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ERSTE HILFE AUS der Sommerwiese


NaturApotheke - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 11.06.2019

Wer draußen unterwegs ist, kann schon mal kleinere Verletzungen abbekommen. Eine Blase vom Laufen, eine kleine Wunde oder ein unangenehmer Insektenbiss lassen sich auch mit natürlichen Mitteln lindern. Wir haben 20 Pflanzen-Tipps dafür


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Foto: Pixabay/blausternchen, wikimedia, congerdesign, Hans Braxmeier (3), wikimedia, H.Hach, pixabairis; Rasbak; Gettyimages/arousa, filmfoto, petroval, hsvrs, emer1940, sita123, mantonature; ÖfB Wolfgang Simlinger

Kennen Sie das? Auf einer Bergwanderung bleiben Sie plötzlich stehen und freuen sich, eine Feldskabiose, einen kleinen Bergenzian oder eine echte Kuckucksblume ...

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... entdeckt zu haben. Alles Blumen, die aus der Kindheit vertraut, heute jedoch selten geworden sind. Und Ihre Kinder, Familie, Freunde? Verharren mit einem ungläubigen Ausdruck, und wissen weder mit der kleinen Pflanze noch mit Ihrer Freude darüber etwas anzufangen. Wie traurig, einer Generation beim Aufwachsen zusehen zu müssen, die als kleines Kind durchaus noch ein Gänseblümchen von einer Margerite unterscheiden konnte, heute jedoch nur noch Baum, Gras oder Blume kennt.

Da hilft nur eines: Nicht lockerlassen und immer wieder versuchen, im eigenen Umfeld Interesse für unsere heimische Pflanzenwelt zu wecken. Denn nur, was man kennt, kann man schätzen und schützen.
Vielleicht gelingt das ja, indem Sie beim nächsten Ausflug zeigen, was sich an kleinen Wald- und Wiesendoktoren in einer ganz normalen Wiese, an einem Waldrand oder neben Mauern und Feldern finden lässt und welch große Kräfte in den oft unscheinbaren Pflanzen stecken. Daher stellen wir Ihnen hier populäre und wenig bekannte Wald- und Wiesenpflanzen vor, die bei kleinen Unfällen, Insektenstichen, plötzlichen Kopf- und Zahnschmerzen oder Unwohlsein im Magen Linderung schaffen. Lassen Sie sich überraschen.

Tipp: Nutzen Sie die Gelegenheit, an einer Kräuterführung teilzunehmen. Auch wenn Sie selbst sich schon auskennen, man lernt ja immer noch dazu und es ist ein großes Vergnügen, sich einen Nachmittag mit Gleichgesinnten austauschen zu dürfen.
Da Sie viele Pflanzen roh essen, um sich ihrer Heilkräfte zu bedienen, achten Sie darauf, nicht an viel befahrenen Straßen, auf offensichtlich von Tieren genutzten Wiesen oder an bei Hundebesitzern populären Wanderwegen zu sammeln. Pflücken Sie nur so viele Blätter oder Blüten, wie Sie benötigen, auch wenn wie bei Gänseblume, Wegerich oder Beifuß genug Pflanzen in der Wiese stehen. Achten Sie darauf, dass die Blätter sauber und ohne Flecken oder braune Stellen sind. Und noch ein Hinweis. Viele Pflanzen wirken erst, wenn man die Blätter zu einem Brei verarbeitet, idealerweise, indem man sie kurz vorkaut. Das mag auf manchen wenig appetitlich wirken, doch vergessen Sie nicht: Auch der Speichel ist ein großer Heiler. Nicht ohne Grund hieß es früher bei Stichen oder Verbrennungen, etwa durch eine Brennnessel, Spucke drauf. Speichel enthält Schleimstoffe, die die Wundheilung fördern, antibakteriell wirkende Immunglobuline und Enzyme, die Wirkstoffe der Pflanzen noch verstärken. Wer mag, kann die Blätter aber auch zwischen zwei möglichst sauberen großen Steinen zerstoßen oder zwischen den Fingern zerreiben. Zur Wundheilung unterwegs ist es am besten, den Pflanzenbrei auf ein sauberes Tuch zu geben, auf die Wunde zu legen und dann das Tuch fest um den betroffenen Körperteil zu binden. Oder Sie versuchen es mit einem „grünen Pflaster“ wie in Tipp 17 beschrieben.

1) AMPFER
Mit seinen großen Blättern ist der Ampfer, im Volksmund auch Bletschn genannt, gut zu erkennen, umso mehr ihn die meisten Tiere verschmähen. Grund dafür ist die auch in Rhabarber enthaltene, bitter schmeckende Oxalsäure. Äußerlich aufgetragen leisten die antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften des Ampfers gute Hilfe bei Insektenstichen und Verbrennungen durch Brennnesseln. Einfach ein großes Blatt pflücken, zerknicken, bis der Pflanzensaft austritt und diesen auf der brennenden Haut verreiben. Die lindernde Wirkung setzt sofort ein.

2) BEINWELL
Bei Blutergüssen, Prellungen, Verstauchungen oder Insektenstichen reibt man die Beinwellblätter kurz zwischen den Fingern, damit die Zellen aufbrechen und der Blattsaft austritt. Dann werden die Blätter wieder auseinandergefaltet und auf die betroffenen Körperstellen aufgelegt. Sie bleiben so lange liegen, bis das Blatt trocken ist, dies dauert circa 10 bis 15 Minuten. (*)

3) BEIFUSS
Oft als wild wucherndes Unkraut gescholten, ist der Beifuß ein großer Heiler. Wanderern erleichtert er das Marschieren. Ein paar frische große Blätter unter die Fußsohlen gelegt, sorgen für frische Füße. Ursache dafür ist das in den Blättern enthaltene Kampferöl, das beim Gehen langsam austritt und die Fußsohlen belebt.

4) FICHTE
Bei kleinen Verletzungen auf einer Bergtour, etwa weil man sich beim Übersteigen eines Zaunes einen Splitter eingezogen hat, kann man die offene Wunde mit etwas frischem (weichem) Fichtenharz verschließen. Das Baumharz wirkt dabei wie ein natürliches Zugpflaster. Pfarrer Sebastian Kneipp empfahl, auf anstrengenden Wegen ein erbsengroßes Kügelchen aus dem Fichtenharz zu drehen und es als Energie spendendes Bonbon zu lutschen.

5) FRANZOSENKRAUT
Das Kleinblütige Knopfkraut wirkt blutreinigend, blutdrucksenkend, enthält Vitamin C, Magnesium, Kalzium, Phosphor und andere wertvolle Inhaltsstoffe. Bei Verdauungsproblemen kaut man die jungen, frischen Blätter. (*)

6) FRAUENMANTEL
Über diese vor allem für Frauen vielfältig wirksame Heilpflanze könnte man Bücher schreiben. Hier geht es nur um ihre blutstillende Wirkung: Wenn Sie unterwegs Nasenbluten bekommen, können Sie ein paar Blätter Frauenmantel pflücken und gut zerrieben in die Nasenflügel geben. Am besten fangen Sie mit dem stärker blutenden Nasenloch an, falls das Gefühl der Blätter in der Nase unangenehm ist. Der Frauenmantel wächst gerne am Waldrand oder an Hängen.

7) GÄNSEBLÜMCHEN
Im Mittelalter war das Gänseblümchen populäres Schmerzund Heilmittel, vor allem bei Wunden, Geschwülsten, Atemwegserkrankungen oder Menstruationsbeschwerden. Heute ist die Heilwirkung fast vergessen, vielleicht auch, weil Bellis perennis getreu seinem Namen fast das ganze Jahr über und überall zu finden ist. Wer sich unterwegs verletzt, sollte sich dessen schmerzstillende Wirkung zunutze machen und ein frisch gepflücktes Blümchen auf die Wunde oder eine Verstauchung
legen.
Das Gänseblümchen ist auch ein Wetterprophet. Schließen sich die Blüten vor dem Abend, naht Regen: Die Pflanze reagiert sensibel auf Änderungen der Luftfeuchtigkeit.

8) GILBWEIDERICH
Der Gilbweiderich wächst gerne an Uferzonen, er liebt feuchte Plätze. Er besitzt auffallend große, ovale Blätter und noch auffallendere, leuchtend gelbe Blüten. Früher wurde er vor allem gegen lästige Stechmücken genutzt. Seinen gewöhnungsbedürftigen Geruch meiden sogar Insekten. Zu deren Abwehr reibt man die Blätter des Gilbweiderich, bis der Saft austritt. Dann streicht man mit ihnen über die Haut. (*)

9) GUNDERMANN
Von April bis zum Sommer stößt man unter Büschen und auf schattigen Plätzen auf den Gundermann, in wenig sonnigen Gärten wird er als Unkraut gescholten und ausgerissen. Dabei kann er wunderbar bei Entzündungen helfen und Schmerzen stillen. Blüten und Blätter enthalten einen hohen Anteil an ätherischen Ölen. Bei vielen Kräuterfrauen gilt er als Geheimtipp bei Holzsplittern. Wer einige Blätter zerreibt oder zerkaut und auf die Stelle legt, an der der Splitter in die Haut gedrungen ist, kann den Splitter nach kurzer Einwirkzeit viel leichter herausziehen. Coco Burckhardt (siehe Quellen) empfiehlt sowohl bei plötzlich auftretenden Zahnschmerzen als auch bei Durchhängern auf längeren Wanderungen, ein paar Blätter Gundermann zu zerkauen. Die Schmerzen lassen sich so leichter ertragen, und neue Kraft durchdringt den Körper.

Fotos: Pixabay/Capri23atuo, Hans Braxmeier

10) HUNDSROSE
So schön ein Lagerfeuer ist, wenn man sich daran brennt, ist schnelle Linderung gefragt. Natürliche Linderung verschaffen ein paar Blütenblätter der wilden Rose. Zupfen Sie vorsichtig einige Blätter ab, sodass der Fruchtstand nicht beschädigt wird und eine Hagebutte reifen kann, zerreiben Sie die Blätter und pressen Sie sie anschließend auf die Brandwunde. Das ätherische Öl der Blütenblätter sorgt mit der trocknenden und zusammenziehenden Wirkung der enthaltenen Gerbstoffe für einen schmerzstillenden Effekt.

11) NELKENWURZ
Die Brotzeit war doch etwas kräftiger und Sie setzen Ihre Wanderung mit einem unangenehmen Geschmack im Mund fort? Hier hilft die bis zu einem halben Meter hoch wachsende Nelkenwurz mit ihren kleinen, gelben Blüten. Ziehen Sie eine Pflanze vorsichtig aus dem Boden und reinigen Sie die Wurzel. Kauen Sie langsam und bedächtig auf der Wurzel. Bald sind ein intensiver Geschmack und Geruch nach Nelken zu spüren, die dem Namen der Pflanze Ehre machen.

12) ROTER KLEE
Haben Sie als Kind auch so gerne den süßen Nektar aus roten Kleeblüten gesaugt? Die Blüten schmecken nicht nur süß, sie dienen auch als kleine Kraftspender für unterwegs. Wenn man sie zerreibt und auf einen Insektenstich presst, nimmt der Juckreiz ab.

13) RUPRECHTSKRAUT
Der rosarote Vertreter der Storchenschnäbel bevorzugt schattige Plätze, den Waldrand oder wächst entlang von Mauern. Man erkennt ihn leicht an seinem unangenehmen Geruch. Die kleinen Blüten sitzen auf zart behaarten Stängeln. Wer Ohrenschmerzen bekommt, zupft vorsichtig Blüten und Blätter ab und reibt damit den Eingang zur Ohrmuschel ein, ohne die Pflanzen ins Ohr zu stopfen.

14) WIESENSALBEI
In der Wildnismedizin der einfachen Leute wurde der Wiesensalbei zur Desinfektion des Mundraumes, bei Hitzewallungen, bei starkem Schwitzen und bei Wechseljahresbeschwerden verwendet.
Bei Zungenbelag mit den frischen Blättern des Salbeis die Zunge abreiben, dies reinigt und hinterlässt auch einen angenehmen Geschmack im Mund. (*)

15) SCHAFGARBE
Die heilenden Kräfte der Schafgarbe füllen so manches Buch und auch hier darf die auf Wiesen und Feldern allgegenwärtige Heilpflanze nicht fehlen. An ihren gefiederten Blättern und den zartrosa Blütendolden, die auf einem kräftigen Stängel wachsen, ist sie gut zu erkennen. Unterwegs hilft das Kauen auf Blättern und Blüten gegen Zahnschmerzen oder wenn man sich auf die Zunge gebissen hat.

16) SPRINGKRAUT
Das Springkraut macht sich an vielen Flußläufen und auf Brachflächen breit, daher darf man es bedenkenlos pflücken. Die nährstoffreichen Samen lassen sich zwar nur mit viel Vorsicht ernten, weil die Pflanze sie bei Berührung von sich schleudert, sie schmecken aber köstlich nach Nuss und dienen als kleine Kraftspender unterwegs. Mit dem Saft zerriebener Blüten lassen sich Insektenstiche lindern. Mehr zum Springkraut lesen Sie auf Seite 108.

17) DAS GRÜNE PFLASTER

Zutaten: 1 großes Spitzwegerichblatt, 1 langer Stiel des Spitzwegerich, 1 großes Schafgarbenblatt

Wenn man etwa am Finger einen kleinen Schnitt hat, nimmt man das Schafgarbenblatt und wickelt es um den Finger, direkt über die Verletzung. Die Schafgarbe wirkt durch ihre Gerbstoffe blutstillend. Darüber kommt nun das Spitzwegerichblatt, das abschwellend, desinfizierend und kühlend wirkt. Mit dem Samenstiel des Spitzwegerich bindet man den Verband fest. (*)

18) TAUSENDGÜLDENKRAUT
Die Wurzel erntet man vor oder nach der Blütezeit in den Morgen- oder Abendstunden. Leidet man jedoch unter akuten Zahnschmerzen, dann gräbt man sie aus, wenn sie gebraucht wird! Mit einer groben Bürste entfernt man Erdteile oder andere Verunreinigungen und spült die Wurzel kurz unter warmem Wasser ab. Bei Eiterungen im Mundraum oder Zahnschmerzen schneidet man die Wurzel in Stücke und kaut sie oder steckt sie zwischen die schmerzenden Zähne. (*)

19) WALDERDBEERE
Die kleinen Walderdbeeren leuchten den ganzen Sommer über rot an sonnigen Stellen im Wald, auf Lichtungen oder auch im hohen Gras. Abgesehen von ihrem feinen aromatischen Geschmack können sie mit ihrer kühlenden Wirkung (mehr dazu Seite 72) auch bei einem Sonnenbrand erste Hilfe leisten. Auch wenn sich nicht jeder die schmerzende Haut mit zerquetschten Beeren beschmieren mag, die lindernde Wirkung belehrt schnell eines Besseren.

20) WEGERICH
Sowohl der Breit- als auch der Spitzwegerich sind Pflanzen mit einer langen Heiltradition. Dies spiegelt sich im Volksglauben wider, der den Wegerich als Wundermittel gegen zahlreiche Leiden nutzte, sogar gegen die Pest. Einige Naturvölker setzen auf Wegerich als Soforthilfe nach einem Schlangenbiss. Uns hilft es, bei plötzlich auftretenden Entzündungen oder wunden Stellen im Mund, ein Blatt des Wegerich zu zerkauen. Die enthaltenen Schleim- und Gerbstoffe wirken zusammenziehend und schmerzlindernd. Der Saft zerriebener Blätter lindert den Schmerz bei Insektenstichen und -bissen, und ein Brei aus zerriebenen oder besser noch zerkauten Wegerichblättern hilft bei kleinen Wunden.

WAS IMMER MIT SOLLTE

Auf Wanderungen oder Ausflügen sollten Sie immer eine kleine Notfallausrüstung dabei haben. Am besten packen Sie alles in eine kleine Tasche, so haben Sie sie stets griffbereit. In unserer Tasche sind:
- ein gutes Taschenmesser mit Pinzette
- ein großes sauberes Stofftaschentuch
- einige Pflaster
- eine kleine Plastiktüte (etwa ein Frischhaltebeutel)
- Rescue-Tropfen
Wir haben außerdem immer eine große Flasche Leitungswasser im Gepäck: zum Trinken, aber auch zum Reinigen von Blättern, Wurzeln und Fingern

LESETIPP:

Die mit einem Sternchen gekennzeichneten Tipps stammen aus dem Buch „Wildnisapotheke“ der Naturpädagogin Eunike Grahofer. Es hat uns beim Lesen so begeistert, dass wir es ab sofort neuen Abonnenten als Prämie schenken – mehr Infos dazu finden Sie auf Seite 28. Freya Verlag, 2018, 24,90 Euro, ISBN 978-3-99025-332-8

▶ Literatur und Quellen
• Eunike Grahofer: Wildnisapotheke, Freya Verlag, 2018
• Coco Burckhardt: Erste Hilfe mit frischen Wildpflanzen, Verlag
Eugen Ulmer, 2016
• Markusine Guthjahr: Die bäuerliche Naturapotheke, Cadmos Verlag. 2011
• Elfie Courtenay: Heilkräuter – überliefertes Wissen für Hausapotheke
und Küche, Mankau Verlag, 2017
• www.kostbarenatur.net

NATÜRLICHER MÜCKENSCHUTZ

Natürlicher Mückenschutz lässt sich auch ohne das oft in Mückenspray enthaltene DEET (Diethyltoluamid) herstellen. Dazu eignen sich ätherische Öle, die eine ähnlich starke Wirkung haben. Man muss jedoch öfter nachsprühen, empfohlen wird einmal pro Stunde.

Besonders geeignet sind Citronella und Lemongras sowie Rosengeranie und Palmarosa. Erstere können bei sensibler Haut zu Reizungen führen, daher nur maximal einprozentig in Mischungen verwenden. Das Gleiche gilt für stark riechende Öle wie Pfefferminze, Rosmarin, Eukalyptus und Nelkenknospe, die nicht in die Nähe des Gesichts von Kleinkindern kommen dürfen. Lavendel- und Teebaumöl (hier sollten Sie nur frisch geöffnetes Öl nutzen, da es, sobald es angebrochen wurde, innerhalb von wenigen Monaten oxidiert und die Haut dann reizen kann).

Eine Empfehlung sind zudem ätherische Öle aus Hölzern, die Sesquiterpenen enthalten. Dabei handelt es sich um Duftstoffe, die den Lock- und Abwehrstoffen von Insekten ähneln. Hier eignen sich vor allem Patchouli, Vetiver, Sandelholz und Zeder, die übrigens auch Motten überhauptnicht mögen.

Wichtig ist, nur hochwertige, naturreine ätherische Öle zu benutzen, die bis auf wenige Ausnahmen nie unverdünnt mit der Haut in Kontakt kommen sollten.

Mückensprays eignen sich für die Benutzung auf der Haut, auf der Kleidung und als Raumspray. Für die Verwendung auf der Haut werden maximal 2 bis 3 % ätherisches Öl an der Gesamtmenge empfohlen, bei Citronella und Lemongras nur 1 %, für Kinder jeweils nur die Hälfte, also 0,5 % in einer Mischung. Bei Mückenschutz für Kinder sollten Sie auf Pfefferminz- und Eukalyptusöl verzichten. Bei Kindern bis zu sechs Monaten sollten Sie keine ätherischen Öle anwenden. Hier hilft es, an Bett und Kinderwagen ein Mückennetz anzubringen.

MÜCKENSPRAY FÜR ERWACHSENE
97 ml Wodka oder Korn
20 Tropfen Citronella, Lemongras oder Eucalyptus
citriodora
20 Tropfen Rosengeranie oder Palmarosa
10 Tropfen Lavendel fein
10 Tropfen Atlas-Zeder, Patchouli oder Sandelholz
1oo-ml-Sprühflasche

ZUBEREITUNG
Die ätherischen Öle in eine saubere Sprühflasche geben und danach mit Wodka oder Korn auffüllen. Vor Gebrauch jeweils gut schütteln.
Wenn man keinen Alkohol verwenden möchte, lassen sich die ätherischen Öle auch zunächst mit Solubol vermischen (ein Teil ätherisches Öl und vier Teile Solubol). Solubol ist ein rein pflanzliches Mittel ohne Alkohol zum Emulgieren von ätherischen Ölen.
Ansonsten kann man auch nur Wasser verwenden und die Mischung gut schütteln.

MÜCKENSPRAY FÜR KINDER
85 ml Wasser
240 Tropfen (12 ml) Solubol (optional)
10 Tropfen Citronella oder Lemongras
20 Tropfen Rosengeranie oder Palmerosa
20 Tropfen Lavendel fein
10 Tropfen Atlas-Zeder, Patchouli oder Sandelholz
1oo-ml-Sprühflasche
ZUBEREITUNG
Die ätherischen Öle in eine saubere Sprühflasche geben (optional mit Solubol vermischen) und danach mit Wasser auffüllen. Vor Gebrauch jeweils gut schütteln. Wenn man schon gestochen wurde, dann kann man ein wenig pures Lavendel- oder Teebaumöl auf die Stich- stelle geben.
Hilfreich ist dies auch nach einem Zeckenbiss und der Entfernung der Zecke. Es beruhigt, nimmt die Schwellung, lindert den Juckreiz und verhindert Entzündungen. Am besten hat man für solche Zwecke immer ein Fläschchen Lavendel- oder Teebaumöl dabei.
Kerstin Möller

Der spannende Aromablog von Margareta Ahrer, www.aroma1x1.com, enthält die beiden Rezepte für Mückenspray und viele weitere tolle Rezepte.