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erfindung: Das verlängerte Ohr


Vital - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 11.03.2020

Noch mehr als der berühmte weiße Kittel gilt das Stethoskop als das optische Aushängeschild für den Arztberuf. Erst seit etwa 200 Jahren steht Medizinern dieses Hilfsmittel zum Abhören der inneren Körpergeräusche zur Verfügung


SERIE: Sternstunden der Medizin

„Machen Sie sich jetzt bitte oben einmal frei“ - diese ärztliche Bitte kommt uns völlig normal vor, wenn Herztöne oder Atemgeräusche abgehört werden sollen. Die Ärztin oder der Arzt stöpselt sich die zwei Kopfteile des zuvor um den Hals baumelnden Stethoskops in die Ohren, mit dem (meist unangenehm kalten) Endstück berührt sie oder er Brust ...

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Bildquelle: Vital, Ausgabe 4/2020

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... und Rücken und lauscht: „Tief einatmen … Luft anhalten … und wieder ausatmen.“

Mit Abstand bessere Töne

In seiner Not greift der Mediziner kurzerhand zu einem Blatt Papier, rollt es zu einer trichterförmigen Röhre und bringt somit etwas schamhafte Distanz zwischen seine und die weibliche nackte Haut. Was ihn überrascht: Durch die Röhre hört er die Körpergeräusche nicht etwa schlechter, sondern sogar lauter und deutlicher. Er widmet sich daraufhin verstärkt dem Auskultieren, so der Fachbegriff für das Abhören des Körpers, und entwickelt 1816 das erste Stethoskop („stethos“ = Brust), mit dem er den Weg ebnet, künftig viel genauer und zuverlässiger Erkrankungen des Herzens und der Brustorgane diagnostizieren zu können.

Laënnecs Prototyp besteht aus Holz - und weil seine Kollegen sofort auf diese neue Methode anspringen, dauert es nur wenige Jahre, bis sein Gerät immer mehr verfeinert wird. In den 1850er Jahren bekommt das Stethoskop zwei Ohrstücke, einen Gummischlauch und ein trichterförmiges Endstück, 1884 eine Wasserdichtung. 1963 lässt schließlich der Kardiologe Dr. David Littmann sein Modell patentieren, das gleichzeitig über einen Trichter und eine Membran verfügt - wie die heutigen Doppelkopf-Stethoskope. Mit ihm lassen sich sowohl die hohen als auch die tiefen Tonfrequenzen abhören.

René Laënnec

Der Medizinpionier konstruierte und nutzte für Untersuchungen ein Hör-Röhrchen aus Holz, es ähnelte somit vielmehr einem Fernrohr als dem heute gebräuchlichen Stethoskop (unten) mit zwei Ohrstücken, flexiblem Schlauch und einem speziellen Endstück

Diagnosen über den Hörsinn


Die Zufallserfindung des Dr. Laënnec legt also eine regelrechte Traumkarriere hin. Stethoskope ermöglichen es Ärzten, Störgeräusche zu beurteilen, die auf krankhafte Veränderungen oder Beeinträchtigungen von Organen hinweisen. Doch sie können auch Keime weitertragen. Nach einer Studie der University of Houston (USA) werden nur 18 Prozent nach Benutzung korrekt desinfiziert. Auf der Membran des Abhörknopfes sitzen teilweise mehr Bakterien als auf der Hand des Arztes. Auch hier kommt es also auf Hygiene an, um die Ausbreitung von Krankheitskeimen zu unterbinden.

Neuartige Ultraschallgeräte in Größe einer Fernbedienung könnten irgendwann das gute „alte“ Stethoskop verdrängen, wie US-Forscher behaupten: „Warum sollten wir uns nach Geräuschen orientieren, wenn wir auch alles sehen können?“ Warten wir’s ab.

GESUCHT GEFUNDEN

Erkältungsviren im Endspurt
Über den langen Winter fehlt Sonnenlicht und damit Vitamin D. Auch die Zufuhr von Mikronährstoffen aus frischem Obst und Gemüse lässt saisonbedingt zu wünschen übrig - mit Folgen für unser Immunsystem: Die Abwehr schwächelt, und wir fangen uns gerade an den ersten schönen Tagen schnell eine Erkältung ein. Spezialextrakte aus der Spirulina-Alge und aus Hiratake-Pilzen stimulieren Fress- und Killerzellen, unsere Immunabwehr kommt damit schnell wieder in Fahrt (z. B. „immunLoges“, in Apotheken).

ZAHL DES MONATS: 827 033

Menschen haben sich im vergangenen Jahr als Stammzellenspender beim Zentralen Knochenmarkspender- Register Deutschland (zkrd.de) typisieren lassen - so viele wie noch nie zuvor. Stammzellenspenden kommen u. a. bei der Behandlung von Leukämie oder bei großflächigen, schweren Brandverletzungen zum Einsatz.


FOTO: ISTOCK (1)

FOTOS: ADOBE STOCK (1). REDAKTION: ANDREA BERNING