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ERSTER EINDRUCK: YAMAHA TÉNÉRÉ 700: SCHÖN EINFACH!


Motorrad ABENTEUER - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 14.06.2019

Mit der in Italien entwickelten und in Frankreich produzierten Ténéré 700 im Rallye-Style schreibt Yamaha die Geschichte seiner Adventure-Maschinen quasi unter der Maxime »Back to the Roots« fort. Statt eines Überangebots an Leistung und Highend-Tools rückt die Marke mit den drei gekreuzten Stimmgabeln das Fahren, egal auf welchem Terrain, in den Vordergrund.


Am Anfang der Fahrt und während der Tour steht nicht die Frage nach zu wählenden Fahrwerks- und Motormodi, sondern die nach dem Wohin. Als Antrieb dient der inzwischen zigtausendfach in MT-07, MT-07 Tracer und XSR 700 bewährte Treibsatz mit seiner ...

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Bildquelle: Motorrad ABENTEUER, Ausgabe 4/2019

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... mustergültigen Leistungsentfaltung, die – und das kann man nach 460 Kilometern, davon 200 offroad – mit Sicherheit sagen, bändigende Assistenzsysteme überflüssig macht.

1Die sehr übersichtlich gestaltete Tachoeinheit lässt sich auch in den Rasten stehend optimal ablesen. Über eine Schaltwippe am rechten Lenkerende lassen sich die Optionen des Bordcomputers aufrufen.


2Vier LED-Lampen machen bei Bedarf die Nacht zum Tag. Der Windschutz ist ausreichend.


Fotos: Yamaha, H. Schwarz

1An einer serienmäßigen Strebe oberhalb der Tachoeinheit lässt sich ein GPS-Gerät oder ein Telefon optimal befestigen.


2An diesen speziellen Schrauben kann man eine Gepäckrolle auch ohne speziellen Träger sehr gut festzurren. Idealerweise nimmt man dazu elastische Spannriemen mit Schlaufenenden.


3Auf dem als Zubehör erhältlichen Heckgepäckträger lässt sich ein stabiles Aluminium-Topcase einrasten.


4Die neue Ténéré 700 gibt es in drei Farbvarianten: Ceramic Ice (mit blauen Felgen), Tech Black mit schwarzem Tank und schwarzen Felgen und in Competition White mit rotem Heck und roten Applikationen.


Dabei haben die Maßnahmen offensichtlich nicht den Durst des charismatischen Twins in die Höhe getrieben. Zwischen 4,5 und 4,7 Liter lagen die Verbräuche der beherzt bewegten Testmaschinen. Auf großer Tour sind also Durchschnittsverbräuche um die vier Liter kein Problem, und die von Yamaha in Aussicht gestellte Reichweite von über 350 Kilometern mit dem schlanken 16-Liter-Tank ist kein Produkt der reinen Phantasie.

Der nur dezent modifizierte Motor sitzt mittragend in einem komplett neuen, 17,75 Kilo leichten Chassis. Der Stahlrohrrahmen mit doppelt abgestütztem Steuerkopf und angeschraubten Unterzügen ist nicht nur bezüglich der Flex-Steifigkeit-Bilanz auf den Offroad-Einsatz abgestimmt, sondern auch mit einem angeschweißten Heckrahmen versehen, der für hohen Lastentransport und damit auf die Fernreise-Klientel vorbereitet ist.

Kayaba steuert hochwertige Federelemente in Form einer 43er USD-Gabel bei, die über eine variable Zugwie Druckstufendämpfung verfügt. Darüber hinaus ist die Gabel mit Entlüftungseinrichtungen versehen. Am Heck kommt ein über Hebel progressiv angelenktes Zentralfederbein mit via Drehknauf vorspannbarer Feder sowie einstellbarer Zug- und Druckstufendämpfung zu Ehren.

Ein sehr ausgetüfteltes und stabiles Aluminium-Koffersystem bietet recht viel Stauraum und dank einer Aussparung für den Schalldämpfer bleibt das Motorrad noch recht schmal.


Die Federelemente vermitteln einen erstaunlichen Komfort


Eine Kombination, die dank 210 Millimeter Federweg an der Front und 200 Millimeter am Hinterrad – Bodenfreiheit 240 mm – nicht nur gewagte Sprünge im harten Offroad-Einsatz bestens unterstützt, sondern auch für hohe Spurtreue bei stramm gefahrenen Pisten mit groben Buckeln und Löchern sorgt. Trotz der notwendig straffen Abstimmung vermitteln die einfühlig ansprechenden Federelemente einen erstaunlichen Komfort. Tiefe Auswaschungen, die man mit den schweren Reise-Enduros nur in den Rasten stehend bewältigt, bügelt die Ténéré 700 auch mit sitzendem Fahrer glatt, ohne dass ihm nach einem langen Tag im Sattel der Rücken schmerzt.

Die Räder in den typischen Offroad-Größen von 21 Zoll an der Front und 18 Zoll am Heck bieten solide Führungseigenschaften respektive Traktion. Dabei tragen die Leichtmetallfelgen der Stahlspeichenräder reparaturfreundliche Schlauchreifen. Im Falle der Testmaschinen waren es Pirelli Scorpion Rally STR. Als Kompromisslösung für den Straßeneinsatz ganz annehmbar, für verstärkten Offroad-Einsatz wären indes gröbere Stollenreifen angezeigt.

So oder so – das zeigte schon meine Fahrt mit dem fast serienreifen Prototypen (siehe »Motorradfahrer« 11/2018) – begeistert die Ténéré mit präzisem Einlenkverhalten und erinnert mit der Leichtigkeit beim Richtungswechsel an die einzylindrigen Ur-Ténérés, was angesichts von überschaubaren 204 Kilo Gewicht bei vollem Tank überhaupt nicht abwegig ist.

1Hier ist fast alles aus der Yamaha-Zubehörliste montiert. Im Bild sind das Explorer-Paket und das Rallye-Paket kombiniert. Der aufwendig gebogene und geschweißte Aluminium-Motorschutz schützt zusätzlich alle Motorteile.


2Beim Explorer-Paket kann der hintere Teil der Sitzbank durch eine zusätzliche Gepäckplatte ersetzt werden, das bietet eine gute Grundlage für eine große Gepäckrolle.


Dabei ist die jüngste Ténéré nicht nur mit wesentlich solideren Fahrwerkskomponenten ausgestattet, sondern führt neben der 245er Scheibenbremse mit Einkolben-Schwimmsattel am Hinterrad zudem am Vorderrad zwei 282er Bremsscheiben mit Doppelkolben-Schwimmsätteln. Die packen im Straßeneinsatz hinreichend stramm zu und erweisen sich im Gelände als gut dosierbar. Dafür lässt sich das ordentlich regelnde ABS per Knopfdruck am Display-Gehäuse des Cockpits abschalten.

Die variablen Anzeigefunktionen des Displays werden von der rechten Lenkerschaltereinheit abgerufen. Dabei ist das Instrument hinter der erstaunlich wirksam schützenden Verkleidungsscheibe von der Höhe so positioniert, dass es sich in sitzender wie in den Rasten stehender Fahrerhaltung gleichermaßen gut ablesen lässt. Eine sich direkt links neben dem Cockpit befindliche 12-V-Steckdose (ein Platzhalter für eine zweite Steckdose ist rechts vorhanden) kann ein Navi speisen, das an der soliden Querstrebe am fiberglasverstärkten Träger hinter dem Windschild einen Andockplatz findet.


Die Leichtigkeit beim Richtungswechsel erinnert an die Ur-Ténérés


Überhaupt lässt die 700er ausstattungsmäßig kaum Wünsche offen, was Abenteuerreisen oder ausgelassenen Offroad-Einsatz angeht. So sorgen jeweils zwei LED-Abblend- und Fernlichtscheinwerfer (plus LED-Positionsleuchten) auch bei Nachtfahrten für gute Ausleuchtung der Pisten. Die hinter dem hohen, breiten Lenker klassisch bequeme Sitzhaltung rundet die trotz ihrer dünnen Bauweise bequeme Seriensitzbank mit 875 mm Sitzhöhe ab. Obschon sie zweiteilig ausgeführt ist, läuft sie stufenfrei für große Bewegungsfreiheit im Gelände nach hinten aus. Die gezackten Alu-Fußrasten sind mit herausnehmbaren Gummieinsätzen versehen. Ein solider Alu-Motorschutz gehört wie auch der höhenvariable Vorderradkotflügel und die Handprotektoren, die von der Ausführung mehr Wind- und Wetterdenn Sturzschutz darstellen, zur Serienausstattung.

Darüber hinaus bietet Yamaha Zubehörpakete für viele individuelle Einsatzzwecke an. So umfasst das Rallye-Paket (1.858,95 Euro) eine 44 mm höhere Sitzbank, einen Akrapovic-Slip-on-Schalldämpfer, einen Alu-Kettenschutz und eine Kettenführung, LED-Blinker, Kühlerschutz, Kennzeichenhalter, LED-Blinker und Tank-Pad.

Das Explorer-Paket (2.114,95 Euro) beinhaltet Alu-Koffer mit jeweils 37 Liter Fassungsvermögen, Kofferträger, Hauptständer, einen größeren und stärkeren Unterfahrschutz, einen Solositz-Gepäckträger (statt Soziussitz) und Sturzbügel.

Für 192,95 Euro gibt es eine um 20 mm niedrigere Sitzbank, um weitere 18 mm verringern geänderte Umlenkhebel (102,95 Euro) die Sitzhöhe auf 837 mm. Außerdem findet sich ein Heckgepäckträger für 279,95 Euro im Zubehörprogramm, der auch ein Topcase tragen kann.

Darüber hinaus sind die bekannten Extras des Yamaha-Programms wie Heizgriffe, Soziuskomfortsitz und Lenkerhebelagen im Programm. Dabei machen die Zubehörpakete nicht nur einen sehr soliden Eindruck, sondern sind, wie übrigens das gesamte Motorrad, auch sehr sauber verarbeitet.

3Nach 460 Test-Kilometern ist das Resümee durchweg positiv.


Jetzt noch die Alukoffer montiert und schon könnte eine lange Abenteuerreise beginnen. Die Ténéré 700 ist der Beweis dafür, dass etwas weniger von allem schließlich auch ein deutliches Plus sein kann.


TECHNISCHE DATEN*

Motor: Leistung 54 kW (73,4 PS) bei 9000/min, max. Drehmoment 68 Nm bei 6500/min, flüssigkeitsgekühlter 270°-Reihen-Zweizylinder, Hubraum 689 cm³, Bohrung x Hub 80,0 x 68,6 mm, Verdichtung 11,5:1, zwei oben liegende Nockenwellen, über Zahnkette angetrieben, vier Ventile pro Zylinder über Tassenstößel betätigt, Zünd-/Einspritzelektronik, zwei Drosselklappen Ø 38 mm, Nasssumpfschmierung, Mehrscheiben-Kupplung im Ölbad, Sechsganggetriebe, Dichtringkette
Fahrwerk: Brücken-Stahlrohrrahmen mit angeschraubten Unterzügen, Stahlrohrheck angeschweißt, v. USD-Gabel, Ø 43 mm, Zug- und Druckstufendämpfung einstellbar, h. Stahlrohr-Zweiarmschwinge, über Hebel angelenktes Zentralfederbein, voll einstellbar, Federweg v./h. 210/200 mm, v. zwei 282-mm-Scheibenbremsen mit Doppelkolbenschwimmsätteln, hi. eine 245-mm-Scheibenbremse mit Einkolben-Schwimmsattel, Stahl-Speichenräder mit Alu-Felgen, v. 2.50 x 21, h. 4.50 x 18, Bereifung Pirelli Scorpion Rallye STR, v. 90/90 R21, h. 150/70 R18
Assistenzsysteme: ABS
Maße und Gewichte: Radstand 1595 mm, Lenkkopfwinkel 63°, Nachlauf 105 mm, Sitzhöhe 875 mm, Bodenfreiheit 240 mm, Gewicht vollgetankt 204 kg, Tank 16 l
Preis: ab 9.299 Euro zzgl. Nk.
Farben: Blau/Weiß, Schwarz, Weiß/Rot
Garantie: zwei Jahre ohne km-Limit

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