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Es ist angerichtet!


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Lust auf Natur - epaper ⋅ Ausgabe 12/2021 vom 05.11.2021

VOGELFUTTER SELBST GEMACHT

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Bildquelle: Lust auf Natur, Ausgabe 12/2021

Kohlmeisen sind Stammgäste an der Futterstelle

Jene­Stimmen,­die­sich­gegen­eine Zufütterung­von­Wildvögeln­ausgesprochen­haben,­werden­immer leiser­ –­ aus­ gutem­ Grund,­ denn­ die Fakten­ sind­ alarmierend:­ Alleine­ der Insektenbestand­verzeichnet­seit­Jahren einen­besorgniserregenden­Rückgang. Das­hat­auch­für­alle­Vogelarten­Konsequenzen,­ die­ während­ der­ Brutzeit auf­eiweißreiches­Insektenfutter­angewiesen­sind.­Der­Mensch­hat­durch­die Verwendung­ von­ Pestiziden­ und­ die zunehmende­ Versiegelung­ der­ Böden den­ Wildvögeln­ die­ wichtigsten­ Nahrungsquellen­ genommen.­ Zahlreiche Studien­belegen­zudem,­dass­Vögel,­bei ganzjähriger­Fütterung­früher­brüten und­ laut­ dem­ Max-Plack-Institut­ für Ornithologie­ auch­ bis­ zu­ 20­ Prozent mehr­Eier­legen.­

Kalte­Winter­sind­für­Vögel­besonders belastend,­ da­ sie­ enorm­ viel­ Energie brauchen,­ um­ ihre­ Körpertemperatur konstant­ zu­ halten.­ Gelingt­ das­ ...

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... nicht, sterben­sie­oft­im­Schlaf.­Je­kleiner­die Vögel,­umso­mehr­Zeit­müssen­sie­für Futtersuche­ und­ Fressen­ aufwenden. So­ sind­ Blaumeisen­ an­ einem­ kalten Wintertag­etwa­90­Prozent­der­Zeit­auf Futtersuche.

Ein­ naturnaher­ Garten­ garantiert­ ein reiches­Nahrungsangebot,­angefangen beim­Komposthaufen,­der­auch­in­der wärmeren­Jahreszeit­besonders­gerne von­ Vögeln­ besucht­ wird.­ Verblühte Stauden­und­einjährige­Pflanzen­sollte man­ ausblühen­ und­ fruchten­ lassen und­erst­im­Frühjahr­zurückschneiden. Die­ Samenstände­ von­ Sonnenblume, Distel,­ Malve,­ Karde­ oder­ Echinacea sehen­nicht­nur­bezaubernd­aus,­wenn ihre­ Silhouetten­ von­ Schnee­ und­ Eis umhüllt­ sind,­ sie­ bieten­ auch­ jede Menge­naturnahe­Nahrung.­Außerdem überwintern­ viele­ Insekten­ in­ den rockenen­ Pflanzenstängeln.­ Zahlreihe­ Sträucher,­ Bäume­ und­ Hecken ignen­sich­auch­als­Futterlieferanten, ls­ Überwinterungsplätze­ und­ Brut­ischen­im­Frühling.

ls­ Ergänzung­ zu­ den­ natürlichen ­Futterquellen­sollte­man­gezielt­Futteräuschen­ beziehungsweise­ Futterstelen­ anbieten,­ am­ besten­ regengeschützt,­übersichtlich­und­an­erhöhter Stelle­angebracht,­damit­die­gefiederten äste­ nicht­ den­ Katzen­ zum­ Opfer ­fallen.­Die­Futterstellen­sollten­immer sauber­ gehalten­ und­ die­ Kotreste­ regelmäßig­ und­ möglichst­ mit­ heißem asser­ entfernt­ werden.­ Praktischer nd­hygienischer­sind­Futterstellen,­in ie­sich­Vögel­nicht­hineinstellen­könen.­Die­Vögel­gewöhnen­sich­rasch­an as­zusätzliche­Nahrungsangebot­und fordern­es­täglich­zur­selben­Zeit­ein, aher­ ist­ eine­ Futterstelle­ auch­ mit erantwortung­ verbunden.­ Je­ höher ie­Temperaturen,­desto­geringer­sollte er­Fettgehalt­im­Futter­sein.­

Zum­Vogelfutter­sollte­unbedingt­Wasser­bereitgestellt­werden,­denn­gerade örnerpickende­ Vögel­ trinken­ ein-­ bis zweimal­am­Tag.­Es­genügt­ein­flaches efäß,­am­besten­auf­erhöhter,­katzensicherer­ Stelle­ platziert.­ Vögel­ verbinen­fressen­und­trinken­oft­mit­einem ad.­ Daher­ sollte­ man­ auch­ hier­ auf rößtmögliche­ Sauberkeit­ achten. enn­Schnee­liegt,­nehmen­die­Vögel leine­Mengen­davon­zu­sich­und­las- sen­ihn­in­ihren­Schnäbeln­schmelzen.­

Zutaten selbst sammeln

Bereits im Herbst kann während einer Wanderung vieles für das selbst gemachte Vogelfutter gesammelt werden – von Wildbeeren, Wildkräuter - samen bis zu Baumfrüchten. Durch trocknen oder einfrieren sind diese bis zum Winter haltbar. Fruchtstände in Ähren- oder Doldenform von Knöterich, Wegerichgewächsen oder Ampferarten lassen sich einfach mit der Hand abstreifen. Samenkapseln in geschlossener Form – wie etwa die der Mohnblume – am besten mit einer Schere aufschneiden. Auch die ausgereiften Blütenstände von Kratzdistel, Nachtkerze, Klette oder Hornklee sind ideale Futterlieferanten. Die Samen werden auf Papier ausgebreitet und an einem warmen Platz getrocknet. Die gesammelten Wildbeeren wie Hagebutten, Himbeeren, Brombeeren, Holunder, Schlehen, Vogel- und Heidelbeeren lassen sich bequem im Ofen bei etwa 40 Grad und bei leicht geöffneter Backofentür trocknen oder auch einfrieren. Frisch eingefrorene Wildbeeren enthalten mehr Vitamine als getrocknete und man lockt damit auch Amseln und Drosselarten an die Futterstelle.

Der Wald bietet jede Menge für das selbst gemachte Vogelfutter: von Bucheckern, Wal- und Haselnüssen bis zu den Samenträgern von Linden- und Ahornbäumen oder den Fruchtständen von Erlen und Birken. Diese Köstlichkeiten kann man fein zerkleinert und pur an der Futterstelle anbieten oder für selbst gemachte Futterkuchen verwenden.

Die Zubereitung eines Menüs für die efiederten Freunde macht Spaß! Als efäße für die Fett-Futtermischungen ignen sich zum Beispiel Blumentöpfe us Ton, Torftöpfchen, Joghurtbecher, albierte Kokosnussschalen, Kuchenormen (idealerweise aus Silikon), uddingformen, Keksausstecher sowie ack- und Pralinenformen aus Papier. an füllt die Gefäße mit einer Mischung aus Fett in Bioqualität (Kokosfett, Rindertalg – möglichst ein Palmfett!), Sonnenblumenkernen, anfsamen, Hafer- und Maisflocken, rdnüssen, Mohnsaat, Trockenobst nd in der Natur Gesammeltes.

Als Mengenverhältnis gilt: Teil Futter – 1 bis 2 Teile Fett

Vogelfutter von Bäumen und Sträuchern

Diese Sträucher bieten hervorragende Vogelnahrung für Herbst und Winter, mit ihren lange haltbaren Früchten, die frost- und tauwetterresistent sind:

Für sonnige Standorte:

Felsenbirne, Schwarzdorn, Johannisbeere, Sanddorn, Heckenrose, Wolliger Schneeball, Wilder Wein

Für halbschattige und schattige Standorte:

Kornelkirsche, Weißdorn, Berberitze, Schneeball, Liguster, Haselnuss, Schwarzer und Roter Holunder, Brombeere, Himbeere

Für schattige Standorte:

Efeu, dessen Beeren bis in den März noch sehr begehrt sind, Pfaffenhütchen, Faulbaum und Traubenkirsche

Besonders beliebte Früchte bieten zudem folgende Bäume:

Apfel, Birne, Walnuss, Eiche, Haselnuss, Esche, Schwarzerle, Feldahorn, Espe, Hainbuche und Birke

Nicht als Vogelfutter geeignet:

Tisch-und Speiseabfälle, denn Salz, Gewürze und chemisch behandelte Nahrungsmittel sind Gift für die Vögel. Ebenso Käse, Butter und Margarine, Wurst sowie altes Brot, da Letzteres oft zu Schimmelbildung neigt.

Jedem Vogel sein Futter

Körnerfresser: Vor allem Meisen, Amseln, Finken, Tauben, Sperlinge, Kleiber und Ammern bevorzugen Sonnenblumenkerne und Körnermischungen mit Hirse, Hanf und Gerste.

Weichfresser: Rotkehlchen, Drosseln, Stare, Baumläufer und Schwanzmeisen lieben Haferflocken, geschrotete Körner und Kleie, Nüsse, getrocknete Beeren und Äpfel.

Tipps zur Zubereitung

Die­ Zutaten­ werden­ bei­ Zimmertemperatur­ von­ Hand­ durchgeknetet.­ Sobald­ die­ Fett-Futtermischung­ in­ den Gefäßen­ist,­wird­ein­Zweig­oder­dünner­Ast­(je­nach­Größe­des­Gefäßes­und der­Öffnung)­durch­die­Masse­und­die Öffnung­gebohrt.­

Das­eine­Ende­des­Astes­kann­man­nun an­einer­geschützten­Stelle­eines­Strauches, Baumes­oder­an­der­Futterstelle befestigen,­während­das­andere­Ende den­ Vögeln­ als­ Landeplatz­ dient,­ von dem­ aus­ sie­ bequem­ speisen­ können. Keksausstecher­ vor­ dem­ Befüllen­ mit einem­Band­zum­Aufhängen­versehen. Back-­oder­Pralinenformen­aus­Papier randhoch­befüllen­und­in­die­Mitte­der noch­weichen­Masse­bis­zur­Hälfte­ein Drahtring­ stecken.­ Sobald­ die­ Masse fest­ist,­lässt­sich­die­Form­leicht­vom Papier­lösen­und­man­kann­den­Ring an­ einem­ Band­ aufhängen.­ Sehr­ beliebt,­ sogar­ bei­ Spechten,­ sind­ selbst gemachte­Knödel.­Auch­Tannen-,­Föh- renzapfen­ und­ andere­ Zapfenarten können­ mit­ der­ Fett-Futtermischung umhüllt­ oder­ die­ leeren­ Kernöffnungen­ mit­ Mandeln,­ Nüssen­ und­ ungeschwefelten­ Rosinen­ gefüllt­ werden. Reste­des­Fettfutter­gemischs­kann­man zusätzlich­ in­ Astlöcher,­ in­ die­ Ritzen von­Baumrinden­oder­in­Mauerspalten streichen.

Alle­Arten­von­Gefäßen­und­Zapfen­an möglichst­schattigen­Orten­anbringen, damit­der­Inhalt­unter­Sonneneinstrah- lung­nicht­herausfällt beziehungsweise herausfließt.

Amseln,­Stare,­Drosseln­und­Rotkelchen fressen­ am­ liebsten­ am­ Boden­ und schätzen­ auch­ in­ Pflanzenöl­ eingeweichte­und­gut­durchmischte­Haferflocken,­ wobei­ man­ auch­ ungeschwefelte Rosinen­dazugeben­kann.­Serviert­wer- den­die­Speisen­am­besten­in­einem­Un- tertopf­ an­ geschützter­ und­ möglichst freier­Stelle­(jedoch­nie­zu­nahe­an­Glas- scheiben),­damit­die­Vögel­herannahen- de­Feinde­rechtzeitig­bemerken­können.

Auch­ Früchte,­ an­ Baumästen­ aufgespießt,­ sind­ speziell­ bei­ Rotkelchen und­Drosseln­sehr­beliebt.

Text & Fotos: Rachele Z. Cecchini

Sind die Köstlichkeiten fachgerecht serviert, können Sie sich entspannt zurücklehnen und den gefiederten Gästen beim Festmahl zusehen.