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Ernährungsmythen aufgedeckt


Geliebte Katze - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 14.01.2020

Über kaum ein Thema wird unter Katzenfreunden so heiß diskutiert wie über die Ernährung. Wir haben die gängigsten Vorurteile unter die Lupe genommen


Artikelbild für den Artikel "Ernährungsmythen aufgedeckt" aus der Ausgabe 2/2020 von Geliebte Katze. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Geliebte Katze, Ausgabe 2/2020

1 DAS DRAMA UMS KORN

„Kohlenhydrate sind Gift für Katzen!“

Falsch. Katzen sind hochspezialisierte Fleischfresser, besitzen aber – wie alle Tiere – einen Bedarf an Nährstoffen und nicht an Inhaltsstoffen. Eine Studie, in der sechs verschiedene Kohlenhydratquellen (darunter Getreide sowie getreidefreie) in Katzenfutter untersucht und deren Verdaulichkeit bewertet wurde, ergab eine Stärkeverdauung von über 93 Prozent bei allen Quellen. Es kommt darauf an, welche ...

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... Rolle die Kohlenhydratquelle in der Futterzusammensetzung spielt: Ergänzt sie den hohen Fleischanteil eines Katzenfutters auf sinnvolle Weise, so ist nichts gegen sie einzuwenden.

2 WENN DER PELZ JUCKT

„Getreide ist Allergie-Auslöser Nr. 1!“

Falsch. Glutenunverträglichkeit und Futtermittelallergien, beispielsweise auf Weizen, kommen bei Katzen nicht bis sehr selten vor. Die häuflgsten Auslöser für Futtermittelallergien bei Katzen sind Proteine tierischer Herkunft, vor allem Rind, Geflügel oder Milchprodukte. Im Vergleich dazu landete Weizen auf den hinteren Rängen. Eine Studie aus Frankreich, in deren Rahmen 43 Hunde und Katzen mit Futtermittelallergie untersucht wurden, bestätigt dies. Zöliakie – also eine Unverträglichkeit auf das in manchen Getreidesorten enthaltene Gluten – wurde bei Katzen noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen.

3 BEDARF BEIM BARFEN

„Rohfütterung ist die gesündeste Form der Katzenernährung!“

BARF ist kein Garant für eine ausgewogene Ernährung. Eine Studie bewertete den Nährstoffgehalt von 114 BARF-Rezepten aus dem Internet und aus Kochbüchern. Davon lieferten 94 Rezepte genug Informationen für eine Bewertung – und jedem einzelnen mangelte es mindestens an einem für Katzen essentiellen Nährstoff, darunter Taurin und Vitamin E. Möchte man seine Katze dauerhaft mit BARF ernähren, sollte man dies nie ohne die Unterstützung eines auf Kleintier-Diätetik spezialisierten Tierarztes tun.

4 EINES FÜR ALLES

„Alleinfutter erfüllt alle Bedürfnisse der Katze – ein Leben lang!“

Alleinfuttermittel sollen den Nährstoffbedarf einer Katze komplett decken. So einfach ist es aber selten. Die Bedürfnisse einer Katze können sich in puncto Futterzusammensetzung verändern: sei es aufgrund einer Allergie, einer Nierenerkrankung oder im Rahmen einer Lebensphase. Somit ist es immer wichtig zu wissen, wie der individuelle Bedarf einer Katze aussieht und ob das gewählte Futter diesen optimal deckt.

5 EINE SAUBERE SACHE

„Trockenfutter ist gut für die Zahngesundheit!“

Futtern und gleichzeitig Zähne putzen – klingt komisch, ist es auch. Oder verzichten Sie auch aufs Zähneputzen und hoffen, dass Ihr Butterbrot die Arbeit für Sie übernimmt? Trockenfutter-Kroketten sind meist viel zu klein und schnell hinuntergeschluckt. Der mechanische Reinigungseffekt tendiert gen null. Hier hilft nur, die Zähne der Katze selbst zu putzen – diese Form der Reinigung kann kein Trockenfutter der Welt in Sachen Effektivität übertrumpfen.

6 SÜSS, SÜSSER, UNNÖTIG

„Katzenfutter ist Lockmittel zugesetzt!“

Zucker steckt in in vielen Futtermitteln und hat den Ruf, als Lockmittel die Akzeptanz des Futters zu erhöhen und Katzen süchtig zu machen. Dabei bringt der süße Zusatz unseren Katzen nichts, denn sie können aufgrund eines Gendefektes keine Süße schmecken. Vielmehr wird Zucker zugesetzt, um das menschliche Auge zu erfreuen: Karamelliserter Zucker sorgt nämlich für eine goldbraune Färbung und appetitlichere Konsistenz des Futters.

7 DAS FUTTER-ROULETTE

„Katzen brauchen immer Abwechslung beim Futter!“

Abwechslung hat für Katzen keinen relevanten Stellenwert. Wer seiner Katze alle zwei Tage ein anderes Futter kredenzt, zieht sich einen kleinen Mäkelfritzen heran, der immer wieder neue Geschmackserlebnisse einfordert. Letztere führen auch oftmals dazu, dass die Katze vor lauter Begeisterung mehr frisst, als ihr guttut. Besser ist es, bereits junge Katzen mit verschiedenen Futtersorten vertraut zu machen.

Fotos: Shutterstock

8 LEERER NAPF, ECHT JETZT?

„Auch Katzen dürfen mal fasten!“

Intervallfasten ist unter Zweibeinern in aller Munde. Wer jedoch glaubt, seinem schnurrenden Dickerchen mit einer Fastenkur etwas Gutes zu tun, ist auf dem Holzweg. Fasten ist insbesondere für übergewichtige Katzen sehr gefährlich. Bei einem Nahrungsentzug wird auf Fettpolster zurückgegriffen, um den Energiebedarf zu decken. Das hat Folgen für den Leberstoffwechsel: Bei der hepatischen Lipidose, also einer akuten Leberverfettung, lagert sich vermehrt Fett in den Leberzellen ein.