Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 4 Min.

Essen & Trinken: TEST Tiefkühlpommes: Fette Fritte


ÖKO-TEST Jahrbuch - epaper ⋅ Ausgabe 10/2017 vom 19.10.2017

Es gibt wohl kaum jemanden, der sie nicht mag: Pommes. Leider aber sind erhöhte Acrylamidwerte immer noch ein Thema. Knapp die Hälfte der getesteten Produkte können wir trotzdem empfehlen.


Artikelbild für den Artikel "Essen & Trinken: TEST Tiefkühlpommes: Fette Fritte" aus der Ausgabe 10/2017 von ÖKO-TEST Jahrbuch. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Sergiy Bykhunenko/Shutterstock

ÖKO-TEST rät

■ Unabhängig davon, ob das Ergebnis gut oder eher schlecht ausfällt: Jede Woche sollten Pommes nicht auf dem Speiseplan stehen. Für den gelegentlichen Verzehr können wir aber acht getestete Produkte empfehlen.

■ Wie viel Acrylamid letztendlich in den Pommes steckt, haben Sie auch weitestgehend selbst in der Hand. Lassen Sie Ihre Pommes beim Backen oder Frittieren deshalb ...

Weiterlesen
Artikel 1,00€
epaper-Einzelheft 8,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ÖKO-TEST Jahrbuch. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 10/2017 von Essen & Trinken: TEST Gekühlte Gnocchi Italien ist weit weg. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Essen & Trinken: TEST Gekühlte Gnocchi Italien ist weit weg
Titelbild der Ausgabe 10/2017 von Essen & Trinken: TEST Müslis: Lockerflockig. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Essen & Trinken: TEST Müslis: Lockerflockig
Titelbild der Ausgabe 10/2017 von Essen & Trinken: TEST Erdbeerkonfitüre und –fruchtaufstrich: Süß, süßer, Konfitüre. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Essen & Trinken: TEST Erdbeerkonfitüre und –fruchtaufstrich: Süß, süßer, Konfitüre
Titelbild der Ausgabe 10/2017 von Essen & Trinken: TEST Vegane und vegetarische Brotaufstriche: Streicheinheiten. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Essen & Trinken: TEST Vegane und vegetarische Brotaufstriche: Streicheinheiten
Titelbild der Ausgabe 10/2017 von Essen & Trinken: TEST Grüne Smoothies: Grün ist die Hoffnung. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Essen & Trinken: TEST Grüne Smoothies: Grün ist die Hoffnung
Titelbild der Ausgabe 10/2017 von Essen & Trinken: TEST Kokosprodukte: Eine harte Nuss. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Essen & Trinken: TEST Kokosprodukte: Eine harte Nuss
Vorheriger Artikel
Editorial: Liebe Leserinnen, liebe Leser,
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Essen & Trinken: TEST Reis: Voll Korn, voll Arsen
aus dieser Ausgabe

... nicht zu dunkel werden.

Kartoffeln waschen, schälen, schneiden, frittieren. Und fertig sind die Pommes. Zumindest, wenn wir sie zu Hause selbst machen. Aber wer macht das schon? Viel eher greifen wir da im Supermarkt in der Tiefkühltruhe zu. ÖKO-TEST wollte wissen, ob sich der Qualitätsanspruch der Hersteller auch im Produkt zeigt und hat 19 verschiedene Tiefkühlpommes, die für die Zubereitung im Backofen geeignet sind, ins Labor geschickt.

Das Testergebnis

■ Die Ergebnisse sind weder besonders gut noch besonders schlecht. Nur zwei Produkte erhalten die Bestnote, aber auch nur ein Produkt erhält die Note „mangelhaft“. So können wir acht von 19 Pommespackungen empfehlen.

■ Acrylamid ist immer noch Thema. Der Schadstoff wird vor allem dann gebildet, wenn kohlenhydratreiche Lebensmittel – wie Kartoffeln – gebacken, gebraten, frittiert oder geröstet werden. Acrylamid löst in Tierversuchen Krebs aus und ist erbgutschädigend. Daher gibt es für Pommes frites einen sogenannten Signalwert. Dieser liegt bei 530 μg/ kg. Das entspricht 74,2 Mikrogramm pro 140-Gramm-Portion. Am meisten Acrylamid, nämlich 19,6 Mikrogramm pro Portion, wurde in den Bofrost Backofen Pommes Frites gemessen. Das ist nur etwa ein Viertel des Signalwertes. Eine gute Entwicklung. Trotzdem ist das in unseren Augen im- mer noch viel. Da Acrylamid in zahlreichen Lebensmitteln, die täglich verzehrt werden, vorkommt, meinen wir, dass ein einzelnes Nahrungsmittel nicht mehr als zehn Mikrogramm zur täglichen Aufnahmemenge beitragen sollte. Neun von 19 getesteten Pommes übersteigen diese Grenze.

■ Wenn Kartoffeln auskeimen, erhöht sich die Zuckerkonzentration in der Knolle stark. Das führt später nicht nur zu einer erhöhten Acrylamidbildung, die Produkte verfärben sich auch dunkel. Während Bio-Bauern durch eine temperaturgesteuerte Lagerung die Keimbildung zu verhindern versuchen, greifen konventionelle Landwirte oft zu Keimhemmern wie Chlorpropham. Dieser Stoff kann vermutlich Krebs erzeugen. Laut Rückstandshöchstmengenverordnung sind davon in der Kartoffel bis zu zehn Milligramm pro Kilogramm erlaubt. Bei der Herstellung von tiefgekühlten Pommes frites reduziert das Schälen den Chlorpropham-Rückstand. Zur Be - wertung wird deshalb ein Verarbeitungsfaktor berücksichtigt. So lässt sich auf den theoretischen Chlorpropham-Gehalt in der Rohkartoffel zurückrechnen. In elf Produkten ergibt sich ein Wert in der frischen Kartoffel, der über der Höchstmenge liegt. Die Holstensegen Pommes Frites überschreiten diese sogar um rund das Zehnfache! Frei von chemischen Keimhemmern waren nur die vier Bio-Produkte.

■ Überflüssige Zusätze sind im Vergleich zum Pommes-Test von 2011 viel weniger enthalten. Trotzdem setzen Dennree und Lutosa den Fritten Glukose bzw. Dextrose z

Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Der gemessene Fettgehalt ist mehr als 1,5 g geringer als der deklarierte. 2) Weiterer Mangel: Die empfohlene Backtemperatur ist zu hoch (Alnatura: 180–190 °C bei Umluft). Weiterer Mangel: Der gemessene Fettgehalt weicht um mehr als 1,5 g vom deklarierten Wert ab. Laut Anbieter sei bei der Herstellung der getesteten Charge eine neue Frittieranlage eingesetzt worden. Dadurch könne es zu dieser Schwankung im Fettgehalt gekommen sein. 3) Glukose. 4) Dextrose. Acrylamid im zubereiteten Produkt. Weiterer Mangel: Die empfohlene Backtemperatur ist zu hoch (Lutosa: 200 °C bei Umluft). 5) Weiterer Mangel: Fehlender Hinweis bei den Nährwertangaben pro Portion, ob sich diese pro Gewichtseinheit auf die tiefgefrorenen oder zubereiteten Pommes beziehen. 6) Keimhemmer erhöht. Weiterer Mangel: Die angegebene Referenzmenge für den Tagesbedarf eines durchschnittlichen Erwachsenen orientiert sich an weniger als 150 g tiefgefrorenen Pommes frites. Dies suggeriert eine zu kleine Portionsgröße. 7) Keimhemmer erhöht. 8) Keimhemmer erhöht. Weiterer Mangel: Fehlender Hinweis bei den Nährwertangaben pro Portion, ob sich diese pro Gewichtseinheit auf die tiefgefrorenen oder zubereiteten Pommes beziehen. 9) Acrylamid im zubereiteten Produkt. 10) Acrylamid im zubereiteten Produkt. Weiterer Mangel: Fehlender Hinweis bei den Nährwertangaben pro Portion, ob sich diese pro Gewichtseinheit auf die tiefgefrorenen oder zubereiteten Pommes beziehen. 11) Keimhemmer erhöht. Weiterer Mangel: Die angegebene Referenzmenge für den Tagesbedarf eines durchschnittlichen Erwachsenen orientiert sich an weniger als 150 g tiefgefrorenen Pommes frites. Dies suggeriert eine zu kleine Portionsgröße. Weiterer Mangel: Die empfohlene Backtemperatur ist zu hoch (Edeka: 220 °C bei Ober- und Unterhitze). 12) Keimhemmer stark erhöht. Weiterer Mangel: Fehlender Hinweis bei den Nährwertangaben pro Portion, ob sich diese pro Gewichtseinheit auf die tiefgefrorenen oder zubereiteten Pommes beziehen. 13) Acrylamid im zubereiteten Produkt. Keimhemmer erhöht. Weiterer Mangel: Das Produkt wird mit der Aussage „frei von Geschmacksverstärkern (laut Handelsbrauch)“ beworben. Laut Anbietergutachten wurden in einer chargengleichen Probe weniger Acrylamid ermittelt. Dieser Wert wäre nicht abwertungsrelevant. Auf Nachfrage im beauftragten Labor wurde unser Ergebnis bestätigt. 14) Acrylamid im zubereiteten Produkt. Keimhemmer erhöht. 15) Acrylamid im zubereiteten Produkt. Keimhemmer erhöht. Laut Anbieter hat der Artikel inzwischen ein neues Layout. 16) Acrylamid im zubereiteten Produkt. Keimhemmer erhöht. Weiterer Mangel: Das Produkt wird mit der Aussage „ohne Konservierungsstoffe (laut Handelsbrauch)“ beworben. Weiterer Mangel: Die angegebene Referenzmenge für den Tagesbedarf eines durchschnittlichen Erwachsenen orientiert sich an weniger als 150 g tiefgefrorenen Pommes frites. Dies suggeriert eine zu kleine Portionsgröße.
Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) ein erhöhter Acrylamidgehalt von mehr als 10 bis 50 μg pro 140-g-Portion zubereiteter Pommes. Dies entspricht einer 200-g-Portion tiefgefrorener Pommes, unter Berücksichtigung eines durchschnittlichen Backverlusts von 30 Prozent; b) ein stark erhöhter Gehalt von 100 mg/kg oder mehr des Keimhemmungsmittels Chlorpropham in der Kartoffel, errechnet mit einem Verarbeitungsfaktor von 0,03 (ermittelt von einer internationalen Expertengruppe der FAO und WHO). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) ein erhöhter Gehalt von mehr als 10 mg/kg des Keimhemmungsmittels Chlorpropham in der Kartoffel, errechnet mit einem Verarbeitungsfaktor von 0,03 (ermittelt von einer internationalen Expertengruppe der FAO und WHO); b) überflüssige Zusätze (außer Kartoffeln und Öl). Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) die Auslobung von Selbstverständlichkeiten („ohne Geschmacksverstärker und/oder ohne Konservierungsstoffe laut Handelsbrauch“); b) die Orientierung der Referenzmenge für den Tagesbedarf eines durchschnittlichen Erwachsenen (8.400 KJ/2.000 kcal) an weniger als 150 g tiefgefrorenen Pommes frites; c) fehlende Angabe im Zusammenhang mit den Nährwertinformationen, ob diese sich auf tiefgefrorene oder zubereitete Pommes beziehen; d) eine vom Hersteller empfohlene Backtemperatur, die über der zur Reduzierung von Acrylamid empfohlenen Backtemperatur von max. 200 °C (für Ober- und Unterhitze) bzw. max. 180 °C (für Umluft-/Heißluftofen) liegt; e) ein gemessener Fettgehalt, der um mehr als ± 1,5 g vom deklarierten Wert abweicht. Ausschlaggebend für das Gesamturteil ist das Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.