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Endlich wieder Wagner!


SIMsKultur - epaper ⋅ Ausgabe 1/2021 vom 11.05.2021

Tiroler | Festspiele Erl Sommer 2021

Bekanntlich haben sich die Tiroler Festspiele Erl durch ihre Aufführungen der Opern von Richard Wagner eine exzellente Reputation im In- und Ausland erworben. Im Sommer 2021 bildet das Werk des deutschen Komponisten nun erfreulicherweise einen Schwerpunkt des Musiktheaterprogramms. Ergänzend dazu haben Intendant Bernd Loebe und sein Team überdies einen hochinteressanten, ungemein vielschichtigen Konzertkalender konzipiert.

Zweimal Wagner und ein selten gespieltes Meisterwerk

Im Mittelpunkt der diesjährigen Sommerfestspiele in Erl steht die Neuinszenierung von Richard Wagners Rheingold: Sie bildet den Startschuss für alle Ring- Opern, die in den kommenden Jahren sowohl einzeln (2022 Die Walküre, 2023 Siegfried und Götterdämmerung) als auch als gesamter Zyklus im Jahr 2024 aufgeführt werden. „‚Vorabend‘ nennt Wagner das Rheingold – eine Kriminalkomödie, die den ...

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Bildquelle: SIMsKultur, Ausgabe 1/2021

Brigitte Fassbaender
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... Auftakt zum dreitägigen Bühnenfestspiel bildet“, erklärt die große Brigitte Fassbaender, die für die Regie der neuen Erler Ring-Produktionen verantwortlich ist. „Das Ganze hat das Potenzial zu bester, aber düsterer Unterhaltung. Eine rauschhafte musikalische Sprache trifft auf ein wortreiches emotionales Geschehen, das sich an vielfältigen, bildgewaltigen Tatorten ereignet.“ Auf der Bühne des Passionsspielhauses ist ein exzellentes Sängerensemble zu erleben (so etwa Simon Bailey als Wotan, Ian Koziara als Loge und Craig Colclough als Alberich), die musikalische Leitung übernimmt Erik Nielsen, Chefdirigent des Symphonieorchesters Bilbao. Das für alle Erler Ring-Opern durchkonzipierte Bühnenbild stammt von dem international viel gefragten Kaspar Glarner.

Schon im vergangenen Jahr hätte Richard Wagners romantische Oper Lohengrin in Erl aufgeführt werden sollen. Doch dann kam Corona, die Festspiele wurden abgesagt. Das wegweisende, 1850 in Weimar unter der Leitung von Franz Liszt uraufgeführte Musiktheaterwerk rund um den Gralsritter Lohengrin und Elsa von Brabant wird nun im Sommer 2021 auf die Bühne des Erler Passionsspielhauses gebracht. „Die mystische Aufladung und die betörende Klangwelt zielen darauf ab, dass wir uns ganz in Wagners Werk versenken und Glaubende werden – obwohl auch hier Zweifel und das Hinterfragen der künstlerischen Beweggründe durchaus angebracht sind“, sagt Regisseurin Katharina Thoma über Lohengrin. „Eine archaische, irrationale Welt trifft auf unser modernes Denken und auf unsere Sehnsüchte nach Überwältigung und Erlösung – in diesem Spannungsfeld bewegt sich unsere Produktion.“ In der Titelpartie ist der amerikanische Tenor A. J. Glueckert zu erleben, als Elsa steht die junge, hochtalentierte schwedische Sopranistin Christina Nilsson auf der Bühne. Die musikalische Leitung dieser Produktion hat der international hochgelobte Schweizer Dirigent Titus Engel über.

Mit besonderer Spannung wird auch die Premiere von Engelbert Humperdincks einzigartigem, jedoch nur selten gespieltem Erwachsenenmärchen Königskinder erwartet. Die Oper, eine musikalisch bahnbrechende Vertonung des gleichnamigen mystischen Theaterstücks von Elsa Bernstein, kommt in der Regie des südafrikanischen Regisseurs Matthew Wild auf die Bühne des Festspielhauses. In einem an Traumwelten angelegten Setting (Bühnenbild und Kostüme: Herbert Murauer) geraten in Wilds Inszenierung Natur und Zivilisation in Konflikt. „In meinen Augen das Meisterwerk des Komponisten, der uns vornehmlich mit Hänsel und Gretel geläufig ist“, zeigt sich Intendant Bernd Loebe fasziniert von diesem vielschichtigen Werk des Wagnerianers Humperdinck. „Hier aber handelt es sich durchaus um eine tragische Oper mit zutiefst berührender Musik und einem Schluss, der die Utopie einer besseren Welt schildert.“ Die musikalische Leitung der Inszenierung hat übrigens Karsten Januschke über, der zu den größten Talenten der jüngeren Dirigentengeneration zählt.

Beethoven-Zyklus und russische Seele

Erik Nielsen, der Dirigent von Rheingold, ist auch im Rahmen des Eröffnungskonzerts der Erler Festspiele zu erleben. Das Programm dieses Abends im Festspielhaus birgt musikalische Perlen wie das wunderbare Doppelkonzert von Johannes Brahms und die 1. Symphonie des exzentrischen Individualisten Alexander Skrjabin. Als Höhepunkt des Sommer-Konzertprogramms 2021 müssen auch Beethovens fünf Klavierkonzerte gesehen werden: Dieser eindrucksvolle Zyklus wird von der Camerata Salzburg unter Dirigent Andrew Manze aufgeführt, am Klavier ist mit Paul Lewis einer der international führenden Pianisten seiner Generation zu erleben.

Eine stimmgewaltige Interpretation der russischen Seele bietet das Chorkonzert mit der famosen Capella Minsk: Auf dem Programm stehen unter anderem Meisterwerke der russisch-orthodoxen geistlichen Musik sowie traditionelle belarussische und russische Volkslieder. Das Abschlusskonzert mit Johannes Brahms’ Gesang der Parzen, seinem letzten chorsymphonischen Werk, und Gustav Mahlers Lied von der Erde leitet der junge deutsche Dirigent Thomas Guggeis, der mit seinem kurzfristigen Einspringen für Christoph von Dohnányi bei der umjubelten Neuproduktion von Salome an der Staatsoper Berlin international für großes Aufsehen sorgte.

Eine spezielle Empfehlung soll überdies auch für das interaktive, für ein junges Publikum ab sieben Jahren entwickelte Familienkonzert Lohengrin, der geheimnisvolle Schwanenritter ausgesprochen werden (Konzept: Karin Meissl, Musikpädagogin und erste Schlagwerkerin der Oper Graz; musikalische Leitung: Beomseok Yi).

Schnitzler, Schönberg und eine Reise nach Italien

„Lassen Sie sich verzaubern!“ So verheißungsvoll kündigt Helmut Deutsch seinen Erler Liederabend an. Und in der Tat, man freut sich schon darauf, bringt der brillante Pianist doch gemeinsam mit den drei wunderbaren Sängerinnen Clara Thomsen, Felicitas Fuchs und Stefanie Irányi Perlen deutscher Liedkunst zur Aufführung. Weltstar Neil Shicoff wiederum ist mit seiner Meisterklasse im Rahmen eines Konzertabends, der auch unterhaltsame Konversationen mit dem faszinierenden Geschichtenerzähler Shicoff beinhaltet, zu sehen und zu hören.

Ebenfalls in Erl zu Gast ist auch die berühmte Pädagogin Edith Wiens mit den Besten ihrer Internationalen Meistersinger Akademie (IMA), die Arien und Ensembles aus Opern von Donizetti, Mozart, Tschaikowsky oder Bizet singen. Eine ungemein faszinierende Neuinterpretation von Arthur Schnitzlers Reigen entwirft die großartige Osttiroler Musicbanda Franui gemeinsam mit den beiden Starschauspielern Regina Fritsch und Sven-Eric Bechtolf: Sie verschränken Schnitzlers Skandalstück mit Gustav Mahler, Erik Satie, John Cage oder Giuseppe Verdi. Ebenfalls im Programm der Tiroler Festspiele Erl zu finden sind überdies erstklassiger Jazz mit Christian Muthspiel & Orjazztra Vienna sowie ein Konzert mit dem phänomenalen Klangforum, das unter anderem Werke von Paul Hindemith und Arnold Schönberg zur Aufführung bringt. Das fabelhafte Amici Ensemble wiederum begibt sich auf eine musikalische Reise ins Sehnsuchtsland Italien, gemeinsam mit Udo Wachtveitl, dem tollen Schauspieler und Münchner Tatort-Kommissar, und mit Gedichten, Briefen und Texten von Johann Wolfgang von Goethe, Felix Mendelssohn, Friedrich Nietzsche, Joseph von Eichendorff oder Émile Zola. Und auch der Kleine Saal, fertiggestellt im Dezember 2019, wird nun endlich offiziell eingeweiht: Auf dem Programm des Eröffnungskonzerts mit Mariko Hara-Haselsteiner, einer nicht nur in Erl sehr geschätzten Bratschistin, und fünf exzellenten Musikerkollegen stehen neben Arnold Schönbergs meisterhaftem Werk Verklärte Nacht mit dem Sextett aus der Oper Capriccio von Richard Strauss sowie dem Langsamen Satz von Anton Webern auch zwei wichtige Kammermusikwerke der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

8. Juli bis 1. August 2021

■ Informationen: www.tiroler-festspiele.at