerhin, da ist was dran. Tiger Woods, Phil Mickelson und Jim Furyk haben verheerende Ryder-Cup-Bilanzen, was einen großen Teil des Misserfolges von Team USA ausmacht. Doch erneut müssen wir fragen: Warum ist das so? Und damit stehen wir wieder am Anfang. »Ich weiß, dass meine Bilanz mies ist, ich hasse es, aber ich kann nichts dran ändern«, sagt Jim Furyk resignierend.

Nein, der europäische Erfolg bleibt ein Rätsel ohne stichhaltige Erklärung. Er ist so mysteriös wie der Golfsport selbst – ein Sport, der unter Druck merkwürdige Dinge mit uns anstellt. Mal spielen wir gefühlt weltklasse, mal treffen wir kein sechzig Meter breites Fairway. Schlechte Putts fallen, gute Putts lippen aus. Sieg und Niederlage scheinen oft nicht in unserer Hand zu liegen, sondern den wechselnden Launen einer unbekannten Gottheit ausgesetzt zu sein. So ähnlich ist es mit dem Ryder Cup – einem sich jeder Logik entziehenden, aufwühlenden, unmöglich vorherzusagenden Wettbewerb. Lehnen wir uns zurück, genießen wir die Show, und erwarten wir das Unerwartete.

Die letzten Begegnungen & die siegreichen Captains

2002 † Europa – The Belfry, England – Sam Torrance

2004 † Europa – Oakland Hills, USA – Bernhard Langer

2006 † Europa –K Club, Irland – Ian Woosnam

2008 † USA – Valhalla Golf Club, USA – Paul Azinger

2010 † Europa – Celtic Manor, Wales – Colin Montgomerie

2012 † Europa – Medinah, Illinois, USA – José Maria Olazábal

2014 † Europa – Gleneagles, Schottland –Paul McGinley

2016 † USA – Hazeltine, USA – Davis Love III

2018 † Europa – Golf National, Frankreich – Thomas Björn