Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 3 Min.

ERNÄHRUNG: Gefährlich oder unentbehrlich?


Geliebte Katze - epaper ⋅ Ausgabe 6/2020 vom 19.05.2020

Viele Zusatzstoffe im Katzenfutter haben einen schlechten Ruf. Ohne geht es aber meistens nicht, denn ausschließlich mit natürlichen Zutaten ist die Zubereitung einer vollwertigen Katzennahrung kaum möglich


Artikelbild für den Artikel "ERNÄHRUNG: Gefährlich oder unentbehrlich?" aus der Ausgabe 6/2020 von Geliebte Katze. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Geliebte Katze, Ausgabe 6/2020

Unter der Lupe Zusatzstoffe finden sich in jedem Katzenfutter


Das perfekte Katzenfutter enthält die gleichen Inhaltsstoffe in der gleichen Zusammensetzung wie eine Maus, ein Vogel oder ein anderes kleines Beutetier. Das ist mit natürlichen Zutaten wie Fleisch, Fisch und Gemüse alleine kaum zu schaffen, denn irgendwas fehlt dabei immer. Zusatzstoffe sollen diese Mängel ausgleichen.

Unter dem Begriff ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 2,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Geliebte Katze. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 6/2020 von AKTUELL: NEUES AUS DER KATZENWELT. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
AKTUELL: NEUES AUS DER KATZENWELT
Titelbild der Ausgabe 6/2020 von TITELTHEMA: Ein Miau sagt mehr als 1000 Worte. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TITELTHEMA: Ein Miau sagt mehr als 1000 Worte
Titelbild der Ausgabe 6/2020 von TITELTHEMA: Ausdrucksstark. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TITELTHEMA: Ausdrucksstark
Titelbild der Ausgabe 6/2020 von Tollwut bei Katzen: Tödliches Souvenir. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Tollwut bei Katzen: Tödliches Souvenir
Titelbild der Ausgabe 6/2020 von GESUND & FIT: GROSSER RATGEBER. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
GESUND & FIT: GROSSER RATGEBER
Titelbild der Ausgabe 6/2020 von IMPORTRAIT: Russisch Blau. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
IMPORTRAIT: Russisch Blau
Vorheriger Artikel
Tollwut bei Katzen: Tödliches Souvenir
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel GESUND & FIT: GROSSER RATGEBER
aus dieser Ausgabe

... „Zusatzstoffe“ werden alle Stoffe zusammengefasst, die zur Futterzubereitung zusätzlich zu den natürlichen Zutaten verwendet werden. Man unterscheidet ernährungsphysiologische, sensorische, technologische und zootechnische Zusatzstoffe.

Das gesunde Plus: Diese Vitamine sind wichtig

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe ergänzen Nähr- und Vitalstoffe im Futter, die über die natürlichen Zutaten nicht ausreichend geliefert werden oder im Herstellungsprozess verloren gehen. Es handelt sich dabei um Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und bei Katzen auch Taurin. Sehr häufig werden Vitamin A und Vitamin D im Katzenfutter zugesetzt. Katzen haben einen vergleichsweise hohen Bedarf an Vitamin A, weil sie diese Vitamine nicht wie Menschen aus Beta-Karotinen in Gemüse gewinnen können. Und während beim Menschen die Haut unter UV-Licht Vitamin D bildet, sind Katzen auf eine Zufuhr von Vitamin D mit der Nahrung angewiesen. Bei den Mineralstoffen kann bei den Zutaten ein Mangel an Kalzium bestehen, der über den Zusatz des Mineralstoffs ausgeglichen werden muss. Das ist besonders bei Futter für Katzen im Wachstum wichtig, weil sie viel Kalzium zum Aufbau gesunder Knochen und Zähne brauchen.

Die Aminosäure Taurin ist für Katzen essentiell

Auch Spurenelemente wie beispielsweise Eisen, Jod, Kupfer, Zink, Mangan und Selen sind in den Grundzutaten häufig in zu geringer Menge vorhanden. Eisen wird wie auch Kupfer für die Blutbildung gebraucht. Jod ist unerlässlich für die Schilddrüsenfunktion. Zink fördert die Hautgesundheit und die Immunfunktion. Ein Mangel an Mangan kann Entwicklungsstörungen bei Kätzchen im Mutterleib verursachen und ein Selenmangel kann Erkrankungen der Muskulatur, allgemeine Schwäche und eine Abwehrschwäche hervorrufen.

Besonders wichtig im Katzenfutter ist der Zusatz von Taurin. Ein Mangel an Taurin kann zu Herzkrankheiten, Erblindung, Nervenkrankheiten und einer Immunschwäche führen. Taurin ist eine Aminosäure, die in Fleisch eigentlich ausreichend vorhanden ist, aber bei der Zubereitung von Kat- zenfutter zerstört wird. Um die Katze mit genügend Taurin zu versorgen, muss das Futter daher mit Taurin als Zusatzstoff angereichert werden.

Zucker im Katzenfutter: Das menschliche Auge isst mit

Sensorische Zusatzstoffe sollen das Futter appetitlich machen. Gekochtes Fleisch ist in der Regel von grauer Farbe. Viele Hersteller verwenden geringe Mengen an Karamell, um dem Futter eine appetitliche braune Farbe zu verleihen. Der Zusatz Karamell, also letztlich Zucker, im Katzenfutter ist umstritten, aber bisher konnte nicht nachgewiesen werden, dass dieser immerhin natürliche Zusatzstoff Katzen schadet.

Darüber hinaus werden verschiedene Aromastoffe zur Verbesserung von Geruch und Geschmack eingesetzt. Dabei kann es sich um natürliche Gewürze, wie beispielsweise Kräuter, aber auch um synthetische Aromen handeln. Diese Würzmittel haben jedoch keineswegs etwas mit Lock- oder Suchstoffen zu tun – wenn sie solche Eigenschaften hätten, würden sie nicht als Zusatzstoffe zugelassen werden.

Technologische Zusatzstoffe werden für den Herstellungsprozess oder die Lagerfähigkeit des Futters gebraucht. Zu den technologischen Zusatzstoffen zählen beispielsweise Bindemittel, Stabilisatoren, Antioxidationsmittel und Konservierungsstoffe. Dosenfutter kommen ohne Konservierungsstoffe aus, weil sie durch die hohe Erhitzung und die dichte Dosenverpackung bis zum Öffnen keimfrei sind. Trockenfutter müssen hingegen mit Konservierungsmitteln geschützt werden, weil sonst empfindliche Inhaltsstoffe, wie beispielsweise hochwertige Öle oder Vitamine, bei längerer Lagerung zerstört werden würden.

Zootechnische Zusatzstoffe für gesunde Harnwege

Zootechnische Zusatzstoffe dienen dem Wohlbefinden und der Gesunderhaltung von Tieren. Dazu gehören zum Beispiel verdauungsfördernde Fermente oder Stoffe, die die wichtige Darmflora ernähren und stabilisieren. Bei Katzen werden häufig Stoffe zur Ansäuerung des Harns eingesetzt. Sie verhindern die Bildung von Harngrieß und Harnsteinen.

Die meisten Katzen vertragen die zugelassenen Zusatzstoffe sehr gut. Im Einzelfall kann es aber auch zu Unverträglichkeiten oder zu Allergien kommen. Falls dieser Verdacht besteht, sollte man den Tierarzt zurate ziehen. Er kann abklären, ob hinter den Symptomen vielleicht eine andere Ursache steckt. Wenn der Tierarzt keine andere Ursache ausmachen kann, sollte man das fragliche Futter erst einmal absetzen und für mehrere Wochen eine vom Tierarzt verordnete Spezialkost ausprobieren. Wenn die Symptome in dieser Zeit abgeklungen sind, sollte man einen Fütterungsversuch mit dem alten Futter machen. Wenn nun die Beschwerden zurück kehren, ist der Beweis erbracht, dass es am Futter liegt. Ob aber tatsächlich die Zusatzstoffe und nicht etwa andere Inhaltsstoffe des Futters die Beschwerden verursacht haben, kann erst bei weiteren Futtertests herausgefunden werden.

Schmeckt’s?
Aromastoffe sollen Gaumenfreuden zaubern


Das Auge isst mi
t Zumindest das menschliche. Katzen ist die Optik egal


Allergisch?
Unverträglichkeiten äußern sich u. a. durch Juckreiz


Nicht jeder Hersteller deklariert Zusatzstoffe transparent

Der Hersteller muss auf der Packung alle Zusatzstoffe angeben, für die Höchstgehalte gesetzlich festgelegt sind. Zusatzstoffe ohne Mengenbegrenzung muss er nicht auf der Packung deklarieren. Aber er ist verpflichtet, den Tierbesitzer auf Nachfrage über alle im Futter verwendeten Zusatzstoffe zu informieren. Wer also wissen möchte, was im Lieblingsfutter seiner Katze wirklich alles drin ist, sollte sich beim Hersteller erkundigen. Die Kontaktadresse des Herstellers steht auf der Futterpackung.

Grundsätzlich dürfen Hersteller nur vom Gesetzgeber zugelassene Zusatzstoffe verwenden. Bei der Zulassung wird geprüft, ob der Zusatzstoff gesundheitlich unbedenklich ist. Darüber hinaus werden nur Zusatzstoffe zugelassen, die einen nachgewiesenen Nutzen haben.


Fotos: Shutterstock (5)