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Entspanntes Einwintern


segeln - epaper ⋅ Ausgabe 110/2021 vom 11.10.2021

Einwintern

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Bevor die Yacht in den kommenden Wochen in die Winterlager- Halle oder auf das Freigelände geschoben wird, steht für die Eigner noch einige Arbeit an. Damit die einzelnen Aufgaben zügig von der Hand gehen, ist das Abarbeiten nach einer Checkliste zeitsparend und sorgt für Sicherheit, dass auch alle relevanten Aspekte berücksichtigt worden sind. Wir haben einige Checklisten mit den wichtigsten Punkten für Sie zusammengetragen.

Pflege und Einlagerung der Segel und Schoten

Grundsätzlich gilt: Mit der richtigen Pflege lässt sich die Lebensdauer und Leistungsfähigkeit der Segel erheblich verlängern. Eine regelmäßige Durchsicht hilft, Risse, UV-Schäden und Scheuerstellen frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig vor Saisonstart zu beheben. Außerdem kann eingeschätzt werden, wann ungefähr das Segel erneuert werden müsste.

Auch die Segelkleider sollten kontrollierten werden. Hier empfiehlt es sich, ...

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... sie zu reinigen und neu zu imprägnieren.

Die wichtigsten Punkte:

● Segel nicht an Bord lassen. Feuchtigkeit und größere Temperaturunterschiede schaden jedem Segelmaterial.

● Segel und Segelsäcke am besten mit Süßwasser spülen – falls im Salzwasser gesegelt wird.

● Trocken und geschützt vor UV-Strahlung lagern

Checkliste Innenbord-Motoren

• Konservierungs-Additive in den Tank geben

• Motor und Antrieb reinigen. Nach Salzwasserbetrieb gründlich mit Süßwasser durch- und abspülen

• Motor- und Getriebeöl sowie Filter wechseln

• Wasserabscheider leeren

• Motor und Antrieb auf Undichtigkeiten überprüfen.

• Impeller prüfen und ggf. ersetzen / Dichtung ersetzen

• Frostschutzmittel im äußeren Kühlkreislauf auffüllen

• Frost- und Korrosionsschutzschutz am inneren Kühlkreislauf überprüfen

• Zündkerzen und Unterbrecherkontakte prüfen

• Über Zündkerzen oder Luftfiltereinlass etwas Motor-Konservierungs-Öl in die Brennräume einsprühen.

Checkliste Außenbord-Motoren

• Kühlwassersystem gründlich mit Frischwasser spülen

• Vergaser entleeren

• Brennstofffilter reinigen

• Motor-und Getriebeöl wechseln

• Etwas Konservierungs-Öl in die Brennräume sprühen

• Motor und Elektrik auf Korrosion prüfen und gegebenenfalls mit Korrosionsschutz-Öl einsprühen

• Brennstoffleitung vom Tank zum Motor auf Dichtheit und Beschädigungen kontrollieren

● Am besten die Segel aus dem Sack holen oder diesen öffnen

● Stock-, Öl-, Fett und Rostflecken sollten umgehend und materialschonend entfernt werden.

Entfernen von Schmutz und Stockflecken

Stockflecken in den Am-Wind-Segeln sollten umgehend beseitigt werden. Man behandelt sie am schonendsten mit milder Chlorlösung (etwa 1%): Zuerst werden die betroffenen Stellen etwa zwei Stunden eingeweicht und anschließend mit klarem Wasser und einer weichen Bürste geschrubbt. Öl- und Fettflecken lassen sich z.B. mit einem Fleckentferner einem milden Lösungsmittel oder mit Testbenzin entfernen. Im Fachhandel gibt es spezielle Segelreiniger.

Falten der Segel

Segel sollten locker zusammengefaltet in einem geräumigen Sack gestaut werden. Wird das Tuch in zu kleine Segelsäcke gepresst, können starke Knickfalten entstehen, die die Formstabilität des Profils schwächen. Das gilt vor allem auch für die Sichtfenster aus Folie. Segel sollten so breit wie möglich in mindestens ein Meter breiten Bahnenzusammengelegt werden. Am besten geschieht dies parallel zum Unter- oder Achterliek, um es möglichst wenig zu knicken. Stark geharzte Segel werden am schonendsten behandelt, wenn man sie aufrollt.

Auch Spinnaker sollten nicht längere Zeit in ihren Sack gestopft gelagert werden. Am besten breitet man das Tuch glatt aus, faltet den Spi einmal mittig zusammen, indem man beide Schothörner aufeinanderlegt, und staut ihn dann wie üblich, in mindestens ein Meter breiten Bahnen zusammengelegt, an einem trockenen Ort – immer vorausgesetzt man hat den nötigen Platz.

Winterlager für Sprayhoods und Persenninge

Klappverdeck und Persennige müssen ebenfalls vor der Einlagerung ein Minimum an Pflege bekommen. Die Bügel sollten aus der Sprayhood herausgenommen werden. Verdeck und Bügel werden getrennt gelagert, nachdem das Tuch gründlich gereinigt wurde. Das Verdeck soll so zusammengelegt werden, dass eine eventuelle Scheibe nicht geknickt wird. Achten Sie darauf, dass das Klappverdeck vollständig trocken ist, bevor Sie es einlagern. Lagert man das Verdeck an einem feuchten und unbelüfteten Ort, so läuft man – wie bei den Segeln – Gefahr, dass es von Stockflecken befallen wird.

Checkliste Rigg

• Abstände Toggles - Püttinge messen und notieren, falls der Trimm reproduziert werden soll

• komplettes Rigg mit Süßwasser spülen und reinigen

• hartnäckige Verschmutzungen mit Petroleum entfernen

• Windex abbauen

• Stehendes Gut abnehmen und extra lagern (Elektrolysegefahr am Alumast!)

• Teppichreste zwischen Rollreffanlage und Mast legen

• Pilotleinen für laufendes Gut, falls es ausgeschoren wird

• Elektrische Kontakte mit Kontaktspray einsprühen und mit Isolierband schützen

• Rigg nicht direkt auf Eisenprofilen lagern

• Gut belüften – nicht in Folie einpacken

Laufendes Gut

Dort, wo Bewegung ist, werden Materialien abgenutzt. Und das meistens dort, wo das Auge des Betrachters nicht immer präsent ist. Bei den Fallen oder Schoten sind es meist die Bereiche, bei denen das Tauwerk ums Eck läuft, beispielsweise über eine Umlenkrolle. Solange sie immer gut geschmiert mitläuft, ist alles gut. Wenn sie aber wegen Korrosion oder weggewaschenem Lagerfett steht, wird beispielsweise ein Fall für das Segel nach und nach durchgescheuert. Deshalb empfiehlt es sich, es einmal komplett aus dem Mast zu ziehen und zu prüfen. Beim Herausziehen sollte aber auf keinen Fall das Nachziehen einer dünnen Sorgleine vergessen werden, um später ein umständliches Einfädeln zu vermeiden.

Checkliste Elektrik

• Batterie ausbauen, an einem frostfreien Ort lagern und an ein für den Batterietyp geeignetes Ladegerät mit Wartungs- und Erhaltungsfunktionen anschließen

• Batteriekabel und Anschlüsse auf Beschädigungen überprüfen

• Elektrische Anschlüsse mit Korrosionsschutz (Polfett) versehen

• Zündkabel, Verteiler und Verteilerkappe trockenwischen und mit wasserverdrängendem Kontaktspray einsprühen

Checkliste Wasser und Sanitär

• Vorm Auskranen Toilette durchspülen, WC-Öl einfüllen, durchpumpen und entleeren

• Frisch- und Schmutzwassertanks entleeren, reinigen

• Stahltanks mit Frischwasser und Frostschutz befüllen

• Boiler und Leitungssystem entleeren

• Anschlüsse, Borddurchlässen und Schlauchleitungen kontrollieren

• Alle Anschlüsse ggf. mit doppelten, rostfreien und säurefesten Schlauchschellen nachrüsten

• Gummi- und Verschleißteile der WC-Pumpe kontrollieren und ggf. ersetzen

• Seeventile und Wasserhähne halb geöffnet lassen

Tauwerk sollte ausgewechselt werden, wenn:

● es ausfranst,

● es brüchig wirkt,

● die Oberfläche stumpf ist,

● das Tauwerk Spliss aufweist.

Als Zwischenlösung, um die typischen Stellen der Beanspruchung zu entlasten, kann das Fall einmal anderes herum einzogen werden. Dadurch würde dann eine unangegriffene Stelle beansprucht. Aber es gilt: Bestehen Bedenken zur Haltbarkeit, muss getauscht werden – also am besten im Winter. Intaktes Tauwerk sollte sich stabil und geschmeidig anfühlen.

Ein Augenmerk sollten auch den Enden der Schoten gewidmet werden. Sind die Enden geschlossen? Gegebenenfalls müssen sie nachgebrannt werden. Ein zusätzlicher Takling kann auch hier nicht Schaden. Um während der Saison eine Überlastung von Festmacherleinen zu verhindern, können Ruckdämpfer das Tauwerk entlasten. Extremes Ziehen wird vom Gummi abgefangen. Leinen für Yachten bestehen meist aus Polyester oder Polyamid. Polypropylen-Leinen (PP) sollten als Festmacher nur an ruhigen und geschützten Liegeplätzen zum Einsatz kommen oder man wählt den Festmacher ein bis zwei Nummern stärker. Vielmehr eignen sich PP-Leinen als Schlepp- und Rettungsleinen, da Polypropylen-Taue aufgrund ihrer wasserabweisenden Eigenschaft und ihres spezifischen Gewichtes schwimmfähig sind.