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ERNTEZEIT IN ÖSTERREICH


Motorsport-Magazin.com - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 27.06.2019

DAS LAND DER ÄCKER, DAS LAND DER HÄMMER. ES WIRD ALS SYMBOL FÜR LANDWIRTSCHAFT UND INDUSTRIE IN DER ÖSTERREICHISCHEN BUNDESHYMNE BESUNGEN. KTM, INTERNATIONALES AUSHÄNGESCHILD DER KLEINEN REPUBLIK, VEREINT TUGENDEN AUS BEIDEN WELTEN.


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Bildquelle: Motorsport-Magazin.com, Ausgabe 3/2019

“Unser Motorrad wird einen Stahlrohrrahmen haben. Es wird in Österreich gebaut werden, ohne die Hilfe externer Lieferanten. Wir wollen eine echte KTM bauen und gehen dafür definitiv den harten Weg.« Mit diesen Worten verkündete Pit Beirer im September 2014 den MotoGP-Einstieg von KTM. Als Motorsportchef musste er seither in den vergangenen knapp fünf Jahren aus nächster Nähe ...

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... miterleben, wie hart dieser Weg in der Königsklasse auf zwei Rädern sein kann. Von der Rallye-Dakar über die US-Supercross-Meisterschaft bis hin zur Moto3-egal wo KTM teilnahm, überall war man erfolgreich. Die MotoGP sollte da keine Ausnahme bilden. Doch nirgends traf man bislang auf dermaßen harte Konkurrenz.

44 Jahre in der Königsklasse hatte Yamaha zum Einstieg von KTM 2017 bereits auf dem Buckel, Honda und Suzuki je 39, Ducati 13. Kein Wunder, dass der orange Neuling da zunächst viel Lehrgeld zahlen musste-im wahrsten Sinne des Wortes. In Mattighofen nahm man viele Millionen Euro in die Hand-nicht wenige davon aus dem Scheckbuch des langjährigen Partners Red Bull-um den Jahrzehnte großen Entwicklungsrückstand gegenüber den etablierten Herstellern der MotoGP aufzuholen. Das war auch bitter nötig, denn die Rückstände in den ersten Rennen hätten zartbesaiteten Personen jegliche Hoffnung rauben können. Mit rund einer Minute Verspätung kamen die KTMs da des Öfteren ins Ziel. Abstände, die in der modernen MotoGP mit ihren Tausendstelsekunden-Entscheidungen durchaus als Ohrfeige gewertet werden konnten. »Trotz unserer sehr großen Erfahrung im Rennsport war der Einstieg in die MotoGP für uns natürlich noch einmal eine ganz neue Dimension«, meint Beirer rückblickend.

Doch in Mattighofen traf man in der Folge keine überstürzten Entscheidungen. Ja, an den wichtigsten Stellschrauben wurde auch schon einmal die ein oder andere Umdrehung mehr vorgenommen. Bereits nach drei MotoGPWochenenden in der Debütsaison 2017 kippte man das Motorenkonzept, stellte wie alle anderen Hersteller von Screamer-Konfiguration auf den ‚Big Bang‘ um und bot den Piloten so ein deutlich leichter zu fahrendes Arbeitsgerät. In allen anderen Bereichen hatte man aber einen Weg eingeschlagen, den man dann auch beharrlich weiterverfolgte. Der zum Einstieg geschnürten Fahrerpaarung mit Pol Espargaro und Bradley Smith hielt man zwei Jahre lang die Treue, Espargaro sogar noch darüber hinaus. Und das, obwohl beide Piloten immer wieder teils weit hinter den Erwartungen zurückblieben. Sei es nun durch Verletzungen oder einfach durch generelle Formtiefs. Ein Zusammenhalt, der einen krassen Gegensatz etwa zu Aprilia darstellt, wo man sich aktuell in der fünften Saison nach dem MotoGP-Comeback befindet und bereits sieben ‚Stammfahrer‘ auf seiner RS-GP sitzen hatte. »Was wir im Unterschied zu anderen Herstellern haben ist, dass wir den Begriff der ‚KTM-Familie‘ wörtlich nehmen. In guten wie in schlechten Zeiten. Wir stehen zu unseren Fahrern«, stellt Firmenchef Stefan Pierer klar.

KTM erhält in diesem Jahr noch mehr Daten


Die Österreicher verfolgen ihre eigene Philosophie


Bei KTM hat man begriffen, dass Erfolg in der MotoGP nur durch Kontinuität zu erreichen ist. Deshalb blieb man bisher, und wird es auch in Zukunft bleiben, dem Stahlrahmen treu. Immer wieder musste man dafür Kritik einstecken, kaum eine Medienrunde mit Pit Beirer, Teamchef Mike Leitner, Stefan Pierer oder Technikchef Sebastian Risse verging, ohne dass die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Festhaltens an der ungewöhnlichen Rahmenart gestellt wurde. Bei KTM hat man aber genug Gründe auf den Stahlrahmen zu setzen. Motorsport ist für Hersteller immer in erster Linie Marketing. KTM verwendet in all seinen käuflichen Motorrädern Stahlrahmen. Da ist es nur sinnvoll, auch die MotoGP-Prototypen in derartiger Bauweise auf die Rennstrecke zu schicken. Außerdem ist es für KTM, das sich stets als betont österreichisch präsentiert, auch ein Stück alpenländisches Kulturgut. Der Stahl für die Rahmen kommt aus Österreich, wird in Österreich verarbeitet und soll von dort aus die Grand-Prix-Welt erobern. Zu guter Letzt gibt es keinen technisch-wissenschaftlichen Grund, warum ein Stahlrahmen nicht dasselbe leisten können sollte, wie ein Aluminium-Chassis. Durch unterschiedliche Formen und Wandstärken können damit dieselben Werte an Biegsamkeit oder Steifigkeit erzielt werden. Lediglich der Herstellungsprozess ist ein anderer und der ist bei Stahl, entgegen der landläufigen Meinung, mittlerweile ebenso präzise und konstant wie bei Aluminium.

»WAS WIR IM UNTERSCHIED ZU ANDEREN HERSTELLERN HABEN IST, DASS WIR DEN BEGRIFF DER ‚KTM-FAMILIE‘ WÖRTLICH NEHMEN. IN GUTEN WIE IN SCHLECHTEN ZEITEN. WIR STEHEN ZU UNSEREN FAHRERN.«


Die orange Fan-Armada drückt dem Team die Daumen


KTM beschreitet im Bereich des MotoGPRahmenbaus also lediglich neue Wege. Dass diese auf keinen Fall immer schlecht sein müssen, haben die letzten Jahre hinreichend gezeigt. Aerodynamik etwa war im Motorradsport ein lange völlig vernachlässigtes Entwicklungsfeld, ehe es Ducati in Person von Gigi Dall‘Igna besetzte und sich so entscheidende Vorteile erarbeiten konnte. Es war damals ein ungewöhnlicher Schritt, der aber belohnt wurde. Die Konkurrenz brauchte Zeit, um den Rückstand in unbekannten Gefilden aufzuholen. Genau das ist die Überlegung von KTM und das nicht nur im Rahmenbau. Auch im Bereich des Fahrwerks setzt man nicht wie alle anderen Hersteller auf Teile von Branchenprimus Öhlins, sondern arbeitet mit dem hauseigenen Subunternehmen WP Suspensions. Hier gilt, was auch beim Stahlrahmen zutrifft: Gelingt KTM damit ein Durchbruch, wird es für die Konkurrenz schwierig bis unmöglich, den nun vorhandenen Rückstand aufzuholen.

Mutige Entscheidungen also, soweit das Auge reicht. Dass die KTM-Motorsportabteilung diese treffen kann, liegt auch daran, dass Pit Beirer und sein Team vollste Rückendeckung aus der Konzernspitze genießen. »Was auch immer passiert, wir stehen hinter euch«, ließ Firmenchef Pierer seine Truppe bei der KTM-Präsentation für die Saison 2019 wissen. Der Slogan ‚Ready to Race‘ dient nicht nur der leichteren Vermarktung des Produkts, sondern spiegelt bei KTM tatsächlich die Firmenphilosophie wider. Racing und die Serienfertigung finden hier Seite an Seite statt und sind fest miteinander verknüpft. »Der Rennsport ist unsere DNS. Da wird man zum Fortschritt gezwungen, weil man alle zwei Wochen eine Standortbestimmung erhält. Das treibt uns an-seit fast drei Jahrzehnten«, erklärt Pierer und erhält Zustimmung von seinem Motorsportchef Pit Beirer: »Wir sind hier alle Racer. Wir lieben den Druck. Für uns ist es kein Problem, damit umzugehen.«

KTM hat die Großen der MotoGP fest im Visier


Stahlrohrrahmen und WP Suspension: KTM geht seinen eigenen Weg


Grund zur Freude gibt es immer wieder


KTM ist in die MotoGP gekommen, um zu bleiben. Dass man es ernst meint, bewies man bereits vor dem offiziellen Einstieg in die Königsklasse. Im September 2016 wurde ein Vertrag unterschrieben, in dem Promoter Dorna die Teilnahme an der MotoGP für die nächsten fünf Jahre garantiert wurde. Erst im Anschluss zogen die arrivierten Hersteller wie Honda oder Yamaha nach. Unterzeichnet wurde die Vereinbarung auch von KTMs Hauptrivalen der vergangenen Jahre, Aprilia. Von vollstem Commitment zum Rennsport kann man in Noale aber nur träumen. Weder finanziell noch unternehmenspolitisch genießt das MotoGP-Projekt besonders hohen Stellenwert, obwohl die Möglichkeiten im riesigen Piaggio-Konzern ausreichend vorhanden wären. Seit dem Wiedereinstieg 2015 beendete Aprilia jede einzelne Saison auf dem letzten Platz der Konstrukteurswertung, in diesem Jahr befindet man sich erneut auf dem Weg dorthin. Gerüchte, wonach die Piaggio-Bosse bald die Geduld für Aprilias MotoGP-Engagement ausgehen könnte, wollen im Fahrerlager daher nicht verstummen. Alles andere als eine angenehme Arbeitsumgebung im ohnehin so brutalen Haifischbecken der Königsklasse.

Sorgen, die man bei KTM eben nicht hat. Auch, wenn vor allem zwei für das Jahr 2019 getroffene Entscheidungen bislang absolut nicht die erhofften Ergebnisse einbrachten. Da wäre zum einen die Verpflichtung von Johann Zarco. Die halbe MotoGP war für die laufende Saison hinter dem Franzosen her, der in den vergangenen Jahren für so viel Furore gesorgt hatte. Mit zwei WM-Titeln im Gepäck war er in die Königsklasse gekommen und verblüffte dort von seinem ersten Auftritt an. Sechs Podestplätze und vier Pole Positions fuhr er auf der Tech3-Yamaha ein und bot in vielen Rennen Superstars wie Marc Marquez oder Valentino Rossi erfolgreich die Stirn. Zarco würde einer der Hauptprotagonisten der nächsten Jahre sein, war sich die gesamte Fachwelt sicher. Seine Verpflichtung durch KTM wurde daher in der orangen Familie gefeiert. Trotz Zarcos großem Talent und seiner als vorbildlich geltenden Arbeitseinstellung mischten sich aber auch kritische Stimmen unter die Jubelchöre. Der Mann mit der Startnummer 5 war stets als einer der sanftesten Fahrer der MotoGP bekannt, vergleichbar eigentlich nur mit Jorge Lorenzo. Diese Stärke konnte er auf der gutmütigen Yamaha M1, die vor allem von hohen Kurvengeschwindigkeiten lebt, stets perfekt ausspielen. Mit der KTM RC16 würde er sich nun aber auf eine Maschine einstellen müssen, die am gegenüberliegenden Ende des MotoGPCharakterspektrums steht, warnten Kritiker. Hier ist aggressiveres Fahren gefragt, wie die bisherigen Fahrer immer und wieder erklärten. Und ihre mahnenden Worte sollten sich bewahrheiten. Zarco fand vom ersten November-Test in Valencia an nie das richtige Gefühl für die KTM, stürzte häufig und war zudem auch noch langsam. In Jerez kam es zum Eklat, als Zarco vor laufenden TV-Kameras die RC16 mit Fäkalausdrücken belegte. Firmenchef Pierer stellte ihm die Rute in Fenster. Nach dem ersten Saisondrittel 2018 hatte Zarco mehr als sechs Mal so viele Punkte auf dem Konto wie in diesem Jahr. »Ich muss alles, was ich bisher auf einem MotoGP-Bike gemacht habe, über Bord werfen und wieder vollkommen bei null beginnen. Dann bin ich zwar zunächst ganz am Ende des Feldes, aber es ist der einzige Weg, um auf lange Sicht nach vorne zu kommen«, sagte Zarco, von der schwierigen und für ihn ungewohnten Situation sichtlich gezeichnet, an seinem sechsten Rennwochenende für KTM in Mugello. Egal welche technischen Anpassungen das Werk bislang für ihn vornahm, der Erfolg stellte sich einfach nicht ein.


»ICH MUSS ALLES, WAS ICH BISHER AUF EINEM MOTOGP-BIKE GEMACHT HABE, ÜBER BORD WERFEN UND WIEDER VOLLKOMMEN BEI NULL BEGINNEN.«


Da konnte auch ein weiterer wichtiger Baustein im MotoGP-Puzzle von KTM nicht helfen. Nach zwei Jahren, in denen man lediglich mit den beiden Werksmaschinen und bei gelegentlichen Wildcard-Einsätzen mit einem dritten Bike an den Start ging, stehen 2019 erstmals an jedem Rennwochenende vier KTMs in der Startaufstellung. Zwei im Factory-Team und zwei im Kundenrennstall von Tech3, wo man nach zwei Jahrzehnten mit Yamaha nun auf neues Material setzt. Material, das sich von dem im Werksteam kaum unterscheidet. Die Überlegung hinter dem Schachzug war klar. Doppelt so viele Factory-Bikes im Feld bedeuten doppelt so viele Informationen bedeuten doppelt so schnelle Entwicklung-in der Theorie. Dass das in der Praxis ganz anders aussehen kann, mussten sowohl Hersteller als auch Team in den ersten Saisonrennen 2019 feststellen. Rookie Miguel Oliveira und vor allem Hafizh Syahrin tun sich auf der RC16 schwer. Natürlich mussten sich auch die Crews nach so vielen Jahren mit Yamaha erst auf die neuen Arbeitsgeräte einstellen. »Es kann Monate dauern, bis man da Ergebnisse sieht. Dieses Projekt ist eine riesige Challenge. Man muss geduldig sein, aber wenn sich das alles etwas gesetzt hat, kann es uns extrem viel bringen«, glaubt Mike Leitner. »Ja, wir haben noch viel aufzuholen«, gesteht auch Tech3-Teamchef Herve Poncharal.

Von all dem völlig unbeeindruckt eilt aber ein Mann in den Farben von KTM aktuell von Erfolgserlebnis zu Erfolgserlebnis: Pol Espargaro. Gerade Espargaro, der vor allem 2018 viel Kritik einstecken musste, schlitterte er doch von einer Verletzung in die nächste. Nun zeigt der Moto2-Champion des Jahres 2013 aber erstmals seit langem wieder so richtig, was in ihm steckt. Auf die erste Podiumsplatzierung beim letztjährigen Finale in Valencia ließ er eine bislang durchwegs starke Saison 2019 folgen, in der Espargaro zum Stammgast in den Top-10 wurde. Den Höhepunkt bis dato stellte ganz klar sein sechster Rang in Le Mans dar, wo ihm weniger als sechs Sekunden auf die Siegerzeit von Dominator Marc Marquez fehlten. Das bewog auch Motorsportchef Pit Beirer zu einer kleinen Entschuldigung in Richtung seines Schützlings. »Wir haben Pol vielleicht in der Vergangenheit etwas Unrecht getan«, gestand er ein und verwies auf Aussagen, wonach Zarco die Lücke nach vorne schließen sollte. Worte, die indirekt ja implizierten, Espargaro wäre dazu nicht in der Lage.

Dem ist offensichtlich nicht so und der sympathische Katalane kann nun nach mehr als zwei harten Jahren die Ernte seiner Mühen einfahren. Er hat sich die RC16 so angepasst, wie er sie für Spitzenresultate in Qualifyings und Rennen braucht. »Mit unserer derzeitigen Situation bin ich extrem zufrieden. Wir können sehr stolz sein auf das, was wir aufgebaut haben«, sagt Espargaro selbst. »Man muss nur einmal zurückdenken, mit welchen Ergebnissen wir noch vor einigen Rennen zufrieden waren. Ich fahre meiner Meinung nach besser als je zuvor, aber auch nur deshalb, weil ich ein Motorrad habe, das mir dabei hilft. Bei Tech3 hatte ich mit der Maschine immer zu kämpfen und auch nie die nötige Unterstützung. Ich war für das Werk nur interessant, wenn ich schnell war. Dann haben sie meine Daten angesehen und sich dann nicht mehr um mich gekümmert. Dabei ist es in der MotoGP so wichtig, das Gefühl zu haben, dass jemand hinter dir steht. Dieses Gefühl habe ich bei KTM und das ist großartig.«


»MIT UNSERER DERZEITIGEN SITUATION BIN ICH EXTREM ZUFRIEDEN. WIR KÖNNEN SEHR STOLZ SEIN AUF DAS, WAS WIR AUFGEBAUT HABEN. «


KTM mischt immer weiter vorne mit


Die harte Arbeit hat sich ausgezahlt


Arbeiten für das große Ziel: den größten Siegerpokal


Den Boden für derartige Früchte müssen Espargaros Markenkollegen Zarco, Oliveira und Syahrin erst bereiten. Auch auf sie warten wohl noch viele arbeitsintensive Monate. Am Ende kann ein großer Siegespokal, gefüllt mit dem süßen Nektar des Erfolges stehen. Jeder ist hier seines Glückes-oder auch seines Stahlrahmens-Schmied.

MEILENSTEINE

SEPTEMBER 2014: In Person von Motorsportchef Pit Beirer gibt KTM bekannt, 2017 mit einem Werksteam in die MotoGP-Weltmeisterschaft einzusteigen.

JULI 2015: Das V4-Aggregat der KTM RC16 läuft erstmals auf dem Prüfstand.

OKTOBER 2015: Die KTM RC16 nimmt am 29. Oktober erstmals eine Rennstrecke unter die Räder. Alex Hofmann dreht mit dem brandneuen Motorrad einige Runden am Red-Bull-Ring in Spielberg. Das Rollout verläuft problemlos, die RC16 macht keine Zicken.

NOVEMBER 2015: Nur knapp einen Monat nach dem Rollout bestreitet KTM mit Alex Hofmann und dem etatmäßigen Entwicklungsfahrer Mika Kallio, der dem Projekt bis heute treu geblieben ist, den ersten echten Test. Die beiden Ex-MotoGP-Piloten prüfen die Maschine dabei zwei Tage lang auf Herz und Nieren.

MÄRZ 2016: Bradley Smith wird der erste KTM Werkspilot der MotoGP-Geschichte. Der damals in Diensten von Tech3-Yamaha befindliche Brite unterschreibt einen Zweijahresvertrag.

JUNI 2016: KTM übernimmt die gesamte Fahrerpaarung von Tech3-Yamaha und verpflichtet nach Bradley Smith auch Ex-Moto2-Champion Pol Espargaro.

AUGUST 2016: Voller Stolz und in Anwesenheit von Vorstandsvorsitzendem Stefan Pierer, Motorsportboss Pit Beirer und Teamchef Mike Leitner präsentiert KTM im Rahmen des Österreich-Grand-Prix in Spielberg seine RC16 im Einsatzdesign der MotoGP-Öffentlichkeit.

NOVEMBER 2016: Mit Mika Kallio bestreitet KTM einen Wildcard-Einsatz beim Saisonfinale in Valencia. Im Qualifying schlägt sich der Finne gut, kann zwei Fahrer hinter sich lassen. Im Rennen sieht Kallio das Ziel nicht. Ein defekter Sensor zwingt ihn zur vorzeitigen Aufgabe.

MÄRZ 2017: In Katar startet KTM hochoffiziell in das Abenteuer MotoGP. Pol Espargaro und Bradley Smith stehen am Ende der Startaufstellung, im Rennen gibt es keine Punkte.

APRIL 2017:
Espargaro als 14. und Bradley Smith als 15. sorgen für die ersten Punkte in KTMs MotoGP-Geschichte.

MÄRZ 2018: Schon nach zwei Saisons wird KTM sein MotoGP-Projekt aufstocken. Wie man bekanntgibt, beliefert man ab 2019 das Tech3-Team mit Maschinen, die auf einem praktisch identischen Stand wie die Werks-Bikes sein sollen.

MAI 2018: Für die Jahre 2019 und 2020 schnappt sich KTM mit Johann Zarco eine der heißesten Aktien am MotoGP-Transfermarkt. Der pfeilschnelle Franzose soll die orange Truppe an die Spitze führen.

AUGUST 2018: Pol Espargaro sorgt mit dem neunten Platz beim Grand Prix der Tschechischen Republik in Brünn für das erste Top-Ten-Resultat von KTM in der Königsklasse.

JULI 2018: Erstmals führt eine KTM die Ergebnisliste einer MotoGP-Session an. Espargaro holt sich die Bestzeit im Warm-Up am Sachsenring.

NOVEMBER 2018: Trotz eines Sturzes im strömenden Regen von Valencia erkämpft Espargaro für KTM das erste MotoGP-Podium! In einem hochdramatischen Rennen mit vielen Ausfällen und einer Unterbrechung behält er die Nerven und wird Dritter.

MAI 2019: In Le Mans beendet Espargaro das Rennen als Sechster nur 5,935 Sekunden hinter dem Sieger. Das mit Abstand beste Trockenresultat in der MotoGPGeschichte von KTM und der bis dato letzte große Höhepunkt für die Österreicher.

FOTOS: LAT IMAGES, KTM

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