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Er löschte die ganze Familie aus …: Stille Nacht, blutige Nacht! Vom Weihnachts mann, der Amok lief


die aktuelle Krimi - epaper ⋅ Ausgabe 6/2020 vom 07.12.2019
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Bildquelle: die aktuelle Krimi, Ausgabe 6/2020

So festlich geschmückt wie auf diesem Symbolfoto sah es bei Familie Ortega an Heiligabend 2008 auch aus …


Im Santa-Claus- Kostüm hatte der arbeitslose Ingenieur Bruce Pardo, 45, an Heiligabend in Kalifornien seine Ex-Frau und acht weitere Menschen getötet, das Haus in Brand gesteckt und dann Selbstmord begangen. „Ich habe noch nie etwas Vergleichbares erlebt“, kommentierte ein Anwalt die furchtbare Bescherung

Leuchtende Lichterketten an Hausfassaden, bunt geschmückte Tannenbäume und rotnasige Rentiere im Vorgarten. Weihnachten steht vor der Tür – das Fest der Liebe, der strahlenden Kinderaugen, der ...

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... Herzens-Geschenke. Weihnachten, diese besondere Mischung aus Besinnlichkeit und Freude, die wohlig in unsere Herzen zieht.

Garant glückseliger Tage, die traditionell ganz der Familie gehören. Besonders die Kleinsten können den Weihnachtszauber kaum erwarten.

Auch in den USA. Denn in der Nacht zum 25. Dezember kommt dort Santa Claus zu Besuch – das amerikanische Pendant zu unserem Weihnachtsmann – und macht süße Kinderträume wahr. Alle lieben ihn, diesen freundlich-gemütlichen Gesellen mit seinem Rauschebart und den sehnlichst erwarteten Gaben. Und niemand rechnet damit, dass Santa Claus etwas Böses im Schilde führen und die stille Nacht in eine blutige verwandeln könnte. Doch im Jahre 2008 geschieht es, dass das beschauliche 48 400-Einwohner-Städtchen Covina in Kalifornien (knapp 40 Kilometer südwestlich von Los Angeles) seine furchtbarste Bescherung erlebt! O du fröhliche, o du tödliche Weihnachtszeit … Bei Familie Ortega ist an dem feierlichen Tag die Stimmung heiter und gelöst.

Die Großeltern, Joseph, 80, und Alicia, 70, haben zum Heiligen Abend die gesamte Familie eingeladen: ihre zwei ältesten Söhne, James und Charles, und ihre Töchter, Leticia, Alicia und Sylvia – dazu natürlich alle Enkel.

Insgesamt feiern über 20 Leute eine große Weihnachts-Party. Es gibt ein leckeres Festtagsmenü, es wird gespielt, die Kinder tragen Gedichte vor. Alles scheint fröhlich und friedlich. Jeder bestaunt den nach alter Familientradition liebevoll geschmückten Christbaum. Ja, es ist wirklich ein rundum gelungenes Familienfest! Tochter Sylvia, 43, ist besonders guter Dinge: Sechs Tage zuvor wurde ihre Ehe geschieden. Sie bekam üppige Unterhaltszahlungen in Höhe von fast 1800 Dollar im Monat zugesprochen. Wie unfassbar teuer dieser Unterhalt erkauft sein wird – das kann zu diesem Zeitpunkt niemand ahnen … Die Ortegas sind jedenfalls ziemlich überrascht, als es um halb zwölf Uhr nachts an der Tür klingelt. Wer könnte das wohl sein? Ein Überraschungsgast? Oder ein Nachzügler aus der großen Verwandtschaft? Enkel Michael, 17, und seine kleine Cousine Katrina, 8, laufen aufgeregt zur Tür. Katrinas Freude ist groß, als sie die Tür öffnet und Santa Claus leibhaftig vor ihr steht. Hurra, er ist es wirklich – der Weihnachtsmann in seiner roten Kutte, dem schneeweißen Bart – und mit einem großen Geschenkpaket in der Hand! „Ho, ho, ho“, dröhnt der charakteristische Ruf von Santa Claus, als er in den Hausflur tritt.

Die kleine Katrina ist außer sich vor Freude, begrüßt den speziellen Gast überschwänglich.

Sie ahnt ja nicht, dass hinter der vertrauten Maske der Teufel in Menschengestalt steckt! Im nächsten Moment ereignet sich das Unfassbare: Der verkleidete Mann zückt unter seinem Mantel zwei halb automatische 9-Millimeter- Pistolen hervor. Dann zielt er auf das süße Mädchen und schießt ihm mitten ins Gesicht. Das Kind stürzt zu Boden. Ist es tot? Dem Täter scheint das vollkommen egal zu sein. Er springt über Katrinas Körper, stößt Michael zur Seite und stürmt ins Haus.

Rennt zur erschrocken schreienden Familie ins Wohnzimmer. Schießt wild um sich. Wie im Blutrausch! Im nächsten Moment zielt er auf Sylvia Ortega, feuert ihr und ihrer Mutter Alicia mehrfach in den Bauch. Beide sterben auf der Stelle. Auch Familienoberhaupt Joseph wird von dem Horror-Weihnachtsmann eiskalt exekutiert: Dutzende Schüsse ballert der Amok-Läufer auf ihn ab. Der irre Täter scheint von brennendem Hass getrieben zu sein. Das Massaker will kein Ende nehmen: Aus dem großen Geschenkkarton zieht der falsche Santa Claus einen riesigen Flammenwerfer, wirft ihn an und setzt mit dem ausströmenden Gas das ganze Haus in Brand.

Mächtige Feuerzungen fressen sich in Windeseile durch die Räume. Am Ende flüchtet das Menschen-Monster – da hat es schon 15 Minuten gewütet. Wenig später fliegt das ganze Gebäude mit einem gewaltigen Knall in die Luft. Und mit ihm die armen Menschen. Es ist ein Schlachtfeld, das der abscheuliche Weihnachtsmann hinterlässt …

Leichentransport: Zehn Menschen überlebten das Massaker zum Christfest nicht. Bruce Pardo metzelte erst fast die gesamte Familie nieder, dann tötete er sich selbst


Ein Anblick des Schreckens: Nachbarn stehen am Tag nach dem Weihnachts-Attentat erschüttert vor den Trümmern des Hauses der Familie Ortega in Covina. Unter dem Schutt und der Asche des niedergebrannten Gebäudes fanden die Ermittler die Überreste der Leichen


Die zwei Gesichter des Bruce Pardo: als liebevoller Familienvater (oben, r.) und als das leibhaftige Böse (unten)


Feuerwehr und Polizei treffen Minuten später ein. Den Helfern bietet sich ein Bild des Grauens: „Es sah aus wie nach der Apokalypse“, beschreibt ein Polizist rückblickend die unwirkliche Situation. „Überall Flammen, Trümmer, Rauch, Gestank, verkohlte menschliche Körper. Unfassbar!“ Die Feuerwehr braucht Stunden, um den Brand zu löschen.

Doch wo ist der mörderische Santa Claus? Und wer steckt hinter der Maske? Zum Glück hat eine der Überlebenden den falschen Weihnachtsmann unter seinem Kostüm erkannt.

Leticia, die Mutter der kleinen Katrina, hat sich mit ihrem Mann und dem Mädchen aus dem Haus retten können und gibt der Polizei den entscheidenden Tipp: „Es war Bruce, ich bin mir ganz sicher!“ Sie meint Bruce Pardo, 45, den frisch geschiedenen Mann ihrer Schwester Sylvia. Wurde der Ex durch die Scheidung zur Killer-Bestie? Die Polizei stürmt mit einer Sondereinheit das Haus von Bruce Pardos Bruder Brad im nahe gelegenen Sylmar. Hier ist er seit der Trennung von Sylvia untergekommen und gemeldet.

Die Einsatzkräfte finden den Mann leblos in einer Blutlache. Er hat sich aus der Verantwortung gestohlen und mit seiner Pistole vor dem Eintreffen der Cops selbst gerichtet. Mit einem Kopfschuss. Die Tatwaffe liegt im Schoß des Toten, eine weitere Pistole im Flur. Später findet die Polizei heraus: Eigentlich wollte Bruce Pardo mit einem Mietwagen nach Mexiko fliehen. Doch bei der Explosion des Hauses hat er sich selbst schwere Verbrennungen zugezogen. Offenbar schien ihm die Flucht in seinem schwer verletzten Zustand aussichtslos. Da setzte Bruce Pardo seinem verpfuschten Leben ein Ende.

Santa Claus verkraftete die Scheidung nichtund machte 16 Kinder zu Waisen!

Sie hatte einen Schutzengel: Katrina Yuzefpolsky, 19, überlebte den Weihnachts-Horror mit 8


Neun Menschenleben hat er wie Kerzen ausgelöscht. Ihre Leichen werden später immer, sie lebt in Saus und Braus und er muss jeden Cent umdrehen“, erinnert sich ein Bekannter.

Rechtfertigen kann das eine solch monströse Rache aber nicht! Unfassbares Glück im Unglück hatte die kleine Katrina, die Nichte von Bruce Pardo.

Sie überlebte das Attentat, obwohl ihr ins Gesicht geschossen wurde. Heute ist Katrina ein hübscher Teenager. Von der Schusswunde ist so gut wie nichts mehr zu sehen.

Tapfer sagt sie: „Ich werde meinem Onkel nie verzeihen.

Aber heute kann ich Weihnachten wieder feiern.

Es gibt ein Leben nach der Hölle! Zum Glück …“


Fotos: Alamy, dpa/picture-alliance, Getty Images, laif/Polaris, Shutterstock, splashnews.com