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Extra- Rente auch für Sie?


Rente & Co - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 17.06.2020

Die Grundrente – politisch wurde über diesen neuen Renten-Zuschlag jahrelang gestritten. Doch ab Januar sollen Millionen Rentner mit niedrigen, aber auch mittleren Renten einen deutlichen Zuschlag erhalten: im Schnitt 200 Euro pro Monat! Und die Rente & Co-Beispiele zeigen, dass sich viel mehr Menschen auf die Extra-Rente freuen können.


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Bildquelle: Rente & Co, Ausgabe 3/2020

Das Ergebnis hat Aysel Yollu-Tok selbst überrascht. „Im Schnitt erhält jeder, der Anspruch auf Grundrente hat, 233 Euro mehr Rente“, errechnete die Professorin der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht, „Betroff ene erhielten bisher im Schnitt gerade 697 Euro im ...

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... Monat; und nun 930 Euro – das ist ein wirklich großer Schritt.“

Verständlich, dass Politiker der Großen Koalition mit stolz geschwellter Brust von der „größten sozialpolitischen Reform dieser Legislaturperiode sprechen“ (SPD-Arbeitsminister Hubertus Heil) oder dass „die Leistung von Menschen, die lange und hart gearbeitet haben, honoriert wird“ (CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn); oder dass das „sehr gut für die kleinen Leute ist“ (CSU-Innenminister Horst Seehofer).

„Gutes Ergebnis“

Dabei ist der Begriff „Grundrente“ falsch. Denn das neue Gesetz gewährt ab Januar 2021 nicht einen einheitlichen Grundbetrag, sondern einen individuellen Zuschlag. Und der hat es oft in sich, wie die Beispiele zeigen. Denn sowohl die Höhe des Zuschlags als auch die Berechnung überraschen vielfach positiv.

Anspruch auf den Zuschlag der Grundrente hat,

wer mindestens 33 Pfl ichtbeitragszeiten in der Rentenversicherung hat. Für diese 33 Jahre zählen Jahre der Beschäftigung, aber auch der Kindererziehung oder Pfl ege von Angehörigen;
und zweitens muss man in diesen gewerteten Jahren im Schnitt mindestens 30 %, aber höchstens 80 % des Durchschnittsgehalts verdient haben (übertragen auf 2019 müsste der Verdienst zwischen 972 und 2.593 Euro gelegen haben). Gewertet wird nicht das einzelne Jahr; betrachtet wird die Summe der Entgeltpunkte, die man in allen Jahren erzielt hat.

Das bedeutet, dass z. B. „Nur- Hausfrauen“ mit Mini-Jobs kaum eine Chance auf die Grundrente erhalten. Wer hingegen viele Berufsjahre hat und lange arbeitslos war, dürfte den Zuschlag genauso erhalten, wie viele Frauen, die wegen Haushalt und Kindern oft nur Teilzeit arbeiteten.

Viele profitieren

Denn es gibt eine dritte Hürde: das gesamte monatliche Einkommen. Gewertet wird nicht nur die gesetzliche Rente, sondern auch andere Einkünfte (siehe rechts). Den vollen Zuschlag erhält,

wer als Alleinstehender maximal 1.250 Euro Einkommen hat
bzw. als Paar maximal über 1.950 Euro pro Monat verfügt.

Aber: Wer knapp über diesen Einkommensgrenzen liegt, erhält noch einen Teil des Zuschlags. Denn Einkommen darüber werden nur zu 60 % angerechnet. Wer also als Alleinstehender 1.300 Euro hat, also 50 Euro über der Grenze liegt, dem wird der Zuschlag um 30 Euro (60 %) gekürzt. Erst wenn das Einkommen über 1.600 bzw. 2.300 Euro für Paare liegt, wird der Zuschlag nicht mehr gezahlt.

Und: Verm.gen spielt für den Zuschlag keine Rolle – ein eigenes Haus oder ein Firmen-Anteil hat keinen Einfl uss auf den Zuschlag. Gewertet wird nur, wenn aus dem Verm.gen Einnahmen wie Zinsen oder Mieten entstehen. „All das führt dazu, dass vor allem Frauen den Zuschlag erhalten werden“, sagt Prof. Aysel Yollu- Tok, „deren Renten werden sich um 1∕3 erh.hen.“

Jedes Berufsjahr wird von der Rentenkasse geprüft – und eventuell höher gewertet.


Besonders Frauen in Teilzeit werden die Zuschläge erhalten.


DIESES EINKOMMEN ZÄHLT

Ob ein Renten-Zuschlag gewahrt wird, hangt nicht nur von der Hohe der gesetzlichen Rente (Netto-Betrag) ab. Berucksichtigt werden auch diese Einkunfte:
→ zu versteuerndes Einkommen aus Nebenjob oder Selbststandigkeit
→ Pension
→ Betriebsrente
→ Rente aus privater Vorsorge
→ Miet- und Pachteinkunfte
→ Kapitalertrage (Zinsen, Dividenden), die den Freibetrag von 801 Euro (Alleinstehende) bzw. 1.602 Euro (Ehepaare) ubersteigen. Nicht berucksichtigt werden Renten aus einer gesetzlichen Unfallkasse und Einnahmen aus Ehrenamt oder Mini-Job, aber auch Vermogen, z. B. Immobilien, Grundstucke oder grose Finanz-Vermogen (hier werden jeweils nur Ertrage wie Mieten und Zinsen gewertet).

Großzügige Grenze

Und wie wird der Zuschlag berechnet? „Nach einem komplizierten System“, sagt Rentenberater Peter Kn.ppel aus Halle, „Ausgangspunkt ist die bestehende Rente.“ Dann wird ein durchschnittlicher Entgeltpunkt errechnet. Die Differenz zu 0,8 Entgeltpunkten bildet die Basis des Zuschlags. „Gew.hrt wird dieser Zuschlag aber nur für 35 Rentenjahre“, so Kn.ppel, „und vom Ergebnis werden dann noch 12,5 % abgezogen.“

Beantragt werden muss der Zuschlag übrigens nicht: Die Rentenkasse rechnet jedes Jahr neu aus, ob Anspruch auf den Zuschlag besteht. „Gleichwohl“, so Kn.ppel, „sollte jeder nachprüfen, ob richtig erh.ht wurde beziehungsweise ob nicht auch Anspruch besteht.“

Notwendig für den Zuschlag sind mindestens 33 Renten-Jahre.


Maßgeblich ist das Verhältnis der Entgeltpunkte pro Erwerbsjahr zur Zahl der Berufsjahre insgesamt.



„Gewährt wird der Zuschlag aber nur für 35 Jahre, egal wie viele Jahre man hat
Peter Knöppel, Rentenberater aus Halle (Saale)