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ERNÄHRUNG: Ran an den Speck! So geht gesundes Abnehmen


Partner Hund - epaper ⋅ Ausgabe 8/2019 vom 03.07.2019

Übergewicht ist mehr als nur ein optischer Makel. Es kann erhebliche gesundheitliche Folgen haben. Die Fachtierärztin Dr. Susan Kröger erklärt, wie bei Ihrem Hund die Pfunde nachhaltig purzeln, ohne dass Sie vollständig auf Leckerlis verzichten müssen


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Bildquelle: Partner Hund, Ausgabe 8/2019

Wie jetzt – Leckerlis gestrichen? Nicht dein Ernst …?!


Dr. Susan Kröger

ist Fachtierärztin für Tierernährung und Diätetik. In Berlin führt sie eine tierärztliche Ernährungsberatung für Hunde und Katzen.www.tierernaehrung-kroeger.de

Ubergewicht bei Hunden ist keinesfalls nur ein optisches Problem. Je nach Auspragung handelt es sich um eine Erkrankung. ...

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... Adipositas (Fettleibigkeit) kann erhebliche weitere gesundheitliche Probleme verursachen. Hierzu gehoren u. a. Diabetes mellitus und Gelenkserkrankungen, aber auch Hautprobleme und Tumorerkrankungen konnen durch Ubergewicht begunstigt werden. Zudem kann die Lebenszeit ubergewichtiger Hunde verkurzt sein.

Anhaltspunkte für den Halter

Hundehalter konnen sich anhand einiger Punkte selbst ein Urteil bilden. Hierzu zahlt zunachst regelmasiges Wiegen. In der Regel haben Hunde zu dem Zeitpunkt, an dem sie ausgewachsen sind (je nach Rasse zwischen ein und zwei Jahren) ihr Normalgewicht erreicht, welches als Orientierung dienen kann. Des Weiteren kann die Korperkondition beurteilt werden. Bei einem normalgewichtigen Hund sollten die Rippen nicht sichtbar, aber mit leichtem Druck fuhlbar sein. Die Taille ist von oben betrachtet gut zu erkennen und von der Seite gesehen zieht die Bauchlinie in Richtung Becken nach oben.

Wann ist ein Hund übergewichtig?

Zur Einschatzung des Ausmases des Ubergewichts konnen folgende Richtwerte angesetzt werden:

• 10 % uber dem Normalgewicht gilt als beginnende Adipositas,

• 20 % uber dem Normalgewicht als manifeste Fettleibigkeit.

Bei Letzterer hilft nur eine kontrollierte strenge Diat, welche vom Hundehalter viel Konsequenz erfordert. Eine Gewichtsreduzierung sollte sehr langsam erfolgen und kann sich uber mehrere Wochen bis Monate hinziehen. Pro Woche sollte der Hund max. 2 % des aktuellen Korpergewichts abnehmen.

Wie entsteht Übergewicht?

Insofern bestimmte Stoff wechselerkrankungen (z. B. eine Schilddrusenunterfunktion) ausgeschlossen werden konnen, ist die Entwicklung von Ubergewicht die Folge eines Un gleichgewichts im Energiehaushalt. Das bedeutet, es wird mehr Energie aufgenommen, als vom Hund benotigt bzw. verbraucht wird. An diesem Punkt setzt auch die Diat an, indem die Energieaufnahme reduziert wird. Wichtig ist, dass trotz Diat weiterhin alle lebensnotwendigen Nahrstoff e in ausreichenden Mengen ausgenommen werden.

Faktoren wie Genetik oder Kastrationen konnen zudem die Entwicklung von Ubergewicht begunstigen. Bestimmte Rassen neigen zu einer vermehrten Futteraufnahme und einer daraus resultierenden Gewichtszunahme, was viele Besitzer von z. B. Labrador, Cocker Spaniel oder Beagle bestatigen konnen. Nicht jeder kastrierte Hund nimmt automatisch zu, aber bei vielen steigt die Futteraufnahme bei abnehmender Aktivitat, sodass mit einer Futteranpassung reagiert werden sollte.

So bitte nicht!

Eine „Nulldiat“ sollte bei keinem ubergewichtigen Hund durchgefuhrt werden, auch nicht uber wenige Tage hinweg. Ansonsten besteht die Gefahr einer Unterversorgung an Mineralstoff en (u. a. Elektrolyte), Vitaminen und Wasser. Des Weiteren wurde ein totaler Nahrungsentzug dazu fuhren, dass nicht nur wie gewunscht Fettgewebe, sondern auch Muskelmasse verloren geht.

Auch eine Reduzierung des ublichen Futters uber einen langeren Zeitraum hinweg ist nicht zu Unempfehlen. Hierbei wird nicht nur die Energieaufnahme reduziert, sondern auch die Aufnahme einzelner Nahrstoff e, was je nach Futter auf Dauer zu einer Fehlversorgung fuhren kann.

Maßnahmen bei Übergewicht

Liegt leichtes Ubergewicht vor (weniger als 10 % Abweichung vom Normalgewicht), kann der Hundebesitzer selbst uberlegen, wo die Energieaufnahme eingeschrankt werden kann.

Haufig wird die Gabe von Leckerlis unterschatzt. Es bietet sich an, diese zu reduzieren oder vollstandig wegzulassen. Vielen Hundehaltern ist nicht bekannt, dass diverse Kauartikel und getrocknete Fleischprodukte sehr energiereich und somit richtige Kalorienbomben sind. Hierzu gehoren u. a. Schweineohren, Ochsenziemer aber auch getrocknete Lunge, Pansen, Sehnen oder Kopfhaut.

Bekommt ein Hund keine Leckerlis, kann bei leichtem Ubergewicht das Futter etwas reduziert werden. Das sollte nur uber einen kurzen Zeitraum erfolgen. Eine maximale Dauer der Futterreduzierung lasst sich pauschal schwer definieren, da das vom einzelnen Futtermittel abhangig ist. Erfolgt nach circa sechs bis acht Wochen keine Gewichtsreduzierung, sollte ein Tierarzt zurate gezogen werden.

Eine Nulldiät ist der absolut falsche Weg zum schlanken Hund!


Leckerli- Management trotz Diät – so klappt’s!

Um nicht vollständig auf Leckerlis verzichten zu müssen, sind folgende Alternativen möglich:

► Wenn Sie Ihren Hund mit Trockenfutter ernähren, sollte dieses auch als Leckerli verwendet und von der Tagesration abgezogen werden.

► Auch wenn Sie Feuchtfutter füttern, können Sie Trockenfutter als Leckerli verwenden. Das Feuchtfutter wird dann anhand folgender Faustregel reduziert: 10 g Trockenfutter entsprechen ca. 40–50 g Feuchtfutter.

► Bei selbst gemachten Rationen (egal ob roh oder gekocht) kann 20 g frisches Fleisch (Rohgewicht) durch ca. 5 g getrocknetes Muskelfleisch ausgetauscht werden.

► Bei allen Formen der Fütterung ist es möglich, Gemüse wie Möhren oder Gurken als Leckerli zu verwenden. Eine generelle Empfehlung lautet:

► Bei normalgewichtigen Hunden sollten Leckerlis maximal 10 % der täglichen Energieaufnahme ausmachen.

► Bei Hunden mit Erkrankungen, inkl. Adipositas, sollten maximal 5 % des täglichen Energiebedarfs durch Leckerlis gedeckt werden.

Eine Taille sollte erkennbar und die Rippen sollten nicht sichtbar, aber bei leichtem Druck gut spürbar sein


Ubersteigt das Korpergewicht eines Hundes sein Normalgewicht um uber 10 %, empfiehlt es sich, direkt den Haustierarzt zu kontaktieren.

Es gibt spezielle Diatfuttermittel fur ubergewichtige Hunde, sowohl Trocken- als auch Feuchtalleinfutter. Im Vergleich zum handelsublichen Hundefutter haben diese eine geringere Energiedichte. Sie haben einen reduzierten Fettgehalt und ausreichend Protein, sodass bei einer Gewichtsabnahme Fettmasse verloren geht, aber Muskelmasse erhalten bleibt.

Werden Hunde gebarft oder erhalten selbst gekochte Rationen, ist es moglich, diese Formen der Futterung beizubehalten. Allerdings sollte dann eine bilanzierte und individuelle Berechnung der Rationen von spezialisierten Tierarzten erfolgen, sodass die Anspruche an eine entsprechende Diat gewahrleistet sind.

Die Futterung spielt die Hauptrolle im Gewichtsmanagement. Unterstutzt werden kann sie durch ausreichende Bewegung, vorausgesetzt, es liegen keine Gelenkserkrankungen vor.

Fazit

Besteht bei einem Hund ein leichtes Ubergewicht, kann der Besitzer zunachst selbst versuchen, dieses zu regulieren, am besten uber die Leckerlis. Bei deutlichem Ubergewicht sollte ein Tierarzt aufgesucht werden, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Am besten ist es jedoch, der Entwicklung von Ubergewicht von Anfang an vorzubeugen, also schon wahrend der Wachstumsphase. Es sollte auf eine ausgewogene Ernahrung, eine bedarfsdeckende Energieaufnahme und insbesondere auf eine kontrollierte Gabe von Leckerlis geachtet werden. DR. SUSAN KRÖGER

Unser Rezept-Tipp: Hurtige Hupferl mit Apfel, Banane und Karotte

Entdeckt von Doris Marwede


Zutaten

► 200 g Roggen-Vollkorn-Mehl
► 1 Apfel
► 50 g Huttenkase (fettarm)
► 1 Banane
► 1 Karotte
► 100 g Haferflocken
► 60 ml Rapsol

So geht’s

1. Backofen auf 180 °C (Ober-/Unterhitze; bei Umluft 160 °C) vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

2. Apfel, Banane und Karotte schalen, beim Apfel das Kerngehause entfernen. Apfel und Karotte raspeln, die Banane mit einer Gabel zerdrucken.

3. Mehl, Haferflocken, Huttenkase, Rapsol und ca. 50 ml Wasser zugeben und mit einem Quirl zu einem griffigen Teig vermengen. Falls die Masse zu trocken ist, noch etwas Wasser zugeben.

4. Den Teig in kleinen Happen auf dem Backblech verteilen (z. B. mit einem Teeloff el). Bei 180 °C ca. 30 Minuten backen, bis die Happen knusprigbraun sind. Abkuhlen lassen und bei Zimmertemperatur verfuttern. In einem geschlossenen Behaltnis sind die Kekse ca. 3 Wochen haltbar.

Extra-Tipp

Wenn Ihr Hund vegetarische Leckerlis verschmaht, konnen Sie dem Teig vor dem Backen wahlweise etwas Hundeleberwurst oder ein paar Spritzer Lachsol zugeben.


FOTOS: SINA UHLENBROCK, SHUTTERSTOCK (4), DORIS MARWEDE