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Europas Transfer-Königinnen


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FFussball Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2021 vom 11.11.2021

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Bildquelle: FFussball Magazin, Ausgabe 6/2021

Klub Fokus

Dass die Vereine der englischen Women’s Super League auf dem Transfermarkt offensiv tätig sind, ist seit Jahren nichts Neues. Die Verantwortlichen des Liverpooler Traditionsklubs FC Everton haben es in diesem Sommer allerdings auf die Spitze getrieben. Acht international renommierte Kickerinnen aus sechs verschiedenen Ländern haben sich den „Toffees“ angeschlossen – laut Angaben von transfermarkt.de hat Everton dabei 225.000 Euro ausgegeben. Neben der Franzö- sin Kenza Dali (West Ham), der Italienerin Aurora Galli (Juventus) und der Schwedin Nathalie Björn (FC Rosengård) hat sich auch die Ex-Münchnerin Leonie Maier dem Verein von Neu-Trainer Jean-Luc Vasseur angeschlossen. „Ich habe auf höchstem Niveau Titel geholt. Ich bin auch hier, um zu gewinnen“, sagte die 28-Jährige bei ihrer Vorstellung.

Neben der Deutschen spielt seit Sommer auch eine Weltfußballerin beim FC Everton – zumindest ...

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... was die Juniorinnen angeht. Die 18-jährige Schwedin Han- na Bennison, die im August für eine beträchtliche sechsstellige Ablösesumme vom FC Rosengård kam, wurde vom Fußballportal „Goal“ mit dem NxGn-Award für die weltbeste Fußball-Juniorin ausgezeichnet. Damit tritt die Schwedin die Nachfolge von Lena Oberdorf an, die im vergangenen Jahr als erste Fußballerin überhaupt diesen Preis erhielt.

ZEITLEISTE

Die drei großen Ären des FC Everton: Der 1983 als Hoylake WFC gegründete Frauenfußballverein ist seit 1995 Teil der Everton-Familie. 1998 gewann der Verein seinen bislang einzigen Meistertitel im Frauenfußball – damals noch im WSL-Vorläufer „Women‘s Premier League National Division“. In den 2000er Jahren etablierte sich Everton hinter Serienmeister Arsenal unter den Top-Teams der Liga, bis schließlich der große Absturz folgte. In der Saison 2013/14 gewannen die Liverpooler plötzlich kein Spiel mehr und stiegen ab. Aktuell befindet sich der Verein wieder im Aufwind.

Die künftige Ausrichtung des FC Everton ist angesichts der horrenden Transferausgaben klar: Man will in die Spitze der WSL vordringen und sich für die Champions League qualifizieren. Während bei den Männern zwischen den benachbarten Klubs FC Everton und FC Liverpool längst Welten liegen, wollen die Frauen den Spieß umdrehen und zur Nummer eins der Stadt werden – haben allerdings auch hier noch eine Meisterschaft aufzuholen. „Wir haben definitiv einen konkurrenzfähigen Kader, der diese drei Punkte holen kann“, ging Evertons Stamm-Torhüterin Sandy MacIver zuversichtlich in das Spiel gegen den Meister FC Chelsea am zweiten Spieltag. Die Partie gegen ein weiteres britisches Star-Ensemble ging allerdings mit 0:4 verloren. Fran Kirby, Sam Kerr (2) und Bethany England erzielten die Treffer für die Londonerinnen. Schon zum Saisonauftakt musste Everton eine herbe 0:4-Pleite gegen Vizemeister Manchester City hinnehmen. „Wir haben das Gefühl, dass wir uns selbst, einander und letztendlich die Fans im Stich gelassen haben“, zeigte sich der ehemalige Everton-Trainer Willie Kirk nach dem Spiel enttäuscht. Sein Team lag im Goodison Park, dem Stadion der Männer, bereits zur Halbzeit mit 0:3 zurück, wobei City innerhalb von 12 Minuten dreimal getroffen hatte. „An der Qualität, die wir haben, gibt es keine Zweifel. Wir wollen unsere Spiele in dieser Saison mutiger, dominanter angehen. Das haben wir im Spiel gegen Manchester vermissen lassen.“

Evertons Ex-Trainer kommunizierte in den Wochen vor der Saison offen die angestrebten Ziele, blieb jedoch völlig hinter den Erwartungen zurück und wurde schließlich im Oktober entlassen.

INTERNATIONALES STAR-ENSEMBLE

Nach der Transfer-Offensive im Sommer tummeln sich in allen Mannschaftsteilen internationale Top-Stars. So wurde die Verteidigung mit Leonie Maier und der Schwedin Nathalie Björn verstärkt und im Mittelfeld ziehen Aurora Galli (Italien) und Kenza Dali (Frankreich/Algerien) die Fäden. Im Sturm sind Emslie (Schottland) und Anvegård (Dänemark) gesetzt. Magill (Nordirland) sehen wir bei der EM 2022 wieder.

Zum Verein

Name Everton Football Club

Ort Liverpool

Vereinsgründung 1878

Frauenfußball seit 1983

Spielstätte Walton Hall Park (2.200 Plätze)

Homepage www.evertonfc.com/ women

Liga FA Women‘s Super League

Größte Erfolge

• englischer Meister 1998

• FA-Women‘s-Premier- League-Cup-Sieger 2008

• FA-Women‘s-Cup- Sieger 1989, 2010

Eigentlich wollte er die Spitzenplätze angreifen und um einen Platz in der Champions League kämpfen. „Schon in der vergangenen Saison haben wir gegen die größeren Mannschaften in kurzer Zeit relativ schnell Tore kassiert“, so Kirk. An dieser Baustelle hatte der Schotte im Sommer gearbeitet und zudem Neuzugänge gefordert, die mentale Stärke mitbringen. Die junge Schwedin Hanna Bennison passte da direkt ins Profil. Die 18-Jährige hat sich früh auf hohem Niveau durchgesetzt und kann sich bereits olympische Silbermedaillengewinnerin nennen. „Ich glaube, ich habe mich mittlerweile an dieses Niveau gewöhnt, da ich schon lange Spiele mit dieser Art von Tempo bestritten habe. Ich würde mich als ziemlich selbstbewusst bezeichnen, besonders wenn ich auf dem Platz stehe und Fußball spiele.

Ich will immer die Beste sein. Ich weiß nicht, woher die Mentalität kommt, es ist einfach, wer ich bin“, beschrieb sich Bennison kürzlich in einem Vereinsinterview.

Neben der selbstbewussten, hochtalentierten Schwedin im zentralen Mittelfeld sind es nicht zuletzt auch ihre Landsfrau Nathalie Björn und die Deutsche Leonie Maier, die der Defensive des FC Everton zu neuer Stabilität verhelfen sollen. Nun gut, die Ex-Münchnerin hatte den Saisonauftakt verletzungsbedingt verpasst, dennoch sollten der mit zahlreichen internationalen Stars besetzten Elf aus Liverpool derart mentale Fehler wie sie in den beiden Spielen gegen Manchester und Chelsea unterliefen, nicht passieren. So rückt die angestrebte Qualifikation zur Champions League in weite Ferne – zumal die englische Liga noch einiges mehr zu bieten hat, als ihr Top-Duo aus 2020/21, ManCity und Chelsea.

Manchester United will mit Ivana Fuso, Katie Zelem und Co. die internationalen Plätze angreifen und der FC Arsenal kommt Dank Vivianne Miedema, Kim Little oder Mana Iwabuchi mit einem Weltklasse Kader daher. Für Everton werden diese hochkarätigen Gegner im Kampf um Rang drei in Englands Eliteliga der Maßstab sein. Daher sollte der Kirk-Nachfolger Erfahrung auf allerhöchster Ebene mitbringen.

Ende Oktober präsentierte der Klub schließlich seine Wunschlösung Jean-Luc Vasseur (Foto) als hochkarätigen Nachfolger. Der Franzose hatte mit Olympique Lyon 2020 die Champions League gewonnen und wurde im gleichen Jahr zu Europas Trainer des Jahres ausgezeichnet.

Marcel Hache