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EMS: DIE BESTEN STELLEN AN DER EMS: „DURCHS EMSLAND FAHR’ ICH EMSIG, ERST HINTERM EMSLAND BREMS’ ICH!“


Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 60/2020 vom 08.05.2020

Dieser mit einem Augenzwinkern gemeinte Satz mag für viele Menschen gelten, nicht aber für Dieter Schröder. Ganz im Gegenteil! Er fährt nicht nur 250 Kilometer mitten ins Emsland, er hält dort sogar an. Warum, das wird er Ihnen jetzt verraten …


Artikelbild für den Artikel "EMS: DIE BESTEN STELLEN AN DER EMS: „DURCHS EMSLAND FAHR’ ICH EMSIG, ERST HINTERM EMSLAND BREMS’ ICH!“" aus der Ausgabe 60/2020 von Blinker. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Blinker, Ausgabe 60/2020

Landschaftlich reizvoll und anglerisch sehr interessant: die Ems. An dieser Stelle, der Mündung des Haren-Rütenbrock-Kanals in die Ems, fängt man nicht nur Karpfen, sondern auch schöne Hechte. Diesen Platz muss man sich merken!


Die Ems hat nicht nur einer ganzen Region den Namen gegeben, die Ems ist auch ein fischreicher Fluss, der für Raub- und Friedfischangler ...

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... gleichermaßen interessant ist! Mehr noch: Die Ems bei Haren und Lathen ist ein Fluss, in dem gute Fänge fast garantiert sind! Im Sommer reizt mich die Stippangelei auf große Weißfische, im Herbst stehen die Räuber, allen voran Zander und Barsche, auf meiner Fangliste. Wie gut das Angeln dort ist? Nun, ich nehme für eine Tour aus meiner Heimat, dem Sauerland, an die Ems die Fahrt von rund 250 Kilometern pro Strecke gerne in Kauf!

Vorab muss man wissen: Der Fluss im flachen Emsland weist kaum Gefälle auf und wird zudem auch noch durch Schleusen gestaut. Die Fließgeschwindigkeit ist daher recht gering. Bei Schiffsverkehr, beziehungsweise, wenn geschleust wird, gibt es aber immer wieder Unterströmungen, und dann kommt sofort Bewegung in die Sache. Der Köder sollte dann unbedingt im Wasser sein!

Wenn ein Schiff den Angelplatz passiert, lohnt sich das Raubfischangeln mit Gummifischen im Kielwasser der Emsdampfer. Schon so mancher Zander ging hierbei an den Haken. Im Schnitt wiegen die Zander um vier Pfund, Fische um die zehn Pfund sind aber immer möglich. Als Köder sind Gummifische die erste Wahl. Aber auch der tote Köderfisch an der Stellfisch- oder stabilen Bolorute wird nicht verachtet.

Als beste Fangzeit für die Zander gelten die Monate September bis Ende November, wobei die ersten Abendstunden die besten Erfolge versprechen. Kleiner Tipp: Die Zander fressen natürlich auch in der warmen Jahreszeit, und das Nachtangeln ist erlaubt.

DAS SIND MEINE BESTEN PLÄTZE FÜR ZANDER

Gute Fangplätze findet man am Eingang des Altarmes am rechten Ems-Ufer am unteren Streckenbeginn bei Kilometer 177. Hier stehen die Zander auf einer großen Kiesbank!

Ein Stück weiter flußab mündet der Haren-Rütenbrock-Kanal in die Ems. Auch hier beißen immer wieder gute Zan- der, genauso wie im Harener Hafen. Auch in dem Kanalstück oberhalb der Schleuse Hilter ist immer mit ordentlichen Fischen zu rechnen.


„ICH FAHRE 250 KM, UM AN DER EMS ZU FISCHEN. NICHT WEIL ICH MUSS, SONDERN WEIL ES SICH LOHNT!“


Der Durchschnittszander wiegt an der Ems vier Pfund, aber auch größere Fische sind jederzeit möglich. Mit guten Zandern können Sie beispielsweise in dem Kanalstück oberhalb der Schleuse Hilter rechnen.


„Ruten raus, die Ruhe beginnt!“ An solchen idyllischen Stellen, wie hier bei Haren, können Sie beim Angeln wunderbar entschleunigen. Die Ruten sollten Sie aber immer im Blick behalten, denn lange Pausen zwischen den Bissen gibt es nur selten.


Auch Blinker-Redakteur André Pawlitzki fischt gerne an der Ems. Kleiner Tipp: Zwischen der Lathener Emsbrücke und der Schleuse unterhalb des Hafens stehen kapitale Barsche.


Die Karpfen in der Ems bringen Gewichte bis 50 Pfund (!) auf die Waage. Kleinere Exemplare wie dieses sind jedoch auch gut vertreten und bereiten an leichterem Gerät viel Freude.


Apropos: Der Haren-Rütenbrock-Kanal, kurz HRK genannt, und der in ihn mündende Süd-Nord-Kanal sind ebenfalls gute Angelgewässer. Man benötigt für diese aber einen Extra-Erlaubnisschein, und das Raubfischangeln ist hier nur alle zwei Jahre (in Jahren mit einer geraden Jahreszahl) erlaubt. Der HRK verläuft über Rütenbrock hinaus in die Niederlande und heißt dort Ter-Apel-Kanal. Doch zurück zur Ems.

SOGAR WELSE BEISSEN HIER AUF TAUWURM!

Bester Köder für die Ems-Aale, deren Fang allerdings in den letzten Jahren stark rückläufig war, ist der Tauwurm. Und der gute, alte Tauwurm sorgte an der Ems immer wieder für Überraschungen. Im Jahr 2008 wurde auf Tauwurm bei Haren ein ganz besonderer Fang gelandet: ein Lachs von einem Meter Länge und 17 Pfund Gewicht! Dies war aber ein Ausnahmefisch, noch lohnt sich ein gezieltes Angeln auf Lachse mit Sicherheit nicht. Das sieht beim Wels hingegen schon anders aus. Immer wieder hört man von Fängen der urigen Räuber. Damit die Welse die Friedfische nicht zu stark dezimieren, bittet der Harener Verein darum, jeden Wels zu entnehmen und dem Verein zu melden.

Auch der Hecht fühlt sich im leicht moorig-braunen Wasser der Ems wohl. Im Schnitt wiegen die Flusshechte um die fünf Pfund, aber es gibt auch zweistellige Räuber. Gefangen wird zum Beispiel an der HRK-Mündung, im Harener Hafen, im Altarm „Blaue Donau“, welcher im Stadtteil Raken liegt, oder unterhalb von Emen, einem Ortsteil von Haren. Auch hier sind tote Köderfische immer wieder die Erfolgsköder. Bei den Kunstködern vertrauen viele Angler auf Gummifische zwischen 12 und 15 Zentimetern Länge sowie Wobbler.

Hecht und Zander sind an beiden Ems-Strecken vom 1.1. bis zum 30.4. geschont. Während dieser Zeit darf daher nicht mit toten Köderfischen, Fischfetzen oder Kunstködern geangelt werden.

ALANDE, KAPITALE KARPFEN UND SCHÖNE SCHLEIEN

Außerdem gibt es in der Ems große Karpfen bis 50 Pfund. Dabei kommen sowohl Spiegel- als auch Schuppenkarpfen vor. Gute Fangplätze findet man im Dortmund-Ems–Kanal oder auch an der HRK-Mündung. Beste Köder sind, wen überrascht das, Boilies. Doch auch mit Mais und Teig ist man erfolgreich.

Wer mit der Kopf- oder Bologneserute angelt, wird gut fangen und Bekanntschaft mit schönen Brassen machen. Leichte Lutscherposen erleichtern das Angeln in der Strömung.


Auch Schleien gibt es in der langsam fließenden Ems! Entlang der Krautkanten im Fluss haben diese Fische ihre Fressrouten.


Im Schnitt ist die Ems um die sechs Meter tief, die Häfen und Altarme sind flacher, meist um die vier Meter tief. Hier, am Harener Emsaltarm „Alte Donau“, lassen sich große Brassen fangen.


Aalangler an der Ems bei der Ortschaft Emen. Hier trennen sich Ems- und Dortmund-Ems-Kanal (rechts) wieder, nachdem sie einige Kilometer den gleichen Lauf hatten. Die Aale der Ems haben eine Vorliebe für den guten, alten Tauwurm – und mit diesem Köder werden auch immer wieder Welse gefangen!


Dort, wo sich Krautfelder bilden, gibt es schöne Schleien bis vier Pfund. Mais und Rotwürmer sind als Köder zu empfehlen. Hierauf beißen auch große Brassen.

Mich reizen besonders die großen Alande. Fische bis fünf Pfund konnte ich schon landen! Meist fange ich sie mit vier bis fünf Maden am 12er oder 14er Haken. An weiteren Weißfischen beißen dicke Rotaugen und Rotfedern. Hinzu kommen Döbel und Rapfen.

DIE STRECKEN DER EMS

Die Harener Ems-Strecke beginnt flussaufwärts der Stadt mit einem 400 Meter langen Abschnitt auf der rechten Fluss-Seite. Nach einer Unterbrechung von rund 500 Metern kann dann die Ems beidseitig beangelt werden. Bis unterhalb des Harener Stadtteils Emen sind Ems und Dortmund-Ems-Kanal eins. Hier teilen sie sich dann. Die Strecke der nicht schiffbaren Ems endet dann bei Stromkilometer 185,20 rechtsseitig beziehungsweise linksseitig bei Kilometer 185,91, die des Dortmund-Ems-Kanals an der Schleuse bei Hilter. Die Kanalstrecke ist rund einen Kilometer lang.

Wer hätte das gedacht: Auch Welse kommen in der Ems vor, zum Teil in guten Größen! Der Bestand hat sich so entwickelt, dass jeder in der Ems gefangene Wels entnommen werden soll.


Dieter Schröder fährt weit, um an der Ems zu angeln. Ihn reizen vor allem die dicken Alande, die hier bis fünf Pfund schwer werden.


Direkt im Anschluss an die Harener Strecke folgt die Lathener Strecke. Auch hier findet man die schiffbare Ems sowie ein Kanalstück mit Schleuse und Altarmen vor. Die Strecke ist gut zehn Kilometer lang plus der Altwasser.

Im Vergleich zur Strecke vorab ist die schiffbare Ems hier stellenweise etwas schmaler, wie zum Beispiel im Bereich der Lathener Marsch. In der Lathener Strecke angle ich gerne mit der Bolorute oder der unberingten Stippe auf Alande und Brassen. Einheimische Angler sieht man hier immer wieder beim Schleppangeln auf Hecht direkt vor der Steinschüttung in einem Abstand von acht bis zwölf Meter vom Ufer. Auch Barsche und Zander sind vertreten. Versuchen Sie es im Bereich zwischen der Lathener Emsbrücke und der Schleuse unterhalb des Hafens. Hier finden Sie auch einen Bereich mit Spundwänden. Im Kanal wurden bereits Barsche bis zu fünf Pfund erbeutet! Und als kleiner Tipp: Gerade die großen Barsche haben eine Vorliebe für Gummiköder. Enorme Größen erreichen in dieser Strecke auch die Welse. Auf Tauwurm bissen in den vergangenen Jahren im April und Mai schon Exemplare bis 60 Pfund – als Beifang beim Aalangeln! Und jetzt ahnen Sie, warum ich gerne 250 Kilometer weit an die Ems fahre …

EMS KOMPAKT

Die Ems im Emsland und die im Bericht erwähnten Orte und Gewässer.


DAS GEWÄSSER
Das Emsland liegt am Mittellauf der Ems im westlichen Niedersachsen und im nordwestlichen Nordrhein-Westfalen, dicht an der niederländischen Grenze.

Anfahrt: Über die Autobahn 31 (Oberhausen – Emden), Abfahrten Haren oder Lathen.

Bestimmungen: Bewirtschaftet wird die Ems von den Angelvereinen Haren und Lathen. Mindestmaße, Schonzeiten sowie die Angelstrecken sind auf den Gastkarten vermerkt. An Schleusen und Fischtreppen ist das Angeln nicht gestattet (50 Meter).

Weitere Infos: www.savharen.de www.fischereiverein-lathen.com

PREISE UND AUSGABESTELLEN:
Haren: Tag 5 Euro, Woche 15 Euro, Monat 30 Euro. Lathen: Tag 5 Euro, Woche 20 Euro, Monat 50 Euro. Jugendliche jeweils die Hälfte, sie dürfen aber nur mit einer Friedfischrute angeln.

Ausgabestellen Haren:
Zoo & Anglertreff Kötter Daimlerstraße 8 49733 Haren Tel. 05932-4628
Campingplatz Emspark Kirchstraße 52 49733 Haren Tel. 05932-69723
Tankstelle Geers Boschstr. 1 49733 Haren Tel. 05932-720825

Ausgabestellen Lathen:
Angelfachgeschäft Haake Mühlenstraße 25 49762 Lathen Tel. 05933-3830
Landgasthof „Zur Emsbrücke“ Latherfähr 6 49779 Niederlangen Tel. 05933-8597
Haus des Gastes Große Straße 3 49762 Lathen Tel. 05933-6647
Gaststätte Hinrichs Hilter 11 49762 Lathen Tel. 05933-1681.

UNTERKUNFT:
Touristinformation Haren Neuer Markt 3 49733 Haren/Ems Tel. 05932-71313 E-Mail: touristinfo@haren.de, www.haren.de
Gäste-Info-Service Haus des Gastes Große Straße 3 49762 Lathen Tel. 05933-6647 E-Mail: gaeste-info@lathen.de www.lathen.de


FOTO: D. SCHRÖDER

FOTO: D. SCHRÖDER (2), A. PAWLITZKI

FOTOS: D. SCHRÖDER

FOTOS: D. SCHRÖDER (2), M. NIEHOFF