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EQUALIZER FÜRS DRUMKIT: TOP 5 PLUG-INS (6): EQUALIZER FÜRS DRUMKIT


Keys - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 04.10.2019

Da gerade das Drumkit über vielerlei Komponenten verfügt, die das gesamte Frequenzbild in Beschlag nehmen, haben wir uns für jedes wichtige Signal (Kick, Snare, Overheads, Toms und Rooms) ein bedeutsames Plug-in herausgesucht. Viel Spaß mit den Top 5!


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Bildquelle: Keys, Ausgabe 11/2019

Ein Schlagzeug-Mixdown umfasst häufig eine ganze Reihe an Plug-in-Tools. Die ausgesuchten Tools sind nicht nur prädestiniert für die beschriebenen Zwecke. Jedes Plug-in lässt sich auch auf andere Instrumente des Schlagzeugs anwenden. Alle beschriebenen Parametereinstellungen können Sie in den Bildern optisch nochmals nachvollziehen. Falls Sie auf der Suche ...

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... nach grundlegenden EQ-Kenntnissen sind, so verweisen wir auf den Workshop dieser Reihe in der KEYS-Ausgabe 09/2019.

SOFTUBE TUBE-TECH PE 1C AUF DER KICKDRUM

Die schwedische Firma Softube hat seit ihrer Firmengründung in 2003 einen umfangreichen Plug-in-Katalog veröffentlicht. Sowohl unter eigener Flotte als auch mit zahlreichen Kollaborationen wichtiger Plug-in-Hersteller wie Universal Audio, Native Instruments, TC Electronics und vielen weiteren fanden hochqualitative Emulationen wichtiger Hardware- Geräte Einzug in die Audio-Computerwelt. So entstand der digitale Nachbau des berühmten PE1C-Equalizers, der eine Fortentwicklung des noch renommierteren EQ P1A ist – beide aus dem Hause Tube-Tech. Der EQ PE1A war damals das europäische Pendent zum US Pultec Program EQ, der in den Achtzigern in den New Yorker und LA-Studios viele Produktionen dominierte.

Aufbau und Features

Der EQ besteht grundsätzlich aus zwei Sektionen: Tiefenund Höhen-Frequenz-Bearbeitung. Der Low-Frequency-Bereich umfasst vier fi xe Frequenzen: 20, 30, 60 und 100 Hz, einen Boost- und einen Atten(uation)-Regler. Boost lässt Anhebungen von 14 dB und Attenuation (Dämpfung) eine Reduktion von –18 dB zu. Es ist möglich, die gleiche Frequenz sowohl zu boosten als auch zu bedämpfen, was zum berühmten „The Low End Trick“ führt, den wir gleich ausführlicher beschreiben. Sowohl Boost als auch Attenuation haben eine Shelf-Kurve. Für die Höhen kann man zwischen zehn festgelegten Frequenzen wählen und diese als Peak (Bell, Glocken)-EQ anheben. Hier lässt sich die Bandbreite (Bandwidth, Q) rasterlos von eng bis breit auswählen. Darüber hinaus kann man oben rechts am Panel zwischen drei Frequenzen (5, 10 und 20 kHz) wählen, die über die Attenuation als Shelf-Kurve bedämpft werden können.

Softube Tube-Tech PE 1C in der (Kick-) Drum-Praxis

Wer nach einem dreckigen Old-School-EQ sucht, ist beim PEC1C absolut falsch. Vielmehr geht es um einen offenen Röhrensound, der sowohl obertonreiche Präsenzen als auch Wärme und Punch bringt. Selbst bei stärkerer Betonung der Höhen wird es nicht besonders harsch oder unangenehm brillant, sondern transparent, klar und seidig. Somit erreicht man auf der Kick einen durchsetzungsstarken Attack bis hin zu einem im Metal-Genre-typischen „Klick“-Sound.
Der berühmte „The Low Ende Trick“ macht den Tube-Tech bis heute zu einem idealen Kickdrum-EQ. Auch wenn auf dem Front-Panel für Boost und Attenuattion (Dämpfung) identische Frequenzen angeben sind, so passiert der Boost in der Realität bei einer etwas tieferen Frequenz als die Dämpung. Dreht man also sowohl „Boost“ als auch „Atten“ bei 60 Hz rein, so featured man circa 50 Hz im Tiefbass und reduziert (dämpft) um die 60/70 Hz.
Im Höhenbereich ist ein Boost bei fünf oder acht kHz mit einer eher engeren Bandbreite sinnvoll („Bandwith“ Richtung „Sharp“ drehen), um den Attack besonders hervorzuheben. Dadurch, dass wir es mit einem passiven EQ zu tun haben, darf man auch ordentlich reindrehen, ohne dass es harsch und unangenehm wird. Eine Dämpfung des Höhen-Filters ist meist nicht notwendig.

WAVES VEQ4 AUF DER SNARE

Die Firma Waves gehört wohl zu den bekanntesten Plug-in-Herstellern der Welt. Sie haben so ziemlich alles im Programm, was man sich als Audio-Engineer wünschen kann. Seit 1992 stellt das ursprünglich israelische (Tel Aviv) Unternehmen spannende Tools in Form von Emulationen berühmter Hardware-Geräte, eigenen Kreationen und Zusammenarbeiten mit berühmten Produzenten wie Chris Lord-Alge oder Eddie Kramer her.
Der VEQ4 steht für den warmen, fetten und auch mittenreichen Sound der 60er- und 70er-Jahre. Der Vier-Band-EQ ist der größere Bruder des VEQ3. Der VEQ4 basiert auf dem Neve-1081-EQ, der VEQ3 auf den Neve-1073- und 1066- EQs. Aufgrund des zusätzlichen Bands und der engeren Bandbreite der jeweiligen Filter eignet sich der VEQ4 eher für den Mix einer Snare.

Rechts im Interface des Waves VEQ4 befi ndet sich die Metering-Anzeige, links daneben der Output-Regler und unter diesem der Analog-Button, der für Vintage-Klang sorgt.


Aufbau und Features

Ganz links auf dem Front-Panel lassen sich festgelegte Frequenzen für einen High-Pass (HP) und Low-Pass (LP) auswählen. Die tiefen Frequenzen lassen sich in fi xen fünf Bändern bearbeiten. Die EQ-Kurve kann als Shelf- oder Bell eingestellt werden. Der mittlere Frequenzbereich ist in die Tiefmitten und Hochmitten aufgeteilt. Die jeweilige Bell-Kurve lässt sich mit Klick auf Hi-Q nochmals verschmälern. Wie schon beschrieben, sind die Bell-Kurven aller Filter ohnehin recht schmalbandig. Die jeweils festgelegten Frequenzen sind umfangreich und lassen sich einfach verstärken oder reduzieren. Die Höhen können mit fünf festgelegten Frequenzen und der Auswahl zwischen Shelf- oder Bell-Kurve bearbeitet werden. Ganz rechts befi nden sich die Metering-Anzeige, der Output-Regler sowie der Analog-Button. Wenn Sie diesen ausschalten, ändert sich der Vintage-Sound zu einem moderneren Klang. Die EQ-Sektion lässt ausschalten, indem man den EQ-Button links auf dem Front-Panel betätigt. Ist der Analogschalter noch aktiviert, so bleibt die analoge Färbung erhalten. Somit kann der EQ auch als subtile Färbung genutzt werden, ohne Frequenzen gezielt zu bearbeiten (Saturation ist das Stichwort!)

Waves VEQ4 in der (Snare-)Drum-Praxis

Abhängig vom Klang der Snare ist ein Low-Cut bei 47 oder 82 Hz sinnvoll. Bei eingeschalteter Bell-Kurve lässt sich der Grundton bei 180 Hz super featuren. Die Snare wird bauchiger und kraftvoller. Ein Boost der Tiefmitten bei 470 Hz kann den typischen „Dirty“-Charakter des VEQ4 zum Vorschein bringen. Bei anderen EQs werden Kick, Snare oder Toms im Bereich 450 Hz oftmals zu pappig. Doch das ist beim VEQ4 nicht der Fall. Dennoch muss man die Anhebung bei 470 Hz mögen. Die Snare bekommt hier viel Charakter.
Präsenz und Attack erzielt man am besten mit einem Boost der Hochmitten bei 3,3 kHz und einem Shelf-Boost bei 6,8 kHz. Die Snare wird Attack-reicher und präzisier, trotz Vintage-Vibe. Extremere Anhebungen über sechs dB führen zu wirklich starken Veränderungen des Grundklangs. Das kann gerade bei Stoner-Rock und generell dreckigem Rock spannend sein.

WAVES API550A AUF OH, RIDE UND HH

Waves hat einige äußerst beliebte Plug-in-Versionen der wohl beliebtesten API-Hardware-Geräte entwickelt. API ist seit den Sechzigern bekannt für erstklassige High-End-Studiotechnik. Die 550er-EQs und der 2500er-Kompressor fi nden noch heute (zumeist in Plug-in-Form) in so gut wie jeder Produktion statt. API-Geräte haben ihren Preis, sodass die erstklassigen Emulationen dieser Analogschätze aus dem Hause Waves wie ein Segen für jeden Home-Studio-Produzenten sind.
Der API550A-EQ ist der kleinere Bruder des API550B und ist ein semi-parametrischer 3-Band-EQ. Als Emulationsvorlage diente das gleichnamige API-Hardware-Gerät.

83@Aufbau und Features

Der Proportional Q ist ein Alleinstellungsmerkmal des API550A und B gewesen. Die Bandweite Q wird breiter, je stärker man die Lautstärke (in Dezibel) des Bandes anhebt. Je stärker Sie also boosten, desto weiter wird die Kurve. Dadurch können Sie gut und gern extremere Anhebungen durchführen und der EQ bleibt trotzdem smooth, natürlich und musikalisch. Denn wie auch die Original-Hardware verfügt die Emulation über ausreichend Headroom (um die 30 dB), sodass sogar im Bassbereich extreme Settings gefahren werden dürfen. Bei geringeren Anhebungen um die zwei dB ist die Bandweite extrem eng, sodass auch diese einen merklichen Unterschied im Klangbild des Signals machen. Die drei Bänder LF, MF und HF lassen sich an jeweils fünf festgelegten Frequenzen mittels frei justierbaren Dezibel- Reglern einstellen. Der „In“-Button schaltet den EQ an oder aus, lässt aber das analoge Modelling eingeschaltet. Dadurch agiert der EQ auch ohne Filter und reichert das zu mischende Signal um analoge Klangeigenschaften an. Wenn man den API-500A nutzen möchte, gibt es eigentlich keinen Grund, den Analog-Button auszuschalten und damit die besondere Färbung des Plug-ins zu deaktivieren. Die Dezibel-Range bei jedem der vier Bände erstreckt sich von –12 bis +12 dB. Der Output-Regler ist aktiv – auch bei ausgeschaltetem EQ und Analogsektion. Sowohl das Tiefenband als auch das Höhenband lassen sich als Shelf- oder Bell-Kurve einstellen.


>>Wer nach einem dreckigen Old-School-EQ sucht, ist beim PEC1C absolut falsch. Vielmehr geht es um einen offenen Röhrensound. <<


Der Waves API550A in der Cymbal-Praxis

Der Klang von API-EQs lässt sich mit den Attributen Direktheit, Klarheit und Präzision beschreiben. Sowohl kleinere als auch größere EQ-Eingriffe sind für die Becken machbar, dank Proportional-Q. Abhängig davon, ob Hi-Hat, Overheads oder Ride gemischt werden, ist der Low-Cut-Filter als Shelf-Kurve bei 200 oder 300 Hz zu setzen. Nimmt man zu viele Tiefmitten weg, verliert man auch Grundton und Fundament der Becken. Starke Low-Cuts bis hin zu einem kHz sollten nur im Notfall bei extrem starken Übersprechungen von Kick und Snare gesetzt werden.
Da der Waves API550A eher für die fi nale Soundformung am Ende der Signalkette geeignet ist, sollte man oftmals beim Mitten-Frequenzband um die drei kHz um zwei dB absenken. Die Becken können im Laufe des Mixes zu harsch werden oder mit der Stimme zu sehr konkurrieren. Den Höhenglanz kann man sich hervorragend mit dem API-550A reinholen, indem man bei 10, 12,5 oder 15 kHz boostet.

PLUGIN ALLIANCE SSL CONSOLE EQ AUF TOMS

Plugin Alliance hat die wohl beliebteste SSL-Emulation vor einigen Jahren auf dem Markt gebracht. Alleinstellungsmerkmal ist die patentierte TMT-Sektion. Man hat eine komplette 72-Kanal-Konsole emuliert und kann zwischen den subtilen Unterschieden jedes einzelnen Kanals wählen. Sämtliche Parametereinstellungen bleiben gleich, doch unter TMT kann ganz einfach per Mausklick der Kanal gewechselt werden. Großartig!

Aufbau und Features

Oben links auf dem Front-Panel befi ndet sich die EQ-Filter- Sektion, um Low-Cuts (= High-Pass) und High-Cuts (Low-Pass) zu setzen. Um den jeweiligen Filter zu aktivieren, müssen Sie den runden Button drücken, unter dem direkt HPF beziehungsweise LPF geschrieben ist. Leuchten diese Buttons nun orange, so können Sie die Filter setzen. Beide Filter sind Shelf-Filter und lassen sich in ihrem Frequenzspektrum mittels der Buttons x3 für den HPF und /3 für den LPF verändern.


>>API-Geräte haben ihren Preis, sodass die erstklassigen Emulationen dieser Analogschätze aus dem Hause Waves wie ein Segen für jeden Home-Studio-Produzenten sind. <<


Bei Aktivierung von DYN SC wird die Filter-Sektion aus der Signalkette in die Dynamics-Sidechain-Signalkette verschoben. Der SSL-Channel verfügt über vier Frequenzbänder. Das Höhen- und Tiefenband lässt sich als Shelf- oder Bell-EQ auswählen. Hier fi ndet man jeweils Buttons mit der Aufschrift „Shelf“ beziehungsweise „Button“ vor. Das Tiefmitten- und Hochmittenband (LMF und HMF) liegen als Bell-Kurve in typischer parametrischer Konfi guration vor. Die Bandweite (Q), die Frequenz (kHz) und die Lautstärke (dB) lassen sich rasterlos wählen.
Die Auswahl des EQ TYPE verändert die Klangfarbe zwischen Black und Brown. Auch wenn sich nur einige Regler farblich ändern, verändert sich tatsächlich die Klangfarbe sämtlicher Filter des EQs. Die EQ-Sektion ist werksseitig immer hinter der Dynamics-Sektion, sodass das Signal zuerst komprimiert und dann im Frequenzgang bearbeitet wird. Aktiviert man den PRE-Button, so liegt der EQ vor der Dynamics-Sektion. Mit dem Button DYN SC positioniert man den gesamten EQ innerhalb des Sidechain-Signalfl usses. Mit Klick auf den EQ-Button deaktiviert man die Filter des EQs. Die Färbung des Plug-ins und der Kompressor bleiben aktiviert.

Plugin Alliance SSL-EQ in der (Tom-) Drum-Praxis

Sie müssen für jedes Tom die EQ-Einstellungen (und auch weitere Mixing-Tools) individuell einstellen. Es ist sinnvoll, alle Toms im Grundsound mit den gleichen Tools zu bearbeiten. Dennoch sollte ein 10-Zoll- dezent anders EQed werden als ein 18-Zoll-Floor-Tom. In typischer SSL-Channel-Manier reagieren die dB-Einstellungen sehr empfi ndlich, sodass drei dB Boost oder Reduzierung schon immense Eingriffe in den Sound darstellen können. Ein Shelf-Boost bei crica 80 Hz ist praktisch, um den Toms ordentlich Druck und Volumen zu geben. Meistens klingen Kessel (Kick, Snare, Toms etc.) um die 400 bis 600 Hz etwas pappig, sodass man hier versuchen sollte zu reduzieren. Der Attack für die Durchset- zungskraft liegt meist zwischen 1,5 bis 3 kHz. Präsenter wird das Tom manchmal durch Anhebungen in den Höhen um zehn kHz mit Bell-Kurve. Low-Cuts unterhalb von 40 Hz sind praktisch, um den Bassbereich aufzuräumen. Tiefe 18-Zoll- Floor-Toms dürfen aber gerne im 50-Hz-Bereich der Kickdrum stattfi nden. Ein High-Cut ist nicht zwingend notwendig, kann aber bei störenden Becken-Übersprechungen bei 13 kHz gesetzt werden. Die Positionierung der EQ-Sektion vor den Dynamics ist oftmals sinnvoll, um das frequenzbearbeitete Signal kompakt zu machen.

PLUGIN ALLIANCE BX CONSOLE N AUF ROOMS

Die Raummikrofone haben oftmals die Aufgabe, in einem Mix mehr Leben in die isolierten Close-Mikrofone der Einzelsignale zu bringen. Hört man sich nur die Einzelsignale (Kick, Snare, Toms etc.) an, so wirkt der Mix unausgewogen, nicht zusammengehörig und eindimensional. Durch die Räume öffnet man im wahrsten Sinne die Tür, die Größe und Glue in den Drum-Mix bringt. Die Art und Weise, wie man die Räume mischt, nimmt auch Einfluss auf den Gesamtklang des Schlagzeugs und des Songs.

Häufig sind bei umfangreicheren Recording-Sessions mehrere Raummikrofone am Start, die unterschiedlich behandelt werden können. Man versucht oft, Punch und Attack durch die Räume zu verstärken. Die Plugin Alliance BX Console N ist eine authentische Emulation der Neve-VXS-Konsole. Diese Konsole liegt klanglich irgendwo zwischen den Neve-Vintage- Konsolen wie der „80“ und der VR-Serie sowie der moderneren 88RS-Konsole. Sie steht für englischen Punch, genau das richtige für die Raummix-Bearbeitung.

Aufbau und Features

Das umfangreiche Tool verfügt neben der EQ-Sektion auch über Kompression und Saturation. Im Zuge dieser Workshop- Ausgabe fokussieren wir uns auf den EQ. Mittels patentierter TMT-Sektion („Tolerance Modeling Technology“) konnten die subtilen Unterschiede eines jeden Channels von 72 der umfangreichen Analogkonsole nachgebaut werden. Dies macht einen großen Unterschied zu vielen Emulationen anderer Hersteller. Schließlich ist kein Kanalzug einer Analogkonsole zu hundert Prozent identisch (vgl. SSL-Emulation oben) Spannend ist, dass man den EQ vor die Dynamic-Sektion (gelbes Lämpchen leuchtet bei PreDyn) oder in den Sidechain-Signalverlauf (gelbes Lämpchen leuchtet bei InSc) positionieren kann. Mit den Schaltern mit dem Shelf-Zeichen kann man fürs Höhen und Tiefenband einen Shelf- (gelbe Lampe leuchtet) oder einen Peak-EQ aussuchen. Die Schalter namens Hi-Q lösen bei Aktivierung (Lampe leuchtet) einen schmaleren Q-Faktor als wenn inaktiv. Diese beziehen sich jeweils auf das Höhen- und Tiefenband und funktionieren bei aktiviertem Peak- oder Shelf-Filter.

1. Positionierung der EQ-Sektion, 2. Hi-Q und Shelf-Filter Aktivierung/Deaktivierung, 3. TMT-Sektion.


Plugin Alliance BX Console N in der Schlagzeugpraxis

Eine breitbandige Anhebung bei etwa 600 Hz bringt Fundament und Punch in den Mix. Am besten setzen Sie einen Low-Cut unterhalb von mindestens 100 Hz und besser noch bei 250 Hz. Die Räume benötigen meistens keine tiefen Frequenzen, da diese bei stärkerer Raumkompression den Mix erdrücken. Für Attack- und Transientenbetonung pushen Sie den Präsenzbereich um die sechs kHz wieder etwas schmalbandiger. Für mehr Höhenschimmer ist eine dezente Anhebung des Höhen-Filters oberhalb von elf kHz mit einem Shelf-EQ sinnvoll. Das Tool bringt bissige Obertöne mit sich, die dem Signal mehr Durchsetzungskraft verleihen. Der gewohnt hochqualitative Klang aus dem Hause Plugin Alliance macht auch das Einsetzen unterschiedlicher Channels zu einer sinnvollen Maßnahme.


>>Die Raummikrofone haben oftmals die Aufgabe, in einem Mix mehr Leben in die isolierten Close-Mikrofone der Einzelsignale zu bringen. <<


ABSCHLUSS

Sicherlich wird das Thema Equalizer für das Drumkit in dieser Workshop-Reihe nochmals aufgegriffen, weil wir längst nicht alle besonderen und typischen EQs darlegen konnten. Nichtsdestotrotz haben wir echte Allrounder der meisten Mixdowns aufgeführt, die in fast jedem Drum-Mixdown ohne Probleme funktionieren. Wenn Sie also auf der Suche nach einem Fundament an Plug-ins sind, so bieten ihnen die genannten auf jeden Fall eine gute Ausgangsbasis. Auch bei Anwendung auf anderen Signalen machen die erwähnten Tools eine sehr gute Figur.

KEYS AUTOR: TOBIAS MERTENS

Tobias Mertens arbeitet als Musiker, Dozent, Tontechniker und Songwriter. Er ist als multi-instrumentaler Autor für die Magazine DrumHeads!!, Guitar, Keys, Soundcheck und Recording Magazin des PPV-Medien- Verlags aktiv. Mertens ist Endorser für Meinl, Tama, Evans, Audix, Rohema, Ibanez, Roland, Boss und D’Addario. Als Live-und Studiomusiker, Audio-Engineer und Songwriter arbeitete er mit Künstlern und Bands wie Stahlzeit, Thomas Lang, Lord of the Lost, Subway to Sally, Nachtsucher und vielen weiteren zusammen. Als Musiker und Audio-Engineer arbeitet(e) er für die Studios Blue Moon Studio, Bishop Audio Productions, Chameleon Studio und Braindead Studio. Er ist als Clinician in ganz Europa unterwegs und Dozent an verschiedenen Institutionen in Hamburg.

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