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„Es geht viel um Jugendarbeit und um die Vereine“


Sportschipper - epaper ⋅ Ausgabe 7/2019 vom 28.06.2019

Ein Interview mit Nils Kollert, dem neuen Vorsitzenden des Fachverbandes Segeln Bremen Von Volker Kölling


Artikelbild für den Artikel "„Es geht viel um Jugendarbeit und um die Vereine“" aus der Ausgabe 7/2019 von Sportschipper. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Thema Nachwuchs auf der Agenda: Der neue FSB-Vorsitzende Nils Kollert hier bei einem Treffen mit den Segeltrainern des FSB und der Vereine im Bootshaus Grohn.


(Foto: Kölling)

Sportschipper: Vorsitzender Fachverband Segeln Bremen – das hört sich erst einmal nach einem tollen Amt an. Wie ist es in Wirklichkeit? Wie fühlt es sich für Sie nach den ersten Monaten im Amt an?

Nils Kollert: : Bis jetzt ist es viel Menschenkennenlernen – Vertreter von Behörden, von Verbänden, meine Amtskollegen aus den anderen ...

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Nils Kollert: : Bis jetzt ist es viel Menschenkennenlernen – Vertreter von Behörden, von Verbänden, meine Amtskollegen aus den anderen Bundesländern. Die sogenannten Nordlichter bilden ja eine relativ starke Fraktion innerhalb des Deutschen Segler-Verbandes, wenn sie zusammenhalten. Die lernt man erst einmal alle kennen. Dann ist man durch das Amt auch automatisch Mitglied im Seglerrat des Deutschen Segler-Verbandes. Da war auch gleich eine Woche nach meiner Wahl die erste Sitzung.

Sportschipper: Gleich voll ins kalte Wasser. Und? Waren die nett zu dem jungen, neuen Vertreter unseres kleinen Landesverbandes?

Nils Kollert: Es ist das kleinste Bundesland, aber ich glaube nicht, dass wir der kleinste Verband sind. Also zumindest ist es so: Wenn wir im DSV mit den Nordlichtern zusammenhalten, dann haben wir eine echte Stimme.

Sportschipper: Was macht denn aber bitte den Reiz aus, statt an der Pinne der Waarschip seine Wochenenden auf solchen Sitzungen zu verbringen?

Nils Kollert: Ganz so schlimm ist es nicht. Ich war jetzt ein Wochenende eingeladen auf den Seglertag nach Mecklenburg-Vorpommern. Da bin ich gerne hingefahren, zumal ich das aus den Vorjahren kannte, die ich jetzt den FSB schon begleite. Und bei den beiden vorherigen Jahreshauptversammlungen des FSB habe ich auf Wunsch meines Vorgängers Jochen Nagell ja auch schon als Versammlungsleiter fungiert. Dort waren dann auch meis - tens die anderen Verbandsvorsitzenden aus Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern als Ehrengäste anwesend. Das machen die Landesvorsitzenden so, damit sie sich gegenseitig besser unterstützen können. Aber das war das einzige Wochenende, an dem ich jetzt mit meiner Frau unterwegs war.

Sportschipper: Macht das denn Spaß?

Nils Kollert: Ja, man lernt wirklich interessante Leute kennen. Die Frage ist: Sind das Verbindungen, die vielleicht nicht sofort und unmittelbar nützen? Ich glaube aber, dass die Verbindungen Bremen noch einmal zu Gute kommen werden – nach Hamburg, nach Niedersachsen, zu den Schleswig-Holsteinern. Und auch im Seglerrat war es toll. Mona Küppers war als DSV-Präsidentin ja zu Jochen Nagells Abschied und meiner Wahl nach Bremen gekommen. Und auch der Empfang beim Seglerrat war durchaus so, dass man sagen konnte: Das war sehr angenehm. Und abends hatten wir noch ein Essen im Hamburger Segelclub, das man dann auch zum Netzwerken nutzt.

Sportschipper: Und man braucht bei solchen Treffen und Essen dann schon noch das Seglerlatein?

Nils Kollert: Die haben doch sicherlich alle mal unter dem Mast gesessen. Die segeln auch alle noch, manche Regatta, viele sind Fahrtensegler. Da sind einige, die noch voll im Saft stehen – jobmäßig und bei der Segelei. Und diesen Funktionärsjob machen sie eben noch nebenbei.

Sportschipper: Wie sind wir Bremer mit dem FSB eigentlich im Vergleich zu anderen Landesverbänden aufgestellt? Und zu Verbänden allgemein? Der ADAC hat heute große Service- GmbH s auf vielen Feldern. Haus und Grund auch eigene Dienstleistungsfirmen für die eigenen Mitglieder. Ist so etwas für den Segelsport und die Entwicklung seiner Verbände denkbar und gewollt?

Nils Kollert: Nein. Vor einer GmbH-Gründung müsste man sich ja erst einmal fragen: Wofür? Wir wollen kein Profit-Center sein. Wir sehen uns in erster Linie gefragt in der Segelausbildung, angefangen bei unseren Jüngsten. Auch die jugendlichen Segler sind uns ein Anliegen, das Regattasegeln, das Training. Da sind wir ja ganz aktiv hier in Bremen – wie auch in anderen Bundesländern – um gute Regattasegler an den Start zu bringen. Das ist schon ein großes Feld bei uns im Fachverband.

Sportschipper: Nun ist ein neues gebrauchtes Trainerboot angeschafft worden. Sind das schon erste Auswirkungen der Kollert-Ära?

Nils Kollert: Nein, das ist aber eine Mitentscheidung, weil ich ja vor einem Jahr kommissarisch den zweiten Vorsitz übernommen habe, als sich Uwe Wendt aus persönlichen Gründen zurückziehen musste. Da habe ich gesagt: Okay, ich mache das vorübergehend. Aber das war schon gut, um einen Einblick zu bekommen.

Sportschipper: Das war ja nun bei Ihnen im Vergleich zu Vorsitzenden-Wahlen der Vergangenheit eine Soft-Kür: Ohne Gegenkandidaten und dann auch noch ein einstimmiges Ergebnis.

Nils Kollert: Das ist natürlich schön. Aber Du weißt tatsächlich nie, ob da nicht doch noch einer um die Ecke kommt, der sich berufen fühlt. Viele Leute haben gewusst, dass ich mich vorbereitet habe auf die Aufgabe und immer schon aktiv gewesen bin. Da hätte man es vielleicht in der Versammlung auch merkwürdig gefunden, wenn da dann erst einer aufgestanden wäre. Aber klar: Das war so eine relativ entspannte Sache.

Sportschipper: Was sind denn jetzt die Themen in der Amtszeit des Nils Kollert?

Nils Kollert: Es geht viel um Jugendarbeit. Heute Abend treffe ich mich beispielsweise hier im Boothaus Grohn mit den Segeltrainern des FSB und der Vereine, weil wir besprechen wollen, wie wir die Trainer- Schlauchboote verteilen. Da geht es um Organisatorisches. Wir sehen aber auch die Arbeit für die Vereine. Auch wenn man jetzt sieht, was bei der Wassersportgemeinschaft Lesumbrok passiert ist, die sich ja fast aufgelöst hätte. Das geht ja jetzt gut aus. Der Fachverband will da sein für die Vereine und ihre Belange – und sich sorgen und sich kümmern.

Sportschipper: Auch wenn es um Finanzen geht?

Nils Kollert: Wir können sicherlich nicht mit Geld unterstützen. Wir können keinem Verein 10.000 Euro geben, weil es dem schlecht geht – schlicht, weil wir die auch nicht haben. Aber wir können versuchen, Einfluss zu nehmen und zu vermitteln, wenn beispielsweise Gefahr besteht, dass wie in Lesumbrok plötzlich das Grundstück weg ist. Ein anderes Beispiel ist ja auch der Verein aus Hastedt, der tatsächlich in die Insolvenz gegangen ist, weil erst viel zu spät Alarm geschlagen wurde. Da wollen wir versuchen, den Vereinen rechtzeitig Hilfestellungen zu geben – durch Verbindungen etwa zum Sportamt, zu Immobilien Bremen. Und wir gehen dann zu den Entscheidern und sagen: Du, wir haben da ein Problem mit einem Verein. Wie kriegen wir diese Kuh vom Eis?

Sportschipper: Wie lange wird Bremen einen FSB-Vorsitzenden Nils Kollert haben können – wenn es immer mit den Wiederwahlen klappt? Nur mal so die zwei Jahre oder gerne länger?

Nils Kollert: Das ist eine gute Frage: Ich war jetzt 14 Jahre Vorsitzender im Segel-Club Niedersachsen-Werder. Am 15. Februar habe ich den Vorsitz dort bewusst abgegeben, weil ich gemerkt habe, dass es da gewisse Abnutzungsentscheidungen gegeben hat. Da musste etwas Neues kommen.

Sportschipper: Also halten wir mal fest: 14 Jahre könnte es gehen. Das wäre das Jahr 2033. Dann wären Sie ja noch nicht einmal 70, kein Alter. Vielen Dank für das Gespräch.