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Explosives Gold


St.GEORG - epaper ⋅ Ausgabe 90/2021 vom 16.08.2021

OLYMPIA SPRINGEN

Artikelbild für den Artikel "Explosives Gold" aus der Ausgabe 90/2021 von St.GEORG. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: St.GEORG, Ausgabe 90/2021

Nicht nur an dem Sushi-Sprung war es einfach unglaublich, in welcher Art Explosion W und Ben Maher Olympiasieger wurden.

OLYMPIASIEGER BEN MAHER

Pegasus-Paar

Ben Maher, Jahrgang 1983, ebnete bereits als Junger Reiter seinen Weg in die Reitsportelite. Den setzte er u. a. mit Cella fort, die ihn 2013 zu Einzelsilber bei der EM in Herning (DEN) trug. In Tokio bestritt Maher seine vierten Olympischen Spiele, dieses Mal mit dem derzeit wohl besten Springpferd der Welt: Explosion W. Nach dem zweimaligen (!) Gesamtsieg in der Global Champions Tour, Einzelsilber und Team-Bronze bei der EM 2019 – dies nur Auszüge aus der Erfolgsbilanz des Paares – krönten sie ihre Siegesserie in Tokio nun mit Einzel-Gold. Explosion habe sich Flügel für ihn wachsen lassen, sagte Maher im anschließenden Interview über sein Ausnahmepferd. Nun hat der Brite zwei Ziele: Schnell nach Hause, auf dem Weg dorthin noch eben die Global Champions Tour- Etappe in London mitnehmen, dann wird geheiratet. Eine „kleine Feier” sei geplant, so ...

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... der Olympiasieger, für den es die zweite Ehe s in wird.

Sushi und Reisschälchen, Chopsticks, überdimensionale Kirschblüten und Haarnadeln von Geishas neben architektonischen Besonderheiten aus Japan aus mindestens fünf Jahrhunderten – es gab tolle, bunte Hindernisse zu bestaunen in allen Springen in Tokio. Von den wenigen Zuschauern, von Reitern aber vor allem auch deren Pferden. Einen halbnackten Sumoringer hatte noch kein Pferd angriffslustig neben dem Steilsprung hocken sehen. Da verließ manch einer das Qualifikationsspringen für die Entscheidung um die Einzelmedaillen um eine Erfahrung reicher. Zumal alle Springen zu reitfreundlichen Bedingungen ab 19 Uhr stattfanden. Unter Flutlicht, auch das ein Faktor, den man zwar trainieren kann, der aber immer noch den einen oder anderen

„Nie wieder werde ich ein Pferd in meinem Leben reiten wie ihn.“

Olympiasieger Ben Maher über Explosion W

Wackler selbst bei routinierten Pferden nach sich ziehen kann. Die grandiose Detailfreude jedes einzelnen Sprungs, die Kimonos, Fächer, springenden Koi- Karpfen oder Teufelsmasken, hatten so gar nichts mit dem Alltagsgeschäft der internationalen Springpferde zu tun. Die müssen in den hoch dotierten Springen zwar ähnliche Abmessungen überwinden, aber bevorzugt – dem finanziellen Engagement eines Schweizer Uhrenherstellers sei Dank – in gedecktem Dunkelblau und Weiß. Da kann dann japanische Opulenz schon mal die Augen größer werden lassen. Die Parcours des Spaniers Santiago Valera waren farbenfroh und anspruchsvoll, unfair waren sie nicht. Aber sie testeten. Das neue Format, bei dem nach nur einer Qualifikation bereits das Feld der 30 Finalisten feststand und alle Paare wieder bei null anfingen, ließ ihm keinen zeitlichen Raum für einen soften Einstieg.

Triplebarre – der Deutschen Sorgenkind

Zwei Championatsneulinge im Team und die Nummer eins der Welt. Das war die Ausgangslage der Deutschen. André Thieme und Chakaria hatten einen guten Start, aber Thieme musste mächtig drücken. Der Weg zur Triplebarre wurde groß, Patzer. Aus der Traum, unter die Top 30 im Finale zu kommen. Seine Stute Chakaria sei doch sehr beeindruckt gewesen, so Thieme. Auch Christian Kukuk und Mumbai hatten einen Fehler an der Triplebarre. Auf dem Weg zu dem zwei Meter breiten Hochweitsprung hatte der neun Jahre junge Schimmel einem dringenden Bedürfnis nachgehen müssen. Daniel Deußer und Killer Queen mussten sich auch etwas strecken, landeten aber im Finale. Dort war es dann Platz 18. Kein Traumergebnis. Abhaken und nach vorne schauen, Stichwort Teamwettbewerb. Dort würde Maurice Tebbel reiten, das stand schon vorher fest. André Thieme wurde nach den Eindrücken der Woche für die Mannschaft nominiert, Kukuk musste zuschauen.

Schweden-Trio im Stechen

Schon in diesem Springen zeichnete sich der Teamsieg ab: Alle drei Schweden, Malin Baryard-Johnsson mit Indiana, Henrik von Eckermann mit King Edward und Peder Fredricson mit All In waren im Stechen. Mit ihnen der Brite Ben Maher mit Explosion W, Maikel van der Vleuten aus Holland und, zur Überraschung vieler, der Japaner Daisuke Fukushima. Im Stechen sprang Explosion wie von einem anderen Stern. „Er ist kein Pferd, er ist ein Phänomen – so ein Pferd werde ich nie wieder reiten“, sagte Maher. Der unscheinbar daherkommende All In unter Peder Fredricson war nur 32 Hundertstelsekunden langsamer. Maikel van der Vleuten mit dem noch wenig erfahrenen Beauville Z kam auf den Bronzerang. Großer Sport! Die Frage blieb trotzdem: Wie würden die schwedischen Pferde, knapp geschlagene Vierte und Fünfte, dieses Stechen wegstecken? Die Frage beantworteten sie am Samstag auf beeindruckende Weise (s. S. 58).

„Ich bin ohne Er wartungen hierher geflogen. Aber in g uter Form …“

Maikel van der Vleuten (NED)

Schlimme Bilder

AM ENDE WAR DIE BRUST des Schimmels Kilkenny blutbesprenkelt, die Nüstern blutrot. Die Bilder des neunjährigen Wallach mit dem Iren Cian O ‘Connor gingen um die Welt. Ab der Hälfte des Parcours sah man das Blut aus der Nase des Schimmels spritzen. Außerdem hustete Kilkenny zweimal ab. Die Richter reagierten nicht. Sie sagten, sie hätten das Blut vom Richterturm aus erst beim letzten Sprung gesehen. Dass der Schimmel sofort untersucht wurde und anschließend vom Reiter aus dem Wettbewerb genommen wurde, ist das eine. Viel schlimmer wiegt: Nasenbluten führt nicht zum Ausschluss, nur Maulverletzungen oder solche, die auf Sporeneinsatz zurückzuführen sind. Tenor vor Ort: Das muss und wird sich ändern. Hoffentlich!

Autor

Jan Tönjes

„Explosion ist kein Pferd, sondern ein Phänomen“, sagt Ben Maher. Und wie dieses Phänomen im Stechen sprang – unvergesslich!