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ENTWICKLER VON SONY GENERVT


N-Zone - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 21.07.2021

Jeder Konsolenhersteller kocht sein eigenes Süppchen, das ist bekannt. Und nicht immer wird es Entwicklern, vor allem von Indie- Teams, leicht gemacht, mit den Herstellern von PS5 und PS4, Xbox Series X/S und Xbox One und Nintendo Switch zusammenzuarbeiten. Sony scheint da aber ein ganz besonders krasses Problemkind zu sein, wie Kotaku nun im Gespräch mit diversen Studios in Erfahrung gebracht hat. Das fängt schon damit an, dass der Playstation-Konzern die Studios ganz schön in die Tasche greifen lässt, wenn sie wollen, dass ihre Spiele prominent im Playstation Store zu sehen sind. Mindestens 25.000 Dollar sind hierfür ebenfalls nach Kotaku-Recherchen, ausgelöst durch die lautstarke Beschwerde eines Indie-Developers, zu löhnen, und die geforderte Summe kann schlussendlich bis zu 200.000 Dollar betragen. Mehrere Quellen hätten Kotaku diese Zahlen bestätigt. Doch die Probleme (hauptsächlich) der Indies mit Sony gehen noch weit darüber hinaus. Eine Quelle verrät dem Magazin im Gespräch: „Ja, also, Nintendo, sie unterstützen dich. Dann gibt es Microsoft, die dich auch unterstützen, und schlussendlich Sony, die ihre eigene AAA-Maschine unterstützen und sich einen Scheiß um den Rest scheren.“ Sony, so Bloomberg in einem älteren Bericht, setze den Fokus allein auf Blockbuster. Das treffe nicht nur auf First-Party-Studios zu, sondern auch auf Dritthersteller, die mit ihren Projekten auf Sony zugingen. Wichtig sei Sony zudem bloß die Metacritic-Wertung. Ein Indie-Entwickler sagt Kotaku, dass Sony den Begriff Indie zudem sehr frei interpretieren würde, nämlich mit Projekten, die trotzdem mehrere Millionen Dollar kosten würden. Sony, so ein anderer Entwickler, sei sich des problema- tischen Umgangs mit kleineren Teams bewusst, würde aber auch keine Anstalten machen, etwas an der Situation zu ändern. Seit Jahren würden Indie-Devs einfach immer wieder vertröstet und derweil mies behandelt. Anders als bei Nintendo und Microsoft, die ebenfalls Geld für gut sichtbare Platzierungen im Shop verlangen würden, aber zusätzlich viele Optionen böten, auch kostenlos prominent an verschiedenen Orten und in diversen Releaselisten platziert zu werden, gäbe es solche Möglichkeiten bei Sony überhaupt nicht. Wer nicht bereit sei zu zahlen, würde in der Masse an Titeln gnadenlos untergehen. Das schlüge sich auch in den Zahlen nieder. Indie-Entwickler Matthew Wright von WhiteTornGames zeigt das anhand einer Grafik zu den Einkünften seines Studios. 60 Prozent würden auf Nintendo Switch fallen, immer noch 30 Prozent auf Xbox-Konsolen, 7 Prozent auf Steam und kümmerliche 3 Prozent auf Playstation-Konsolen. Beim Studio Those Awesome Guys herrsche hingegen der PC klar mit über 90 Prozent vor, aber auch hier würde Playstation (0,3 Prozent) klar schlechter abschneiden als Nintendo Switch (7,6 Prozent). Ein weiterer Entwickler habe 20.000 digitale Einheiten seines Spiels auf Xbox verkauft, 7.000 auf Playstation, bei den DLCs stünden 2.000 Xbox-Verkäufe 7 (!) Playstation-Verkäufen gegenüber. All diese Probleme würden sich ergeben, obwohl die Studios Werbung schalten würden - aber eben nicht die Summe zahlen, die Sony für Sichtbarkeit verlangen würde. Es gäbe keine sinnvolle Möglichkeit, nach spannenden Spielen zu stöbern, sondern nur jene, gezielt nach einzelnen Titeln zu suchen. Ebenso große Probleme gäbe es bei Sales. Selbst Angebote für die eigenen Spiele anzubieten, sei unmöglich, man sei auf Discount- Aktionen Sonys angewiesen. Und da würden sich die Studios mit teils komplett unwirtschaftlichen Preisnachlässen überbieten müssen, um daran teilnehmen zu dürfen und gefeatured zu werden. 

Bei Nintendo und Xbox sei die Situation jeweils auch nicht perfekt, aber deutlich entspannter, und vor allem sei es wesentlich einfacher, mit den Unternehmen zu kommunizieren und Infos von ihnen zu erhalten. So würden Hersteller qualitativ hochwertiger Spiele bei Microsoft auch mal einfach zu Sales eingeladen, unabhängig davon, wie erfolgreich diese bisher gewesen seien. Der Game Pass sei zudem so gestaltet, dass er sich für die teilnehmenden Studios finanziell wirklich lohnen würde. Die immer wieder aufkommende Diskussion um die Finanzierbarkeit und die faire Bezahlung der Entwickler beim Game Pass scheint also nicht das heikle Thema zu sein, zu dem es oft gemacht wird. Bei Sony hingegen wüssten viele Entwickler nicht einmal, wer ihr direkter Ansprechpartner bei Problemen oder Fragen wäre. Und bei Nintendo sei es vollkommen den Developern überlassen, ob und wenn ja welche Preisnachlässe sie anbieten wollen würden. Das würde sonst nur noch Steam ermöglichen. Dieser Umstand, zusammen mit den höheren Verkaufszahlen der Indie-Spiele auf der Nintendo-Konsole, dürfte wiederum auch erklären, warum so viele Indie-Spiele zunächst auf Steam und im eShop starten, bevor sie auf die anderen Plattformen losgelassen werden. Auf Nachfrage Kotakus wollte Sony bisher kein Statement zu den Vorwürfen abgeben.

■ Lukas Schmid

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Bildquelle: N-Zone, Ausgabe 8/2021

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