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Es war von Anfang an Liebe


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Das goldene Blatt - epaper ⋅ Ausgabe 51/2022 vom 17.12.2022

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Pia spürte einen Arm, der sich schwer auf sie legte. Sie hörte ein Schnaufen, schlug die Augen auf und drehte sich langsam um. Als sie das Gesicht in den Kissen neben sich erkannte, saß sie plötzlich aufrecht im Bett und stieß einen Schrei aus.

Davon wachte Paul auf. Er sah sie schlaftrunken an. „Was ist denn passiert? Weshalb schreist du so?“

„Na, deinetwegen! Ich meine, du bist … also du bist hier?“

Er rieb sich die Augen, sah sich um. „Wieso sollte ich nicht hier sein? Das ist mein Schlafzimmer.“ Er hielt sich die Hand vor, um zu gähnen – dann schien auch er die Situation zu begreifen. „Aber was machst du in meinem Bett?“

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„Eben. Das ist hier die Frage! Was mache ich in deinem Bett? Und vor allem: Was haben wir … also ich meine … in deinem Bett gemacht …“ Sie deutete auf Paul. „Du hast so gut wie nichts an!“ „Du auch nicht“, entgegnete er. „Eben!“ Ihr Blick ...

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... war bohrend. Paul stand auf. „Ich mache mal

Frühstück.“ Damit verschwand er. Als er zurückkam, hatte er einen

Bademantel an. Er setzte sich neben Pia, die sich ebenfalls etwas übergezogen hatte und dann ins Bett zurückgeschlüpft war. Auf dem Tablett, das er auf dem Nachttisch abstellte, standen ein Teller mit Marmeladebroten und zwei große Becher Kaffee. Sie tranken und sahen sich dabei an. Das schlechte Gewissen stand beiden deutlich ins Gesicht geschrieben.

Seit gestern waren sie beide 40 Jahre alt, und ebenso lange kannten sie sich. Ihre Mütter, beste Freundinnen, waren zur selben Zeit schwanger gewesen und hatten am selben Tag kurz nacheinander entbunden. Paul kam am Morgen des 11. Dezembers zur Welt, Pia zehn Minuten vor Mitternacht. Sie waren wie Geschwister aufgewachsen und hatten dieselben Freunde.

Die Tatsache, dass sie Männlein und Weiblein waren, hatte für sie nie eine große Rolle gespielt. Und jetzt das! Beide in Pauls Bett!

„Ich kann mich an kaum was erinnern“, sagte Pia. „Ich weiß noch, dass wir mit Lisa, Henning, Jo und Franka um die Häuser gezogen sind. Und auch, dass wir im ’Bluelight’ waren. Aber dann …“

„Dann sind wir ins ’Dancing’ gegangen. Da war so ein total unangenehmer Typ mit einer blinkenden Weihnachtsmann-Mütze, der ständig an dir dranhing, obwohl du ihm klargemacht hast, dass du nicht an ihm interessiert bist.“

„Ja“, bestätigte Pia. „Du hast du dich als mein Ehemann ausgegeben.“ Sie grinste. „Wir haben den ganz schön aufs Korn genommen!“

„Ich habe getan, als wollte ich ihn verprügeln.“ Paul hob bedeutungsvoll die rechte Faust.

„Du warst sehr überzeugend! Er zog Leine – und dann?“

„Dann sind wir noch zu Jo. Du warst ziemlich weinselig. Du hast dich ständig über deine diversen Beziehungspleiten beklagt und kundgetan, dass du genug von allen Kerlen hast. Und von der Liebe sowieso! Und dass du dir das fürs kommende Jahr vornehmen wirst: Keine Männer mehr!“

„Stimmt. Und dann hast du von deinen Beziehungspleiten geredet, und Henning meinte, warum wir nicht zusammenziehen, wir seien ja eh schon so etwas wie ein altes Ehepaar.“ Pia biss in ihr Toastbrot.

„Jo hat eine Flasche Hugo aufgemacht.“ Paul seufzte. „Die hätten wir besser nicht getrunken. Das Zeug ist teuflisch. Es schmeckt süß und so gar nicht nach Alkohol!“

Ganz langsam tauchten auch noch die letzten Erinnerungsfetzen der gestrigen Nacht vor Pias inneren Auge auf. Sie waren von Jo aus nach Hause aufgebrochen – natürlich zu Fuß. Weil es glatt war und Pia zwecks Alkohol unsicher auf den Beinen, hatte Paul vorgeschlagen, dass sie bei ihm übernachten sollte. Seine Wohnung lag näher.

Pia gelang es nicht recht, die Situation komisch zu finden

Er hatte dabei eigentlich an sein Sofa gedacht, aber irgendwie waren sie dann zusammen in seinem Bett gelandet. Und ja, sie hatten ziemlich wild herumgeschmust.

„Zum Letzen kam es aber nicht“, sagte Pia. „Glaube ich …“

„Schade eigentlich. Da waren wir beide schon mal so hemmungslos …“ Grinsend brach Paul ab.

Pia schlug ihm ein Kissen auf den Kopf und lachte. „Wir können’s ja nachholen, wenn du unbedingt zu meinen Beziehungspleiten gehören willst.“ Das meinte sie natürlich nicht ernst, aber irgendwie blieb der Satz doch zwischen ihnen hängen und ließ sich nicht mehr verscheuchen.

Am Nachmittag traf sie sich mit Franka. Franka war das, was man eine Busenfreundin nennt. Immer für sie da, Seelen-Mülleimer und Freudentanzpartnerin zugleich. Sie kannten sich bereits aus dem Kindergarten, und Franka war sogar ihre Trauzeugin gewesen.

Diese Wahnsinnsehe mit einem total abgedrehten Studenten, war Pia mit 23 Jahren eingegangen – und hatte sie nach sechs Monaten wieder beendet, weil sie begriffen hatte, dass seine Liebe nur ihrem Geldbeutel galt. Zwar war sie weder damals noch heute reich, verdiente aber als Ergotherapeutin nicht schlecht. Eigentlich hatte sie ihn sowieso nur geheiratet, um sich gegen ihre Mutter aufzulehnen, die sie mit einem übergewichtigen Zahnarztsohn verkuppeln wollte.

Franka wartete im Café Krumm auf sie. Auf den Tischen standen Teelichter in goldenen Gläsern, daneben silberne Mistelzweige. Es weihnachtete sehr, und das nicht nur drinnen, auch draußen. Schnee fiel in dicken Flocken vom Himmel und schmolz auf dem Asphalt zu Pfützen, durch die Autos bretterten und Passanten bespritzten.

„Rücksichtslose Rowdies!“, knurrte Pia ohne Begrüßung. „Der Mantel ist frisch gereinigt!“ Sie zog ihn aus und hängte ihn an die Garderobe, dann setzte sie sich. „Was trinkst du da? Glühwein?“

Franka nickte. „Aber das ist

Kinderpunsch – ohne Alkohol.“ „Ist mir zu süß“, wehrte Pia ab. „Das hast du gestern auch gesagt, als Jo den Hugo angebracht hat. Und dann hast du gesagt: Egal, man wird schließlich nur einmal 40 – und sie fast allein geleert.“ Franka grinste bedeutungsvoll.

Pia sah sie verlegen an. „Hab ich mich schlimm benommen?“

„Dafür, dass du sonst so überkorrekt bist, schon!“ Franka grinste noch breiter. „Ab etwa Mitternacht hattest du nur noch Augen für Paul. Und als ihr euch bei Jo verabschiedet habt, da sagtest du: Paul sei der einzige Mann, der noch so etwas wie Anstand besitzt, auf den frau sich verlassen kann. Und deshalb hast du verkündet, ihn zu heiraten.“

¨

Jetzt wurde Pia sogar rot. „Habe ich so einen Stuss wirklich gesagt?“ Franka nickte. „Mann, ist das peinlich!“ Pia bestellte Pfefferminztee und Plätzchen. Dann wandte sich wieder an ihre Freundin. „Stell dir vor, wir haben die Nacht in einem Bett verbracht!“

Franka zuckte die Schultern. „Habt ihr ja schon öfter!“

„Ja, aber diesmal hatten wir beide kaum noch was an!“ „Ach …! Du meinst …?“ „Zu so richtig waren wir wohl nicht mehr fähig. Aber wir haben ziemlich wild rumgeschmust.“

Plätzchen und Pfefferminztee kamen. Pia ließ ein Stück Zucker ins Teeglas plumpsen und schob sich ein Plätzchen in den Mund. „Greif zu“, lud sie Franka ein.

Franka biss ab, betrachtete eine Weile die Marzipanfüllung, sagte dann: „Du warst einmal verheiratet und zweimal fest liiert. Deine Beziehungen sind immer daran gescheitert, dass du dich auf Männer eingelassen hast, die ’ne große Klappe hatten, aber nichts dahinter. Bei Paul wüsstest du, woran du bist. Wie Henning gestern bereits sagte: Ihr hängt eh Tag und Nacht zusammen, also warum macht ihr nicht gleich Nägel mit Köpfen?“

„Schärfe den Blick fürs Wesentliche!“, war Frankas Rat

„Aber Paul ist für mich wie ein Bruder! Wir haben alles geteilt und vertrauen uns mehr als jedem anderen Menschen. Wenn ich irgendetwas angestellt oder Kummer hatte, dann bin ich zu Paul gegangen. Und wenn er Rat und Hilfe brauchte, kam er zu mir. Das kann man doch nicht kaputtmachen!“

„Henning und ich sind zwölf Jahre verheiratet. Verliebtheit spielt da längst keine Rolle mehr. Was uns zusammenhält, ist das Gefühl von Verbundenheit. Klar schielt er mal nach einer anderen Frau und stellt sich vor, wie toll es wäre, für sie der Superheld zu sein. Der kann er für mich nicht mehr sein, weil ich nun mal seine Socken wasche – und weiß, wie wehleidig er ist. Aber das Vertraute zwischen uns wiegt am Ende doch mehr als der schöne Schein des Neuen.“

„Warum sagst du das!“, fauchte Pia. „Willst du mir einreden, dass Paul der Traumprinz für mich ist?“

„Ach, einreden will dir niemand irgendetwas. Höchstens deinen Blick fürs Wesentliche schärfen.“

Am Wochenende traf sich die Clique zur alljährlichen Weihnachtsfeier. Diesmal waren Franka und Henning an der Reihe, sie auszurichten. Es gab Glühwein, Stollen, doofe Sprüche und Wichtelpakete. Henning hatte sich eine rote Mütze aufgesetzt, und bei jedem Wort, das er sagte, tanzte sein falscher weißer Bart auf und ab.

„Heiß ist es hier!“ Er wischte sich Schweißtropfen von der Stirn. „Und das kommt wohl nicht nur vom Kaminfeuer.“ Er sah Paul an. „Auch du, lieber Junge, scheinst zu brennen! Mir ist zu Ohren gekommen, dass du eine neue Flamme hast – eine Pia, die unvermutet fast nackt in deinem Bettchen lag!“

Pia drohte Franka mit Fäusten. „Miststück!“, zischte sie.

„Tz, tz“, machte der Weihnachtsmann. „So etwas sagt man doch nicht!“ Er wandte sich wieder an Paul. „Der Himmlische Vater, die Englein und ich beglückwünschen dich zu deiner Wahl! Und damit für eure Zukunft vorgesorgt ist, haben wir ein Geschenk für euch!“ Er griff in seinen Gabensack, aus dem er ein Päckchen für Paul zog.

Der öffnete es und hielt einen Strampelanzug in Händen. „Blödmann!“, zischte er und warf damit nach Henning, worauf alle in schallendes Gelächter ausbrachen.

Pia trank den ganzen Abend keinen Tropfen Alkohol. Falls sie eine Dummheit beging, wollte sie es bei klarem Verstand tun. Sie hatte Paul nicht einen Moment aus den Augen gelassen und zum ersten Mal festgestellt, dass er sehr gut aussah.

Das leicht angegraute Haar stand ihm ausgezeichnet. Seine blauen Augen waren wie Bergseen. Und er war der einzige Mann aus der Clique, der sich weder mit Hüftgold noch mit Bauch schmückte.

Trotzdem, er war nicht ihr Typ! Und das sagte sie ihm auch, als sie ihn gegen Mitternacht mit dem Auto zu Hause absetzte. „Ich schätze dich wirklich über alles, aber du bist überhaupt nicht mein Typ!“

„Klar, weiß ich doch!“ Er zwinkerte ihr zu. „Nimm das Gefrotzel der anderen nicht so ernst. Die wollen uns halt aufziehen.“ Er drückte ihr einen Gutenachtkuss auf die Wange und stieg aus. Bevor er ins Haus ging, drehte er sich noch einmal nach ihr um und winkte ihr zu. „Überhaupt nicht mein Typ!“, wiederholte sie und fuhr davon.

Zum Glück war genau vor ihrer Haustür ein Parkplatz frei. Sie stieg aus und schrie vor Schreck auf, als plötzlich jemand hinter ihr stand und sie an der Schulter fasste.

„Guten Abend, Frau Pia!“ Das war Rudolf. Er wohnte mit seiner Mutter nebenan und ging oft nachts spazieren, denn er hasste es, wenn Menschen ihn anstarrten. Sie starrten, weil er so große Füße, so große Hände und so große Lippen hatte. Rudolf sah aus wie ein Bär, doch er hatte ein Gemüt wie ein Kind. „Sie sollten nachts nicht alleine auf der Straße sein“, sagte er.

„Aber ich habe doch nur ein paar Schritte bis an die Haustür.“

„Trotzdem müssen Sie aufpassen. Es gibt so böse Menschen!“

„Sie können mich bis zur Tür begleiten, dann passiert mir nichts.“

Rudolf nickte. „Ja, das tu ich gerne.“ Er ging hinter ihr her, und als sie im Hausflur war, wünschte er ihr eine gute Nacht.

Sein Wunsch ging nicht in Erfüllung. Pia lag stundenlang wach und dachte über Paul nach. Als sie endlich eingeschlafen war, schlug die nahe Turmuhr bereits vier.

Pauls kleiner Spaß versetzte Pia doch einen Stich ins Herz

Am Freitagnachmittag war Piamit Paul zum Tennis verabredet. Zum ersten Mal seit drei Monaten konnte sie ihn besiegen. „Was war los mit dir? Du hast ziemlich unkonzentriert gespielt!“, meinte sie.

„Sorry, ich war mit meinen Gedanken woanders. Ist dieses kurze Röckchen eigentlich neu? Du hattest doch früher beim Spielen immer so eine Trikothose an?“

Pia sah verwundert an sich hinunter. „Das Tenniskleid trage ich schon seit drei Jahren.“

Paul hob beide Augenbrauen. „Wäre mir vorher nie aufgefallen.“

Als sie geduscht hatten und umgezogen waren, trafen sie sich an der Bar und bestellten Kaffee. „Ich habe übrigens etwas für dich.“ Paul reichte ihr einen Umschlag. „Was ist das?“, fragte Pia. „Sieh doch einfach nach!“ Sie zog zwei Karten für ein Konzert von Helene Fischer aus dem Kuvert. Pia war ein großer Fan der Sängerin, besaß alle ihre CDs. Erstaunt sah sie Paul an. „Wie hast du das denn geschafft? Karten für dieses Konzert gibt es schon seit einem halben Jahr nicht mehr!“

„Ich habe mit der Eventmanagerin geschlafen“, behauptete Paul.

„Du hast … was?“ Pia fühlte einen Stich im Herzen!

Paul lachte. „War nur ein Spaß. Ich hab sie von einem Kollegen. Wenn du willst, komme ich mit.“

„Nö, da geh ich lieber mit meinem neuen Lover hin!“, rächte sie sich für die Eventmanagerin und stellte zufrieden fest, dass auch er unter dem Hieb zusammenzuckte.

Pia hatte gehofft, dass sich der Sturm nach ein paar Tagen wieder legen würde, doch sie konnte Paul einfach nicht mehr so frei und unbedarft begegnen wie sonst.

„Ich verstehe die Welt einfach nicht mehr!“, klagte sie bei Franka. „40 Jahre lang haben wir Seite an Seite verbracht. Und nie ist auch nur der leiseste Hauch einer Idee aufgekommen, dass es mehr als Freundschaft zwischen uns geben könnte! Und auf einmal diese bedeutungsvollen Blicke, diese abschweifenden Gedanken. Und er schenkt mir auf einmal Karten für das Helene-Fischer-Konzert!“

„Glück findet im Kopf statt“, sagte Franka in ihrer abgeklärten Art. „Also wehre dich nicht!“

„Ich will aber kein Glück mit Paul! Und schon gleich gar keins, das im Kopf stattfindet! Ich will, dass er mein Freund bleibt! Dass er immer für mich da ist, so wie er immer für mich da war! Ich will nicht mit ihm streiten, weil er die Zahnpastatube falsch ausdrückt! Und ich will nicht, dass er mir weh tut und mich enttäuscht! Verdammt, ich will, dass alles genauso bleibt wie es war!“ Heulend schlug sie die Tür hinter sich zu.

Franka seufzte. „Dass alles so bleibt wie es war, kannst du vergessen, arme Pia“, murmelte sie. „Dafür ist es bereits zu spät.“

Am Sonntag stand plötzlich Erik vor ihrer Tür. Im letzten Sommer war Pia vier Wochen mit ihm zusammen gewesen – in Schweden, als sie ihre Mutter besucht hatte, die seit fünf Jahren der Liebe wegen in Stockholm lebte.

„Ich musste geschäftlich nach Berlin und bringe dir dein Weihnachtsgeschenk und liebe Grüße von deiner Mutter.“ Er hielt ihr einen Strauß Rosen unter die Nase.

„Seit wann schenkt meine Mutter mir Rosen zu Weihnachten?“

„Die Rosen sind natürlich von mir. Von deiner Ma ist das hier.“ Erik reichte ihr ein Paket in buntem Papier mit einer riesigen Schleife. „Du darfst es aber erst Heiligabend öffnen.“ Pia brachte Erik ins Wohnzimmer und stellte die Blumen in eine Vase. „Dabei hatte ich gehofft, du kommst über Weihnachten nach Schweden“, fügte Erik an.

„Du meinst, damit wir unsere Liaison wieder aufwärmen können?“ Pia lachte ironisch.

„Für mich war es mehr als eine Liaison, das weißt du genau.“ Ein samtweicher Blick streifte sie.

„Ach, Erik! Ich habe dir damals gesagt, dass ich keine Fernbeziehung führen will. Das reibt einen auf. Einmal im Monat fliegt der eine, zwei Wochen später der andere von Stockholm nach Berlin oder umgekehrt. Zwei heiße Nächte, und ein Tag, an dem alles passieren soll und nichts passieren kann, weil die Zeit zu kurz ist. In unserem Alter ist das nichts mehr.“

Erik wusste, dass Paul nicht irgendein Freund für Pia war

„Ich hätte einen Job für dich. Du könntest in Stockholm eine halbe gut gehende Praxis übernehmen. Deine Mutter ist nun auch fast 70 Jahre alt und wäre glücklich, ihre Tochter in der Nähe zu wissen.“

„Meine Mutter hat vor fünf Jahren beschlossen, bei Nils ein neues Leben zu beginnen. Damit habe ich nichts zu tun“, versetzte Pia.

Am Abend lud Erik sie zum Essen ein. Als er sie später nach Hause brachte, saß Paul vor ihrer Tür. „Wo bist du so lange gewesen?“, fragte er mit Blick auf Erik.

„Wir waren essen. Das ist übrigens Erik“, stellte Pia vor. „Und das ist mein guter Freund Paul.“

„Etwa dieser Erik? Der Typ aus Schweden?“, knurrte Paul.

„Genau der“, knurrte Erik zurück. Er wusste, dass Paul nicht irgendein Freund war, sondern jener Super-Paul, mit dem Pia im Sommer täglich telefoniert hatte.

„Und wieso ist Erik in Deutschland?“ Paul sah demonstrativ auf die Uhr. „Und kommt so spät noch mit zu dir nach Hause?“

Pia hatte inzwischen aufgeschlossen. Erik war eingetreten, sie folgte ihm. Als auch Paul folgen wollte, stellte sie sich ihm in den Weg. „Du, sorry, aber wir haben noch so viel zu besprechen.“

„Besprechen?“ Paul sah sie bohrend an. „Was müsst ihr denn mitten in der Nacht besprechen?“

Pia hielt die Luft an. Als ob sie ihm eine Rechenschaft schuldig wäre! „Erik hat in Stockholm einen Job für mich“, knallte sie ihm vor die Füße. Damit schloss sie die Tür.

Sie ging in die Küche, setzte Wasser für Tee auf. Warum hatte sie das zu Paul gesagt? Zuerst ärgerte sie sich über sich selbst, aber dann dachte sie: So schlecht ist die Idee eigentlich gar nicht. Ein neues Leben anfangen, die eingefahrenen Gleise verlassen, sich ausprobieren … Und ihre Mutter hätte sie auch wieder in der Nähe.

„Aber auswandern nach Schweden ist nicht einfach?“, fragte sie, als sie ins Wohnzimmer kam.

Eriks Augen blitzten hoffnungsvoll auf. „Kein Problem, wenn ich dir dabei helfe. Sobald du denNachweis hast, dass du in die Praxis einsteigen kannst, steht der Sache nichts im Weg. Das Geld dafür würde dir deine Mutter vorschießen. Du könntest es ihr in monatlichen Raten zurückzahlen.“

„Ach, darüber habt ihr bereits gesprochen!“ Ärger stieg in ihr auf.

„Der Praxisanteil gehört Nils’ Tochter Britt. Sie ist mit 39 Jahren zum ersten Mal schwanger und möchte aufhören zu arbeiten.“ Erik nahm Pia um die Schultern. „Britt findet immer einen Nachfolger. Aber weil ihr quasi Stiefschwestern seid, wollte sie dir den Vortritt lassen. Bis 7. Januar hast du Zeit, darüber nachzudenken. Dann wird sie eine Annonce aufgeben.“

Zwei Minuten später ging das Telefon. Es war Paul. „Erik hat einen Job für dich in Stockholm? Was heißt das? Willst du etwa nach Schweden ziehen?“

Pia hörte Panik in seiner Stimme. Ihr war klar, er würde ihre Pläne nicht so einfach hinnehmen und sie durch die Mangel drehen. Aber sie brauchte jetzt Ruhe zum Nachdenken. Deshalb dementierte sie: „Das habe ich doch nur so dahin gesagt, um dich zu ärgern. Es geht um meine Mutter, das ist alles.“

Am folgenden Abend schlenderte sie mit Erik über den Weihnachtsmarkt. Sie kauften ein paar Geschenke und tranken Kinderpunsch, der nach Zimt und Kirschen schmeckte. Gerade als sie sich zuprosteten, meldete Pias Handy eine Nachricht von Franka: Wer ist der Typ neben Dir?

Erstaunt sah sie sich um. Franka lehnte am Lebkuchenstand gegenüber und grinste sie an. Sie tippte eine Antwort ein und schickte sie los: Es ist Erik aus Schweden. Komm auf keinen Fall herüber!

Das ließ sich Franka natürlich nicht zweimal sagen – prompt stand sie neben ihnen. „Hi, ich bin Franka, Pias beste Freundin.“ Sie reichte Erik die Hand. „Hi. Ich bin Erik, ein Freund …“ „Ich weiß, der Erik aus Schweden“, fiel Franka ihm ins Wort. „Wie gesagt, beste Freundinnen!“

„Ist deine Sache, mit wem du unglücklich wirst“, sagte Franka

Erik lachte. „Verstehe. Du weißt mehr über mich als ich selbst.“

„Nicht ganz. Ich wusste nicht, dass du in Deutschland bist.“ Franka sah Pia an. „Seit wann hast du denn Geheimnisse vor mir?“

„Ich weiß es ja selbst erst seit gestern Abend“, wehrte Pia ab.

„Immerhin!“, sagte Franka und wandte sich wieder an Erik. „Wie geht es denn Pias Mutter?“

„Bestens! Die gute schwedische Luft, die süßen schwedischen Backwaren und ein schwedischer Mann – mehr braucht eine Frau nicht, um glücklich zu sein.“

„Aha“, machte Franka anklagend und schaute wieder zu Pia. Ihr Blick war bohrend.

Nach einem weiteren Punsch verabschiedete sich Erik. „Tut mir leid, aber ich habe morgen sehr früh einen geschäftlichen Termin.“

„War schön, dich kennengelernt zu haben.“ Franka reichte ihm die Hand und schenkte ihm ihr schönstes Lächeln. Doch sobald er in der Menschenmenge verschwunden war, gefror das Lächeln auf ihrem Gesicht. „Du hast doch nicht etwa wieder was mit ihm angefangen?“

„Und wenn?“ Mit Unschuldsmiene sah sie ihre Freundin an.

Franka zuckte die Schultern. „Hast ja recht, es ist deine Sache, mit wem du unglücklich wirst.“

„Wieso unglücklich? Erik ist der einzige von meinen Exmännern, der es wert war. Er hatte einfach nur Pech, so weit weg zu wohnen.“

„Er wohnt immer noch so weit weg“, erinnerte Franka. „Vielleicht bald nicht mehr.“ „Zieht er nach Deutschland?“ „Das nicht. Aber ich ziehe vielleicht nach Schweden.“

Franka riss die Augen auf. „Wie bitte? Aber … das geht doch nicht! Und überhaupt, was willst du denn da in Schweden machen?“

„Eine Praxis übernehmen. Mich um meine Mutter kümmern. Die gute schwedische Luft und die herrlichen Kanelbullar genießen. Und mit einem schwedischen Mann glücklich sein.“

Franka klappte den Mund wieder zu. „Mensch Süße, das ist doch Blödsinn! Du gehörst hierher wie Butter auf die Fische! Das ist doch nichts anderes als eine Flucht!“

„Wovor sollte ich fliehen?“

„Vor Paul! Und vor dir selbst!“

„Apropos Paul – du sagst ihm kein Wort von meinen Plänen. Und wenn doch, sind wir auf ewig geschiedene Leute!“, zischte Pia.

Verzweifelt schüttelte Franka den Kopf. „Aber warum darf dein bester Freund das denn nicht wissen? Wovor hast du Angst?“

Dass er mich umstimmt, dachte Pia, aber das sagte sie nicht.

Erik blieb noch zwei Tage. Lange genug, dass Pia glaubte, sie hätte sich tatsächlich neu in ihn verliebt hätte. Wenn nicht er ihr Mann für immer sein konnte, wer dann? Er war zuverlässig, treu, attraktiv und würde ihr sicher niemals auf der Tasche liegen. Und das mit Paul würde sich auch wieder einrenken. Im Moment schmollte er ein wenig, weil er sich zurückgesetzt fühlte, aber in ein paar Monaten würde er über ihre kleinen Irrungen der Gefühle lachen.

„Pia, du machst einen riesigen Fehler!“, beschwor Franka sie, als sie sich eine Stunde nach Eriks Abflug im Café Krumm trafen.

„Was soll falsch daran sein, mein Leben endlich in geordnete Bahnen zu lenken? Ich werde selbstständig arbeiten, gut verdienen, einen zuverlässigen Mann an meiner Seite haben, nie mehr Alkohol trinken und in Ruhe alt werden.“

„Amen!“, zischte Franka, und dann: „Du kannst dich nicht einfach aus dem Staub machen! Und schon gar nicht, ohne vorher mit Paul darüber zu reden. Ich meine, er hat ein Recht, das zu erfahren! Immer wart ihr unzertrennlich, und nun lässt du ihn hier zurück wie einen alten Koffer voller Sachen, die du nicht mehr brauchst.“

„Paul kann mich jederzeit in Schweden besuchen kommen.“

„Dich besuchen? Einen Schmarren wird er tun! Wenn du das mit ihm machst, wird er niemals wieder ein Wort mit dir reden!“

Plötzlich hatte Pia Tränen in den Augen. „Aber ich kann ihm das nicht sagen! Er würde mich davon abhalten, und das würde ich ihm dann vielleicht nie verzeihen. Zum Glück fährt er am Mittwoch zu seiner Mutter. Mein Flug geht am Freitag. Ich besuche Ma, regle das mit der Praxis und suche mir eine Wohnung. Wenn ich wieder zu Hause bin, erzähle ich es Paul. Und so lange hältst du den Mund!“

Was Pia tat, glich eher einer Flucht als der Zukunftsplanung

Pia klappte den Koffer zu, schloss den Reißverschluss und setzte sich aufs Bett. Ihr Herz klopfte bis in die Fingerspitzen, als sie nach Pauls Foto griff, das auf ihrem Nachttisch lag. Sie hatte vor ihrer Chefin behauptet, ihrer Mutter ginge es schlecht und ihren Resturlaub genommen. Sie hatte ihre Pflanzen zu Franka gebracht und den Nachbarn Bescheid gegeben, dass sie nicht da sein würde. Und Paul hatte sie angelogen, dass

sich die Balken bogen! Franka hatte völlig recht. Was sie hier tat, erinnerte mehr an eine Flucht als an Zukunftsplanung. Und trotzdem – sie musste es tun! Es war vernünftig, in der Nähe ihrer Mutter zu leben. Erik war ein guter Mann. Und dieses unsinnige Herzrasen, sobald Paul in ihre Nähe kam, würde sich schon bald wieder legen. Er war ihr bester Freund, ihr Bruder, ihr Vertrauter – und genau das sollte er auch bleiben!

Sie verstaute das Foto tief in ihrer Handtasche, zog ihr Handy heraus und rief die Taxizentrale an.

„Tut mir leid, aber ich kann Ihnen frühestens in einer Stunde einen Wagen schicken“, erklärte die Frau am Telefon müde.

„In einer Stunde muss ich doch längst am Flughafen sein!“

„Hören Sie, es ist Weihnachten, die halbe Welt verreist! Draußen regnet und stürmt es, und in einer knappen Stunde fangen auch noch die Theatervorstellungen an! Da bekommt man nicht so einfach ein Taxi. Sie hätten früher einen Wagen bestellen müssen!“

Pia bedankte sich, legte auf und rief Franka an. Doch die hatte ihr Handy ausgeschaltet. Paul war bei seiner Mutter, Jo und Lisa kreuzten seit gestern durch die Karibik. Was also machen? Da fiel ihr Nachbar Rudolf ein. Der würde sich freuen, ihr einen Gefallen zu tun.

„Wohin fliegen Sie denn an den Weihnachtstagen, Frau Pia?“, fragte er, als sie im Auto saßen.

„Ich will nach Schweden, meine Mutter besuchen. Sie wohnt dort seit Jahren“, gab Pia Auskunft.

„Würde meine Mutter in Schweden leben, ich würde nicht hier wohnen bleiben“, sagte er. „Sonst könnte ich ja nicht auf sie aufpassen! Hat Ihre Mutter denn jemanden, der auf sie aufpasst?“ „Ja, ihren Mann. Er heißt Nils.“ „Aber Sie haben niemanden, der auf sie aufpasst!“ Ganz bekümmert schaute Rudolf sie an.

„Doch“, Pia nickte, „ich habe einen sehr lieben Freund, der das tut. Wenn ich ihn brauche, ist er immer für mich da.“ „Aber jetzt ist er nicht da!“ „Nein, jetzt nicht. Er besucht gerade seine Mutter“, murmelte sie. Ihre Worte kamen wie ein Echo zu ihr zurück, und sie schämte sich.

Wüsste Paul, was sie vorhatte, er wäre da! Aber er wusste es ja nicht, weil sie ihn belogen hatte. Weil sie ihn aus ihrem Leben verbannen wollte, zur Strafe dafür, dass sie ihn liebte. Das wäre die Wahrheit gewesen! Aber sie log alle Menschen an, die sie mochten und machte sich feige aus dem Staub.

Rudolf bestand darauf, sie zum Schalter zu begleiten. „Ich muss doch auf Sie aufpassen“, sagte er und ging drei Schritte hinter ihr her, als wäre sie eine Königin.

Es waren nur noch ein paar Leute vor ihr beim Einchecken. Pia zog ihr Ticket aus der Tasche, und da fühlte sie plötzlich eine Hand auf ihrer Schulter, die sie herumriss.

Sie sah Paul ins empörte Gesicht und entdeckte hinter ihm Franka. „Du willst nach Schweden auswandern, ohne mir davon …“

Weiter kam Paul nicht, denn plötzlich stieß ihn etwas zu Boden.

Es war Rudolfs Faust gewesen, die auf seinem Kinn gelandet war. Paul versuchte aufzustehen, doch Rudolf packte ihn am Kragen, zog ihn hoch und nagelte ihn geradezu an einen der Pfeiler, die die Dachkonstruktion trugen. „Wenn du Frau Pia etwas antust, dann mache ich Brei aus dir!“, knurrte er wie ein wildgewordener Bär.

Pia ging dazwischen. „Rudolf, hören Sie auf! Paul tut mir nichts!“

„Hat aber anders ausgesehen!“

„Paul, ich muss dich gesund küssen!“, meinte Pia lachend

Plötzlich standen zwei Polizisten neben ihnen. Pia wandte sich an die Beamten: „Bitte, es ist nichts passiert. Ein Missverständnis!“

Paul rieb sich das Kinn. „Er hätte mir einen Zahn ausschlagen können! Wer ist der Kerl überhaupt?“

„Rudolf, mein Nachbar“, sagte Pia. „Er wollte mich beschützen.“

„Möchten Sie Anzeige erstatten?“, fragten die Polizisten Paul.

Pia sah ihn beschwörend an. „Nein“, er schüttelte den Kopf.

Die Frau am Schalter meldete sich zu Wort. „Was ist jetzt, wollen Sie nun einchecken oder nicht?“

„Nein!“ Paul stellte sich Pia in den Weg. „Tu’s nicht!“, flehte er.

Rudolf hatte schon wieder die Faust geballt, doch Franka hielt ihn fest. „Er tut ihr nichts“, beruhigte sie ihn, „er liebt sie doch! Und sie liebt ihn!“ Sie sagte es so laut, dass auch Pia es hören konnte.

Paul zog Pia vom Schalter weg. „Eben. Wir lieben uns doch. Wir haben uns immer geliebt, von Anfang an! Wir wollten es uns nur nie eingestehen. Weil wir Angst hatten, uns dann zu verlieren.“

Pias Kinn zitterte. „Aber ich …“ Ihre Augen füllten sich mit Tränen. „Ich habe immer noch Angst! Du bist doch das Allerbeste, das ich habe, und wenn das mit uns …“

„Pssst!“ Er nahm ihr Gesicht in beide Hände und hauchte ihr einen Kuss auf den Mund. Der Kuss fühlte sich seltsam an, denn seine Lippen waren dick angeschwollen.

Da musste sie lachen. „Du hast recht“, sagte sie, „ich kann nicht nach Schweden fliegen. Ich muss bleiben und dich gesund küssen. Vorerst mal besser nicht auf den Mund, aber es gibt ja noch viele andere Möglichkeiten.“ Wie zum Beweis verstreute sie Schmetterlingsküsse auf seinem Gesicht.

„Und dein komischer Nachbar? Wird er mich jedes Mal schlagen, wenn ich dir nahekomme?“

Pia schüttelte den Kopf. „Rudolf ist nicht komisch, er ist nur ein wenig anders. Und er beschützt mich auch nur vor bösen Männern …“

ENDE

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