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Extra-Einstellungen für Ihr WLAN


PC Welt - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 02.07.2021

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Bildquelle: PC Welt, Ausgabe 8/2021

WLAN ist eigentlich ganz einfach. Denn die meisten Router sind schon ab Werk gut an die WLAN-Bedürfnisse eines Durchschnittshaushalts angepasst. Das ist einerseits positiv, denn das komplizierte, langwierige sowie fehlerträchtige Einrichten des Funknetzes entfällt – einfach Router anmachen, WLAN-Passwort festlegen, und los geht’s! Allerdings übersehen Sie deshalb eventuell viele zusätzliche Einstellungen, die im Einzelfall nützlich sein können – etwa, wenn Ihr WLAN eine große Reichweite benötigt oder von störenden Netzwerken umgeben ist.

Bevor Sie nun sofort an Stellschrauben in den Untermenüs des Routers drehen, sollten Sie sich genau überlegen, was Sie erreichen wollen und was der Router ohne Ihre Mithilfe eventuell besser erledigen kann. So finden Sie schnell heraus, unter welchen speziellen Voraussetzungen in Ihrem WLAN es überhaupt sinnvoll ist, Änderungen an den Grundeinstellungen ...

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... vorzunehmen.

„Bei Störungen durch benachbarte WLANs sollten Sie für optimales Tempo am Router nachjustieren.“

Das Nachbar-WLAN stört: Wie Sie den optimalen Kanal finden

Die meisten Probleme im WLAN entstehen durch die 2,4-GHz-Frequenz: Dort funken unter anderem alle aktuellen Router, ältere Modelle sogar ausschließlich. Sie bietet 13 Kanäle, die in Abständen von je 5 MHz unterteilt sind. Jede 2,4-GHz-Verbindung benötigt jedoch mindestens 20 MHz Bandbreite, das gesamte Frequenzband umfasst aber nur 80 MHz. Deshalb überschneiden sich in dicht besiedelten Regionen die Funkbereiche von benachbarten Routern zwangsläufig, was die Übertragungsrate verringert. Um das schmale 2,4-GHz-Band am besten auszunutzen, sollten die Funknetze von benachbarten WLAN-Routern auf die überlappungsfreien Kanäle 1, 6 und 11 verteilt sein. Wenn Router A auf Kanal 1, Router B auf Kanal 6 und Router C auf Kanal 11 sendet, stören sich deren Funksignale nicht. Auf diese Weise können drei benachbarte WLANs problemlos auf 2,4 GHz arbeiten.

Diese Verteilung lässt sich über die Autokanalfunktion erreichen. Dabei scannt derWLAN-Router alle Kanäle in der Umgebung und wählt für das eigene Funknetz den Kanal aus, auf dem er am wenigsten Störsignale beobachtet. Sind beispielsweise die Kanäle 1 und 11 bereits von benachbarten Routern besetzt, sollte Ihr Router per Autokanalfunktion automatisch Kanal 6 wählen. Bei den meisten Heimnetzroutern, wie einer Fritzbox, ist die Autokanalfunktion standardmäßig aktiviert. Arbeitet diese Funktion verlässlich, müssen Sie nicht per Routereinstellung nachhelfen. Wie sich das eigene und die Nachbar-WLANs über die 2,4-GHz- Frequenz verteilen, prüfen Sie mit einem WLAN-Scanner nach. Wie das mit den kostenlosen Tools Inssider und Acrylic Wi-Fi Home geht, steht im Kasten auf Seite 35.

Zu viele Nachbar-WLANs: Das ist der am wenigsten schlechte Kanal

In Wohngebieten und besonders in Mehrfamilienhäusern hat es Ihr Router aber zumeist mit mehr als nur zwei Funknachbarn zu tun – ein störungsfreier Nebeneinanderfunk über die Kanäle 1, 6 und 11 ist dann auf der 2,4-GHz-Frequenz nicht möglich. Wenn diese Kanäle schon belegt sind, sollten Sie sich aber auf keinen Fall dazu verleiten lassen, Ihren WLAN-Router manuell auf einen der freien Zwischenkanäle zu setzen,also auf Kanal 2, 3, 4 oder 5 beziehungsweise 7, 8, 9 oder 10. Denn in jeden dieser Zwischenkanäle ragt bereits der Funkbereich von mindestens zwei anderen WLAN-Routern hinein, die mit je 20 MHz Bandbreite auf den Kanälen 1, 6 und 11 funken.

Arbeitet die Autokanalfunktion Ihres Routers vernünftig, sollte sie das WLAN trotzdem auf einen der drei Kanäle 1, 6 oder 9 setzen. Denn wenn Router auf demselben Kanal funken, können sie sich vor der Übertragung absprechen, wer wann senden darf. Diese Abstimmung reduziert zwar die Übertragungsrate. Schlimmer wirkt sich jedoch meistens eine Tempobremse aufgrund von Funkstörungen aus. Diese treten auf, wenn zwei Router benachbarte Kanäle für den Datentransfer nutzen: In diesem Fall findet keine Absprache statt, beide Geräte senden einfach drauflos und stören sich gegenseitig. Weil sich im Folgenden allerdings die Signalqualität verschlechtert, steigen die Übertragungsfehler an und die Router müssen Datenpakete erneut senden: Die Net -to-Datenrate ist in diesem Fall unter dem Strich oftmals geringer, als wenn beide Router in Absprache und mit minimalen Wartezeiten auf demselben Kanal senden.

DEN BESTEN WLAN-KANAL FINDEN: DIESE GRATIS-TOOLS HELFEN

Die beiden kostenlosen WLAN-Scanner Inssider 5.4 und Acrylic Wi-Fi Home 4.5 zeigen alle WLAN-Router der näheren Umgebung an. Zudem sehen Sie damit, auf welchen Funkkanälen sie senden, welche Bandbreite sie nutzen und wie hoch die Signalstärke liegt. Acrylic bietet den Vorteil, dass es die Umgebung in kurzen Zeitabständen alle zwei Sekunden scannt und somit schnell auf Veränderungen reagiert – etwa wenn ein Funknetz den Kanal wechselt oder deaktiviert wird. Praktisch ist auch die Stop-Taste rechts oben in der Kopfleiste des Tools, mit der sich die aktuelle WLAN-Anzeige vorübergehend einfrieren lässt.

Bei inSSIDer 5.4 müssen Sie sich kostenlos registrieren: Danach starten Sie das Tool mit den zuvor gewählten Zugangsdaten. Mit einem zweiminütigen Scanabstand ist Inssider etwas langsamer

als Acrylic. Dafür fasst es unter dem Menüpunkt „Networks“ WLAN-Module/-Router mit derselben SSID (Stichwort: Mesh) übersichtlich zusammen und liefert eine Reihe interessanter Zusatzinformationen, wie zum Beispiel die Kanalbandbreite und die Anzahl der Spatial Streams (MIMO-Streams) eines WLAN-

Moduls. Außerdem bietet Inssider eine Anzeige der Clients im lokalen Netzwerk und zeigt unter „Channels“ an, in welchen WLAN-Kanälen gerade starker Datenverkehr („Wifi Utilization“) herrscht. Wer die WLAN-Kanäle im Router nicht per Autokanalwahl, sondern manuell anpassen möchte, erhält hier eine gute Hilfestellung. Im „Dashboard“ gibt Inssider zudem Einstellungsratschläge für das eigene WLAN, was zum Beispiel die aktuelle Kanalbelegung oder die Sicherheit betrifft.

Nummer 12 und 13: So aktivieren Sie zusätzliche Kanäle

Bei vielen Routern sind über 2,4 GHz die Kanäle 12 und 13 deaktiviert. In Europa sind sie für die WLAN-Übertragung erlaubt, in den USA jedoch nicht. Deshalb unterstützt für die USA gedachte WLAN-Hardware nur die Kanäle 1 bis 11. Das betrifft auch WLAN-Clients und diverse Versionen von Amazons Fire-TV-Stick. Sie können keine Verbindung zu einem Router aufbauen, der auf Kanal 12 oder 13 funkt.

SICHERHEIT ODER BEQUEMLICHKEIT: FUNKEN MIT REDUZIERTER LEISTUNG

Einige WLAN-Router bieten die Möglichkeit, die Sendeleistung des WLANs herabzusetzen. Diese Option kann sinnvoll sein, wenn Sie den WLAN-Empfang außerhalb Ihres Grundstücks erschweren möchten, um Datenschnüffler abzuhalten. Auch wenn Sie das WLAN Ihres Routers nur mit Geräten nutzen, die sich in seiner Nähe befinden – zum Beispiel für den Home-Office-Betrieb. Bei weiter entfernten Geräten wirkt sich eine reduzierte Funkleistung des Routers fast immer negativ auf die (Netto-) Übertragungsrate aus, was Datenübertragungen verlängert und damit auch energetisch betrachtet keinen Vorteil bringt.

Außerdem lässt sich bei einigen Routern das WLAN per Zeitsteuerung ein- und ausschalten. Auch diese Option sollten Sie nur dann in Betracht ziehen, wenn sich das gerade abgeschaltete WLAN bei Bedarf ohne große Umstände aktivieren lässt, beispielsweise per WLAN-Taste am Router, mittels DECT-Mobilteil oder über ein anderes Gerät, das auch bei abgeschaltetem WLAN mit dem Router verbunden werden kann.

Ob Sie einen solchen „USA“-Client im Netz haben, lässt sich herausfinden, wenn Sie das 2,4-GHz-WLAN Ihres Routers manuell auf Kanal 12 oder 13 schalten. Prüfen Sie dann, ob sich alle 2,4-GHz-Clients nach wie vor mit dem Router verbinden können. Solange sich aber alle WLAN-Router in Ihrer Nachbarschaft auf die überlappungsfreien Kanäle 1, 6 und 11 verteilen, ist es überflüssig, die Kanäle 12 und 13 zu öffnen.

In einer Fritzbox sind beide Kanäle ab Werk deaktiviert. Sie können das im Fritzbox-Menü unter „WLAN –› Funkkanal“ nachprüfen, wenn Sie die Option „Funkkanal-Einstellungen anpassen“ aktivieren und auf den Link „Weitere Einstellungen“ klicken. Die Option „WLAN-Autokanal inklusive Kanal 12/13 (2,4-GHz-Frequenzband)“ ist abgeschaltet.

Nur wenn sich die Router in Ihrer Nachbarschaft nicht an die 1-6-11-Regel halten, kann es sinnvoll sein, die Kanäle 12 und 13 zu aktivieren. So bleibt dem Router via Autokanal mehr Spielraum bei der Kanalwahl.

Gegenseitige Rücksicht: Funken mit reduzierter Kanalbreite

Was viele WLAN-Nutzer gar nicht wissen: Eigentlich darf jeder Router über 2,4 GHz mit einer Kanalbandbreite von 40 MHz statt 20 MHz senden – die doppelte Bandbreite würde dann für eine verdoppelte Transferrate sorgen. Das macht nur Sinn, wenn es höchstens einen weiteren Router in Ihrer Nachbarschaft gibt. Aber wenn auch der Nachbarrouter mit 40 MHz sendet, kann es bereits zu störenden Überlappungen kommen. In dichter besiedelten Wohngebieten macht es daher grundsätzlich keinen Sinn, mit 40 MHz zu funken: Das würde durch massive Störungen zu einer niedrigen Netto-Datenrate mit vielen Aussetzern führen und die Verbindungsqualität verschlechtern. Bestehen Sie aber dennoch auf einem 40-MHz-Kanal, beeinträchtigen Sie auf jeden Fall die WLANs Ihrer Nachbarn massiv. Im Sinn guter Nachbarschaft sollten Sie Ihren Router daher so einstellen, dass er im 2,4-GHz-Band automatisch auf 20 MHz Kanalbreite schaltet. Bei einer Fritzbox finden Sie diese Einstellung unter „WLAN, Funkkanal“ vorkonfiguriert, wenn Sie dort die Option „Funkkanal-Einstellungen anpassen“ aktivieren und auf den Link „Weitere Einstellungen“ klicken. Ein Häkchen vor „WLAN- Koexistenz aktiv“ besagt, dass die Kanalbandbreite bei hoher WLAN-Dichte automatisch auf 20 MHz begrenzt wird.

Wenn Sie allein funken: So optimieren Sie die Datenrate

Arbeitet Ihr WLAN-Router allein auf weiter Flur, können Sie bei 2,4 GHz auch auf die volle 40-MHz-Kanalbandbreite umstellen. Als Fritzbox-Nutzer schalten Sie außerdem die Option für die WLAN-Koexistenz ab. Bei anderen Routern lässt sich die Breite des Funkkanals meist direkt einstellen: Hier ist in der Regel die Auswahl von „20/40 MHz“ oder „40 MHz“ die korrekte Einstellung.

Die 40-MHz-Einstellung funktioniert übrigens auch noch mit genau einem WLAN- Nachbarn. Damit beide Router die breiten Kanäle störungsfrei nutzen können, müssen Sie zusätzlich die Kanäle 12 und 13 aktivieren. Stellen Sie Ihr Funknetz im Anschluss daran manuell auf Kanal 13. In diesem Fall sollte die Autokanalfunktion des Nachbarrouters Kanal 1 aktivieren: Dann kann auch Ihr Nachbar mit 40 MHz funken, ohne dass es zu Überlappungen kommt. Wenn Sie sich gut mit Ihrem Nachbarn verstehen, kön - nen Sie ihn eventuell dazu überreden, sein 2,4-GHz-WLAN manuell auf Kanal 1 zu legen.

Freie Fahrt über 5 GHz: Router richtig einstellen

Im 5-GHz-Band gibt es weniger Überlappungsprobleme als im 2,4-GHz-Band. Das liegt zum einen daran, dass der Router für die Übertragung von den hier verfügbaren Kanälen 36 bis 64 und 100 bis 140 nur jeden vierten auswählen darf. Ein Nachbar-WLAN kann also nicht auf einem direkt benachbarten Kanal funken. Darüber hinaus erfolgt die Kanalbelegung durch WLAN-Router im 5-GHz-Band in Form von festgelegten Kanalblöcken mit jeweils 80 MHz Bandbreite, nämlich von Kanal 36 bis 48 und 52 bis 64 sowie Kanal 100 bis 112 und 116 bis 128. Auf diese Weise können theoretisch bis zu vier Router mit jeweils 80 MHz Bandbrei - te störungsfrei nebeneinander funken. Zum Vergleich: Bei 2,4 GHz sind es nur drei Router mit jeweils kümmerlichen 20 MHz.

Doch auch im 5-GHz-Band gibt es WLAN- Hindernisse: Denn auf den Kanälen ab 52 aufwärts wird gelegentlich das Wetterradar genutzt. Dieser Dienst besitzt Vorrang vor der WLAN-Übertragung: Der Router muss deshalb immer darauf achten, ob das Wetterradar auf seinem Kanal arbeitet und gegebenenfalls den Übertragungskanal wechseln. Starten Sie das WLAN im Router neu, überprüft das Gerät zunächst einmal, ob ein bevorzugter Benutzer über 5 GHz arbeitet – so lange fallen dann die höheren Frequenzblöcke für das WLAN aus. Manche WLAN-Router unterstützen diesen automatischen Kanalwechsel (DFS Dynamic Frequency Selection) nicht und dürfen deshalb von Haus aus nur im ersten Frequenzblock (Kanal 36 bis 48) senden.

Die meisten für Deutschland zugelassenen WLAN-Router unterstützen DFS oder bieten ein entsprechendes Firmware-Update an. Achten Sie auch hier wieder auf WLAN- Clients, die kein DFS können: Ist das der Fall, kommen Router und Client nicht zusammen, obwohl beide eigentlich über 5 GHz arbeiten können. Denn ein WLAN-Client, der nur die Kanäle 36 bis 48 unterstützt, bekommt keinen Kontakt zu einem Router, der über Kanal 100 sendet.

Noch mehr Tempo liefern Router, die eine Kanalbreite von 160 MHz über die 5-GHz- Frequenz unterstützen. Das ist zum Beispiel bei einer Fritzbox 7590 mit aktueller Firmware der Fall, und diese Funktion ist auch automatisch aktiviert. Ausnützen können Sie dies aber nur, wenn Sie auch einen WLAN- Client im Heimnetz haben, der mit einem so breiten Funkkanal zurechtkommt.