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ENDSTATION WILDNIS


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REISE & PREISE - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 04.01.2022

Artikelbild für den Artikel "ENDSTATION WILDNIS" aus der Ausgabe 1/2022 von REISE & PREISE. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: REISE & PREISE, Ausgabe 1/2022

Paddeltour auf dem glasklaren Emerald Lake bei Lake Louise, mit den Rocky Mountains als imposanter Kulisse

An einem See irgendwo im Norden Kanadas: Über den Baumwipfeln spannt sich ein Gewölbe aus Sternen, die Milchstraße leuchtet so hell und klar, als hätte sie jemand poliert. Zur Himmelsshow gibt es die Musik der Natur: Ein Eisvogel ruft, im Gebüsch raschelt ein Waschbär, ein Biber plätschert im See. Ein Lagerfeuer lodert vor sich hin. So sieht das Ende eines perfekten Urlaubstages mitten in der Natur aus.

Wildnis, Weite, Wildtiere: Für viele Menschen ist Kanada Traumland und Sehnsuchtsziel zugleich. Über 20 Millionen Touristen aus aller Welt reisen in regulären Jahren in das zweitgrößte Land der Erde. In Kanada finden sie zwischen atlantischem und pazifischem Ozean das Gefühl der Freiheit, eine unglaubliche Natur, phänomenale Landschaften, bunte Städte und einen entspannten Lebensstil.

Während der Coronakrise blieb der Traum von einer Kanadareise lange unerfüllt. Anderthalb Jahre lang waren die ...

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... Grenzen für internationale Touristen geschlossen. Seit dem 7. September letzten Jahres ist es damit endlich vorbei. Geimpfte Touristen mit negativem Corona-Test können dort wieder Urlaub machen oder Verwandte und Freunde besuchen. Schon jetzt zeichnet sich ab: 2022 wird ein Boom-Jahr für Kanada.

Unser Autor kennt das Land wie seine Westentasche. Für die nächste Sommersaison hat er ein paar Reiseideen zusammengestellt – querbeet von Küste zu Küste, von populär bis abseits, für Kanada-Kenner, aber auch für solche, die es vielleicht noch werden wollen. Auf den folgenden Seiten finden Sie acht Kanada- Tipps für jeden Geschmack.

BERGE, WILDNIS, ENDLOSE PRÄRIE

BRITISH COLUMBIA

Von Vancouver in den Regenwald

Es ist ein quirliger Morgen im Stanley Park: Wasserflugzeuge starten und landen, Jogger traben geflissentlich am Uferweg entlang, Besucher bestaunen die bunten Totempfähle am Brockton Point. Im größten Stadtpark Nordamerikas schlägt das Herz von Vancouver, der drittgrößten Metropole Kanadas und einer der schönsten und entspanntesten Städte der Welt.

Das Klima ist mild, der Lebensstil locker, die Atmosphäre tolerant. Man sitzt in den Cafés im Altstadtviertel Gastown, flaniert über die Einkaufsmeile Robson Street, holt sich auf dem Markt in Granville Island einen Snack oder speist in einem der vielen asiatischen Restaurants. Freizeitaktivitäten gibt es reichlich: Das Meer, die Regenwälder und schneebedeckten Berge liegen stets in Sichtweite.

Wilder und abgelegener wird’s auf Vancouver Island, nur eine kurze Fährfahrt entfernt.

Die rund 450 Kilometer lange Insel im Pazifik besticht durch grandiose Natur und mediterranes Klima – sogar Oliven, Zitronen und Weintrauben wachsen dort. Im Sommer laden flache Sandstrände zum Baden ein, im Herbst steigen die Lachse die Flüsse hinauf und die Grizzlybären halten nach Beute Ausschau.

An der Pazifikküste im Westen der Insel türmen sich dann meterhohe Wellen auf – ein Paradies für Surfer und Wellenreiter aus aller Welt. Wale pflügen sich durch die Brandung, am Himmel ziehen Adler ihre Kreise. In den Regenwäldern wachsen einige der ältesten und mächtigsten Riesenzedern der Welt. Vancouver und Vancouver Island: was für ein grandioses Schauspiel von Kultur und Natur!

Nett gebettet Vancouver: +++Ein historisches Downtown-Hotel aus der Goldrauschzeit ist das »Victorian Hotel«, zentral gelegen, mit italienischem Osteria-Restaurant (victorianhotel.ca, +1-604-6816369, EZ/DZ ab € 84).

+++Im Boutiquehotel »Skwachàys Lodge« im Altstadtviertel Gastown sind die Zimmer von indigenen Künstlern gestaltet (skwachays.com, +1-604-6873589; EZ/DZ ab € 208 ÜF).

Vancouver Island:+++ Das »Tigh-Na-Mara Resort« in Parksville ist ein familienfreundliches Ferienresort, neben einem Sandstrand hat es ein Spa mit Thermalbad (tigh-na-mara.com, +1-250-2482072, EZ/DZ ab € 158).

Fährinfo BC Ferries verbindet Vancouver mit Victoria und Nanaimo auf Vancouver Island; Abfahrt vom Terminal Tsawwassen, 35 km südlich der Downtown (bcferries.com, € 12 pro Person, € 41,50 pro Pkw).

Beste Reisezeit April–Oktober

YUKON

Auf den Spuren der Goldsucher

Sanft gleitet das Paddel ins Wasser. Ein Ruderschlag – und schon schiebt sich das Kanu dank Muskelkraft und Strömung den Yukon River hinab. Für die nächsten Tage bleibt die Zivilisation zurück. Stattdessen winken Abenteuer, Wildnis und Einsamkeit. Dazu rustikale Camps am Flussufer, knisternde Lagerfeuer, selbst geangelte Fische und ja, ein paar Moskitos hat es auch…

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Mehrtägige Kanutouren auf dem Yukon River gehören zu den Klassikern in Kanada: Einst nutzten die Goldsucher den Fluss im Norden auf ihrem langen Weg zu den legendären Klondike-Goldfeldern nahe Dawson. Heute ist der Fluss Traumziel für Aussteiger, Stressgeplagte und Wildnis-Romantiker aus aller Welt. Einmal alles hinter sich lassen – der Yukon River macht’s möglich.

Das Beste dabei: Der Fluss gilt als recht zahm, ist also auch für Anfänger geeignet. Sportliche können die 700 Kilometer zwischen Whitehorse und Dawson am Stück paddeln (2 Wochen), es sind aber auch kürzere Abschnitte möglich.

Es geht vorbei an Geisterdörfern, durch sanfte Stromschnellen hindurch, auf kleine Inselchen im Fluss. Unterwegs grüßen Adler, Elche und auch Bären – Bärenspray nicht vergessen!

Tourinfo Geführte Paddeltouren auf dem Yukon River in Kleingruppen von bis zu 12 Personen bietet Ruby Range Adventures an (rubyrange.com), je nach Dauer zwischen € 1.174 (6 Nächte im Zelt) und € 2.340 (15 Nächte im Zelt). Inklusive: Kanu, Doppelzelt, Camping-Ausstattung, Mahlzeiten, Hotelübernachtungen in Whitehorse und Dawson und Bustransport.

Kanumiete für Individualreisende: Bei Kanoe People kostet ein Standard-Kanu ab € 177/Woche bzw. ab € 28/Tag (kanoepeople.com).

Camping: Wildes Campen ist überall am Yukon River erlaubt. Einen kostenlosen rustikalen Campingplatz mit Plumpstoilette, Picknickbänken, Frischwasser und Koch-Hütte gibt es im Geisterdorf Fort Selkirk, einem ehemaligen Handelsposten mit Blockhütten am Zusammenfluss von Yukon und Pelly River.

Beste Reisezeit Juni–August

ALBERTA

Traumstraße durch die Rocky Mountains

Die Strecke: Calgary > Banff (135 km) Lake > Louise (60 km) > Saskatchewan River Crossing (80 km) > Jasper (155 km)

Fenster runter, Sonnenbrille auf, runter vom Gaspedal: Die gut 400 Kilometer von Calgary nach Jasper in den Rocky Mountains gehören zu den spektakulärsten in Kanada. Die atemberaubende Route führt zunächst durch Prärieland auf die Berge zu, später vorbei an Eisfeldern und Gletschern, schneebedeckten Gipfeln, Bergseen, Flusstälern, tosenden Wasserfällen und alpinen Hochebenen.

Besonders eindrucksvoll ist die zweite Hälfte der Tour: Die Panoramastraße Icefields Parkway gilt als eine der großen Traumstraßen der Welt. Sie beginnt nördlich von Lake Louise, verläuft durch die unberührte Wildnis der Nationalparks Banff und Jasper und endet schließlich im Örtchen Jasper. Unterwegs jagt ein Postkartenmotiv das nächste, ein Aussichtspunkt ist schöner als der andere.

Zu den Höhepunkten gehören Seen wie der Lake Louise oder der Moraine und Peyto Lake sowie rauschende Wasserfälle wie die Athabasca und Sunwapta Falls. Türkisgrüne Flüsse wie der Bow oder Athabasca River laden zum Paddeln oder Raften ein.

Das Columbia Icefield an der Grenze zwischen Banff und Jasper gilt als größte Ansammlung von Gletschern in den gesamten Rocky Mountains.

Mit Glück können Auto-, Wohnmobil- oder Fahrradfahrer unterwegs Bären, Dickhornschafe, Bergziegen, Hirsche, Elche oder sogar Wölfe fotografieren. Im Örtchen Banff lohnt ein Blick in das legendäre »Banff Springs«, eines der bekanntesten Hotels in Kanada. In Jasper darf ein Bootsausflug zum weltberühmten Maligne Lake mit seinem kleinen Inselchen Spirit Island nicht fehlen.

Nett gebettet Calgary: +++Das »Hotel Arts Kensington« ist ein intimes Boutiquehotel mit 19 Zimmern im Trend-und Szeneviertel Kensington (hotel artskensington.com, +1-403-2284442, EZ/DZ ab € 159 ÜF).

Banff: ++++Am Ortsrand liegt das »Fairmont Banff Springs«, ein ikonisches Eisenbahnhotel mit Golfplatz (fairmont.com/banff-springs, +1-403-7622211, EZ/DZ ab € 601, Frühstück € 23,50).

Lake Louise: ++Vom »Lake Louise Inn«, einem familienfreundlichen Hotel im Rocky-Mountain-Stil, sind es zehn Minuten mit dem Auto zum See (lakelouiseinn.com, +1-403-5223791, EZ/DZ ab € 236).

Jasper:+++ Individuelle Blockhütten am Fluss und ein rustikales Restaurant bietet die »Tekarra Lodge« (tekarralodge.com, +1-780-8523058, EZ/DZ ab € 228 ÜF).

Camping: In den Nationalparks Banff und Jasper gibt es 26 Campingplätze, Stellplatz je nach Ausstattung ab € 20 pro Nacht (Reservierung, im Sommer empfehlenswert: reservation.pc.gc. ca). Besonders schön, weil idyllisch (wenn auch nicht reservierbar) ist der einfache »Honeymoon Lake Campground«, 53 km südlich von Jasper am Icefields Parkway (Plumpstoiletten, kein Strom, fußläufig zu einem Badesee, geöffnet Mitte Mai bis Mitte September, € 17).

TIPP für Radfahrer

Icefields Parkway auf dem Fahrrad: Viertägige Gruppentouren von Jasper nach Banff mit Unterkünften, Vollverpflegung und technischer Begleitung bietet Mountain Madness Tours an (mountainmadnesstours. com, ab € 1.352/Pers., Leihfahrrad € 160 pro Tour).

Beste Reisezeit Mitte Juni – Mitte September

MANITOBA

Mit dem Zug zu den Beluga-Walen

Es ist kurz nach zwölf. Der Zug Nummer 693 verlässt den Bahnhof von Winnipeg. Das Horn pfeift, die Räder quietschen. Eine Weile noch erkennt man in der Ferne die Skyline, dann verliert sich der Zug in den Weiten der kanadischen Prärie. 1.700 Kilometer lang ist die Reise von hier nach Churchill an der Hudson Bay, übersetzt sind das zwei Tage – aber auch nur dann, wenn der Zug pünktlich ist, und das ist nicht immer der Fall.

Mit etwa 30 Stundenkilometern geht es gemächlich voran in Richtung Tundra: durch Nadelwälder, vorbei an Mooren, über den Permafrost. Den ganzen Tag über zieht eine schier unendliche Kette von Seen am Zugfenster vorbei. Gelegentlich taucht in der Wildnis eine Blockhütte oder eine First-Nation-Siedlung auf. Ab und zu huscht ein Reh oder Elch ins Unterholz. Im Norden ist der Weg das Ziel.

Es ist eine Reise wie zu den Anfangszeiten der Eisenbahn: Die silbernen Wagen sind im Art-Déco-Stil gehalten, Restaurantwagen und Menü sind einfach, in der Mitte des Zuges gibt es einen Aussichtswagen mit Glasdach.

Mit an Bord: Touristen, Eisenbahn-Nostalgiker, Rentner, Studenten, Ureinwohner. Einmal angekommen, wartet auf sie in Churchill ein einmaliges Naturerlebnis: Beluga-Wale. Die weißen Säuger versammeln sich ab Mitte Juni zu Tausenden nahe dem 800-Einwohner-Örtchen in der Hudson Bay, um in den wärmeren Gewässern zu jagen und zu ruhen. Mit einem Kajak, Schlauch- oder Ausflugsboot kann man den sanften Riesen dabei nahekommen. Mutige können sogar auf einem Steh-Paddelbrett mitten durch die Schwärme der Wale gleiten.

Diese Zugfahrt hat sich doppelt gelohnt!

Zuginfo Die Züge von Via Rail fahren zweimal die Woche von Winnipeg nach Churchill (derzeit dienstags und sonntags, Abfahrt 12:05 Uhr, Ankunft 9:00 Uhr zwei Tage später). Es gibt zwei Klassen: Economy (verstellbarer Passagiersitz, ab € 160) und Sleeper Plus (mit kompakter Schlaf-und Nasszelle sowie drei Mahlzeiten am Tag, ab € 842, viarail.ca/en).

Nett gebettet Churchill: FLAIR Rustikaler Blockhausstil kennzeichnet die mehrfach ausgezeichnete »Lazy Bear Lodge« (lazybearlodge.com, +1-204- 6639377, mehrtägige Komplettpakete inkl. Übernachtung, Touren, ggf. Flüge und Vollpension, im Winter zu den Eisbären, im Sommer zu Beluga-Walen (2 Nächte inkl. Beluga-Tour ab € 492/Pers.).

Whale Watching Sea North Tours macht zwei-bis dreistündige Ausflüge zu den Beluga-Walen (seanorthtours. com, Bootstour ab € 89, Kajakausflug ab € 124).

Beste Reisezeit Juni–August

VON DER GROSSSTADT IN DIE NATUR

ONTARIO

Von Toronto zu den Niagarafällen

Die Strecke: Toronto > Hamilton (70 km) > Niagara-on-the-Lake (88 km) > Niagara Falls (25 km)> Twenty Valley (40 km)> Cambridge (100 km) > Stratford (62 km)

Am Platia Aléxandros flimmert die Luft. Männer sitzen unter Platanen im Schatten und fächern sich Luft zu. Ein Straßenmusiker zupft auf seiner Bouzouki, in den Tavernen wird Pastis ausgeschenkt. Fast könnte man meinen, in Griechenland zu sein. Doch wir sind in Toronto, an der Kreuzung Danforth und Logan Avenue im Herzen von Greektown, einer von 140 offiziellen Neighborhoods von Toronto.

Ob Greektown, Cabbagetown oder West Queen West: In den Stadtvierteln Torontos ist die Welt bunt und vielfältig, hier wird Kultur, Kulinarik und multikulturelles Flair gepflegt. Auch sonst hat Kanadas größte Stadt viel zu bieten: Museen, Theater und Shopping von Weltrang, eine bestechende Lage am Ufer des Lake Ontario, nicht zuletzt den CN-Tower, einen der höchsten Fernsehtürme der Welt.

Ein Abstecher ins Umland lohnt sich: Auf einer 500-Kilometer-Autotour durch den Süden Ontarios erlebt man Natur, Genuss und Kultur: die berühmten Niagarafälle, einige der besten Weingüter Nordamerikas in Niagara und Twenty Valley, charmante Städtchen mit Tradition wie Niagara-on-the-Lake oder auch Stratford, die Shakespeare-Hauptstadt Kanadas, wo Kunst, Theater und Musik großgeschrieben werden.

Nett gebettet Toronto: +++Trendige Zimmer an der belebten Kulturmeile Queen Street und ein Burger-Restaurant hat das »Drake Hotel« (thedrake.ca/thedrakehotel, +1-416-5315042, EZ/DZ ab € 216).

+++Historisches Flair und moderne Architektur verbindet das »One King West«, zentral im Finanz-und Börsendistrikt gelegen (one kingwest.com, +1-416-5488100, Studio ab € 252).

Niagara-on-the-Lake: +++Das stilvolle historische Herrenhaus »Riverbend Inn & Vineyard« liegt in den Weinbergen von Peller Estates (riverbendinn.ca, +1-905-4682270, EZ/ DZ ab € 266).

TIPP für Weinliebhaber Im familiären Öko-Weingut Ravine Vineyard Estate Winery (ravinevineyard.com) werden Touren (€ 17,50) und Weinproben (€ 14) angeboten, speisen kann man anschließend im Gartenrestaurant (z. B. Crab Pasta für € 22).

Beste Reisezeit August–Oktober

ONTARIO

Mit dem Hausboot raus aufs Land

Schiff ahoi – und Hand ans Steuerrad! Wer hat nicht schon davon geträumt, einmal Kapitän zu sein? Auf dem Rideau-Kanal zwischen der Hauptstadt Ottawa und Kingston ist‘s möglich. 202 Kilometer ist die Wasserstraße lang und Kapitäne mit und ohne Erfahrung können hier per Hausboot durch die Natur gleiten, unterwegs Kajak fahren, stehpaddeln, schwimmen und an idyllischen Buchten Anker werfen.

Es ist eine Reise wie in einem Wohnmobil – nur auf dem Wasser. Eröffnet im Jahre 1832 als militärische Versorgungsroute, gehört der Rideau-Kanal mit seinen 47 manuellen Schleusen heute zum Weltkulturerbe. Die historische Route führt durch tiefe Wälder, über glasklare Seen und idyllische Flüsse, vorbei an pittoresken Farmen und Dörfern, in denen die Zeit scheinbar stehengeblieben ist.

In Kleinstädtchen an der Strecke wie Smith Falls, Perth oder Westport gibt es hübsche Shops, Galerien, Restaurants, Kunsthandwerk – sogar eine Brauerei und ein Weingut. Allerorten hört man unterwegs das Singen der Eisvögel, den eigenen Fisch können sich die Flussfahrer auch fangen. Was gibt es Schöneres als bei einer frisch gegrillten Forelle und einem Weißwein auf den Sonnenuntergang anzustoßen?

Tourinfo Für die volle Strecke empfehlen sich 10–14 Tage, Teilabschnitte sind möglich. LeBoat vermietet komfortable Hausboote verschiedener Größen mit zwei bis fünf Doppelkabinen, eigenem Bad und Dusche, voll ausgestatteter Küche. Ein Boot für 2–4 Personen kostet je nach Saison € 1.800–4.500/Woche. Liegeplätze sind inklusive (leboat.de).

Kulinarischer TIPP Brauerei: Über 20 Sorten Bier gibt’s in der Perth Brewery, kostenlose Touren und Proben nach Anmeldung (121 Dufferin St., Perth, perthbrewery.ca). Weingut: Chardonnay, Pinot Noir und Cabernet Franc kann man in der Scheuermann Vineyard & Winery probieren (82 Bedford St., Westport, scheuermannwinery.com).

TIPP Das Rideau Canal Visitor Centre in Smith Falls bietet eine Ausstellung über die Geschichte des Kanals und die Menschen, die an seinem Bau beteiligt waren (geöffnet Mitte Mai bis Mitte Oktober, 9–17 Uhr).

Beste Reisezeit Mitte Mai – Mitte Oktober

QUÉBEC

Reise in den Indian Summer

Die Strecke: Montréal > Mont-Tremblant (135 km) > La Mauricie National Park (233 km) > Québec (152 km) > Jacques Cartier National Park (51 km) > La Malbaie (187 km) > Tadoussac (74 km)

Blutrot, Orange, Ocker, Gelb: Die Farben strahlen um die Wette und mit ihnen die Ahornbäume, Hartriegel, Birken und Eichen. Wie flammende Fackeln stehen sie am Straßenrand, in Wäldern und Tälern. Es ist ein Rausch für die Sinne, ein letztes Ausrufezeichen der Natur vor dem Winter. »Indian Summer« nennen die Kanadier die Pracht, die im September und Oktober den Höhepunkt erreicht.

Mit seinen warmen, sonnigen Tagen und klaren, kühlen Nächten ist der Altweibersommer eine ideale Reisezeit, besonders in Québec. Eine schöne Herbsttour mit dem Auto beginnt in Montréal und führt über 800 Kilometer durch tiefe Wälder und idyllische Dörfer, über sanfte Hügellandschaften, den gewaltigen Sankt-Lorenz-Strom entlang bis in die Gemeinde Tadoussac an der Mündung zum Atlantik.

Schon auf dem Hausberg von Montréal, dem Mont Royal, hat man einen Blick auf die bunten Sprenkel der Stadt. Noch intensiver werden die Farben in den Nationalparks Mont-Tremblant, La Mauricie und Jacques Cartier, in den Laurentinischen Bergen, am Steilufer des Sankt-Lorenz, in der Region Charlevoix. An windstillen Tagen spiegeln sich die Farben dabei auf den Oberflächen der Seen – spektakulär!

Nett gebettet Montréal:++ Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis hat die zweckmäßige »Travelodge Montréal Centre« nahe der Altstadt (travelodge montrealcentre.com, +1-800-3636535, EZ/DZ ab € 123 ÜF).

Charlevoix: +++Futuristisch anmutende Hütten für Naturverbundene hat die »Repère Boréal« im Wald nahe Les Éboulements (repe reboreal.com, +1-418-6351153, EZ/DZ ab € 165). La Malbaie: LUXUS Ein schlossartiges Gebäude auf einer Klippe am Sankt-Lorenz-

Strom ist das »Fairmont Le Manoir Richelieu« (fairmont.com/richelieu-charlevoix, +1-418-665- 3703, EZ/DZ ab € 286).

TIPP Die besten Indian-Summer-Spots Montréal: Spaziergang am Hausberg Mont Royal und im dazugehörigen Park.

Mont-Tremblant National Park: Paddeln auf Lac Monroe, Spaziergang am dortigen Strand. La Mauricie National Park: Tagesausflug auf der Panoramastraße Route Promenade (64 km).

Jacques Cartier National Park: Wanderweg Les Loups (11 km, 4 Std., 448 Höhenmeter)

Charlevoix: Gondelfahrt im Skigebiet Le Massif (€ 15/Pers. in der Herbstsaison).

Beste Reisezeit September – Oktober

NOVA SCOTIA

Auf der Route der Leuchttürme

Die Strecke: Halifax > Peggy’s Cove (45 km) > Lunenburg (100 km) > Yarmouth (227 km) > Annapolis Royal (130 km) > Wolfville (108 km) Halifax (90 km)

Salzige Luft, rauschende Wellen, malerische Fischerdörfer, sandige Strände: Die Atlantikküste Kanadas gilt als ein maritimes Paradies für die ganze Familie. Am schönsten erleben lässt sich die Region auf der Leuchtturm-Route, einer rund 700 Kilometer langen Schleife für Wohnmobile und Autos entlang der historischen Südküste von Nova Scotia, mindestens 20 Leuchttürme inklusive.

Ausgangspunkt ist die Provinzhauptstadt Halifax, die für ihre mächtige Zitadelle bekannt ist, samt kostümierter Soldaten und Dudelsackmusiker. Jeden Tag mittags wird hier wie einst die Zwölf-Uhr-Kanone abgefeuert. Erster Stopp auf der »Lighthouse Route« ist das Fischerdorf Peggy's Cove, dessen strahlend weißer Leuchtturm zu den am meisten fotografierten Sehenswürdigkeiten Kanadas gehört.

Mindestens so idyllisch ist das Hafenstädtchen Lunenburg, das von deutschen Siedlern gegründet wurde. Dank seines hübschen Hafens, der bunten Häuserfassaden und Fischkutter gehört es heute zum Weltkulturerbe.

Historisches Flair gibt’s auch in Annapolis Royal, einer malerischen Siedlung aus dem 17. Jh., die als ein Zentrum der französischsprachigen Akadier Kanadas gilt.

Auf der Leuchtturm-Route mit Glück stets dabei: gewaltige Wale, putzige Papageientaucher, fischende Adler. Auch kulinarisch lässt es sich unterwegs gut leben. Man denke an die vielen schnuckeligen Fischrestaurants und rustikalen Pubs, die dicken Hummer und Krebse, die leckeren Fish and Chips.

Dazu in den Kneipen abendliche Live-Acts traditioneller Folk-Musiker und Tänzer. Was für ein Spaß!

Nett gebettet

Halifax: +++»The Halliburton« ist ein Boutiquehotel in einem denkmalgeschützten Klinkergebäude im Zentrum (thehalliburton. com,+1-902-4200658, EZ/DZ ab € 162).

Lunenburg: ++++Fußläufig vom Hafen in der Altstadt liegt das »Mariner King Inn«, ein gemütliches historisches Hotel im viktorianischen Stil (marinerking.com, +1-902-634-8509, EZ/DZ ab € 118).

Tipp für Wohnmobilfahrer

Das offizielle Verzeichnis der privaten und staatlichen Campingplätze in Nova Scotia aller Preisklassen gibt es hier: novascotia.com/places-to-stay/campgrounds.

Beste Reisezeit Juni – September

INFO

KANADA

Fläche: 9.985.000 qkm, Einwohner: 37,9 Mio., Hauptstadt: Ottawa (1,4 Mio.), Religion: 67 % Christen, Zeitverschiebung: im Sommer je nach Region -3,5 bis -8 Std., Netzspannung: 110/120 V. Adapter erforderlich

Fotos: agefotostock/ imago images, beats/ AdobeStock

REISEPLANUNG

Einreise Erforderlich sind Reisepass und eine elektronische Einreisegenehmigung (eTA), zu beantragen im Reisebüro oder online (cic.gc.ca/english/visit/eta.asp, Gebühr € 5). Nachzuweisen ist eine vollständige Corona-Impfung (auch für Genese, alle in der EU zugelassenen Impfstoffe, auch Kreuzimpfungen).

Außerdem wird ein negativer Corona-Test verlangt, der beim Abflug nicht älter als 72

Stunden sein darf. Aktuelle Informationen: de-keepexploring. canada.travel/covid-19-travel ler-guidance.

Geld

Währung ist der kanadische Dollar (CA$). € 1 = CA$ 1,44 (Stand 12/2021). Kreditkarten werden in fast allen Hotels und Geschäften angenommen. In den meisten größeren Orten gibt es Geldautomaten (viele auch für EC-Karten).

Unterkunft

In Kanada gibt es eine vielfältige Auswahl an Unterkünften aller Kategorien und Preisklassen. Ein Doppelzimmer in einem einfachen Motel bekommt man ab € 60, z. T. auch darunter. Die Preisspanne für Mittelklassehotels und Bed & Breakfasts liegt bei € 80–140, die gehobene Kategorie beginnt bei € 140.

Unterwegs

Mietwagen: Ein Kleinwagen ohne Selbstbeteiligung ab Toronto Mitte Mai ist ab € 224/Woche zu haben (Hertz, Metapreisvergleich REISE-PREISE.de/mietwagen).

Wohnmobil: Four Seasons in Halifax vermietet Camper für zwei Personen im Juni ab € 1.000/Woche inkl. 1.100 km und Versicherung (buchbar z. B. über bestcamper.de). Ähnliche Preise bieten Spezialreiseveranstalter wie Canusa, Dertour und Explorer. In Kanada wird im Sommer 2022 mit einer großen Nachfrage nach Wohnmobilen gerechnet, zeitige Reservierungen sind zu empfehlen.

Essen & Trinken

Die Küche ist stark regional geprägt. An der Küste dominieren Fisch (Lachs, Heilbutt, Kabeljau) und Meeresfrüchte (Garnelen, Krebse, Muscheln). Im Landesinneren isst man gern deftig (Rind, Büffel, Wild), populär sind aber auch Süßwasserfische (Forelle, Hecht).

In den Metropolen gibt es aufgrund der multikulturellen Bevölkerung eine vielfältige internationale Küche (indisch,

thailändisch, chinesisch, italienisch, arabisch, mexikanisch), auch vegane/vegetarische Speisen. Am günstigsten isst man an Stehimbissen, Takeouts oder Food-Trucks (z. B. Hotdog oder Poutine, Pommes mit Bratensoße, € 4–5). Im Restaurant oder Pub kostet ein Abendessen € 10–30, Softdrinks gibt es für € 2–3, ein Bier für € 4–5, Wasser zum Essen umsonst. Eine Tasse Kaffee kostet € 2–3, ein Glas Wein € 5–8. Ein Trinkgeld von 15–18 Prozent für die Bedienung ist üblich.

Reiseführer

Neu von R&P-Autor Jörg Michel: »Alberta – 50 Tipps abseits der ausgetretenen Pfade«, 360-Grad-Medien 2021, € 14,95; »Kanada Ost, Montréal, Toronto, Québec«, Marco Polo 2020, € 14; »Kanada. Westen mit Alaska«, Reise Know-How 2020, € 25; »Nationalparkroute Kanada«, Conbook 2019, € 16,95.

+ einfach ++ einfache Mittelklasse +++ gehobene Mittelklasse ++++ anspruchsvoll