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Ewige Duelle


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tennisMAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 120/2021 vom 16.11.2021

HELDEN, ZAHLEN, TRIUMPHE

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BESONDERES VERHÄLTNIS: Als Roger Federer das Finale bei den Australian Open 2009 verloren hatte, weinte er bei der Siegerehrung bittere Tränen. Rafael Nadal tröstete seinen ewigen Rivalen.

Martina Navratilova vs. Chris Evert

80 Matches

43:37 Navratilova

Finals: 60 – 36:24 Navratilova

Grand Slam-Matches: 22 – 14:8 Navratilova

Grand Slam-Finals: 14 – 10:4 Navratilova

Keine Frage: Navratilova gegen Evert ist die Mutter aller Rivalitäten im Tennis. Kein Duell gab es im Profitennis häufiger. Zwischen 1973 und 1988 spielten die beiden 80 Mal gegeneinander, 60 Matches waren Endspiele. Navratilova beschrieb die Rivalität als das „amerikanische Mädchen von nebenan gegen die muskulöse Lesbe“. Die Bilanz spricht mit 43:37 für Navratilova, die auch die wichtigen Spiele meist für sich entschied. 14 Mal trafen sich Navratilova und Evert in einem Grand Slam-Finale, zehnmal siegte Navratilova. „Das Schöne an unserer Rivalität war nicht nur, dass wir so oft gegeneinander gespielt haben, sondern der Kontrast. Wir waren wie Tag und Nacht. Sie war aggressiv, ich war eine ...

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... Konterspielerin.

Sie war muskulös, ich nicht. Sie kam aus einem kommunistischen Land, ich war eine Amerikanerin aus dem Land der Freiheit. Sie war emotional, ich war cool“, sagte Evert über die gemeinsame Rivalität. Auch für Navratilova zählen die vielen Duelle mit Evert zu der größten Sportrivalität der Historie. „Ohne Zweifel sind sie das. Es ist die Langlebigkeit. Wir hatten Qualität und Quantität. Die meiste Zeit waren wir Nummer eins und zwei. Es war einzigartig. Es ist schwer, das zu wiederholen.“ Ein Match zwischen Evert und Navratilova stach besonders wegen seiner Kuriosität hervor.

Es war das 41. Duell zwischen den beiden – 1981 im Finale des Sandplatzturniers in Amelia Island. Evert verpasste ihrer ewigen Rivalin Navratilova den „Double Bagel“, also ein 6:0, 6:0. Es war das erste Mal, dass eine ehemalige Nummer eins die Höchststrafe erhielt. tennismagazin.de

Novak Djokovic vs. Rafael Nadal

58 Matches

30:28 Djokovic

Finals: 28 – 15:13 Djokovic

Grand Slam-Matches: 17 – 10:7 Nadal

Grand Slam-Finals: 9 – 5:4 Nadal

Und täglich grüßt das Murmeltier heißt es, wenn Djokovic und Nadal mal wieder aufeinandertreffen. 58 Mal war dies bislang der Fall. Die Rivalität der beiden ist die intensivste, die es im Herrentennis je gab. Niemand spielte häufiger gegeneinander. Sie sind zudem das erste Duo, das sich in allen vier Grand Slam-Turnieren mindestens einmal im Finale gegenüberstand sowie das erste Duo, das in vier Grand Slam- Endspielen in Folge gegeneinander spielte. Matches zwischen Djokovic und Nadal sind spektakuläre Abnutzungskämpfe mit irrwitzigen Ballwechseln.

Besonders in Erinnerung bleibt das Australian Open-Finale 2012, das Djokovic in der Rekordzeit von 5:53 Stunden für sich entschied. Bei der Siegerehrung konnten die beiden Matadore kaum noch stehen. Es mussten Stühle gereicht werden, auf denen beide erschöpft zusammensackten. „Der fünfte Satz war eine außerkörperliche Erfahrung“, sagte Djokovic über dieses Marathonmatch. Für Djokovic ist Nadal „der größte Rivale, den ich je hatte“. tennismagazin.de

Novak Djokovic vs. Roger Federer

50 Matches

27:23 Djokovic

Finals: 19 – 13:6 Djokovic

Grand Slam-Matches: 17 – 11:6 Djokovic

Grand Slam-Finals: 5 – 4:1 Djokovic

Federer hielt zahlreiche Rekorde, von denen man glaubte, dass diese ewig Bestand haben werden, darunter die meisten Wochen als Nummer eins der Welt. Doch dann kam Djokovic und rüttelte kräftig am „GOAT“- Status des Maestros. Das Verhältnis zwischen den beiden gilt als unterkühlt, aber mit gegenseitiger Wertschätzung. Federer dominierte das Head-to-Head bis zum Jahr 2010. Seitdem stieg Djokovic zum Spielverderber des Schweizers auf und gewann fast alle großen Matches. Der Serbe siegte sogar dreimal nach Abwehr von zwei Matchbällen, zweimal im Halbfinale der US Open sowie im legendären Wimbledonfinale 2019. „Ich mag es, gegen ihn zu spielen. Wir holen gegenseitig das Beste aus uns heraus“, sagt Federer trotz der bitteren Niederlagen über die Rivalität mit Djokovic. Und der Serbe? Der sieht Federer als großes Vorbild, um weitere Rekorde zu brechen. „Du bist immer noch eine Inspiration auf und neben dem Platz. Danke für alles, was du getan hast. Danke, dass du gezeigt hast, dass man auch in diesem Alter auf einem sehr hohen Niveau spielen kann“, sagte Djokovic zum 40. Geburtstag von Federer.

Rafael Nadal vs. Roger Federer

40 Matches

24:16 Nadal

Finals: 24 – 14:10 Nadal

Grand Slam-Matches: 14 – 10:4 Nadal

Grand Slam-Finals: 9 – 6:3 Nadal

Das „Tennisgenie“ gegen den „Stier aus Manacor“. Die Matches zwischen Federer und Nadal elektrisieren die Sportwelt. Besonderen Reiz erfährt diese Rivalität durch die unterschiedlichen Spielstile.

Federer, mit seiner eleganten Leichtigkeit, und Nadal, der mit seiner intensiven Spielweise jeden Ballwechsel angeht, als wäre er ein Matchball, haben das Herrentennis auf eine neue Stufe geführt. Auf und abseits des Platzes gehen beide höchst freundschaftlich miteinander um. Von Rivalität ist nie etwas zu hören, stattdessen von großem Respekt für den anderen. „Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zueinander. Ich habe großen Respekt vor Roger. Er ist eine sehr bedeutsame Person für unseren Sport. Ich habe ihn noch nie wie einen Rivalen gesehen“, sagte Nadal über den Schweizer. „Natürlich wollen wir beide unbedingt gewinnen, aber unsere Spiele laufen jederzeit in einem fairen Rahmen ab und das spüren auch die Fans. Es ist sicher anders als bei einem Boxkampf oder als früher teilweise im Tennis.

Wir zeigen, dass es auch mit guten Manieren geht“, beschreibt Federer die Situation dieser einmaligen Sportlerbeziehung.

Steffi Graf vs. Gabriela Sabatini

40 Matches

29:11 Graf

Finals: 16 – 10:6 Graf

Grand Slam-Matches: 12 – 11:1 Graf

Grand Slam-Finals: 3 – 2:1 Graf

Sabatini stand auf dem Weg zu einer noch besseren Karriere nicht nur ihre Schüchternheit im Weg, sondern auch die langjährige Rivalin Graf. Von 40 Duellen mit der Deutschen gewann sie zwar elf, aber bei den zwölf Vergleichen auf Grand Slam-Ebene siegte die Argentinierin nur einmal – als sie 1990 bei den US Open ihren einzigen Grand Slam-Titel gewann. Auf dem Platz waren die beiden Konkurrentinnen, neben dem Platz entstand zwischen den beiden, die einige Jahre erfolgreich im Doppel zusammenspielten (unter anderem Wimbledontitel 1988), eine Verbundenheit. Auch Sabatini entschied sich, genauso wie die Deutsche, nach ihrer Karriere ein kaum öffent liches Leben zu führen. Es war schließlich Graf, die im Jahr 2006 die Einführungsrede für Sabatini in die Tennis Hall of Fame hielt. „Athletisch, graziös, ehrlich und loyal zu sein, kann alles in einem Namen zusammengefasst werden: Gaby“, sagte Graf bei Sabatinis Aufnahme in die Ruhmeshalle des Tennissports. tennismagazin.de

Ivan Lendl vs. John McEnroe

36 Matches

21:15 Lendl

Finals: 17 – 10:7 McEnroe

Grand Slam-Matches: 10 – 7:3 Lendl

Grand Slam-Finals: 3 – 2:1 Lendl

Bevor die „Big Three“ die Szene beherrschten, war die Rivalität zwischen Lendl und McEnroe das Duell mit den meisten Matches auf der Tour. Beide konnten sich zu ihrer aktiven Zeit überhaupt nicht leiden. „Ich habe mehr Talent in meinem kleinen Finger als Lendl in seinem gesamten Körper“, lästerte McEnroe einst abfällig über seinen Rivalen. Doch die großen Matches entschied meist Lendl für sich. Unvergessen ist das French Open-Finale 1984 – der Wendepunkt in beiden Karrieren.

McEnroe war damals in der Form seines Lebens. Vor dem Endspiel gewann „Big Mac“ alle seine 42 Matches in jenem Jahr. Der French Open-Triumph fehlte ihm noch auf dem Weg zum Karriere-Grand- Slam. Im Finale führte McEnroe mit 2:0 in den Sätzen, ehe er sich selbst mit Schimpftiraden aus dem Spiel brachte. Lendl gewann schließlich seinen ersten Grand Slam-Titel und stieg zum Dominator der Tour auf.

Novak Djokovic vs. Andy Murray

36 Matches

25:11 Djokovic

Finals: 19 – 11:8 Djokovic

Grand Slam-Matches: 10 – 8:2 Djokovic

Grand Slam-Finals: 7 – 5:2 Djokovic

Während Djokovics Verhältnis zu Federer und Nadal von respektvoller Distanz geprägt ist, läuft es zwischen ihm und Murray äußerst harmonisch. Die beiden, die mit nur einer Woche Abstand geboren wurden, lernten sich kennen, als sie elf Jahre alt waren. „Er hat sich nicht viel verändert, er war immer offen, redete mit allen, machte Späßchen“, sagt Murray über seinen Rivalen, der ihm viele Grand Slam-Partys verdarb. Djokovic beeindruckt es sehr, dass Murray nach der Hüftoperation immer noch mit ungebremster Leidenschaft dabei ist. „Er ist ein großartiger Kämpfer. Es zu schaffen, nie aufzugeben, nach alldem, was passiert ist, inklusive Reha, Vorbereitung und Heilungsprozess und allem, was er in seiner Karriere durchgemacht hat. Das ist inspirierend.“

Boris Becker vs. Stefan Edberg

35 Matches 25:10 Becker

Finals: 16 – 11:5 Becker

Grand Slam-Matches: 4 – 3:1 Edberg

Grand Slam-Finals: 3 – 2:1 Edberg

Die Duelle zwischen Becker und Edberg standen für perfektes Serve-and-Volley. Von 1988 bis 1990 herrschten die beiden in Wimbledon und trafen dreimal in Folge im Finale aufeinander. Edberg ging 1988 und 1990 als Sieger hervor, 1989 siegte Becker. Eine besondere Beziehung hatten die beiden nie zueinander. „Unser Zweikampf ist für mich normal. Edberg hat zu keinem Spieler eine Beziehung, nicht mal zu den Schweden. Weil er einfach nicht viel redet. Wenn ich mit ihm zum Essen ginge, würden mir die Worte ausgehen“, sagte Becker kurz nach dem dritten Wimbledonfinale über Edberg. Auch der Schwede sagte damals Ahnliches über seinen Rivalen. „Ich habe keine Probleme mit Boris und er hat, so glaube ich zumindest, keine mit mir. Wir treffen uns nicht außerhalb des Tennisplatzes, und wir gehen auch nicht gemeinsam zum Essen. Es ist überhaupt kein Hass zwischen Boris und mir.“

Pete Sampras vs. Andre Agassi

34 Matches

20:14 Sampras

Finals: 16 – 9:7 Sampras

Grand Slam-Matches: 9 – 6:3 Sampras

Grand Slam-Finals: 5 – 4:1 Sampras

Wie bei Federer gegen Nadal hatte das Duell Sampras gegen Agassi seinen Reiz in den unterschiedlichen Spielstilen: totale Offensive gegen geballte Defensive. Nach seinem Karriereende stichelte Agassi in seiner Biografie „Open“ gegen seinen Landsmann und Dauerrivalen. „Wir hätten nicht unterschiedlicher sein können. Ich beneide Petes Langweiligkeit. Ich wünschte, ich könnte ihm in seinem seltsamen Fehlen nach Bedarf von Inspiration nacheifern.“

Außerdem bezeichnete Agassi seinen Landsmann als schlechten Trinkgeldgeber, der mehr roboterhaft klingt, ähnlich wie ein Papagei. Vielleicht war Agassi auch darüber verärgert, dass er bei den Karriere-Meilensteinen von Sampras (erster Grand Slam- Sieg, Einstellung des Grand Slam-Rekords von Roy Emerson, letzter Grand Slam-Sieg und letztes Match der Karriere) stets der unterlegene Spieler war. Das gewonnene US Open-Finale 2002 gegen Agassi war das letzte Match in der Karriere von Sampras.

„Wir sind in unterschiedliche Richtungen gegangen. Ich glaube, dass er nicht genau wusste, was er wollte. Ich wusste genau, wohin ich gehen wollte. Ich habe es auf meine Weise getan und habe kein Bedauern, wenn ich auf meine Karriere zurückblicke“, sagte Sampras.

Serena Williams vs. Venus Williams

31 Matches 19:12 Serena

Finals: 12 – 9:3 Serena

Grand Slam-Matches: 16 – 11:5 Serena

Grand Slam-Finals: 9 – 7:2 Serena

Der „Sister-Act“ im Damentennis, das Duell zwischen Serena und Venus Williams, faszinierte vor allem zu Beginn – nicht nur aus positiver Sicht. Denn immer wieder kamen Gerüchte auf, dass die Siegerin bereits vor dem ersten Ballwechsel feststand, indem Vater Richard bestimmt haben soll, welche seiner beiden Töchter das Match gewinnt. Dem wurde aber von der Williams-Familie und Teilen der Tennisszene heftig widersprochen. Anfangs waren die Duelle der Schwestern noch von Nervosität, vielen Fehlern und wenig Emotionen geprägt. Zwar lebten Serena und Venus auch später ihre Emotionen nicht so aus auf dem Platz wie sonst, wenn sie aufeinander trafen, doch die Qualität ihrer Duelle stieg deutlich an. Dabei gab es über die Jahre hinweg nie Streit zwischen den beiden. „Die Familie kommt zuerst und das ist das Wichtigste. Wir haben begriffen, dass unsere Liebe tiefer ist als das Tennisspiel“, sagte Serena über die Rivalität mit Venus.

Kim Clijsters vs. Justine Henin

25 Matches

13:12 Clijsters

Finals: 11 – 7:4 Henin

Grand Slam-Matches: 8 – 5:3 Henin

Grand Slam-Finals: 3 – 3:0 Henin

Clijsters und Henin haben viel gemeinsam. Beide kommen aus Belgien, beide waren die Nummer eins, beide beendeten völlig überraschend ihre Karriere (Clijsters als Nummer fünf, Henin als Nummer eins), beide kamen erfolgreich zurück auf die Tour. Einen kleinen Unterschied gibt es jedoch immer zwischen Clijsters und Henin. Während Clijsters mit der flämischen Sprache aufwuchs, sprach Henin meistens nur Französisch. Dass ein so kleines Land wie Belgien zwei Weltklassespielerinnen zur gleichen Zeit hervorbringt, kann auch problematisch werden. Doch Clijsters und Henin gingen mit ihrer Rivalität sehr freundschaftlich um und trieben sich gegenseitig zu Höchstleistungen an. Clijsters gewann zwar mehr Matches, aber Henin dafür die prestigeträchtigen.

Lindsay Davenport vs. Martina Hingis

25 Matches

14:11 Davenport

Finals: 16 – 10:6 Davenport

Grand Slam-Matches: 4 – 3:1 Davenport

Grand Slam-Finals: 2 – 2:0 Davenport

Ähnlich wie die Rivalität zwischen Navratilova und Evert lebten die Duelle zwischen Davenport und Hingis von den Gegensätzen: das Powertennis der 1,89 Meter großen Davenport gegen das raffinierte Schachspiel der 1,70 Meter großen Hingis. Zwischen 1997 und 2001 lösten sich die US-Amerikanerin und die Schweizerin immer wieder gegenseitig von der Weltranglistenspitze ab. Von den 25 Spielen zwischen Davenport und Hingis gab es insgesamt 16 Finalduelle in Folge. Die beiden Grand Slam-Endspiele entschied Davenport für sich. Auch ihre beiden Persönlichkeiten waren unterschiedlich. Davenport ließ lieber den Schläger sprechen, Hingis liebte das Spiel mit den Medien. Ein Vorfall auf dem Flughafen machte die besondere Situation deutlich.

Davenport durfte ihre Schläger nicht an Bord in den Flieger nach Australien nehmen. Dagegen stellte es für Hingis kein Problem dar. Die US-Amerikanerin, zu diesem Zeitpunkt Weltranglistenerste, fragte bei einem Quantas-Mitarbeiter nach, warum ihre Rivalin die Schläger mit an Bord nehmen dürfe. „Nun, Martina Hingis braucht ihre Schläger“, so die lapidare Antwort.

Steffi Graf vs. Martina Navratilova

18 Matches

9:9

Finals: 12 8:4 Graf

Grand Slam-Matches: 9 5:4 Navratilova

Grand Slam-Finals: 6 4:2 Graf

Viele Jahre gab es nur eine große Rivalität im Damentennis: Navratilova gegen Evert. Doch dann kam Graf und durchbrach die Vormachtstellung der beiden US-Amerikanerinnen eindrucksvoll. Als Graf im März 1987 in Miami das zweite Mal gegen Navratilova siegte, erklärte die Nummer eins der Welt: „Heute war Steffi die beste Spielerin der Welt. Und genau das wird sie auch sein, wenn ich das nächste Mal gegen sie spiele.“ Navratilova sollte sich mit ihrer Prognose um einige Wochen irren. Erst zwei Duelle später waren die Vorzeichen umgekehrt und Graf tatsächlich die Nummer eins der Welt. Zwischen den French Open 1987 und den US Open 1989 standen sich die beiden in sechs Grand Slam-Finals gegenüber.

Der Respekt untereinander war riesig. „Für mich ist sie die unbestrittene Nummer eins. Sie hat das Damentennis geprägt wie keine andere. Sie ist eine Klasse für sich“, sagte Graf kurz nach ihrem Karriereende über Navratilova. „Graf ist die beste Allroundspielerin aller Zeiten, unabhängig vom Bodenbelag“, lobte Navratilova die Deutsche.

Steffi Graf vs. Monica Seles

15 Matches

10:5 Graf

Finals: 10 – 6:4 Graf

Grand Slam-Matches: 10 – 6:4 Graf

Grand Slam-Finals: 6 – 3:3

Als die Rivalität zwischen Graf und Seles ihren Höhepunkt erreicht hatte, geschah das Unfassbare. Seles wurde am 30. April 1993 beim WTA- Turnier in Hamburg während des Seitenwechsels vom irren Graf-Fan Günter Parche mit einem 22 Zentimeter langen Küchenmesser in den Rücken gestochen. Zwar hätte Seles laut Aussage der Ärzte nach drei Monaten auf den Platz zurückkehren können, doch die seelischen Narben waren einfach zu groß für die damalige Weltranglistenerste. Graf besuchte Seles im Krankenhaus, aber es gab nicht viel zu sagen. „Ich hatte das Gefühl, als würde jeder von dieser Attacke profitieren, außer mir“, sagte Seles. Bis zum Messerattentat duellierten sich Graf und Seles zehnmal, darunter bei vier Grand Slam-Endspielen, von denen Seles drei gewann. Nach ihrem Comeback im August 1995 kreuzten sich die Schläger der beiden noch fünf weitere Male. Doch Seles fand nie mehr so richtig zu ihrer alten Form zurück.

Graf siegte in vier Duellen, dabei zweimal im Finale der US Open. Offen bleibt die Frage, wie die Karriere von Seles verlaufen wäre, wenn das Messerattentat am Hamburger Rothenbaum nicht geschehen wäre.

Björn Borg vs. John McEnroe

14 Matches

7:7

Finals: 9 – 5:4 McEnroe

Grand Slam-Matches: 4 – 3:1 McEnroe

Grand Slam-Finals: 4 – 3:1 McEnroe

Das legendäre Duell zwischen Borg und McEnroe wurde wegen der unterschiedlichen Persönlichkeiten „Feuer und Eis“ genannt. Der leidenschaftliche US- Amerikaner McEnroe, der bei jeder sich bietenden Möglichkeit ausflippte, und der stille Schwede Borg, der das Temperament eines Eisblocks zu haben schien, spielten zwar nur 14 Mal gegeneinander, aber es waren stets hochklassige und teils epische Matches. Darunter das Wimbledonfinale 1980, das zu den besten Matches der Geschichte zählt.

Borg siegte in fünf dramatischen Sätzen, McEnroe nahm ein Jahr später Revanche und beendete die Rasenherrschaft des Schweden (fünf Wimbledontitel in Folge). Da Borg schon im Alter von 26 Jahren seine Karriere beendete, war die Rivalität zwischen den beiden nur von kurzer Dauer. Besonders traurig war McEnroe über den Rücktritt von Borg: „Wenn du deinen größten Gegner verlierst, verlierst du auch einen Teil deiner selbst.“

10 UNGLEICHE DUELLE

Martina Navratilova ............ 40 vs. Pam Shriver .................................. 3

Steffi Graf ............................... 29 vs. Jana Novotna ......................... 4

Novak Djokovic .................... 25 vs. Tomas Berdych ..................... 3

Roger Federer ....................... 23 vs. Stan Wawrinka ...................... 3

Chris Evert .............................. 21 vs. Wendy Turnbull .......................... 1

Serena Williams ................... 20 vs. Maria Sharapova ..................... 2

Monica Seles ........................ 20 vs. Arantxa Sanchez Vicario 3

Björn Borg................................ 17 vs. Vitas Gerulaitis ..................... 0

Roger Federer ....................... 17 vs. David Ferrer ........................... 0

Novak Djokovic .................... 17 vs. Gael Monfils ........................... 0