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ERNÄHRUNG: Trocken- oder Feuchtfutter – was ist besser?


Partner Hund - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 02.01.2020

Knusprige Kroketten oder doch lieber Dose all dente? – Eine Gretchen-Frage auf jeder Hundewiese. Dabei haben beide Fütterungsarten ihre Vorteile, erklärt Fachtierärztin Dr. Susan Kröger und fühlt einigen Mythen auf den Zahn


Artikelbild für den Artikel "ERNÄHRUNG: Trocken- oder Feuchtfutter – was ist besser?" aus der Ausgabe 2/2020 von Partner Hund. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Partner Hund, Ausgabe 2/2020

Für ein Alleinfutter, egal ob in trockener oder feuchter Form, gibt es nach europäischem Futtermittelrecht eine klare Defi nition. Ein Alleinfuttermittel ist ein „Mischfutter, das wegen seiner Zusammensetzung für eine tägliche Ration ausreicht“. (Verordnung (EG) 767/2009, Artikel 3). Das bedeutet, egal welche Futterform ich für meinen Hund auswähle, wenn es als Alleinfutter deklariert ...

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... ist, sollte es bei alleiniger Fütterung den kompletten Nährstoff - bedarf eines Hundes decken. Somit kann die Frage, ob eine der beiden Futterarten besser ist als die andere, pauschal nicht beantwortet werden. Laut Defi nition und aus ernährungsphysiologischer Sicht sind beide zunächst gleichzusetzen.

Dennoch gibt es Unterschiede in der Zusammensetzung und in der Verarbeitung und zudem Vor- und Nachteile der beiden Futtersorten, welche je nach Situation und für jeden einzelnen Hund individuell beurteilt werden müssen.

Herstellung & Zusammensetzung

Die beiden Futterarten unterscheiden sich in erster Linie im Wassergehalt und im Herstellungsprozess. Trockenfutter darf maximal eine Feuchtigkeit von 14 % haben, wohingegen bei Feuchtfutter z.T. Wassergehalte bis zu über 80 % vorliegen. Somit nimmt ein Hund, der mit Feuchtfutter gefüttert wird, automatisch mehr Flüssigkeit auf, als wenn er ein Trockenfutter erhält. Bei Hunden, die freiwillig sehr wenig trinken, kann daher die Wahl eines Feuchtfutters die tägliche Wasseraufnahme unterstützen. In der Regel wird Trockenfutter extrudiert*, Feuchtfutter sterilisiert. Damit Trockenfutter beim Extrusionsverfahren die gewünschte Konsistenz und Krokettenform erhält, muss ein bestimmter Anteil an Stärke (kohlenhydratreiche Komponenten) vorliegen. Für die Produktion von Feuchtfutter ist das nicht notwendig, weshalb es i.d.R. geringere Anteile an stärkereichen Komponenten enthält. In den letzten Jahren werden viele Trockenfutter als „getreidefrei“ ausgelobt. Diese sind dann jedoch nicht kohlenhydratfrei, wie es fälschlicherweise oft angenommen wird, sondern es werden alternative stärkereiche Komponenten, wie z. B. Kartoff eln oder Pseudogetreide (wie Quinoa oder Amaranth), verwendet.

Mythen rund um Getreide

An dieser Stelle ist es auch wichtig zu erwähnen, dass es in Bezug auf stärkereiche Komponenten, besonders Getreide, diverse Mythen gibt. Bei den eingesetzten Kohlenhydraten handelt es sich nicht um Füllstoff e, sondern sie werden als Energiequelle eingesetzt bzw. sind sie zum Teil, wie oben bereits beschrieben, aus technischen Gründen notwendig. Auch wenn Hunde, mit wenigen Ausnahmen (z. B. Hündinnen in der Laktation), nicht auf die Zufuhr von Kohlenhydraten angewiesen sind, können sie diese entgegen häufi ger Behauptungen sehr gut verdauen. Voraussetzung ist, dass die enthaltene Stärke in aufgeschlossener Form vorliegt. Dieses ist sowohl beim Trocken- als auch beim Feuchtfutter der Fall.

Getreide wird häufi g als Auslöser von Allergien genannt. Hunde können auf Getreide allergisch reagieren, aber nachweislich häufi gere Allergene sind verschiedene tierische Proteine.

Proteine & Nebenerzeugnisse

Als Proteinquellen werden im Hundefutter hauptsächlich Fleisch und Schlachtnebenprodukte (tierische Nebenerzeugnisse) verwendet.

Aber auch hochwertige Pfl anzenproteine kommen zum Einsatz.

Die Hersteller müssen nicht aufschlüsseln, welche Nebenerzeugnisse im Futter enthalten sind, das sind freiwillige Angaben. Vom Verbraucher wird oft angenommen, dass es sich hierbei um „Abfälle“ handelt. Prinzipiell ist das nicht ganz falsch, da es sich zum Teil um Reste der Fleischverwertung handelt. Als Nebenerzeugnisse werden unter anderen Komponenten vom Schlachttier verwendet, die nicht als Lebensmittel weiterverarbeitet werden, die aber gut als Bestandteil für Futtermittel unserer fl eischfressenden Haustiere eingesetzt werden können, wie z. B. Lunge, Pansen oder Blättermagen. Aber auch Leber, Herz und Fleischabschnitte gehören dazu. Paradoxerweise werden tierische Nebenerzeugnisse in Trocken- oder Feuchtfutter oft skeptisch betrachtet, während genau diese Komponenten regelmäßig als Bestandteil von BARFRationen (Rohfütterung) vom Hundehalter gerne verwendet werden.

Zum Einsatz kommen sowohl frische (hauptsächlich im Feuchtfutter) als auch getrocknete Produkte wie Fleischmehle. Letztere werden, ebenfalls wieder ursprünglich aus produktionstechnischen Gründen, besonders im Trockenfutter eingesetzt, wobei auch hier durch eine Weiterentwicklung der Technik, immer mehr frisches Fleisch verwendet werden kann.

Feuchtfutter enthält durch den höheren Fleischanteil häufi g mehr Protein als Trockenfutter. Dieses erscheint den meisten Hundebesitzern erst einmal als ein Vorteil, muss jedoch nicht auch immer einer sein.

Hohe Proteinmengen können bei sensiblen Hunden, zum Teil auch abhängig von der Proteinqualität, zu Verdauungsproblemen führen. So kann es bei einzelnen Hunden immer mal wieder vorkommen, dass sie Trockenfutter besser vertragen als ein proteinreicheres Feuchtfutter.

Die Proteinmenge und -qualität bestimmt sehr häufi g auch den Preis der Futtermittel. Je mehr hochwertiges und gut verdauliches Muskelfl eisch eingesetzt wird, desto teurer ist in der Regel auch das Futtermittel.

Futtermittelzusatzstoffe

Es gibt verschiedene Kategorien von Futtermittelzusatzstoff en. Auch bei diesen wird über das europäische Futtermittelrecht geregelt, welche im Tierfutter eingesetzt werden dürfen.

Nicht alle müssen auf der Verpackung deklariert werden, aber bei Spurenelementen und einzelnen Vitaminen, den sogenannten ernährungsphysiologischen Zusatzstoff en, ist es gesetzlich vorgeschrieben.

Einige Hersteller werben damit, dass sie keine Zusatzstoff e in ihrem Futter verwenden. Bei einem Alleinfutter bedeutet das, dass alle für den Hund notwendigen Nährstoff e über die Einzelkomponenten in ausreichenden Mengen geliefert werden. Das kann kritisch betrachtet werden, da es schwierig ist, ausschließlich über die natürlichen Gehalte der Bestandteile des Futters den Nährstoff bedarf zu decken. Hierbei ist z. B. zu berücksichtigen, dass natürliche Schwankungen der Nährstoff gehalte vorliegen können. Es spricht also nichts dagegen, dass zumindest einzelne Spurenelemente, wie z. B. Zink, Kupfer, Eisen oder Jod, einem Futter zugesetzt werden. Im Gegenteil, es sichert unter Umständen eine konstante bedarfsdeckende Versorgung des Hundes.

Die Größe des Hundes

Je größer der Hund, desto mehr Futter benötigt er am Tag. Bei den größeren Rassen geht der Trend eher zum Trockenfutter, da dieses einige Vorteile bietet. Während ein ca. 20 kg fassender Trockenfuttersack selbst bei sehr großen Rassen (Dogge, Bernhardiner usw.) mehrere Wochen reicht, müssten beim Feuchtfutter gleich mehrere Dosen, Schalen oder Frischebeutel pro Tag geöff net werden. Das wird sich nicht nur im Preis bemerkbar machen (Feuchtfutter ist in der Regel bezogen auf die Energieeinheit teurer als Trockenfutter), sondern auch beim täglich anfallenden Abfall.

Kombinieren erlaubt

Prinzipiell ist es auch möglich, Trocken- und Feuchtfutter zu kombinieren, wenn es auf verschiedene Mahlzeiten pro Tag aufgeteilt wird. Allerdings wird das nicht von allen Hunden gut vertragen, sodass eine kombinierte Fütterung für jeden Hund individuell ausprobiert werden muss.

Fazit

Bei der Wahl des passenden Futters für Ihren Hund können die zuvor genannten Informationen und Argumente in Erwägung gezogen werden. Am Ende sollte aber ein Futter gewählt werden, das vom Ihrem Hund gerne gefressen und gut vertragen wird sowie alle benötigten Nährstoff e liefert.

Morgens nass, abends trocken? Kein Problem, solange der Hund es gut verträgt


Neues rund um den Napf

Bleib in Bewegung!

Gelenkprobleme bei Hunden werden immer häufi ger. Studien über die Wirkung der Grünlippmuschel haben gezeigt, dass sie Glykosaminoglykane (GAG) enthält, die sich bei Zufütterung im Gelenkbereich anreichern und den Knorpel direkt beeinfl ussen können. Auch Teufelskralle kann Schmerzen mindern, unspezifi sche Entzündungen hemmen und die Gewebe-Abschwellung unterstützen. Beide Zutaten sind in der Kräutermischung von „HOKAMIX30 Mobility“ enthalten, um den Bewegungsapparat gezielt mit Nährstoff en zu versorgen – sowohl unterstützend im Wachstum als auch bei bereits bestehenden Problemen im Gelenkapparat. Da es einige Zeit dauert, bis die Vitalstoff e dem Skelettsystem nutzen können, wird vom Hersteller eine Zufütterung mit „HOKAMIX30 Mobility“ über einen Zeitraum von circa acht Wochen empfohlen.
Weitere Infos unter www.grau-tiernahrung.de

Lilys Lieblinge

Das Vollwertfutter von „Lily’s Kitchen“ ist für ausgewachsene Hunde ab vier Monaten geeignet. Es ist getreidefrei und enthält keine Schlachtabfälle und Konservierungsstoff e. Ob als Nassfutter „Cottage Pie“ mit Rindfl eisch, Obst und Gemüse oder als „Chicken & Duck“- Trockenfutter mit Glucosamin, Chondroitin und Lachsöl für starke Knochen und Gelenke – die Produkte von „Lily’s Kitchen“ sind in vielen Sorten im gut sortierten Fach- bzw. Online- Handel erhältlich.

Dr. Susan Kröger

ist Fachtierärztin für Tierernährung und Diätetik. In Berlin führt sie eine tierärztliche Ernährungsberatung für Hunde und Katzen.

www.tierernaehrung-kroeger.de


FOTOS: ALAMY (2), ISTOCKPHOTO.COM, SHUTTERSTOCK (2) , SINA UHLENBROCK