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eRoller: LAST MILE STANDING


Computer Bild - epaper ⋅ Ausgabe 19/2019 vom 30.08.2019

Aufladen und abfahren: Mit welchem der neueneRoller das wirklich Spaß macht und sicher ist, verrät der Test.


Artikelbild für den Artikel "eRoller: LAST MILE STANDING" aus der Ausgabe 19/2019 von Computer Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Computer Bild, Ausgabe 19/2019

„Roller ist nicht gleich Roller. Im Vergleich zeigten sich große Unterschiede.“
Michael Huch Stellv. Ressortleiter Telekommunikation & Internet

Nachdem die Politik den Weg für eRoller freigegeben hat, sprießen in den Metropolen die Leihroller wie Unkraut aus dem Boden, und die Leute greifen begeistert zu. Dabei ist das kein günstiges Vergnügen: Zehn Minuten Rollerspaß kosten je nach Anbieter rund 3,50 Euro. Da könnte man schon auf die Idee kommen, sich einen eigenen eRoller anzuschaffen. ...

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... COMPUTER BILD hat sieben aktuelle Modelle getestet.

Knackige Anbauteile

Der Markt wächst rasant, aber einige Modelle stecken noch in der Zulassungsprozedur. Um ein möglichst großes Testfeld zu bestücken, hat COMPUTER BILD deshalb auch Roller getestet, die noch mit Teilen aus dem 3D-Drucker angetreten sind, die sich bereits beim Transport verabschiedet haben. Maßgeblich war, dass alle fahrrelevanten Komponenten dem Serienstand entsprechen. Provisorische Kennzeichenhalter sind also nicht in die Wertung eingegangen.

Endlich ganz legal

Damit der Kunde legal durch die Gegend rollert, muss das Gefährt zugelassen sein. Dafür braucht es eine Beleuchtung, zwei Bremsen, und es darf die Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h nicht überschreiten. Zudem benötigt der Fahrer eine Haftpflichtversicherung und muss mindestens 14 Jahre alt sein.

Und wo darf so ein eRoller rollen? Ganz einfach: überall dort, wo auch Radfahrer radeln dürfen. Gehwege sind also für eRoller tabu, auch wenn sich viele Fahrer auf dem Bürgersteig sicherer fühlen als auf der Straße zwischen Autos und Lkw.

Das ist eben das Problem dieser Spaßgefährte: Im Stadtgewimmel sind sie mitunter so flott unterwegs, dass sie an vielen Radfahrern vorbeiziehen, aber auf der Straße sind sie mit 20 km/h ein Verkehrshindernis. Hier wünscht man sich die 25 km/h, die auch Pedelecs mit Motorunterstützung schaffen. Trotzdem machen diese Dinger Spaß. Und zwar alle – wenn auch sehr unterschiedlich.

Die Reife(n)prüfung

Ein zentrales Kriterium sind die Räder. Große luftgefüllte Reifen bieten klar mehr Fahrstabilität und Komfort als kleine Vollgummireifen. Das Spektrum im Testfeld reicht vom 14-Zentimeter-Vollgummireifen bis zum luftgefüllten Schlauchreifen mit 30 Zentimeter Durchmesser.

Die Unterschiede sind sofort spürbar, der Kaufmann Moovi bietet mit seinen 14-Zentimeter-Rädchen ähnlich viel Komfort wie High Heels auf Kopfsteinpflaster: Spaß macht’s nicht – wer damit unterwegs ist, muss konzentriert die Straße lesen und sich auf eine wackelige Fahrt einstellen.

Wenig überraschend bescheinigten die Testfahrer dem teuersten und am üppigsten bereiften eRoller den höchsten Komfort: Mit dem Metz Moover waren sie sicher und komfortabel unterwegs.

Exit Cross: Ende Gelände

Ähnlich angenehm fährt sich der SUV im Testfeld: Der große IO Hawk Exit Cross wiegt mehr als doppelt so viel wie der zierliche Kaufmann Moovi und vermittelt den Eindruck, als könnte ihn kaum etwas stoppen. Tatsächlich taugt er ebenso wenig wie ein SUV für wilde Offroad-Ausflüge, aber Kieswege, Rasenflächen, Bordsteine oder Kopfsteinpflaster nimmt er souveräner unter die Stollenreifen als jeder andere Testkandidat. Mit der Kombination aus guter Federung und breiten, großen Reifen beschert er ähnlichen Komfort wie der Metz Moover. Allerdings erkauft er sich seine große Bodenfreiheit mit einem sehr hohen Trittbrett. Ist der Akku mal leer, wird Rollern aus eigener Kraft zur extrem anstrengenden Angelegenheit.

In der Komfortwertung folgt der Egret Ten V4. Er fährt stabil und unaufgeregt. Es gab keinen Fahrer, der sich auf diesem Roller nicht wohl gefühlt hätte.

Im Mittelfeld tummeln sich SXT Buddy V2, IO Hawk Sparrow Legal und SXT Light Plus. Dank Reifen mit mindestens 20 Zentimeter Durchmesser fahren sie einen deutlichen Abstand zum klapprigen Moovi heraus. Die Vollgummireifen des SXT Light Plus V sind zwar pannensicher, dafür leidet der Komfort. Immerhin dämpft die Federung die gröbsten Unebenheiten ab.

Stabil oder labil?

Um ein Gefühl für die Stabilität zu bekommen, reichen ein Griff an die Vorderradbremse und Wackeln am Lenker. Dabei gibt sich der Egret Ten V4 unerschütterlich. Ähnlich stabil wirken der Metz Moover und der Exit Cross von IO Hawk. Die restlichen eRoller im Test wirken dagegen eher wackelig, der Kaufmann Moovi vermittelt sogar den Eindruck, als wäre er nicht richtig montiert: Der Lenker schlackert wie ein ausgenudelter Ganghebel im Auto.

DIE REICHWEITEN

Mit sieben Fahrern und regelmäßigen Wechseln hat COMPUTER BILD alle Roller auf der gleichen Strecke gefahren, bis nichts mehr ging.

DIE DISPLAYS

In der Garage war noch alles gut, das Display am IO Hawk Exit Cross (Bild rechts) leuchtete munter vor sich hin. Bei Tageslicht ist es aber kaum noch ablesbar. Ein schlichtes LCD wie beim Egret Ten V4 (links) funktioniert besser.

Mini, Tourer oder SUV: Das Testfeld zeigt, dass es straßenzugelassene Roller schon in erstaunlicher Vielfalt gibt.


KAUFMANN MOOVI
Der Moovi ist der kleinste eRoller im Test. Er muss mit harten Vollgummireifen mit einem Durchmesser von 14 Zentimetern auskommen. Der schlechte Komfort erstaunt nicht, aber die tolle Bremsleistung.


Ich will Spaß, ich geb Gas!

Bei der Bedienung konkurrieren einige Konzepte, die meisten Hersteller setzen auf einen Hebel am rechten Lenker, auf den der Fahrer mit dem Daumen drückt, um Gas beziehungsweise Strom zu geben. Bei Ansprechverhalten und Dosierbarkeit gibt’s zwar Unterschiede, aber im Großen und Ganzen funktionierte das bei allen Rollern ordentlich.

Der Egret Ten V4 hat dagegen einen Abzug für den Zeigefinger, und diese Lösung erwies sich im Test als weniger komfortabel im Vergleich zum üblichen Daumen-Gas. Der Exit Cross wiederum macht nicht nur mit seiner SUV-Optik auf dicke Hose, sondern auch mit seinem Gasdrehgriff auf Motorrad – blöd nur, dass es nervig lange dauert, bis der Roller nach einem Dreh am Griff reagiert. Schneller kommt der Metz Moover in Fahrt, noch direkter reagieren die anderen Testkandidaten. Doch so rasant wie der vorderradgetriebene SXT Light Plus V kam sonst kein Testkandidat in die Puschen.

Abfahrt: Tritt mich!

Fast alle eRoller muss der Fahrer mit Muskelkraft in Bewegung bringen, erst dann übernimmt der Motor. Nur der SXT Light Plus V reagiert schon im Stand auf den Druck auf den Gashebel. Mit seinen Vollgummireifen lassen sich auch prima schwarze Muster auf den Asphalt malen, aus Sicherheitsgründen schafft es diese Funktion aber nicht in die Serie.

Der TÜV macht leider auch einem anderen Komfortfeature den Garaus: Nach zehn Sekunden behält der Vorserien-SXT-Buddy-V2 das Tempo bei, und man kann den Daumen vom Hebel nehmen. Schade, dass manche gesetzlichen Vorgaben den eRoller-Spaß bremsen.

DIE BREMSEN

Die Bremsen gehören zu den wichtigsten Sicherheitsfaktoren. Um den Anhalteweg (Reaktionszeit plus Bremsweg) zu ermitteln, haben die Tester mehrere Vollbremsungen aus 20 km/h absolviert. eRoller wie der IO Hawk Exit Cross (Bild links) verzögern dabei mit aufwendigen Scheibenbremsen. Ausgerechnet der vollgummibereifte Kaufmann Moovi (Bild rechts) überraschte im Test mit dem kürzesten Anhalteweg.

METZ MOOVER
Der Metz Moover hat die mit Abstand größten Räder. Ein Durchmesser von 30 Zentimetern sorgt für eine stabile, komfortable Fahrt.


Bremstechniken im Mix

Apropos Bremsen: Wie schon im Test der Mietroller unterscheiden sich die Bremsen in Aufbau, Bedienung und Wirksamkeit deutlich. Die Modelle von Egret, Metz sowie der IO Hawk Exit Cross setzen auf die ideale Lösung: Zwei Bremsgriffe für die beiden Scheibenbremsen vorn und hinten bringen die Roller nach zwei Metern zum Stehen. Ansonsten mixen die Hersteller mehrere Bremsentechniken, was den Bremsweg nicht gerade verkürzt: So hat der SXT Light Plus V hinten eine Trommelbremse, vorne muss der Motor per Elektrobremse für die nötige Verzögerung sorgen. Die Fuhre kommt erst nach 4,4 Metern zum Stehen, ebenso lang ist der Anhalteweg des IO Hawk Sparrow Legal, dessen Tritt- und Scheibenbremse nur aufs Hinterrad wirkt.

Nicht alle schaffen 20 km/h

Die Geschwindigkeiten von Rollern zu vergleichen, die alle auf 20 km/h begrenzt sind, erscheint erst einmal sinnlos. Doch im Test haben sich auch hier drei Gruppen gebildet. Leicht über dem Limit lagen der SXT Light Plus V und der IO Hawk Sparrow. Alle anderen eRoller lagen selbst nach mehreren Minuten Vollgasfahrt eng beieinander um die 20 km/h. Nur der Moovi war von Anfang an der Nachzügler, im Verlauf der Testfahrt verlor er noch deutlicher an Tempo.

DIE GRÖSSEN

Soll der eRoller mal im Auto mitfahren, sind die Maße im eingeklappten Zustand maßgeblich. Da wird’s für den Metz Moover richtig eng, der IO Hawk Exit Cross passt nicht in den Kofferraum eines Kleinwagens.

DIE LADEDAUER

Ein Akku mit geringer Kapazität ist schneller wieder geladen als einer mit großer Kapazität. Darum wurde die durchschnittliche Ladedauer von 0 auf 100 Prozent gemessen und ins Verhältnis zur Reichweite gesetzt. Die Grafik zeigt die so ermittelte Ladedauer pro Kilometer.

Nur mit Zulassung und Haftpflichtversicherung gibt es ein Kennzeichen. Damit darf jeder ab 14 Jahren fahren.


Wer seinen Roller oft verstaut, transportiert oder trägt, freut sich über einen unkomplizierten Klappmechanismus.


Kaum Stromkosten

Die Anschaffung ist der teuerste Posten, die Testkandidaten kosten zwischen 780 und 2000 Euro. Dazu kommt eine Versicherung, die je nach Umfang zwischen 20 und 60 Euro pro Jahr zu Buche schlägt. Haftpflicht allein ist günstiger, mit Diebstahlschutz wird es etwas teurer. Die Stromkosten liegen zwischen 20 bis 50 Cent pro 100 Kilometer. Für einen Pendler, der 200 Tage im Jahr jeweils zehn Kilometer fährt, fallen also etwa zehn Euro Stromkosten pro Jahr an.

Wer langfristig kalkuliert, muss aber die Lebensdauer des Akkus einrechnen, die in der Regel zwischen 500 und 1000 Ladezyklen liegt. Der dann fällige Austausch kann mehrere Hundert Euro kosten. Bei einem 300EuroAkku, der 800 Ladevorgänge übersteht, wären das 90 Cent für 100 Kilometer und – damit ein Vielfaches der Stromkosten. Unterm Strich fallen für den Pendler ohne Reparaturen und Anschaffung etwa 80 Euro pro Jahr an. Bei einem Verleiher, der 1 Euro pro Entleihe und 25 Cent pro Minute berechnet, zahlt dieser Vielfahrer aber mindestens 1900 Euro im Jahr!

Kannste knicken

Pendler, die den Roller mit in die Bahn oder ins Auto nehmen wollen, brauchen ein leichtes Modell, das sich gut zusammenklappen lässt. Mit fast 24 Kilo ist der IO Hawk Exit Cross da viel zu schwer, auch den Egret Ten V4 mit 19 Kilo will man nicht zu oft schleppen.

Praktisch und platzsparend sind die einklappbaren Lenkerenden fast aller Testkandidaten. Beim Sparrow Legal lassen sich die Griffe notfalls abschrauben, der feste Lenker vom Light Plus V ist immerhin von Haus aus schmal. Der Lenker des Metz Moover lässt sich für den Transport nicht verkleinern. Am kompaktesten falten sich der SXT Buddy V2 und der überdies besonders leichte Kaufmann Moovi zusammen.[mhu]

FAZIT

Das beste Gesamtpaket bietet der Egret Ten V4, trotzdem ist er nicht für jeden ideal. Wer den eRoller oft verstauen muss, findet kompaktere und leichtere Modelle. Wer auf schlechten Straßen fährt, greift zum IO Hawk Exit Cross. Für ein paar Kilometer in der Stadt tut’s dagegen auch ein günstigerer Roller.

PRODUKTE IM VERGLEICH

LEIHROLLER ALTERNATIVEN

Um zu testen, ob ein eRoller das Richtige ist, eignen sich Leihroller prima. In den meisten deutschen Großstädten stehen die angesagten Gefährte an fast jeder Straßenecke. Allerdings lohnt sich das nur für Gelegenheitsfahrer, denn der Spaß ist teuer. Vielfahrer rollern mit eigenem Gefährt langfristig besser und günstiger.