Lesezeit ca. 7 Min.

Entdecke die Möglichkeiten


Logo von Stereo
Stereo - epaper ⋅ Ausgabe 12/2021 vom 03.11.2021

HIFI EXKLUSIV STREAMING-SERVER

Artikelbild für den Artikel "Entdecke die Möglichkeiten" aus der Ausgabe 12/2021 von Stereo. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Stereo, Ausgabe 12/2021

Neben diversen Informationen zum laufenden Track zeigt das hochauflösende Display des Aurender N200 auch das Cover an.

Eine Komponente, die jedwede Musik etwa der Streaming-Dienste Qobuz und Tidal in höchster Qualität digital zur Verfügung stellt, den Zugriff auf externe USB-Festplatten oder -Sticks plus NAS-Laufwerke gewährt und obendrein eine Unmenge von Lieblingsalben plus Einzeltitel in praktisch beliebigem Digitalformat in ihrem internen Speicher bereithält sowie sich zur Not in den reinen Player-Funktionen sogar ganz ohne Netzwerk betreiben lässt, klingt wie das Traumbild aus dem HiFi-Paradies, oder? Moderne Musik-Server sind genau dies, und mit dem N10 des südkoreanischen Herstellers Aurender genießen wir seit dessen Test in STEREO 2/21 genau diesen umfassenden Service.

Dieser sowie der kompromisslose Aufbau des N10 haben freilich ihren Preis. Knapp 9100 Euro sind für den aufwendigen Streaming- Server inklusive seines Acht-Terabyte-Speichers fällig. Nachdem wir uns in Heft 6/21 ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 4,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Stereo. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 12/2021 von Und täglich grüßt…. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Und täglich grüßt…
Titelbild der Ausgabe 12/2021 von 40 JAHRE »DIE NADEL«. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
40 JAHRE »DIE NADEL«
Titelbild der Ausgabe 12/2021 von Neuer Vollverstärker C399 von NAD. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Neuer Vollverstärker C399 von NAD
Titelbild der Ausgabe 12/2021 von Röhren-Phonovorverstärker Cayin CS-6PH. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Röhren-Phonovorverstärker Cayin CS-6PH
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
Zweimal kompakt – einmal großartig
Vorheriger Artikel
Zweimal kompakt – einmal großartig
Großes Kino
Nächster Artikel
Großes Kino
Mehr Lesetipps

... anhand des kleineren N100H für rund 2900 Euro davon überzeugt hatten, dass – mit gewissen Abstrichen bei Ausstattung und Klangniveau – dieselbe Versalität auch deutlich günstiger zu haben ist, waren wir auf den brandneuen N200 gespannt, der 6290 Euro kostet.

Wie grundsätzlich bei Aurender sticht die makellose Verarbeitung des in ein dickwandiges Aluminiumgehäuse geschlagenen Geräts ins Auge. Gleich dem großen, unlängst erschienenen N20 für 12.900 Euro, von dessen technischen Finessen laut Hersteller einiges in den N200 einfloss, bildet dieser in seinem gestochen scharfen 6,9-Zoll-LCD-Display neben vielfältigen Track-Informationen auch das Cover ab. Das Grundkonzept des im 33-Zentimeter-Midi-Design gehaltenen Geräts entspricht dem von N10 und N100H: Der N200 verfügt über keine integrierte D/A-Wandler- und analoge Ausgangsstufe, sondern gibt ausschließlich Digitalsignale aus.

Freie Wahl beim Speicher

Was zunächst wie eine Einschränkung erscheint, hat uns schnell überzeugt, da wir – wie wohl viele HiFi-Fans und High Ender auch – über einen ultimativen DAC hören. Viele Spitzen-Player bieten heute in der Regel ebenfalls Fremdgeräten Zugang zu ihrem D/A-Wandler, sodass es Unsinn ist, wenn jedes Peripheriegerät nochmal einen eigenen DAC mitbringt, der dann womöglich nicht mal dem gewünschten Standard entspricht und folglich ungenutzt bleibt.

Die Bit-Ausgabe erfolgt entweder über einen koaxialen S/PDIF-Ausgang oder aber per besonders rauscharmer USB 2-Schnittstelle. Wir haben beide Varianten mit Top-Leitern gecheckt, wobei zu beachten ist, dass PCM oberhalb von 192 Kilohertz Abtastrate beziehungsweise sämtliche DSD-Formate die USB-Verbindung erfordern, und raten dazu, im Zweifelsfall selbst auszuprobieren, was in der eigenen Kette am besten funktioniert. Doch, so viel sei prophezeit, üppig werden die Differenzen nicht sein. Nicht auszuschließen, dass etwaige Digitalkabelunterschiede dabei stärker ins Gewicht fallen.

TEST-GERÄTE

Musik-Server: Aurender N100H/N10

Medien-Spieler/DAC: Brinkmann Nyquist, T+A MP3100HV

Vor-/Endverstärker: T+A SDV 3100 HV, Accustic Arts Preamp III/ Amp II-MK4

Lautsprecher: B&W 801 D4, Dynaudio Confidence 50

Digitalkabel: HMS Suprema (koaxial), Shunyata Research Alpha (USB)

Der N200 fährt ruckzuck aus dem Standby hoch und verbindet sich zügig mit der Steuer-App

Bietet Aurender bei seinen anderen Netzwerkspielern hinsichtlich deren Server-Part schon mal Auswahlmöglichkeiten, was die Speicherkapazität betrifft, lassen die Koreaner beim N200 dem Kunden vollkommen freie Hand, ob und in welchem Umfang er diesen nutzen möchte. Statt implementierter HDD- respektive SSD-Platten sind hier zwei Schächte mit Haltern vorhanden, die nach Belieben mit 2,5-Zoll-Festplatten bestückt werden können, wie sie in riesiger Auswahl und zu niedrigen Preisen auf dem Markt sind. Den Einbau übernimmt gerne der hiesige Vertrieb oder aber der entsprechende Händler. Nach dem problemlosen und zügig ablaufenden Formatieren mittels der Aurender-App lässt sich nach Herzenslust Musik abspeichern. Wer den N200 hingegen als reine Streamer-Bridge nutzen beziehungsweise nur auf seinen NAS-Zentralspeicher zugreifen möchte, lässt die Schächte unbestückt. Diese Entscheidung kann man jederzeit revidieren und nachrüsten.

Unabhängig davon, woher die Musikdaten stammen, puffert der N200 diese zunächst in seiner 240-Gigabyte-SSD, was dem Doppelten derer im N100H entspricht, um so eine besonders jitter- und störungsarme Verarbeitung zu gewährleisten. Generell wird die aus zwei gekapselten 35-Watt-Trafos gespeiste Elektronik hochpräzise von einem „Temperature-compensated Crystal Oszillator“, kurz TCXO, exakt im Takt gehalten. Mit dieser analogen Kompensation der gegenüber Temperaturschwankungen sensiblen Clock steuert der N200 deren negativen Einflüssen entgegen, liegt bei dieser Maßnahme jedoch eine Stufe unterhalb des im N10 getriebenen Aufwands, in dem ein extrem temperaturkonstantes Umfeld in Form eines Mini-„Ofens“ dem Schwingkreis ideale Bedingungen schafft.

ENTSPRICHT DIE ÄUSSERE DER INNEREN GRÖSSE?

Drei Aurender-Modelle – drei Gehäusegrößen, wobei die äußeren Dimensionen mit der Preis- und Qualitätsklasse korrelieren. Entsprechend bildet der 21,5 Zentimeter schmale N100H (o.), der zum Preis von rund 2900 Euro eine Zwei-Terabyte-Festplatte mitbringt, die Einstiegsliga des koreanischen Herstellers, während der 9100 Euro teure N10 (u.) satte acht Terabyte Speicherkapazität bietet, Aurenders High End-Niveau repräsentiert und gängiges 43-cm-Normalmaß aufweist.

In jeder Weise dazwischen liegt der 33 cm breite N200. Hinsichtlich der Kosten und Abmessungen wäre die Sache also klar. Doch wie positioniert sich Aurenders Neuzugang klang lich zu seinen Familienmitgliedern? Dies ermittelten wir in einem ausgedehnten Hörtest, bei dem wir identische Musik-Files unterschiedlicher Formate aus dem jeweiligen Server-Trakt mittels HMS-Digitalkabel etwa T+As ultimativer Digi-Vorstufe SDV 3100 HV zuspielten.

Im Zuge des N100 H-Tests war es bereits zu einer Gegenüberstellung mit dem N10 gekommen, bei dem der Große seinen dreifachen Preis durch ein deutlich geschmeidigeres, ausladenderes, an Schattierungen und Nuancen reicheres sowie auf jede Art audiophileres Klangbild rechtfertigte. Einmal mehr zeigte sich, wie stark die Qualität der vermeintlich einheitlichen, eben nur scheinbar von äußeren Einflüssen unbehelligten Digitalsignale von der technischen Peripherie abhängen. Dieses Duell der ungleichen Brüder zeigte es deutlich.

Und der N200? Der orientiert sich nicht nur preislich klar nach oben und rückt dabei dem N10 gehörig auf die Pelle.

Bei Maria Pihls üppig-farbigem „Malvina“ etwa waren sich die beiden zum Verwechseln ähnlich. Geriet die weitläufige Raumabbildung beinahe identisch, konnte sich der N10 allenfalls mit einer minimal runderen, homogeneren Performance aus der Äffäre ziehen, während der N200 das Stück um eine Nuance brillanter, nicht ganz so einfühlsam und wohlig an den DAC überstellte. Weitere Titel unterstrichen, dass es sich hier um eine enge Kiste handelte, bei der der N10 durch sein einerseits präzises, jedoch auf Dauer noch gelasseneres, gleichförmigeres Timing punkten konnte.

In getragenen Orchesterstücken oder im intensiven Vortrag von Singer/Songwritern – etwa mit James Taylors „The Secret Of Life“ – ein gewisser Vorteil. Bei peppiger Pop-Musik wirkte der kleinere Aurender indes ein wenig aufgeweckter. So oder so: Kompliment an den N200!

Im Vergleich zum absolut tadellos laufenden N10 bewies der N200 im täglichen Umgang dennoch, dass er zumindest eine halbe Generation weiter ist, indem er nach dem Hochfahren aus dem Standby noch zügiger am Start war und sich flüssiger mit der Steuer-App verband. Über diese hat man Zugriff auf viele Menüpunkte, kann etwa den Speicherstatus abfragen, das Display feinfühlig dimmen respektive abschalten oder bestimmen, wie schnell sich der Aurender auf neue Datenformate umstellt. Auf die bei N10 und N100H gegebene Möglichkeit einer Pegelanzeige durch reichlich ruckelige Zeiger hat man hier verzichtet, was, denke ich, kein Verlust ist.

Klangstatus wie ein DAC

Der Einwand, dass ein Hörtest mit den Aurendern höchst fragwürdig ist, weil stark von der Qualität des angeschlossenen D/A-Wandlers abhängig, liegt auf der Hand, erweist sich aber als haltlos. Ähnlich wie bei reinen CD-Laufwerken setzt sich die Güte der Signalauf bereitung klanglich durch, weshalb in Spitzenanlagen unbedingt ein Streaming-Server vom Schlage eines N10 oder eben N200 gehört. Zwar performt der N100H ebenfalls klasse, erreicht jedoch nicht das highendige Fluidum und die unbestechliche Geschlossenheit der größeren, erheblich teureren Modelle.

Im direkten Vergleich zum N10 (siehe Kasten) ist festzuhalten, dass der N200 klanglich dicht an diesem dran ist und aufgrund seiner nicht ganz so extrem in sich ruhenden, von jeglicher Störung unbeeinflusst scheinenden Spielweise zuweilen um eine Nuance frischer auftritt, was je nach Musikstil mehr oder weniger positiv zu bewerten ist. Merke: Der klangliche Abstand ist deutlich geringer, als die Preisdifferenz vermuten lässt.

Ähnlich verhält es sich bei der Beurteilung der beiden Ausgänge. Kamen identische Digitalkabel zum Zug, erspielte sich die koaxiale Strecke minimale Vorteile. Doch wer hier nicht spart und sich einen Top-USB-Leiter wie das Alpha des US-Spezialisten Shunyata Research oder ein Audioquest Diamond zulegt, ist auf der ganz sicheren Seite.

DAMIT HABEN WIR GEHÖRT

David Sylvian: Gone To Earth

Das ‘86er-Meisterwerk des britischen Songpoeten haben wir mittels des Aurenders als Hochbit-Remaster-Version auf Qobuz wiederentdeckt. Großartige Musik in superber Klangqualität.

Was dies in der Praxis bedeutet, wird schnell klar, wenn man den N200 im Bewusstsein an den Anfang einer anspruchsvollen Anlage setzt, dass kein Verstärker oder Lautsprecher das ausgleichen kann, was der Quelle fehlt. Jede Wette: Mancher Hörer, der bislang auf eher mäßiges Digital-Equipment gesetzt hat, wird volkommen perplex sein, wenn ein N200 den Ton angibt. Ist der DAC auch nur einigermaßen fit, wird er seine Musik noch nie so ausladend, feinsinnig und bewegend gehört haben.

Gerade das hier gebotene, behutsam nuancierte Timing verschafft jeglichem musikalischen Genre Flair und Ausdruckskraft. So erreichen die größeren Aurender jene Sphäre „analoger“ Überzeugungskraft, die man eher einem Spitzenplattenspieler zubilligen würde. Obendrein serviert der N200 zarteste Schattierungen wie auf dem Silbertablett, zeigt keinerlei Anflug einer vermeintlich „digitalen“ Nüchternheit, sondern lässt Farben und Grundton prächtig zur Geltung kommen. Letztlich gelangt man zu der Erkenntnis, dass der Stellenwert des puristischen Bit-Lieferanten fürs Klangerlebnis ebenso bedeutend ist, als betreibe man ein Komplettgerät mit DAC in der Kette.

So war es ein ungetrübtes Vergnügen, mit dem N200 etwa bei Qobuz nach vergessenen Perlen zu fischen oder unsere bewährten Testtitel von der Zwei-Terabyte-SSD abzurufen, die in Schacht 1 steckte und die bereits mehr als 1300 CDs aufnimmt. Natürlich hatten wir dort neben Titeln in gängiger Auflösung auch PCM-Hochbit- und DSD-Files abgelegt. Dem N200 war’s einerlei. Er bot jedwede Tracks in jener Aura der Perfektion dar, die den High End-Distrikt kennzeichnet. Unserer heimlichen „Referenz“, Aurenders N10, läuft er dabei zwar nicht den Rang ab, bietet sich aber als ernst zu nehmende Alternative mit Cover im Display, Flexibilität bei den Speichern sowie günstigerem Preis an. Für anspruchsvolle Hörer gibt’s mit dem N200 mehr als genug zu entdecken!

Aurender N 200

Preis: um 6290 € (in Silber oder Schwarz, ohne Speichermodule)

Maße: 33 x10 x36 cm (BxHxT)

Garantie: 3 Jahre

Kontakt: Audio Components Tel.: +49 40 401130380 www.audio-components.de

Knapp unterhalb seiner Top-Liga bietet Aurender einen ähnlich puristischen Netzwerkspieler, der sich durch Einsetzen von frei konfi gurierbaren Speicherplatten einfach zum Musik-Server erweitern lässt. In jedem Punkt spürt man die Erfahrung der Koreaner in diesem Produktsegment. Der N200 drückt jeder anspruchsvollen digitalen Signalstrecke den Stempel der Perfektion auf. Ein hochmusikalischer Datenlieferant für Top-Anlagen.

Ausstattung

Netzphase am Testgerät

Zwei USB-3-Schnittstellen für externe Festplatten oder Sticks, LAN-Buchse, Digitalausgang per Koax-Buchse oder USB. Zwei Schächte für 2,5-Zoll-HDD- oder -SSD- Speicherplatten. Tasten für Laufwerksfunktionen wie Play und Skip, dimm- und abschaltbares Display, zahlreiche Menü-Optionen