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ENDLICH WIEDER EIN DUELL!


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Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 27.01.2022

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Bildquelle: Auto Bild, Ausgabe 4/2022

Opel Astra Plug-in-Hybrid

180 PS Systemleistung 1.6-l-Benziner E-Motor ab 36 710 Euro*

* abzüglich 7177,50 Euro Umweltbonus

150 EURO

HANDY-LADEN Das Handy lädt man im Auto nicht mehr über Kabel, sondern induktiv in einer Schale. Opel will dafür 150 Euro Aufpreis, bei VW ist das induktive Laden Serie.

die halbe Welt hoch sitzen und SUV fahren wollte, damals also, als wir bei Chipmangel noch an Salzgebäck dachten und nicht an Multimedia, da

DAMALS, ALS NOCH NICHT hatten die Kompakten ihre Blüte. Damals war 2009, VW verkaufte in Deutschland 366 230 Gölfe, Opel immerhin 104 750 Astra. Heute haben sich diese Zahlen gedrittelt; na klar, immer mehr Hochsitz- Modelle, aber für Opel und VW ist jedes fünfte bei uns verkaufte Auto ein Kompakter. Jetzt ist der neue Astra da, und AUTO BILD bat zum ersten Sitz- und Fühltest gegen seinen ewigen Rivalen, den Golf.

VW Golf 2.0 TDI DSG

150 PS ab 35 190 Euro ...

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Die erste Frage klären wir gleich zu Beginn. AUTO BILD, warum vergleicht ihr einen Astra Plugin-Hybrid gegen den Diesel-Golf? Antwort: Weil Wolfsburg gerade „little problems“ hat. Wegen des Multimedia-Updates bei allen Fahrzeugen mit MIB-3-Baukasten (also Golf, I.D.-Familie) mussten wir nehmen, was da war. Also TDI, was aber egal ist, denn wir fahren ja noch nicht, wir gucken nur.

Das mit der Optik entscheiden Sie bitte selbst. Wir meinen: Das durchgezogene Leuchtband vorn steht dem VW gut, und überhaupt ist er auf den ersten Blick erkennbar, Golf bleibt Golf, also kompaktes Format (4,29 Meter lang, acht Zentimeter kürzer als der Astra), breite C-Säule, Dachlinie nach hinten nicht derart sportlich-flach abfallend wie beim Astra.

! Neuer Astra gegen ein Jahr jungen Golf: Opel hat vor allem beim Infotainment toll aufgeholt

Ja, dieser Blitz: Der Opel hat schon im Stand den Trainingsanzug an, er ist je nach Ausstattung mit 1,44 Metern vier Zentimeter flacher als der Golf, steht ihm gut, erst recht mit großen Rädern (18 Zoll ist vorerst das höchste der Gefühle), erst recht mit diesem Grill: Unser Fotowagen ist ein 180-PS- Plug-in-Hybrid in GS-Line (Testwagenpreis: 45 960 Euro), hier ist alles, was sonst silber ist, schwarz. Also auch der Blitz in der Front, die sie „Vizor“ nennen und die uns seit dem Mokka lächeln lässt.

Wir haben es ja verraten: der Astra ist mit 4,37 Metern acht Zentimeter länger, mit 1,86 Metern sieben breiter als der Golf. Da hat er doch auch mehr Platz, oder? Teilweise! Der Kofferraum des Hybrid schluckt wegen der Batterie 352 bis 1268 Liter, der Golf bietet 381 bis 1237 Liter. Das holt der Astra als Verbrenner wieder auf, der bietet 422 bis 1339 Liter.

So weit die Zahlen. Jetzt folgt das subjektive Raumgefühl. Und hier müssen wir sagen: Der Golf ist weiter der Maßstab! Einsteigen hinten ist ein Klacks, Füße rein, Luxuskörper räkeln, wir sitzen. Und zwar mit allem, was wir haben, Schenkel liegen komplett auf der Bank, Beine sind nicht angewinkelt. Sie lesen das hier so ausführlich, weil es im Astra anders ist. Beine durch die enge Luke einfädeln, aufpassen, dass der Kopf nicht gegen die Dachlinie andockt, Beine sind leider angewinkelt, weil die Sitzbank zu tief eingebaut ist.

Nee, hinten sitzen ist nicht die Paradedisziplin des Astra. Der Kerl hat andere Talente. Bitte vorne Platz nehmen! Haben wir schon gesagt, dass alle Aufpreis-Sitze für den Astra von der Aktion Gesunder Rücken (AGR) für gut befunden wurden? Die Damen und Herren haben recht, das Gestühl ist wirklich bequem, auf Wunsch sogar mit Massagefunktion lieferbar (hat der Golf nicht), unser Fotowagen hat das Alcantara-Paket mit elektrisch verstellbarem Fahrersitz. Kostet 1120 Euro Aufpreis, Sitzheizung und Lenkrad warm auf Knopfdruck sind inklusive.

Dann sitzt du also im Opel, du guckst auf zwei 10-Zoll-Monitore aus Glas (!), der Screen hinterm abgeflachten Lenkrad ist frei konfigurierbar, der in der Mitte zum Touchen, du blickst auf den winzigen Wählhebel für die Achtstufen-Wandlerautomatik, und du denkst: Das soll ein Opel sein? Ganz ehrlich, so cool war Astra nie.

Aber auch durchdacht. Für alle Funktionen, die man öfter braucht, haben sie Kurzwahltasten eingebaut. Beispiel Head-up-Display. Das gibt’s erstmals in einem Astra, kostet 1600 Euro zusammen mit Navi (gibt’s nicht ohne), und das Knöpfchen für die Verstellung ist mit dem für die Außenspiegel in der Fahrertür verknüpft. Das ist clever! Clever auch, dass es einen echten Lautstärkeregler gibt, man Radio, Navi und Klima über Tasten ansteuern und regeln kann, ohne in irgendwelche Menüs einzusteigen.

Warum wir diese Tugenden so blumig ausmalen? Weil VW hier nicht so gut in Form ist. Sie wissen ja: „little problems“ in Wolfsburg, es geht um das Bediensystem. Im Golf gibt es vier Kurzwahltasten, der Rest wird über den Bildschirm geregelt, aber der war bislang so langsam und launisch, da hat man sich in den Golf 7 gewünscht.

Bald soll alles besser werden, die neue Grafikkarte, die auch alle ausgelieferten Fahrzeuge im Rahmen einer „Produktaufwertung“ bekommen, soll dreimal so leistungsstark sein, und wenn sich der Finger dem Screen annähert, werden die Tasten rund um den Warnblinkschalter gesperrt, so soll Fehlbedienung vermieden werden. Wetten, dass sie dem Golf mit dem ersten Facelift mehr Knöpfchen geben? Und vielleicht ja auch den guten alten Drehregler wieder einbauen. Somit geht das Thema „Bedienfreundlichkeit“ an den Astra.

Und der Preis? Sagen wir so: Es ist schwierig, weil das Motorangebot so unterschiedlich ist. Einstieg ist beim Astra der 110-PS-Dreizylinder-Benziner für 22 465 Euro. Da hören sich 28 500 Euro für den Basis-Golf schon happig an. Aber der hat ’nen Vierzylinder mit mehr Hubraum und 20 PS plus. Und deshalb warten wir gespannt auf die erste Fahrt, hier hat der Golf die Latte sehr hoch gelegt. Natürlich sind wir auch gespannt auf weitere Motoren: Der 225-PS-Hybrid kommt im Herbst, ein reiner E-Astra 2023. So was hat VW für den Golf übrigens nicht …

SO WICHTIG SIND DIE KOMPAKTMODELLE

Der Golf ist trotz sinkender Verkäufe immer noch beliebtestes Auto Deutschlands. 91 621 Gölfe wurden im vergangenen Jahr neu zugelassen, das sind 18,7 Prozent des VW-Verkaufs. Opel hat 2021 insgesamt 31 220 Astra an die Kunden gebracht, fast jeder fünfte neue Opel war ein Astra (19,3 Prozent Anteil). Die Kompakten sind immer noch wichtig, aber der Absatz sinkt: 2009 wurden 366 230 Gölfe und 104 750 Astra neu zugelassen.

FAZIT

ANDREAS MAY

Es wird eng! Jahrelang war der Golf das Urmeter unter den Kompakten. Opel zeigt jetzt, wie Aufholjagd geht: dynamisches Design, schlaues Multimedia, bezahlbare Preise. Aber beim Platzangebot ist der Golf weiterhin das Maß der Dinge.