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Er hat sich selbst zerstört


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Grazia - epaper ⋅ Ausgabe 45/2022 vom 03.11.2022

„WENN ICH KRIEG SAGE, DANNMEINE ICH KRIEG!“,drohte Kanye West vorige Woche auf Instagram. Wem die Kampfansage galt? Vermutlich fast allen ehemaligen Fans, Geschäftspartnern, Freunden, Supportern und Kollegen. Denn in den vergangenen Wochen hat der Rapper sich mit allen angelegt, die trotz Provokationen und Skandalen noch zu ihm hielten. Und davon gab es einige!

Dass er ein glühender Anhänger von Donald Trump ist, sich selbst für die Reinkarnation von Jesus hält und gegen Schwangerschaftsabbrüche hetzt, ist zwar irritierend, aber nicht verboten. Dass Kanye der Meinung ist, die Sklaven hätten ein Leben in Leibeigenschaft insgeheim gewollt, war dagegen so unfassbar, dass man sich diese Behauptung nur mit seiner bipolaren Störung erklären konnte: Der Teufel hat ihn geritten, Kanye ...

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Bildquelle: Grazia, Ausgabe 45/2022

Nicht nur eine dreistellige Millionensumme verliert Kanye wohl, sondern auch sämtlichen Zuspruch
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... ist gerade nicht er selbst, Schwamm drüber. Doch was sich der 45-Jährige jetzt geleistet hat, macht selbst treue Wegbegleiter fassungslos. Dazu gehört auch Anna Wintour (72), die Kanye seit zehn Jahren zu ihrem Inner Circle zählt. Die „Vogue“-Chefin war eine der Ersten, die den „Gold Digger“-Interpreten bei seinem Labelstart 2004 als Modemacher akzeptierte. Das renommierte Fashion-Magazin feierte Kanyes Designs, aller Kritik zum Trotz, und adelte den vierfachen Vater jedes Jahr mit einer Ein-ladung zur legendären MET-Gala. Diese Freundschaft war ebenso unkonventionell wie unerschütterlich. Doch jetzt packt ein Branchen-Insider aus: „Anna hat genug. Die Zusammenarbeit mit Mr. West ist beendet.“ Keine Cover-Shootings mehr, keine positiven Reviews, kein Support in der Branche.

Mit seinen „White Lives Matter“-T-Shirts, die er auf dem „YZY“-Runway in Paris vorstellte, schoss sich der 45-Jährige selbst ins berufliche und gesellschaftliche Aus. Er finde es witzig, erklärte er später uneinsichtig, diesen (vom Ku-Klux-Klan verwendeten) Slogan als Schwarzer Mann zu tragen. Sein Kumpel Sean „Diddy“ Combs rief sofort zum Boykott auf: „Zieht das Hemd nicht an. Kauft das Hemd nicht. Spielt nicht mit dem Hemd. It’s not a joke.“ Model Gigi Hadid postete: „Du bist ein Tyrann, eine Witzfigur.“ Und Will Smith’ Sohn Jaden stellte klar: „Das ist keine Kunst. Mir ist schnurzegal, wer Kanye ist.“ Vor Kurzem galt der Ex von Kim Kardashian noch als „der einflussreichste Künstler des Universums“ („Forbes“), nun könnte er in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Viele seiner einstigen Geschäftspartner haben ihn schon fallen lassen – allein deswegen, weil Kanyes Image sonst auf sie abfärben würde. James Jebbia vom Label Supreme ätzt: „Du bist nur ein unsicherer Narzisst, der nach Bestätigung durch die Modewelt lechzt.“ Und Sonia Sygnal, Kreativdirektorin von GAP, beendete die Zusammenarbeit, die eigentlich bis 2026 angelegt war.

Auf diese Entscheidung reagierte Kanye noch gewohnt selbstherrlich: „Jeder weiß, dass ich der Anführer bin, ich bin der König. Und ein König kann nicht im Schloss von jemand anderem leben. Ein König muss sein eigenes Schloss bauen.“

Doch mittlerweile haben ihn noch weitere Modehäuser als untragbar eingestuft – was Kanye langfristig ruinieren könnte. Balenciaga schreibt in einem offiziellen Statement: „Wir haben jede Kooperation sofort beendet und werden mit diesem Künstler auch in Zukunft nicht mehr zusammenarbeiten.“ Und das Luxusfashion-Powerhouse LVMH (zu dem unter anderem Louis Vuitton gehört) hat ebenfalls genug – nachdem Kanye den CEO höchstpersönlich des Mordes an Designer-Genie Virgil Abloh bezichtigte. Der 41-Jährige starb voriges Jahr an Krebs, doch der Rapper verbreitet überall die wirre Theorie, Bernard Arnault hätte ihn auf dem Gewissen. WHAAAT?! Auch seinen größten Partner, Adidas, hat Kanye verloren, weil er in seinen Hassreden zur Gewalt gegen Juden aufrief. „Die jüngsten Äußerungen und Handlungen von Kanye sind inakzeptabel, hasserfüllt und gefährlich“, so ein Sprecher des Sportartikelherstellers. „Sie verstoßen gegen die Werte des Unternehmens wie Vielfalt und Inklusion, gegenseitigen Respekt und Fairness.“ Das Unternehmen stellte die Herstellung der gemeinsamen Produktlinie „Yeezy“ mit sofortiger Wirkung ein, obwohl dies Adidas im laufenden vierten Quartal bis zu 250 Millionen Euro Gewinn kosten werde.

Kanyes Anwältin wird ihn da auch nicht mehr rausboxen: Camille Vasquez (ja, genau die aus dem Johnny-Depp-Prozess) hat erklärt, dass sie ihn nicht länger vertreten wird. Branchen-Insider rechnen aus, dass dem in Ungnade gefallene Rapper nun ein hoher dreistelliger Millionenbetrag durch die Lappen geht. Bei Kanyes luxuriösem Lifestyle sei es nur eine Frage der Zeit, bis er finanziell bankrott geht. Gesellschaftlich ist er schon jetzt am Ende. ■