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energie: beauty: Hau(p)tspeise für denTeint


Vital - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 05.02.2020

Gesundes Essen – welch große Rolle es in unserem Leben spielt, wird immer klarer: Experten sammeln laufend neue Erkenntnisse, wie wir damit auch gezielt frühen Fältchen vorbeugen und Hautprobleme lindern können


Artikelbild für den Artikel "energie: beauty: Hau(p)tspeise für denTeint" aus der Ausgabe 3/2020 von Vital. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Vital, Ausgabe 3/2020

Heidelbeeren zum Schutz vor freien Radikalen


Unterstützung

Neben der Ernährung fördert auch die richtige Pflege eine schöne Haut: Sie transportiert die Vitalstoffe mithilfe von Trägersubstanzen zu den Zellen oder setzt auf Diffusion. Das ist ein natürlicher physikalischer Prozess, der Nanopartikel durch den Ausgleich von Konzentrationsunterschieden in unsere Haut befördert.

FRUCHTZWERG Ungesättigte Fettsäuren aus Melonensamenöl machen die Haut geschmeidig. „Melone & Moringa

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GUTENACHTFEE Schleust mithilfe von Mandelöl Zink in die Haut, um den Zellstoffwechsel zu unterstützen. „Extreme Night Repairvon Spilanthox therapy, 50 ml ca. 30 Euro


HAU(P)TSPEISE Langkettige Zuckermoleküle aus Stiefmütterchen- Auszügen binden neue Feuchtigkeit in der trockenen Haut. „Skin Food Lightvon Weleda, 75 ml ca. 9 Euro


FOTOS: ISTOCK, ADOBE STOCK

Denken wir an unsere Haut, fällt uns zunächst oft das ein, was uns an ihr stört – die eine oder andere Linie vielleicht, erweiterte Äderchen oder auch die Neigung, zunehmend sensibel auf die Umwelt zu reagieren. Dabei unterschätzen wir häufig, was unsere Haut täglich leistet: Als das größte und vielseitigste Organ unseres Körpers schützt sie uns nach außen hin vor Umwelteinflüssen, Krankheitserregern und Sonnenstrahlen – an das Körperinnere kann sie über den Blutkreislauf zum Beispiel medizinische Wirkstoffe aus Schmerzpflastern weiterleiten, die auf diese Weise nicht den Weg durch Magen und Darm nehmen müssen. Die Haut bildet außerdem, wie Tübinger Forscher nachwiesen, ein natürliches Antibiotikum namens Dermcidin, das sich zum Schutz vor Infektionen permanent im Schweiß befindet. Und schließlich kooperiert die Haut in vielerlei Hinsicht mit dem emotionalen Zentrum unseres Gehirns: Verspüren wir etwa große Angst, schwitzt sie vermehrt an Händen und Füßen – diese aus der Steinzeit übrig gebliebene Reaktion sollte unsere Vorfahren vor dem Ausrutschen schützen, wenn sie in Anbetracht drohender Gefahr flüchten mussten.

Länger jung: Glatte Haut geht durch den Magen

All das vermag unsere Haut. Aber sie ist auch äußerst sensibel und zeigt an, wenn etwas im Körper nicht einwandfrei läuft. Eine falsche Ernährung kann deshalb langfristig Fältchen begünstigen. „Unsere Nahrung beeinflusst die Haut mit all ihren Stoffwechselvorgängen”, erklärt Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedl. „Eine besondere Rolle spielen dabei die Leber und der Darm: Hier wird alles zerlegt und verarbeitet, bevor es über die Blutbahnen die Haut erreicht und dort zu Bindegewebe, neuen Zellen oder Talg wird.” Um unser Darm-Mikrobiom – die Gesamtheit aller im Darm lebenden Mikroorganismen – und darüber auch den Teint positiv zu beeinflussen, eignen sich etwa fermentierte Milchprodukte wie Naturjoghurt und Ballaststoffe aus Vollkorn. Zudem schützen uns beispielsweise dunkle Beeren wie Heidel- oder Brombeeren vor freien Radikalen, die die Alterung beschleunigen, Avocados stärken mit ihren gesunden Fetten das Herz und tun damit auch unserer Haut gut, Haferflocken straffen mithilfe der Aminosäure L-Arginin das Bindegewebe. Und in Tomatensaft enthaltenes Lycopen wirkt wie ein Sonnenschirm, der den Teint – ergänzend zu UV-Filtern in Cremes – vor lichtbedingten Fältchen bewahrt.

Neurodermitis: Ruhe durch gezielte Ernährung

Auch bei chronischen Hauterkrankungen wie Neurodermitis, woran in den Industrienationen heute bereits dreimal so viele Menschen leiden wie noch vor zehn Jahren, kann ein sorgsam erstellter Speiseplan helfen, denn bei ihrer Entstehung spielt neben genetischer Veranlagung und seelischer Verfassung häufig auch die Ernährung eine entscheidende Rolle. Um mögliche Auslöser zu finden, empfiehlt Dr. Riedl zunächst eine Auslassdiät: „Verdächtige Lebensmittel wie Kiwis, Erdbeeren, Zitrusfrüchte, Weizenmehl, Zucker, Fisch, Ei oder scharfe Gewürze fallen dabei über mehrere Tage oder auch einige Wochen weg anschließend kehren sie nacheinander in zwei- bis dreitägigem Abstand in das Repertoire zurück. Reagiert die Haut dann plötzlich, ist das verantwortliche Lebensmittel gefunden.” Übrigens: Nach einer Weile dürfen Sie verbannte Nahrungsmittel ruhig mal wieder probieren, denn das Reaktionsvermögen der Haut verändert sich manchmal mit der Zeit.

Dr. med. Matthias Riedl Der Facharzt für Innere Medizin und Diabetologie gibt in seinem Magazin „Iss dich GESUND” Tipps zur richtigen Ernährung – und stellt gerade mit seinen Kollegen Dr. Anne Fleck und Dr. Jörn Klasen in „Die Ernährungs-Docs – Gesunde Haut” (ZS, 192 S., 24,99 Euro ) die besten Strategien für Problemhaut vor. Auf S. 110 beantwortet unser Experte jeden Monat Ihre Fragen


Genau wie bei Neurodermitis ist auch bei Nahrungsmittelallergien eine histaminarme Ernährung ratsam: Der Botenstoff entsteht nicht nur im Körper, sondern steckt auch in unserem Essen – zu einem hohen Anteil in mit Hefe versetzten Lebensmitteln wie Salami, Käse, Bier oder Wein. Zudem enthalten manche Lebensmittel zwar selbst kein Histamin, aktivieren aber im Körper gespeichertes Histamin – z. B. Ananas, Bananen, Tomaten oder Meeresfrüchte. „Histamin weitet die Blutgefäße und macht sie durchlässiger, sodass Blutplasma ins Gewebe eindringt und Juckreiz auslöst – deshalb sollten Sie bei empfindsamer Haut möglichst wenig davon zu sich nehmen”, so Dr. Riedl. Grundsätzlich empfehlenswert sind dagegen Probiotika, wie sie in Kefir, Buttermilch oder frischem Sauerkraut vorkommen – und Präbiotika in Form von Ballaststoffen wie z. B. Inulin in Chicorée, Lauch oder Topinambur. Zudem sollten Lebensmittel naturbelassen sein – ohne Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe, möglichst in Bio-Qualität.

Rosazea und Akne: Hilfe, die wir essen können

Immerhin jede fünfte Frau über 30 ist von den geweiteten Äderchen rund um Nase, Wangen und Kinn betroffen – am häufigsten trifft es Frauen mit heller Haut und heller Augenfarbe. Auch wenn die Symptome bei uns zum Glück weniger stark ausgeprägt sind als bei Männern – diese entwickeln im höheren Alter oft eine sogenannte Knollennase –, leiden Betroffene teilweise stark darunter. Wissenschaftler konnten die Ursache für Rosazea noch nicht eindeutig klären – fest steht aber, dass die Haut auf die normalerweise harmlose Haarbalgmilbe reagiert. Forscher tüfteln noch an geeigneten Behandlungen, als äußerst wirksam hat sich bereits jetzt eine Ernährungsumstellung erwiesen: „Essen und trinken Sie weder zu heiß, zu scharf noch zu süß. Bevorzugen Sie z. B. Gemüse, Hülsenfrüchte oder Nüsse und setzen Sie auf zuckerarmes Obst wie Papaya, Äpfel oder Clementinen. Meiden Sie neben Weizenmehlprodukten auch Schweinefleisch, Wurstwaren und Kuhmilch – Letztere enthalten Arachidonsäure, die Entzündungen begünstigt”, rät Dr. Riedl.

Ebenfalls auf Kuhmilch verzichten sollten Aknepatientinnen: Studien zufolge bewirkt sie, dass sich die Talgdrüsen vergrößern, und sie enthält auch wachstumsfördernde Stoffe. Die gelten neben den männlichen Geschlechtshormonen als Auslöser für Pickel. Obwohl Milch uns gut mit Kalzium und Eiweiß versorgt, lohnt es sich, Milchprodukte drei bis vier Monate lang zu meiden, um herauszufinden, ob die Haut sich durch den Verzicht verbessert.


FOTO: ISTOCK