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ES BLÜHT UND GEDEIHT BEI KATHARINE WATSON


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Mollie Makes - epaper ⋅ Ausgabe 75/2022 vom 03.09.2022

KREATIV-GESPRÄCH

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Katharine Watson arbeitet in der restaurierten Scheune des Hauses, das sie mit ihrem Mann Joe und ihren beiden Hunden im US-Staat Maine bewohnt. Wer sich in ihrem idyllischen Garten voller Blumen und Gemüse umschaut, weiß gleich, wo sie Inspirationen für ihre Kollektionen von Schreibwaren und Keramik findet.

Nach ihrem College-Abschluss absolvierte Katharine ein Praktikum im Textilmuseum in Washington. Ihre ersten Arbeiten fertigte sie in der Einzimmerwohnung, die sie mit Joe teilte, und verkaufte zunächst auf Kunsthandwerksmessen und Ausstellungen. Einmal fuhr das Paar acht Stunden, um eine gebrauchte Druckmaschine abzuholen. Durch Engagement, Tatkraft und Anpassungsfähigkeit ist es ihr gelungen, ihr Geschäft auszubauen. Sie hat die sozialen Medien genutzt und ihr Label schützen lassen. Heute erreicht sie mit ihrer Arbeit ein viel größeres Publikum.

Wir haben mit ihr über die Höhen ...

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... und Tiefen ihres Berufs gesprochen, über stressige Phasen und ruhigere Zeiten, in denen sie kreativ sein kann.

Wie hast du deine Leidenschaft für das Drucken entdeckt?

Ich wollte schon als Kind einen kreativen Beruf ergreifen. Ich habe über Innenarchitektur, Mode und Malerei nachgedacht, aber dann belegte ich am College einen Kurs in Druckgrafik, und es machte Klick. Viele meiner Arbeiten sind floral oder geometrisch, und die Druckgrafik ermöglichte es mir, einfache Motive dekorativ umzusetzen.

Hat sich dein Geschäft seit der Anfangszeit entwickelt?

Ich habe gleich nach dem College auf Kunsthandwerksmärkten meine Arbeiten verkauft. Einige Schreibwaren konnte ich an den Großhandel verkaufen. Das gab mir die Möglichkeit, das Produktdesign kennenzulernen, was mir wirklich Spaß macht. Mir war immer wichtig, meine Kunst zugänglich zu machen. Und Karten kann sich – im Gegensatz zu größeren Gemälden oder Drucken – fast jede/r leisten.

Inzwischen werden deine Karten bei Target verkauft. Hättest du je gedacht, einmal so viele Menschen zu erreichen?

Das war immer mein Wunsch. Aber es bedeutet, dass ich jetzt meine Zeit anders einteilen muss. Ich fertige noch immer am liebsten Einzelstücke, die ich direkt an Kunden verkaufe. Aber ich verkaufe auch an Geschäfte und an Lizenznehmer wie Target, die die Karten dann selbst drucken. Dadurch muss ich mit vielen Dingen gleichzeitig jonglieren.

Welche Wirkung hatten die sozialen Medien?

Ich habe etwas zu früh angefangen. Instagram entstand erst, als ich schon ein paar Jahre im Geschäft war. Aber es ist ausgesprochen hilfreich und ich nutze die sozialen Medien oft. Sie sind eine großartige Möglichkeit, um neue Kunden anzusprechen.

Du arbeitest mit Papier, Stoff und Keramik. Was magst du am liebsten?

Das Drucken ist meine Leidenschaft, aber ich brauche auch die Vielfalt. Es kann vorkommen, dass mir ein Medium langweilig wird. Dann kann ich mich für eine Weile einem anderen zuwenden, ohne die kreative Arbeit aufzugeben.

Erzählst du uns etwas über dein Atelier?

Das ist die Scheune hinter dem Haus. Als wir eingezogen sind, haben wir gezielt nach einem Atelier gesucht. Ich brauchte dringend Platz, weil mein Geschäft wuchs. Die Scheune hat zwei Etagen. Unten sind Lager, Versandabteilung und Druckerei untergebracht, oben das Büro und mein Atelier.

Dein Garten liefert dir offensichtlich viele Inspirationen. Warst du schon immer eine Naturliebhaberin?

Als ich Kind war, hatten wir keinen Garten. Wir haben in London und später in Hongkong gewohnt. Da gab es wenig Grün. Aber meine Mutter, die Botanik studiert hatte, ging immer mit uns in den botanischen Garten. Später wollte ich vor allem Gemüse anpflanzen, aber ich mag auch gern Blumen. Vor allem solche, die man nicht im Laden kaufen kann. Wenn ich etwas Schönes im Garten sehe, versuche ich, die Symmetrie und die Farben auf meine Arbeit zu übertragen.

01 Jeder Arbeitstagivst anders.An manchen kreiert sie, an anderen verpackt sie.

02 Obst undBlumen aus dem Garten stehen Pate für Katharines Arbeiten.

03 Katharine findetes spannend, Blumen in ihrem typischen geometrischen Stilgeometrischen Stil darzustellen.

04 Grußkartenwaren in der Anfangszeit eine wichtige Einnahmequelle.

05 Das Schneidenvon Linolplatten und das Drucken sind ihre liebsten Tätigkeiten.

„Manchmal spiele ich einfach nur mit Ideen herum. Das ist so wichtig.“

Was möchtest du deinen Kunden mit deinen Arbeiten mitgeben?

Die Menschen sollen erkennen, dass hinter jedem Stück eine Geschichte steckt. Selbst wenn es vordergründig nur Blumen sind, setze ich sie doch mit meiner ganz individuellen Ästhetik um.

Wie verläuft ein durchschnittlicher Arbeitstag?

An manchen Tagen sitze ich nur am Computer. An anderen Tagen bin ich mit kreativen Arbeiten beschäftigt – leider seltener als ich mir wünsche. Dann drucke ich, schneide Linolplatten oder töpfere. Und manchmal spiele ich einfach nur mit Ideen herum, ganz ohne Plan. Das ist so wichtig, aber wenn Projekte und Termine anstehen, bleibt dafür wenig Zeit. Diese Tage mag ich besonders gern. Dann lese ich keine E-Mails, sondern schaue nur, mit welchen Materialien ich länger nicht gearbeitet habe.

01 Mal Keramik, mal Stoff, mal Druck − Katharines Arbeit ist vielseitig und wird nie langweilig.

02 Katharine hat auch eine Kollektion Kissenhüllen mit Blüten in ihren typischen Blautönen herausgebracht.

Gibt es auch Arbeiten, die du nicht magst oder die du fürchtest?

Alles, was mit Steuern, Lizenzen oder Versicherungen zu tun hat. Ich hasse Bürokratie. Vor der Weihnachtszeit fürchte ich mich immer ein bisschen, aber ich mag sie auch. Für kleine Unternehmen ist sie ja sehr wichtig. Früher wurde ich in ruhigen Zeiten unruhig und habe überlegt, das Geschäft aufzugeben. heute weiß ich, dass ich diese Zeiten brauche.

Hast du Folgen der Pandemie gespürt?

Ich musste meine gesamten Großhandelsverkäufe für ein paar Monate pausieren, weil ich überfordert war, alles allein zu bewältigen. Vorher hatte ich Hilfe, aber im Lockdown war ich allein. Die Verkaufszahlen erholten sich bald wieder, aber meine Arbeitssituation und die Lieferketten waren durcheinander. Das war eine schwierige Zeit.

Worauf bist du besonders stolz und was möchtest du noch erreichen?

Vor ein paar Jahren habe ich eine Karte für das MET-Museum entworfen. Sie veranstalteten eine Retrospektive über Textilien und baten mich, zwei Designs für den Museumsshop zu entwerfen. Was meine Ziele angeht, so hat Covid wahrscheinlich meine Perspektive verändert. Ich bin zufriedener mit dem, was ich erreicht habe, und versuche dankbar und glücklich über das Wachstum zu sein. Früher habe ich zwei Jahre im Voraus geplant, aber jetzt bin ich einfach froh, wenn ich es bis zum Ende des Monats schaffe.

Hast du einen Rat für AnfängerInnen in deiner Branche?

Am wichtigsten ist, seinen eigenen Stil zu finden. Das kann man nicht planen. Man muss einfach viel arbeiten und sehen, was herauskommt. Bei der Druckgrafik gibt das Material oft den Rahmen vor. Wenn du mit starrem Linoleum arbeitest, musst du deinen Entwurf vielleicht vereinfachen, sodass sich der Stil manchmal erst während des Druckvorgangs herauskristallisiert. Man muss viel experimentieren und ausprobieren, aber irgendwann wird man erkennen, dass man seinen Stil gefunden hat.

„Ich bin zufriedener mit dem Erreichten und versuche dankbar für das Wachstum zu sein.“

Wenn Katharine nicht gerade druckt oder bastelt, ist sie am glücklichsten in ihrem Garten oder beim Schwimmen. Am liebsten lässt sie sich treiben. Mehr Eindrücke ihrer Arbeiten gibt es auf Instagram @katharine_watson und auf ihrer Website katharinewatson.com