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ERNÄHRUNG: Was der Fisch im Napf so alles kann


Geliebte Katze - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 10.03.2020

Fisch schmeckt Katzen ganz hervorragend und ist gesund! Doch es gibt einiges zu beachten, wenn man seiner Katze die leckeren Eiweißbomben servieren möchte


Artikelbild für den Artikel "ERNÄHRUNG: Was der Fisch im Napf so alles kann" aus der Ausgabe 4/2020 von Geliebte Katze. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Geliebte Katze, Ausgabe 4/2020

Große Auswahl
Auch bei Fertignahrung gibt es jede Menge Fisch-Variationen im Angebot


Fisch ist gesund, aber Katzen kommen auch gut ohne ihn aus, denn er gehört nicht zum natürlichen Haupt-Beutespektrum der Samtpfoten. Wenn sie ihn jedoch bekommen, ohne sich nass machen zu müssen, verspeisen ihn die meisten Katzen mit Hochgenuss. Von Gräten lassen sich die geschickten Genießer dabei nicht beeindrucken: Die meis-ten zerlegen Fisch sauberer als ein ...

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... Oberkellner in einem Gourmetrestaurant. Dennoch sollte man Katzen, deren Fischmahlzeit Gräten enthalten könnte, gut beobachten, ob sie sich nicht doch eine Gräte eingefangen haben. Wer hier auf Nummer sicher gehen will, füttert grundsätzlich nur stark zerkleinerten Fisch oder Katzenfertignahrung mit Fisch. Von der Bio-Premium-Fertigmahlzeit mit einer Edelfischart als Hauptkomponente bis zur Discounter-Dose „mit Fisch“, die gerade einmal vier Prozent Fischmehl enthält, ist im Handel eine ähnliche Bandbreite der Produkte erhältlich wie bei Fleischmahlzeiten. Auf den gesundheitlichen Wert einer Katzenmahlzeit hat das keinen Einfluss: Fischmehl ist ernährungsphysiologisch nicht schlechter als Fischfilet. Grundsätzlich hat der Fisch auch im Tierfutter Lebensmittelqualität – und was als Alleinfutter deklariert ist, muss den Nährstoffbedarf einer Katze decken.

Täglich oder nur selten? Auf das Rezept kommt es an

Fisch hat ernährungsphysiologisch viel zu bieten. Er enthält viel leichtverdauliches Protein und ist reich an Vitaminen und Spurenelementen. Die meisten Sorten sind dabei auch noch kalorienarm. Die weniger figurfreundlichen, fetten Fische liefern dafür wertvolle Öle. Im Grunde darf die Katze alle Speisefischarten bekommen. Ob der Fisch dabei täglich oder nur ab und zu in den Napf kommt, ist dabei egal, solange die Gesamtrezeptur des Futters ausgewogen ist. Fisch allein stellt nämlich keine ausgewogene Ernährung für die Katze dar.

Fisch enthält beispielsweise zu viel Phosphor bei zu wenig Kalzium für die Katze. Bei einer einseitigen Fischkost kommt es zu einem Phosphorüberschuss im Blut. Diesen Überschuss muss der Organismus ausgleichen, in dem er Kalzium aus den Knochen löst. Auf Dauer entsteht eine sogenannte Osteodystrophie, eine äußerst schmerzhafte Knochenerweichung. Die betroffenen Katzen können aufgrund der Schmerzen kaum gehen. Gleichzeitig schädigen hohe Phosphorgehalte in der Nahrung bei Katzen im fortgeschrittenen Alter die Nieren und können zur Entstehung einer chronischen Niereninsuffizienz beitragen.

Nicht übertreiben
Zwar sind Gräten eigentlich kein Problem, trotzdem sollte man Vorsicht walten lassen


Wertvolle Öle mit Nebenwirkungen

Fischöl ist reich an ungesättigten Fettsäuren, insbesondere Omega-3-Fettsäuren, die als besonders wertvoll gelten, weil sie der Katzenorganismus nicht selbst herstellen kann. Die ungesättigten Fettsäuren sind wichtig für den natürlichen Hautschutz und die Nervenfunktion. Sie unterstützen die Zellteilung, sind unverzichtbar für einen gesunden Hormonhaushalt und sie stehen im Ruf, Entzündungen und Krankheiten vorbeugen zu können.

Bei übermäßigem Fischölverzehr kommt es bei empfindlichen Tieren jedoch zu Durchfällen. Ungesättigte Fettsäuren neigen darüber hinaus bei einem gleichzeitigen Vitamin E-Mangel zur Oxidation. Es kommt dann zu Entzündungen des Fettgewebes, der Gelbfettkrankheit. Betroffene Katzen werden antriebsarm und appetitlos. Sie leiden unter Fieber und sind schmerzempfindlich. Im Fettgewebe von Fischen reichern sich außerdem giftige Schwermetalle an. Beim Fischverzehr nimmt die Katzen diese mit auf. Allerdings wurden in den letzten zwanzig Jahren keine Vergiftungen dadurch bekannt. Ein Restrisiko kann aber nicht ausgeschlossen werden.

Meister am Werk
Katzen in freier Wildbahn zerlegen einen frischen Fisch wie ein Profi


Roher oder gekochter Fisch? Was ist gesünder?

Wer die Fischmahlzeiten selbst zubereiten möchte, steht häufig vor der Frage, ob Fisch besser roh oder gekocht serviert werden soll. Experten raten dazu, Fisch immer durchzugaren, weil roher Fisch Th iaminase und Parasiten enthalten kann. Das Enzym Th iaminase zerstört Vitamin B1 (Th iamin). Wenn die Katze zu viel Th iaminase aufnimmt, kann sich ein Vitamin-B1-Mangel entwickeln. Symptome dieses Mangels sind Futterverweigerung und Erbrechen. Später können Bewegungsstörungen beim Tier hinzukommen. Kochen zerstört die Th iaminase sicher und beugt so der Mangelerkrankung vor.

Zu viel des Guten
Übermäßiger Verzehr von Fischöl führt zu Durchfall


In Europa können die Larven zweier Wurmarten im rohen Fisch zum Gesundheitsproblem für die Katze und übrigens auch den Menschen werden. Süßwasserfische können die Larven des Fischbandwurms enthalten, die im Darm zu bis zu 40 Zentimeter langen Ungetümen heranwachsen können. In Meeresfisch hingegen können die Larven des Heringswurms (Anisakis simplex) parasitieren. Die Heringswurmlarven verursachen Schmerzen, Erbrechen, Durchfall und Fieber. Neben dem Kochen kann auch ein Einfrieren der Fische bei minus 20 Grad über 72 Stunden die Parasiten abtöten. Katzen, die von den Parasiten befallen werden, müssen vom Tierarzt mit spezifischen Entwurmungen behandelt werden.

Für einige Katzen ist Fisch hingegen keine gute Wahl. Das trifft vor allem für diejenigen Katzen zu, die allergisch auf Fisch und Fischprodukte reagieren. Der eigentlich gesunde Jodreichtum von Meeresfisch kann für Katzen mit einer Überfunktion der Schilddrüse, einer Hyperthyreose, zum Problem werden. Bei der Hyperthyreose bildet die Katze unter der Verwendung von Jod zu viel Schilddrüsenhormon. Daher wird bei Katzen mit einer Schilddrüsenüberfunktion eher eine jodarme Diät empfohlen.

Katzen mit felinem Asthma können auf Histamine im Fleisch des Fisches mit Atemproblemen reagieren. Da der Histamingehalt Fischen nicht anzusehen ist, sollte man von selbst zubereiteten Fischmahlzeiten bei diesen Katzen absehen. Katzenfertigfutter mit Fisch ist hingegen in der Regel histaminarm und kann daher ohne Bedenken angeboten werden. Gesunde Katzen kommen mit Histamin im Futter meist gut klar.

Bei Allergien kann Fisch als Medizin dienen

Fisch kann auf der anderen Seite aber auch eine gute Basis für medizinische Diäten sein. Zum Beispiel als alternative Eiweißquelle bei Katzen mit einer Allergie gegen verschiedene Fleischsorten. Auch bei verschiedenen chronischen Erkrankungen kann eine Diät basierend auf Fisch eine gute Wahl sein.

Entscheidend ist die Gesamtrezeptur des Futters: Sie muss auf den Bedarf der Katze ausgerichtet sein.


Fotos: Adobe Stock, istockphoto.com, Shutterstock (4)