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Etappensieg für den Klimaschutz


neue energie - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 03.01.2019

In Kattowitz haben die Staaten der Welt eine „Betriebsanleitung“ für das Paris-Abkommen beschlossen. Jetzt kommt es darauf an, ob sie auch ihre Klimaziele verschärfen.


ENERGIEPOLITIK_International

Es waren quälend zähe Schlussverhandlungen auf dem UN-Klimagipfel im polnischen Kattowitz, doch seit Samstagabend steht das Regelwerk für das Pariser Weltklimaabkommen – es legt fest, wie die Staaten der Erde in Zukunft Klimaschutz zu betreiben haben. Die Reaktionen auf die Konferenz fielen jedoch zwiespältig aus. Einerseits Erleichterung, dass dies die Umsetzung des Paris-Vertrags überhaupt möglich macht, der ...

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Bildquelle: neue energie, Ausgabe 1/2019

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... die Erderwärmung zwischen 1,5 und zwei Grad stoppen soll. Anderseits Warnungen, dass die Fortschritte viel zu langsam sind, um die drohende „Heißzeit“ zu verhindern.

Freudensprung: Konferenzleiter Michał Kurtyka am Ende der COP.


Auch die Hoffnung, Kattowitz werde ein Signal für eine Verschärfung der CO2-Reduktionsziele der Länder senden, erfüllte sich nicht. In Paris hatten die Staaten freiwillige Ziele zur Senkung der Emissionen eingereicht, die bis 2020 „aktualisiert“ werden sollen. Klimaschützer hatten eine Formulierung in den Kattowitz-Beschlüssen gefordert, dass diese Ziele deutlich verschärft werden müssen – ohne Erfolg. Stärkere Anstrengungen zur Erhöhung der Klimaziele hatte auf dem Gipfel jedoch die sogenannte Koalition der Ehrgeizigen angekündigt, unter ihnen die Europäische Union inklusive Deutschland sowie die kleinen Inselstaaten.

Positiv wurde bewertet, dass das Thema der bereits durch den Klimawandel vor allem in armen Ländern eingetretenen „Schäden und Verluste“, etwa durch Dürren oder stärkere Hurrikane, künftig mehr beachtet werden soll. Die Entwicklungsländer fordern dafür über die beschlossenen Klimahilfen hinaus gesonderte Unterstützung. Laut der Kattowitz-Übereinkunft sollen die Schäden bei der alle fünf Jahre geplanten Bilanz der globalen Klimaschutz-Anstrengungen („Global Stocktake“) künftig berücksichtigt werden. Konkrete Finanzhilfen wurden hier jedoch nicht verabredet.

Trotzdem sei der Beschluss „ein Teilsieg“ für die betroffenen Staaten, urteilte die NGO „Brot für die Welt“.

Auf den nächsten Klimagipfel verschoben wurde eine Regelung zum Handel mit CO2-Zertifikaten zwischen Ländern. Hier hatten sich die Verhandler bereits auf eine Lösung geeinigt, die dann aber vom Schwellenland Brasilien nicht mitgetragen wurde. Diese Regeln schließen eine doppelte Anrechnung von Emissionsreduktionen aus – so sollten zum Beispiel CO2-Gutschriften für Aufforstungsmaßnahmen von Industriestaaten in Entwicklungsländern nur einmal, und nicht von beiden Regierungen in ihrer CO2-Bilanz gutgeschrieben werden dürfen. Um den Gipfel nicht platzen zu lassen, vertagte man das Thema auf die Konferenz 2019, die in Chile stattfinden wird. Probleme ergeben sich dadurch allerdings für den Klimaschutz im Flugverkehr. Geplant ist, dass die Airlines ihre Emissionen auf dem Niveau des Jahres 2020 deckeln, indem sie darüber hinausgehende Emissionen – erwartet wegen des global stark wachsenden Flugverkehrs – durch Kauf von CO2-Zertifikaten kompensieren. Für dieses System dürfte es wegen der nun knappen Vorbereitungszeit kritisch werden.

Mitarbeit: Christian Mihatsch, Susanne Schwarz, Benjamin von Brackel

Kohlestopp in China gefordert

Der weltweit größte CO2-Produzent China muss einen sofortigen Stopp für neue Kohlekraftwerke verhängen, um seine Verpflichtungen aus dem Pariser Klimavertrag zu erfüllen. Zu diesem Schluss kommt der chinesische Thinktank CNREC (China National Renewable Energy Centre) in einer aktuellen Studie. Die Emissionen aus der Kohleverstromung sollten demnach ab 2020 sinken. Zudem empfehlen die Autoren, Solar- und Windenergie noch stärker auszubauen als derzeit politisch vorgesehen – zusammen sollen rund 1200 Gigawatt zusätzliche Kapazität im Jahr 2035 erreicht sein. Im Gegenzug könne auf Erdgas als Brückentechnologie verzichtet werden. Als Instrument empfiehlt die Studie unter anderem, CO2-Emissionen wirksam zu bepreisen. Der kürzlich eingeführte Emissionshandel sei dafür ungenügend (neueenergie 04/2018). Er müsse möglicherweise mit einer Steuer oder einem Mindestpreis ergänzt werden.(ta)


Fotos: Reuters / Kacper Pempel