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Entspannt durch die Wechseljahre


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Frau im Spiegel - epaper ⋅ Ausgabe 33/2022 vom 10.08.2022

Zahl der Woche 51 bis 52 Jahre alt sind deutsche Frauen durchschnittlich, wenn sie in die Menopause kommen

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Bildquelle: Frau im Spiegel, Ausgabe 33/2022

ENTSPANNT Für Susan Sarandon brachte das Klimakterium keinen Schrecken mit sich

Susan Sarandon, 75

Nahm keine Hormone

„Ich bin unaufgeregt durch die Wechseljahre gekommen“

Ihren Sohn Miles brachte die Schauspielerin erst mit 45 Jahren zur Welt. Das ging bei ihr problemlos, weil sie erst spät in die Wechseljahre kam. Von Beschwerden blieb sie wohl weitgehend verschont. Sie erzählte: „Ich bin unaufgeregt durch die Wechseljahre gekommen. Viele haben in der Zeit Hormone genommen, aber diesen Weg bin ich nicht gegangen.“

Die weibliche Natur gibt der Forschung Rätsel auf. Warum die Wechseljahre beim Menschen schon mit Mitte/Ende 40 beginnen, ist noch nicht geklärt. Denn im Tierreich sieht das anders aus: Mit Ausnahme von Elefanten, Gorillas und einiger Walarten bleiben Weibchen fast ihr Leben lang fortpflanzungsfähig. Womöglich verschaffte uns die Evolution das frühe ...

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... Klimakterium, um die Überlebenschancen der Kinder zu verbessern. Denn menschliche Babys brauchen ihre Mutter ja deutlich länger als Hundewelpen oder Katzenkinder. Wie auch immer, Frauen sehen heute zwar mit 50 oft wie Ende 30 aus und fühlen sich auch so, aber die weiblichen Hormone versiegen.

Die innere Haltung wirkt sich aus: Aber nur etwa ein Drittel der Frauen leidet stark, ein Drittel hat leichte bis mittelstarke Symptome und ein Drittel keine nennenswerten Beschwerden. „Für nicht wenige Frauen sind Wechseljahre sogar eine Befreiung“, berichtet Dr. Verena Breitenbach, Autorin von „Ganz intim“ (Trias Verlag, 17,99 Euro). Auch eine Forsa-Umfrage ergab: In Deutschland empfinden 45 Prozent der Frauen das Alter zwischen 50 und 59 als die beste Zeit ihres Lebens. Die Gynäkologin erklärt dieses Phänomen so: „Es beginnt eine neue Lebensphase. Die Kinder sind aus dem Haus und den Frauen bieten sich neue Chancen und Perspektiven. Sie können sich Träume erfüllen, die sie zuvor für die Familie immer hintangestellt hatten.“ Zudem fällt die Verhütungslast weg. Das macht den Sex entspannter. Und selbst wenn die Figur vielleicht nicht mehr so knackig ist wie mit 20, fühlen sich viele Frauen um die 50 wohler mit ihrem Körper. „Diese positive Grundeinstellung hilft, besser mit den Wechseljahren zurechtzukommen“, betont die Ärztin.

Weniger Beschwerden mit Pflanzenkraft: Aber was machen diejenigen, die mit Symptomen wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder gar Depressionen kämpfen? „Es gibt einige pflanzliche Mittel, die helfen können“, sagt Dr. Breitenbach. Macht zu Beginn des Klimakteriums ein unregelmäßiger Zyklus Probleme, rät sie ihren Patientinnen zu Mönchspfeffer. Kommen dann später Hitzewallungen, wirken z. B. Extrakte aus Traubensilberkerze oder Sibirischem Rhabarber lindernd, beides ist wissenschaftlich gut untersucht. „Was individuell am besten hilft, muss allerdings jede Frau für sich ausprobieren“, weiß Dr. Breitenbach. Macht die Hormonumstellung vor allem der Psyche zu schaffen, kann Lavendel Ängste dimmen, Passionsblume oder Hopfen innere Unruhe bekämpfen und Johanniskraut Depressionen lindern. In manchen Fällen verordnet die Gynäkologin auch homöopathische Mittel, etwa Cimicifuga, Lachesis oder Sepia. Tees mit Heilpflanzen wie Frauenmantel, Schafgarbe, Hirtentäschel, Rosmarin, Rotklee und/oder Salbei können unterstützend wirken.

Michelle Obama, 58

Starke Hitzewallungen

„Fing an zu schmelzen“

Frei von der Leber weg erzählte sie in ihrem Podcast von einer starken Hitzewallung an Bord des Präsidentenhelikopters „Marine One“ vor einer Veranstaltung. Es habe sich angefühlt, als hätte jemand einen Ofen aufgedreht, erinnerte sich die ehemalige First Lady der USA. „Und dann fing alles an zu schmelzen“, sagte sie. Damals habe sie gedacht, sie könne nicht zur Veranstaltung gehen.

DIE ÖSTROGENKURVE

Östrogen ist viel mehr als nur ein Geschlechtshormon. Es schützt Frauen auch vor verschiedenen Erkrankungen. Im Laufe unseres Leben verändert es immer wieder seine Konzentration im Körper.

Ansteigend Während der Östrogenspiegel bei kleinen Mädchen noch relativ niedrig ausfällt, erhöht sich seine Konzentration im Blut fortlaufend ab der Pubertät.

Höchststand Im Durchschnitt fluten den weiblichen Körper im Alter von 30 bis 40 die meisten Östrogene. Sie schützen uns z. B. vor Bluthochdruck und Osteoporose.

►  Abfallend In den 40er- Jahren sinkt der Spiegel des Geschlechtshormons kontinuierlich, bis Ü 80 nur noch wenig im Blut zu messen ist. Damit steigt das Risiko für Knochenschwund und Herzinfarkt.

Sa lma Hayek, 55

Ihre Brüste wurden größer

„Die Menopause ist nichts, wofür man sich schämen muss“

Seit der Hormonumstellung werde ihr Busen immer größer und dies sei eine zunehmende Belastung für ihren Rücken, gestand die Hollywood-Diva. Die Probleme totzuschweigen kommt für sie nicht infrage Salma Hayek ist es wichtig, die Wechseljahre stolz nach außen zu tragen und sie als natürliche Phase im Leben einer Frau zwischen 40 und 60 in den Köpfen zu etablieren. „Die Menopause ist schließlich nichts, wofür man sich schämen muss“, so die Schauspielerin gegenüber dem News-Portal „People“.

Alternative Therapien fürs Wohlbefinden: „Auch Akupunktur bessert die typischen Wechseljahrbeschwerden“, sagt Verena Breitenbach. Und eine dänische Studie bestätigt: Bereits nach drei Wochen Kurzakupunktur litten die Frauen, die Nadeln gesetzt bekamen, im Gegensatz zur Kontrollgruppe deutlich weniger an Hitzewallungen. Gute Erfahrungen haben Patientinnen von Dr. Breitenbach zudem mit Osteopathie gemacht. Die manuelle Therapie stimuliert die Hormondrüsen und das Lymphsystem. Dadurch kommt der Körper insgesamt wieder in eine bessere Balance. Manche Frauen schwören auch auf Hormon-Yoga. Dabei absolviert man am besten täglich eine festgelegte Übungsreihe mit 14 Asanas, die mit Atemtechniken kombiniert werden.

Hormone können eine Lösung sein: Doch manchmal stößt die Naturheilkunde an ihre Grenzen. „Wenn Wechseljahrbeschwerden den Alltag stark beeinträchtigen, sollte nach Abklärung aller Risiken an Hormonersatztherapie gedacht werden“, sagt Dr. Breitenbach. Sie rät zu bioidentischen Hormonen, die beispielsweise über die Haut in geringer Dosis verabreicht werden. Und wie sieht es mit dem Risiko von Nebenwirkungen aus? „Hormonersatztherapie ist heute ungefährlicher als die Pille“, beruhigt die Ärztin.

Das lässt die Wechseljahre früh beginnen: Können wir beeinflussen, in welchem Alter das Klimakterium beginnt? „Es ist zum Teil genetisch bedingt“, weiß Dr. Breitenbach. Es gibt aber Faktoren, die die Menopause vorverlegen. Dazu gehört Rauchen, wie zwei amerikanische Studien zeigten. „Auch das Gewicht spielt eine Rolle. Sehr dünne Frauen haben ein höheres Risiko, früher unfruchtbar zu werden, als dickere. Denn im Fettgewebe werden Östrogene produziert.“ Insgesamt kommen aber nur ungefähr ein Prozent aller Frauen schon mit Ende 30 oder Anfang 40 in die Wechseljahre. Und wann auch immer es so weit sein mag, generell gilt: Eine ausgewogene Ernährung mit frischen Lebensmitteln, ausreichend Bewegung, genug Muße für Entspannung und ein optimistischer Blick aufs Leben sorgen immer für mehr Wohlbefinden. ◼

ELLEN WARSTAT

Kate Walsh, 54

Es fing früh an

„Ich musste älteren Frauen Fragen stellen“

Die beliebte Schauspielerin aus der US-Serie „Grey’s Anatomy“ kam bereits mit 39 Jahren in die Menopause. Damals waren die Wechseljahre in den USA offensichtlich noch ein großes Tabu-Thema. Denn Kate Walsh hätte sich gewünscht, dass mehr darüber gesprochen würde, verriet sie in einem Interview. Weiter sagte sie: „Es gab eine große Angst rund um das Thema, und das hasste ich. Ich musste irgendwie dadurch lernen, dass ich älteren Frauen Fragen stellte.“ Heute gehen Frauen glücklicherweise offener mit der hormonellen Umstellung um.

SCHEIDENTROCKENHEIT – WAS TUN?

Es brennt und juckt untenrum? Und der Sex macht keine Freude mehr, weil er plötzlich wehtut? Das können Folgen des Östrogenmangels sein.

Leichte Beschwerden Dann hilft meist noch eine feuchtigkeitsspendende, pflegende Vaginalcreme mit Milchsäurebakterien, aber ohne Hormone (z. B. Vagisan FeuchtCreme, rezeptfrei, Apotheke).

►  Starke Probleme In diesem Fall braucht es Östrogene, die lokal als Creme oder Zäpfchen angewendet werden. Denn unbehandelt kann Scheidentrockenheit zu wiederkehrender Blasenentzündung führen. In Kombination mit einem schwachen Beckenboden erhöht sie zudem das Risiko für Inkontinenz.