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ENTSPANNUNG BEI DER PEDIKÜRE


Feine Hilfen - epaper ⋅ Ausgabe 42/2020 vom 07.08.2020

Um als Hufbearbeiter die nötigen Korrekturen langfristig zu erzielen und zappelnden Pferden Ruhe zu vermitteln, nutzt Hufpfleger Ben Arblaster die Ideen der Körperarbeit nach Jim Masterson. Sie sind zentrales Element seiner Arbeit und helfen ihm, eine vertrauensvolle Basis zum Pferd aufzubauen sowie Verspannungen genauer orten zu können.


Das wirklich Spannende, aber gleichzeitig auch Schwierige an meiner Arbeit als Hufpfleger ist der (fehlende) Stand der Wissenschaft, mit dem man die eigenen Erfahrungen untermauern könnte. Obwohl sich einige Wissenschaftslücken in den zwölf Jahren, seitdem ich den Beruf ...

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Bildquelle: Feine Hilfen, Ausgabe 42/2020

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... ausübe, durch diverse weltweite Studien immer weiter geschlossen haben, gibt es weiterhin verschiedene Streitpunkte, nicht nur zwischen Barhufpflegern und Schmieden, sondern auch innerhalb jedes Berufszweiges. So vieles beruft sich lediglich auf eigene Einschätzungen und Erfahrungen, und wie wir Pferdemenschen alle wissen, ist jedes Pferd doch ein Unikat, mit einem ganz eigenen Charakter und mit eigenen Themenkomplexen, die berücksichtigt werden müssen. Sogar innerhalb der Natural Hoof Care, an die ich meine eigene Arbeit am Huf anlehne, gibt es etliche Meinungs- und Bearbeitungsunterschiede, z. B. zu Kunstoffbeschlägen, Hufwinkeln, Sohlendicke, Strahlbearbeitung sowie dazu, welche Rolle die Fütterung spielt usw.Alle Berufssparten sind aber bezüglich einer Sache gleicher Meinung: Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen den Hufen von einem Pferd und dessen Bewegungsablauf. Eine solche Aussage wirkt natürlich fast banal, wie „ohne Huf, kein Pferd”, und es ist daher schon klar, dass diese Aussage völlig unumstritten bleibt. Wenn wir diesen Zusammenhang aber ernst nehmen und die langfristige Gesunderhaltung der Hufe wirklich mit einem gesunden Bewegungsablauf in Verbindung bringen wollen, folgen daraus mehrere praktische Handlungsempfehlungen. In diesem Artikel würde ich gerne schildern, wie ich mich selbst immer mehr in diese Zusammenhänge vertiefe, inwieweit die Ideen von Jim Masterson für mich wunderbare Begleiter sind und welche Folgen das alles für meine Arbeit als Hufpfleger gehabt hat.

Schiefe Hufe

Wenn ein Pferd im Bewegungsablauf Auffälligkeiten zeigt, kann das viele Gründe haben, und eine akute Lahmheit ist selbstverständlich ein Problem, bei dem an erster Stelle tierärztlicher Rat gefragt ist. Ich rede also in diesem Artikel nicht direkt von höchst pathologischen oder problematischen Pferden (solche werden auch von diesen Denkanstößen profitieren können, die Priorität liegt bei denen aber noch woanders), sondern konzentriere mich hier auf Pferde, die regelmäßig bewegt werden, eine gute Haltung und ausgewogene Ernährung genießen – also Kandidaten, die zufrieden oder gar glücklich sind.

Ben Arblaster bearbeitet den linken Vorderhuf ohne Hufbock. So kann er fühlen, wenn das Pferd das Bein nicht mehr halten kann. Beim Pferd sieht man die Entspannung.


(Foto: Michaela Mertens)

Ich komme nicht selten zu Pferden, die lediglich leicht unterschiedliche Belastungsmuster in den Hufen zeigen. Oft sind diese im Gangbild kaum erkennbar und vom Besitzer größtenteils unbemerkt. Symptome wie enge Trachten, lange Zehen, Strahlfäule, ein Huf, der steiler ist als der andere etc. deuten auf biomechanisch suboptimale Bewegungsabläufe hin. In den meisten Fällen spiegeln sie auch die natürliche Schiefe oder sie deuten auf eine frühere Verletzung oder Ähnliches hin. Für mich sind diese Symptome ein erstes Anzeichen dafür, welche Probleme das Pferd haben könnte. Bei der Hufbearbeitung gehe ich erstmal davon aus, dass diese „Baustellen” grundsätzlich die gleichen bleiben werden, auch wenn ich sicherlich Verbesserungen sehen möchte. Vor allem bei ausgewachsenen Pferden hat sich der gesamte Körper von der Hufform bis zur Sehnen- und Muskelspannung in der Regel schon auf einen bestimmten Bewegungsablauf eingestellt. Dadurch wird das gewohnte Bewegungs- und Belastungsmuster erkennbar bleiben. Wenn bei der Hufbearbeitung jedoch kein Fortschritt erkennbar ist, sondern immer genau gleich bearbeitet wird von einem Termin zum nächsten, führt dies bei mir als Hufpfleger (und den Kolleg(inn)en geht es bestimmt genauso) zu einem gewissen Frust. Dieser Frust und die Erkenntnis, dass ich diese Zusammenhänge genauer betrachten müsste, um größere Verbesserungen für das Pferd zu erzielen, haben mich zu den Ideen von Jim Masterson geführt.

Die Masterson-Methode

Vielleicht sagt Ihnen der Name Jim Masterson schon etwas (FEINE HILFEN interviewte ihn 2019 für Ausgabe 34). Seine Methode wurde auf der letzten Equitana vorgestellt, sein Buch erschien in der deutschen Fassung im Kosmos Verlag, und langsam spricht sich auch hierzulande herum, welche positiven Effekte die Ideen des Amerikaners auf Pferde haben können. Seine ganz eigene Methodik entwickelte der ehemalige Pferdepfleger, indem er Übungen, die unter Physiotherapeuten und Osteopathen schon lange bekannt sind, auf besondere Art und Weise zusammenstellte. Dabei entwickelte er einen Ablauf, den Anfänger ausführen können, und Übungen für Fortgeschrittene, die sich nach erfolgreicher Ausbildung „The Masterson Method Practitioner” nennen dürfen. Der Clou dabei ist, dass die Anfängerübungen vom Menschen so ausgeführt werden, dass nicht aktiv auf das Pferd eingewirkt wird. Das würde nämlich das Risiko von Überdehnungen bergen. Stattdessen werden Dehnungen und Bewegungen des Pferdes lediglich begleitet – Sinn dabei ist es, die körpereigenen Entspannungsfähigkeiten des Pferdes zu wecken und im Einklang mit dem Pferd alles zu lockern. Das geht nur, wenn hierbei die volle Aufmerksamkeit des Menschen dem Pferd und dessen Reaktionen gewidmet ist, hauptsächlich die Mimik ist dabei aufschlussreich: Augenbewegungen, Lippenzucken, Lecken, Kauen und Gähnen werden genau beobachtet und als Anleitung genommen für das weitere Vorgehen. Ob man den Druck reduzieren oder erhöhen sollte, wird demnach eine Kommunikationsfrage, was wiederum nicht nur zu tieferer Entspannung führt, sondern auch das gegenseitige Vertrauen steigert.
Es handelt sich also um eine Methode, die meiner Arbeit als Hufpfleger in vielerlei Hinsicht zugutekommt: Ich kann dadurch die Kommunikation mit dem Pferd verbessern, es entspannen und sein Vertrauen fördern. In allererster Hinsicht gibt sie mir allerdings neben Hufform und Gangbild einen weiteren diagnostischen Anhaltspunkt, um Problemstellen zu lokalisieren und Prioritäten bei der Hufbearbeitung zu setzen. Selbst habe ich Jim Masterson 2013 während eines Einsteigerkurses in England kennengelernt und anschließend mithilfe seiner vielen DVDs seine Methode immer stärker in meine Arbeit integriert, mit so großem Erfolg, dass ich mich nächstes Jahr über den Practitionerkurs noch weiter in diese physiotherapeutische Arbeit vertiefen werde.

Ein Problemfall

Nehmen wir ein Beispiel, das in meiner Praxis regelmäßig vorkommt: ein Pferd mit unterschiedlich steilen Vorderhufen. Der erste Instinkt ist, dass dieses Problem leicht lösbar sein müsste: einfach an einem Huf die Trachten kürzen und an der anderen Seite die Zehen, und schon ist der Winkel gleich. Leider wird das Pferd anschließend wahrscheinlich lahm gehen. Die Trachten beim steileren Huf zu kürzen ist schwer, weil zu viel Spannung auf der tiefe Beugesehne bzw. dem dazugehörigen Muskel, dem Beuger des Vorderfußwurzelgelenkes, entstehen kann und gleichzeitig der Strahl meist auf dieser Seite weniger ausgeprägt und dadurch druckempfindlicher ist. Bei erhöhtem Bodenkontakt kommt also auch eine vermehrte Fühligkeit ins Spiel, was wiederum das problematische Bewegungsmuster nochmal verstärkt. Das Ganze zieht sich weiter in eine unterschiedlich ausgeprägte Schultermuskulatur und beeinflusst auch die Bewegung des diagonal gelegenen Hinterbeins. Diese Faktoren führen dazu, dass unser Beispielpferd mit diesem Vorderbein nach einer solchen Bearbeitung weiterhin, wenn nicht vermehrt, kürzer treten wird. Beim nächsten Hufbearbeitungstermin werden die Hufe leider wieder genau die gleiche Form haben wie vorher. Wenn der Hufbearbeiter – Schmied oder Hufpfleger – das Ganze in geregelten Bearbeitungsintervallen wiederholt, wird das Pferd immer nach der Bearbeitung deutlich auffälliger sein, weil sich die Muskulatur zunehmend verspannen könnte und die Schwächen im Huf nicht besser werden. Der zum Pferd gehörende Mensch wird sich beschweren oder sich nach einer Alternative umschauen. Sehr viele Hufbearbeiter geben den Kampf bei diesen Pferden gewissermaßen auf. Vielleicht wird minimal noch die obengenannte Korrektur vorgenommen, oder es wird ein Beschlag empfohlen, aber der Unterschied zwischen den Hufen wird über die Jahre immer auffälliger, oft entsteht Strahlfäule im unterbelasteten Strahl, und im schlimmsten Fall entwickelt das Pferd ein regelrechtes High-Low-Syndrom; der steilere Huf entwickelt sich also irgendwann zum Bockhuf. Wir haben also die Wahl zwischen einer kurzfristigen und einer langfristigen potenziellen Verschlimmerung des Zustandes. Eine sehr unzufriedenstellende Situation. Sie ahnen natürlich, dass es hier einen dritten Weg gibt – nämlich die ganzheitliche Herangehensweise. Der Korrektheit halber erwähne ich an dieser Stelle flüchtig, um das Ganze nicht noch komplizierter zu machen, dass Haltung – also Bewegung und Fütterung – den größeren Einfluss auf die Hufgesundheit haben und sehr viele potenzielle Probleme begünstigen oder ihnen auch entgegenwirken können. Das gehört aber auch zu dieser ganzheitlichen Betrachtung.

In der Bearbeitung kann der Hufbearbeiter in der Arbeit ohne Hufbock auch muskelentspannende Übungen einbauen. Hier entspannt das Pferd die linke Schulter nach hinten unten.


(Foto: Michaela Mertens)

Wir haben also die Wahl zwischen einer kurzfristigen und einer langfristigen potenziellen Verschlimmerung des Zustandes. Eine sehr unzufriedenstellende Situation. Sie ahnen natürlich, dass es hier einen dritten Weg gibt – nämlich die ganzheitliche Herangehensweise. Der Korrektheit halber erwähne ich an dieser Stelle flüchtig, um das Ganze nicht noch komplizierter zu machen, dass Haltung – also Bewegung und Fütterung – den größeren Einfluss auf die Hufgesundheit haben und sehr viele potenzielle Probleme begünstigen oder ihnen auch entgegenwirken können. Das gehört aber auch zu dieser ganzheitlichen Betrachtung.
Mithilfe der Ideen von Jim Masterson versuche ich in diesen Fällen die Spannungspunkte bei jedem Pferd genau zu lokalisieren und gewinne dadurch ein besseres Gespür dafür, wie stark meine Korrektur sein darf. Die Spannungspunkte versuche ich dann selbst sanft ein wenig zu lösen, damit die obengenannten Korrekturen besser aufgenommen werden und diese eine größere Wirkungschance haben. In den letzten Wochen habe ich beispielsweise drei Pferde versorgt, bei denen sich dieses Problem etwas ausgeprägter dargestellt hat. Wäre bei ihnen nur die Hufform entscheidend, hätte ich bei allen dreien die Differenz der Trachtenhöhe am steileren Huf ungefähr zur Hälfte entfernt, also einfach einen Mittelweg gesucht. Da ich aber Muskelspannung und Dehnungsfähigkeit in Schulter und Oberlinie mit in Betracht ziehe, hat sich gezeigt, dass ich alle drei Pferde ganz unterschiedlich bearbeiten muss. Bei einem Pferd habe ich den steileren Huf ganz in Ruhe gelassen, weil es erhebliche Probleme zeigte. Das Zweite war so locker und entspannt, dass ich mich für eine etwas stärkere Bearbeitung entschieden habe. Das dritte Pferd konnte ich dann ungefähr genauso bearbeiten, wie ich es sonst auch gemacht hätte, nur unter Einbezug zusätzlicher Entspannungsübungen. Wenn die Pferde dann während der Hufpflege anfangen, ihre Augen zu schließen und zu kauen oder stark zu gähnen, weil sie Spannungen lösen, ist das immer wieder eine Freude. Die Menschen staunen oft – vor allem bei Kandidaten, die sonst Probleme mit dem Schmied haben. Wenn ein Pferd bei der Hufbearbeitung nicht ruhig stehen bleiben kann, liegt das übrigens sehr häufig an Verspannungen. Zehn bis 15 Minuten Körperarbeit nach Masterson reichen oft aus, um eine viel entspanntere Zusammenarbeit zu erzielen. Ich arbeite zusätzlich meistens ohne Hufbock und kann meine Arbeitsposition dadurch schnell ändern oder Dehnungen zulassen, wenn ein Pferd das Bedürfnis andeutet. Das hilft nicht nur bei muskulären Verspannungen, sondern auch, um mentale Blockaden zu lösen. Solche Rückmeldungen vom Pferd zeigen mir natürlich auch wieder mögliche Verspannungen, die ich genauer betrachten kann. Wenn ich es für nötig halte, empfehle ich immer Unterstützung vom Physiotherapeuten bzw. Osteopathen, die auf diesem Gebiet die absoluten Spezialisten sind. Fällt mir in der Sattellage etwas auf, kann ich direkt einen Sattelcheck vom Sattlermeister empfehlen.

Bei der Hufbearbeitung sucht Ben Arblaster die Höhe, die für das Pferd am angenehmsten ist. Dabei ist er immer bereit, eine Dehnung zuzulassen oder zu pausieren.


(Foto: Michaela Mertens)

Wie kam ich zum Huf?

Zum Thema Huf hat mich die Hufrollenerkrankung eines meiner eigenen Pferde (im Grunde verursacht durch fehlende Stoßdämpfung) vor langer Zeit gebracht. Als Liebhaber der klassischen Dressur habe ich auch immer die Schiefe des Pferdes im Hinterkopf, der ich über eine möglichst kooperative Zusammenarbeit mit dem Pferd entgegenwirken möchte. Wenn ich jetzt zurückblicke, wundert es mich überhaupt nicht, dass der Schwerpunkt meiner Hufbearbeitung ein Versuch ist, die Aspekte Stoßdämpfung, Schiefentherapie und Kooperation möglichst zu vereinen. Die Masterson-Methode ist mir eine große Hilfe bei allen drei Themen.

BEN ARBLASTER


(Foto: Michaela Mertens)

… kommt ursprünglich aus England und hat Philosophie studiert. Er ist selbst leidenschaftlicher Reiter und Besitzer mehrerer Pferde. Deren Hufgesundheit interessierte ihn so sehr, dass er nach seinem Umzug nach Deutschland 2006 anfing, an veterinärmedizinischen Fortbildungen zur Huforthopädie teilzunehmen. Seit 2008 arbeitet er als Hufpfleger nach NHC (Natural Hoof Care). Dabei geht er nicht streng nach Schema F vor, sondern orientiert sich auch an der Bewegungslehre und setzt sich mit unterschiedlichen Bearbeitungstheorien auseinander. Für ihn ist die reine Hufbearbeitung nur ein Aspekt, der zur Gesunderhaltung des Reitpferdes beiträgt und der mit Bewegung, Auslauf, Bodenverhältnissen, Genetik und Ernährung einhergeht.www.dynamic-hoofcare.com

BUCHTIPP

Jim Masterson Körperarbeit für Pferde

Kosmos ISBN 978-3-4401-6205-7, 39,90

WALTER SAXE, ZERTIFIZIERTER „MASTERSON METHOD®”-THERAPEUT, BERICHTET:

Als ich im Mai 2016 zertifizierter Therapeut der Masterson Method® wurde, habe ich weder gedacht noch geahnt, dass dies ein Meilenstein für die Masterson Method® in Deutschland sein würde.
Voller Enthusiasmus habe ich dann im Oktober 2016 einen Wochenendkurs in Kutenholz mit Jim organisiert, und ab da lief alles wie im Film. In den letzten vier Jahren hat sich die Masterson Method® auch in Deutschland zu einer ernst genommenen manuellen Therapie für Pferde entwickelt. Etliche internationale Spitzenpferde werden durch uns fit gehalten für den Sport. Unzählige Amateur- und Freizeitpferde werden zur Entspannung, Verbesserung der Rittigkeit und zur Gesunderhaltung behandelt.
Meine Kollegen/-innen und ich werden auch bei mysteriösen Lahmheiten als letzte Hoffnung gerufen.
Zertifizierte „Masterson Method®”-Therapeuten haben weit über 70 Techniken in ihrem Repertoire. Aber schon mit den 13 Basistechniken der Wochenendseminare erlernt man, die kleinsten Reaktionen des Pferdes auf Berührungen hin wahrzunehmen. Folgt man diesen, ist man in der Lage, jenen Teil des Nervensystems des Pferdes anzusprechen, der tiefsitzende Verspannungen in den Schlüsselkörperbereichen, dem benachbarten Bindegewebe und der Muskulatur des Pferdes löst, oft auch in entfernter gelegenen Stellen des Pferdekörpers. In diesem entspannten Zustand erhöhen wir dann den Bewegungsspielraum von Muskeln, Weichteilen und Gelenken.
Im Gegensatz zu den meisten traditionellen Arbeitsweisen ermöglichen wir es dem Pferd, aktiv an diesem Prozess teilzunehmen. Es ist also etwas, das wir mit dem Pferd und nicht am Pferd tun. Diese Teilnahme und Interaktion mit dem Pferd macht die Methode für seine Anwender und Fans so faszinierend und einzigartig. Die Masterson Method® eröffnet einem die Möglichkeit, die Gesundheit und sportliche Leistungsfähigkeit des eigenen Pferdes dauerhaft zu verbessern und durch die „neue” Kommunikation, die vertrauensvolle Bindung zum Pferd zu vertiefen. Bis heute hatten wir mehr als 300 Wochenendseminar-Teilnehmer, davon haben ca. 50 an fünftägigen Fortgeschrittenen-Kursen teilgenommen. Die Ausbildung zum zertifizierten „Masterson Method®”-Therapeuten dauert ca. zweieinhalb Jahre.

WALTER SAXE

… ist Trainer A Leistungssport und zertifizierter „Masterson Method®”-Therapeut. Er lehrt die Masterson Method® in Deutschland in Wochenend- und Fortgeschrittenen-Kursen und als Mentor und Coach für die angehenden Therapeuten. Außerdem betreut er selbst zahlreiche Top-Sportpferde, u. a. bei den FEI-Europameisterschaften in Marsbergen und Luhmühlen 2019.www.mastersonmethod.com oderwww.mastersonmethod.de