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Erkältungen behandeln mit TCM: Dem Infekt eins Infekt husten


Bio - natürlich gesund leben - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 02.10.2019

Alle Jahre wieder beginnt im Herbst die Erkältungs- und Grippezeit. Viele Menschen leiden in der kalten Jahreszeit zudem unter wiederkehrenden Infekten. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) behandelt nicht nur Erkältungen und Grippe auf natürliche Weise. TCM-Expertin Dr. Andrea Hellwig-Lenzen gibt auch Tipps, wie das Immunsystem gestärkt und so weniger anfällig für die lästigen Infekte wird.


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Bildquelle: Bio - natürlich gesund leben, Ausgabe 5/2019

Die Nase läuft, der Hals tut weh, die Glieder schmerzen. Wer kennt sie nicht, die Vorboten einer Erkältung? Manchmal schleicht sich der Infekt langsam heran, kündigt sich über Tage durch leichte Beschwerden ...

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... an. Manchmal aber überfällt einen die Erkrankung auch regelrecht mit Fieber, Schwäche und Fließschnupfen. Ein solch plötzlicher und heftiger Beginn ist eher typisch für eine richtige Grippe. Sie verläuft oft schwerer und dauert länger als eine übliche Erkältung, die auch als grippaler Infekt bezeichnet wird.

Erkältungen und Grippe werden durch unterschiedliche Erreger ausgelöst. Für die Grippe verantwortlich sind die Orthomyxoviren, die sich in die Typen A, B und C unterteilen. Für den Menschen sind die Influenza-A- und -B-Viren besonders relevant – gegen sie werden jedes Jahr aufs Neue Grippeimpfstoffe entwickelt und angeboten. Die schnöden, aber lästigen Erkältungen dagegen werden von mehr als 30 verschiedenen Erregern (etwa Rhino- und Coronaviren) hervorgerufen. Schwierig, einem Infekt zu entgehen!

SO HILFT DIE TRADITIONELLE CHINESISCHE MEDIZIN

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) als eines der weltweit großen Medizinsysteme bietet die Möglichkeit, Erkältungen und Grippe auf natürliche Weise zu behandeln – vor allem mit entsprechenden Arzneimitteln und Akupunktur. Ergänzend ist je nach Bedarf aber auch die chinesische Ernährungstherapie sinnvoll, zudem können Selbstmassagen und Bewegungsübungen aus dem Qi Gong hilfreich sein. In der Akutphase werden die Beschwerden, in der symptomfreien Zeit die Ursachen von Infekten behandelt.

Diese Differenzierung ist in der Chinesischen Medizin sehr wichtig, da jeweils sehr unterschiedliche Therapiestrategien verfolgt werden müssen. Besteht eine ausgeprägte Infektanfälligkeit, empfiehlt sich ein Behandlungszyklus in der symptomfreien Zeit, um das Immunsystem zu stärken. Hier sollte die Behandlung der Ursachen etwa drei Monate vor der „Saison“, also im Sommer, begonnen werden. Damit lässt sich einer Anfälligkeit für Erkältungen und Grippe vorbeugen.

DIE ROLLE DES WINDES

In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden bei gesundheitlichen Störungen unter anderem krankmachende Faktoren unterschieden. Zu ihnen gehören äußere klimatische Faktoren: Wind, Kälte, Hitze und Feuer, Feuchtigkeit und Trockenheit. Im alten China wurde die starke Ähnlichkeit zwischen Veränderungen des Gesundheitszustands und klimatischen Änderungen bereits sehr früh betont. Für das Entstehen von Erkältungen oder auch einer Grippe ist in erster Linie Wind verantwortlich. Die Chinesische Medizin unterscheidet dabei verschiedene Typologien von Erkältungen und Grippe. Zwei Muster – der Infekt vom Wind-Kälte-Typ und der vom Wind-Hitze-Typ – kommen besonders häufig vor.

INFEKT-TYP 1: WIND-KALTE

Erkältungen dieses Typs treten vermehrt in den kalten Jahreszeiten auf oder bei direktem Kontakt mit kalter Zugluft (etwa bei Klimaanlagen). Typische Symptome sind eine erhöhte Kälteempfindlichkeit, leichtes Fieber, Kopf-, Körper- und Gliederschmerzen sowie Nackensteifigkeit.

Wind-Kälte beeinträchtigt zunächst unser Abwehr-Qi (Qi steht für Lebensenergie), das jetzt nur noch bedingt die nötige Wärme entwickeln kann, um die krankmachenden Faktoren Wind und Kälte wieder aus dem Körper zu vertreiben. Daher kommt es nur zu einem leichten Fieber. Die Poren unserer Haut ziehen sich durch die festsitzende Kälte zusammen. Deshalb können wir nicht oder nur sehr wenig schwitzen. Das Öffnen der Poren und das Auslösen von Schwitzen sind jedoch wichtig, um Wind und Kälte wieder aus dem Körper zu vertreiben. Um das Schwitzen zu fördern, sollten Sie jetzt vermehrt warme Suppen und Getreidebreie zu sich zu nehmen und sich anschließend mit einer warmen Decke zudecken. Auch ein heißer Tee aus frischem Ingwer mit etwas Honig hilft.

DR. ANDREA HELLWIG-LENZEN
führt als Heilpraktikerin eine eigene Praxis für Chinesische Medizin in Berlin und ist Gastprofessorin an der TCM-Universität Chengdu. Bis Mitte 2019 war sie Erste Vorsitzende der AGTCM (Arbeitsgemeinschaft für Klassische Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin e.V.).

Kopf- und Gliederschmerzen sowie Nackensteifigkeit sind typische Symptome von Erkaltungen des Wind-Kalte-Typs.



„In der Akutphase werden die Beschwerden behandelt, in der symptomfreien Zeit die Ursachen der Infekte“


Die Kälte verschließt nicht nur die Poren, sondern sie friert auch unsere Muskeln und Gelenke ein, wodurch es zu ausgeprägten Glieder- und Körperschmerzen kommt. Besonders betroffen sind häufig der Nacken und der Hinterkopf, an denen der Wind besonders leicht in den Körper eindringen kann. Dort sitzen auch die als „Windpunkte“ bezeichneten Akupunkturpunkte, die dafür verwendet werden, den Wind wieder aus dem Körper zu vertreiben.

Der Wind und die Kälte dringen auch über die Atemwege in den Körper ein und behindern den Qi-Fluss des Lungensystems. Wenn das Lungen-Qi nicht mehr ungehindert zirkulieren kann, kommt es zu einer verstopften Nase und Behinderung der Atmung, was in Husten resultiert. Durch die Kälte wird die Umwandlung von Körperflüssigkeiten in Lunge und Nase eingeschränkt. Es entsteht vermehrt klares Sekret, das sich durch eine laufende Nase und/oder durch Abhusten von klarem oder weißem Schleim zeigt.

Anwendungen bei Wind-Kälte: So helfen Sie sich selbst

Tuina-Massage und Akupressur lindern viele Erkältungssymptome. Diese Akupunkturpunkte können Sie mit Akupressur stimulieren

Gallenblase 20:

Dies ist ein wichtiger Punkt, um Wind aus dem Kopfbereich auszuleiten. Er befindet sich in einer Grube seitlich am Hinterkopf in Höhe des Ohrläppchens.

Dickdarm 20:

Dieser Punkt vertreibt Wind und öffnet die Nase, damit die Schleimhäute abschwellen können. Er befindet sich in der Falte, die vom Nasenflügel zum Mundwinkel reicht, auf Höhe des Unterrands der Nasenflügel.

Lunge 1:

Dieser Punkt wirkt stärkend und beruhigend auf das Atemsystem. Er liegt drei Fingerbreiten unterhalb des äußeren Endes des Schlüsselbeins in einer Vertiefung am äußeren Rand des Brustmuskels hin zum Schultergelenk.

Massage zur Behandlung von Wind-Kälte

1 Stellen Sie sich aufrecht hin, die Beine stehen schulterbreit auseinander, die Füße haben Kontakt zum Boden.

2 Atmen Sie mehrmals langsam tief durch die Nase ein und durch den Mund aus.

3 Reiben Sie die Hände warm.

4 Legen Sie die Hände auf das Gesicht und schieben Sie sie dreimal geradlinig auf und ab.

5 Drücken und kneten Sie kreisend den Punkt Dickdarm 20 beidseitig mit den Zeigefingern.

6 Drücken und kneten Sie kreisend den Punkt Gallenblase 20.

7 Drücken und kneten Sie kreisend den Punkt Lunge 1.

8 Beklopfen Sie den Brustkorb kräftig mit den Fingern oder der Faust.

9 Reiben Sie kräftig das Kreuzbein mit beiden Händen auf und ab, bis sich ein starkes Wärmegefühl einstellt.

10 Schließen Sie die Augen und ruhen Sie etwas nach.

Anwendungen bei Wind-Hitze: So helfen Sie sich selbst

Bei Erkältungen und grippalen Infekten vom Wind-Hitze-Typ gilt es, die Hitze abzuleiten und die Organe zu harmonisieren. Stimulieren Sie folgende Akupunkturpunkte, um Hitze zu kühlen:

Lunge 5:

Dieser Punkt ist gut geeignet, um Hitze zu kühlen. Er befindet sich in der Beugefalte des Ellenbogens. Legen Sie den gegenseitigen Daumen in die Beugefalte und massieren Sie ausgiebig.

Blase 2:

Dieser Punkt vertreibt Wind und kühlt Hitze. Er befindet sich jeweils in einer Vertiefung am Beginn der Augenbrauen an der Nasenwurzel. Massieren Sie diese beiden Punkte mit den Zeigefingern.

Dickdarm 11:

Dieser Punkt kühlt Hitze und stärkt das Immunsystem. Sie können ihn am besten finden, wenn Sie den Ellenbogen um 90 Grad anwinkeln. Er liegt in einer Vertiefung an der Ellenbogenaußenseite. Legen Sie den Arm in die Hand der Gegenseite und massieren Sie diesen Punkt mit dem Daumen.

Dickdarm 4:

Dieser Punkt hat einen besonderen Bezug zur Nase. Er vertreibt Wind und Hitze. Er befindet sich auf dem Handrücken in der Kuhle zwischen den Daumen- und Zeigefinger-Mittelhand-Knochen. Dieser Punkt ist bei vielen Menschen schmerzhaft oder druckempfindlich. Massieren Sie dort mit dem Daumen der anderen Hand ausgiebig. Achtung: Diesen Punkt sollten Sie nicht während der Schwangerschaft stimulieren!

Massage zur Behandlung von Wind-Hitze

Folgen Sie bis Punkt 7 der Massageanleitung zur Behandlung von Wind-Kälte auf Seite 13 und fahren Sie danach folgendermaßen fort:

8 Drücken und kneten Sie kreisend Lunge 5 mit dem Daumen der gegenseitigen Hand.

9 Drücken und kneten Sie kreisend und gleichzeitig beide Blase 2-Punkte.

10 Drücken und kneten Sie kreisend Dickdarm 4 mit dem Daumen der gegenseitigen Hand. Drücken und kneten Sie kreisend

11 Dickdarm 11 mit dem Daumen der gegenseitigen Hand.

12 Beklopfen Sie den Brustkorb kräftig mit den Fingern oder der Faust.

13 Reiben Sie kräftig das Kreuzbein mit beiden Händen auf und ab, bis sich ein starkes Empfinden von Wärme einstellt.

14 Schließen Sie die Augen und spüren Sie etwas nach.

Erkältungen nach dem Wind-Hitze-Muster gehen üblicherweise mit hohem Fieber und Halsschmerzen einher.


Wen ein Infekt vom Wind-Hitze-Typ erwischt hat, der kann sich mit Minze und Zitrone behelfen; beide wirken kuhlend.


INFEKT-TYP 2: WIND-HITZE

Bei Erkältungen mit dem zugrunde liegenden Muster Wind-Hitze kommt es zu deutlichen Symptomen in Form von hohem Fieber und Halsschmerzen, aber auch Entzündungen. Die Hitze staut sich in der Haut- und Muskelschicht, der äußersten Schicht unseres Körpers. Hier zirkuliert unser Abwehr-Qi, das durch das vorhandene Zuviel an Hitze in seinem Fluss blockiert wird. Es kommt zu einer deutlichen Hitzeentwicklung, hohes Fieber ist möglich, das durch stärkeres Schwitzen begleitet sein kann.

Durch die anhaltende Wind-Hitze werden unsere Atemwege und damit auch der Hals-Rachenbereich angegriffen. Wir spüren dies als Halsschmerzen mit gerötetem und geschwollenem Rachen, Rachentrockenheit und einer verstopften Nase mit gelbem Sekret.

Greift die Wind-Hitze unser Lungensystem an, trocknen die Schleimhäute unseres Atemtrakts aus und die Funktionsfähigkeit der Schleimhäute ist beeinträchtigt – Husten stellt sich ein. Da die Schleimhäute ausgetrocknet und durch die Wind-Hitze „verbrannt“ sind, entsteht ein klebriger, gelb gefärbter Auswurf. Ein weiteres Hitze-Zeichen zeigt sich durch verstärktes Durstgefühl, da die Hitze die Körperflüssigkeiten angreift.

Bei einem Infekt vom Wind-Hitze-Typ sollten Sie scharfe und heiße Substanzen wie Ingwer oder Chili unbedingt vermeiden. Dieser kann Symptome wie Halsschmerzen oder auch Fieber verstärken. Verwenden Sie hier vielmehr Tees mit Pfefferminze, vielleicht sogar mit einem Spritzer Zitrone. Die Minze und auch die Zitrone haben kühlende Eigenschaften, selbst wenn sie als heißer Tee getrunken werden.

QI – WICHTIG FUR UNSERE ABWEHRKRAFTE

Der Wind spielt also nach dem Verständnis der Traditionellen Chinesischen Medizin eine wesentliche Rolle, wenn uns eine Erkältung oder auch Grippe erwischt. Es ist demnach wichtig zu verhindern, dass zu viel Wind in den Körper eindringt. Aber wie?

Spaziergänge an der frischen Luft, Phasen der Ruhe und regelmäßige Bewegung stärken auch in der kalten Jahreszeit unsere Abwehrkräfte.


Für die Funktionsfähigkeit und Lebenskraft von Körper, Seele und Geist sind verschiedene Substanzen wesentlich. Eine zentrale Rolle spielt dabei das sogenannte Qi. Es kann vereinfacht als „Energie“ oder „Lebensenergie“ übersetzt werden. Ist ausreichend Qi vorhanden und kann es ungehindert durch den gesamten Körper fließen, sind wir gesund. Ist das Qi schwach und/oder ist der Fluss gestört, kommt es zu gesundheitlichen Störungen. Bei Anfälligkeit für Erkältungen und Grippe ist vor allem das Abwehr-Qi geschwächt. Wichtig ist also, dass wir unser Qi pflegen und regelmäßig aufbauen. Es wird mithilfe verschiedener innerer Organe produziert: der Milz, der Lunge und der Nieren. Allerdings umfassen diese Organe nach dem Verständnis der TCM jeweils eigene Funktionskreise und decken sich nur zum Teil mit den Vorstellungen der westlichen Medizin:

→Die Milz gewinnt über die Verdauung Qi aus der Nahrung (Nahrungsenergie, Milz-Qi).

→Die Lunge versorgt uns über die Atmung mit Sauerstoff und Qi (Atmungsenergie, Lungen-Qi).

→Die Nieren sind Energiespeicher. Das Nieren-Qi ist vererbt und nimmt im Lauf des Lebens ab.

DAS QI MIT EINFACHEN MITTELN STARKEN

Alle drei Bereiche – Milz-, Lungenund Nieren-Qi – lassen sich mit einfachen Maßnahmen stärken. Bei Erkältungen wird in der TCM vor allem großer Wert auf die Pflege der Milz gelegt. Das Milz-Qi wird mithilfe hochwertiger gedünsteter oder gekochter Nahrung gekräftigt, die zu einem Großteil aus Gemüse besteht. Fleisch kommt nur in Maßen auf den Tisch. Vor allem im Winter sollte zudem wenig Rohkost auf dem Speiseplan stehen.

Zwei Mal am Tag warm zu essen, ist eine der Grundregeln der chinesischen Ernährungslehre. Um die Funktionsfähigkeit der Milz zu erhalten beziehungsweise zu stärken und damit die Abwehrkräfte aufzubauen, empfiehlt sich besonders im Herbst und im Winter ein warmes Frühstück. Auch während einer akuten Erkältung hilft dies, schneller wieder gesund zu werden. Für deutsche Esser ist so ein warmes Frühstück zwar erst einmal gewöhnungsbedürftig. Doch mit warmem Porridge, Hirsebrei oder süßem Reis am Morgen, jeweils mit frischem Obst oder Kompott verfeinert, freundet sich der Magen schnell an. Wer es herzhafter mag, kann auch Brühen mit Gemüseeinlagen als erste Mahlzeit am Tag zu sich nehmen.

Es gibt einige Lebensmittel, die gezielt die Milz stärken und möglichst regelmäßig auf dem Speiseplan auftauchen sollten. Diese sind: Reis, Hafer, Amaranth, Hirse, Kürbis, Möhren, Fenchel, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Äpfel (süß, gedünstet, ideal als Kompott), Huhn (Hühnerbrühe), Rindfleisch (Rinderbrühe), Sesam, Nüsse (in Maßen!).

Warmes Hirse-Frühstück

Zutaten fur 2 Personen:

1 Tasse Hirse, 3 Tassen Wasser, 4 EL Walnüsse, 300 g Pflaumen, 1/2 TL Zimtpulver, Saft einer halben Zitrone, 1/2 TL Kakaopulver, Agavendicksaft nach Bedarf Zubereitung:

e Abwehrkräfte.

1. Hirse mit heißem Wasser in einem Sieb gründlich waschen. Dann 2 Tassen Wasser zugeben (Hirse-Wasser-Verhältnis: 1:2) und zum Kochen bringen.

2. Walnüsse grob hacken, mit dem geriebenen Ingwer zur Hirse geben und 10 bis 15 Minuten auf kleiner Flamme weich kochen.

3. Pflaumen waschen, halbieren, entkernen und mit Wasser und Zimtpulver in einen Topf geben. Etwa 10 Minuten zu einem Kompott einkochen.

4. Hirse mit Zitronensaft und Kakaopulver vermischen und in einem Schälchen anrichten. Dazu Kompott servieren. Bei Bedarf mit Agavendicksaft süßen. 16 5

YANG-SHENG-BUCHREIHE

„Yang Sheng – die Kraft in mir“ lautet der Name einer Buchreihe zum Präventionskonzept der Chinesischen Medizin im oekom verlag. Jeder der voraussichtlich 24 Bände stellt ein bestimmtes Krankheitssymptom, einen gesundheitlichen Gefährdungsbereich in den Mittelpunkt. Bereits erschienen sind die Bände „Gesund leben mit Chinesischer Medizin“, „Wunschgewicht“ und „Heuschnupfen“. Im Herbst 2019 erscheinen die Themen „Grippe und Infekte“ sowie „Kopfschmerzen und Migräne“. Ziel der Reihe ist es, Menschen in die Lage zu versetzen, selbst aktiv zu werden: therapiebegleitend, aber vor allem auch vorbeugend. Dazu enthält jeder Band leicht umsetzbare Anleitungen zu Ernährung, Bewegungsübungen und Akupressur, Selbsttests und Checklisten.

BEWEGUNG UND AUSREICHEND SCHLAF

Neben dem Milz-Qi wollen aber auch das Lungen- und das Nieren-Qi gepflegt werden. Auch hier lässt sich einiges selbst tun. Durch regelmäßige Bewegungs- und Atemübungen aus dem Qi Gong wird die Lunge unterstützt. Und für die Nierenenergie ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ruhe und Aktivität wichtig. Achten Sie also auf ausreichend Schlaf und Ruhephasen. So können Sie sich regenerieren, die Abwehr stärken und neue Kräfte aufbauen. Und der Erkältung eins husten.

BUCHTIPP

GRIPPE UND INFEKTE. GESUND LEBEN MIT CHINESISCHER MEDIZIN «

Johannes Bernot, Andrea Hellwig-Lenzen, Claudia Nichterl u.a., oekom 2019, 144 Seiten, 17 Euro


FOTO: Deagreez | iStock.com

FOTOS: Andrea Hellwig-Lenzen; PeopleImages | iStock.com; Corinna Brix

FOTOS: Thomas_EyeDesign | shutterstock; Iryna, Yü Lan | AdobeStock; Corinna Brix

FOTOS: Djoromino | AdobeStock; art_of_galaxy, PavelKant | shutterstock