Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 13 Min.

F1 2021


PC Games Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 9/2021 vom 18.08.2021

Artikelbild für den Artikel "F1 2021" aus der Ausgabe 9/2021 von PC Games Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: PC Games Magazin, Ausgabe 9/2021

Ob Codemasters tatsächlich eine neue Messlatte im Rennsport-Genre setzen können, klären wir im Test.

Genre: Rennspiel

Entwickler: Codemasters

Hersteller: EA Sports

Termin: 15. Juli 2021

Preis: ca. 60 Euro

USK: ab 0 Jahren

Genau im richtigen Zeitfenster: Dank des spannenden Titelkampfs der zwei Rivalen Lewis Hamilton und Max Verstappen sowie der massiv erfolgreichen Netflix-Sportdoku „Drive to Survive“ floriert die Königsklasse des Motorsports – seit langem war das Interesse an der obersten Liga des Rennsports nicht mehr so hoch. Die Gelegenheit könnte also kaum besser sein für die britische Rennspielschmiede Codemasters, mit der hauseigenen F1-Serie eine neue Messlatte im virtuellen Motorsport zu setzen.

Das letztjährige F1 2020 gilt bereits als eines der besten aktuellen Rennspiele. Mit vielen Neuerungen und jeder Menge Ambition soll F1 2021 den Vorgänger in allen Belangen überholen. Wir klären im ausführlichen Test, ob das nagelneue offizielle Rennspiel der Königsklasse das tatsächlich schaffen ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,99€
NEWS 30 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von PC Games Magazin. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 9/2021 von Wenn Studios echt noch Zeit für Echtzeit haben. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Wenn Studios echt noch Zeit für Echtzeit haben
Titelbild der Ausgabe 9/2021 von Digitale Vollversion: ALLE VIDEOS auf DVD. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Digitale Vollversion: ALLE VIDEOS auf DVD
Titelbild der Ausgabe 9/2021 von DIE REDAKTION. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
DIE REDAKTION
Titelbild der Ausgabe 9/2021 von Company of Heroes 3. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Company of Heroes 3
Titelbild der Ausgabe 9/2021 von Executive Producer & Art Director. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Executive Producer & Art Director
Titelbild der Ausgabe 9/2021 von Elex 2. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Elex 2
Vorheriger Artikel
MOST WANTED
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel The Ascent
aus dieser Ausgabe

... kann oder ob die Power ausgeht.

Racing-Story im Blockbuster-Stil – cineastisch, emotional, gelungen?

Die knallharte und elitäre Welt der Formel 1 gibt, zumindest auf dem Papier, den perfekten Nährboden für hochspannende und filmreife Geschichten, die mit intensiven Rivalitäten, Kindheitsträumen und niederschlagenden Enttäuschungen den Puls in die Höhe treiben –davon hat man in Rennspielen bisher jedoch recht wenig gesehen. Mit F1 2021 möchte Codemasters diesen Umstand aber ein für alle Mal vom Asphalt fegen und beweisen, dass Motorsport ebenso mitreißen kann wie eine tödliche Apokalypse oder actionlastige Abenteuerreisen.

Die große Story-Offensive seitens Codemasters soll F1- und Highspeed-Fans in Form einer etwa fünf- bis sechsstündigen Kampagne verwöhnen. Die Geschichte fokussiert sich dabei auf den achtzehnjährigen Aiden Jackson, der dank einer phänomenalen 2019er Formel-2-Saison mitsamt Titelsieg kurz davorsteht, seinen großen Kindheitstraum zu erfüllen: Endlich in die Königsklasse aufsteigen. Das junge britische Racing-Talent schlägt bereits ordentlich Wellen in der Formel 1 und wird von gleich fünf Teams umworben. Wir dürfen Jackson die bedeutsame Entscheidung zu Beginn der Geschichte abnehmen und zwischen fünf neuen Arbeitgebern wählen: Racing Point, Uralkali Haas, Alfa Romeo, Williams und AlphaTauri. Seinen eigenen Fahrer kann man weiterhin visuell anpassen. Den fährt man dann in den vielen anderen Karrieremodi oder im Multiplayer. Bei Aiden ist das aber natürlich nicht der Fall. Unser Protagonist hat eine feste Persönlichkeit und einen vorgesetzten Look mitsamt einzigartigem Helm-Design.

Braking Point: Handlung und Gameplay-Konzept

In der rücksichtslosen Ellenbogengesellschaft der Formel 1 wird Jackson nach seinem kurzen Höhenflug schnell wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Das enorme Medieninteresse, der Leistungsdruck vom Team und die Konfrontation mit anderen Fahrern sorgen für jede Menge Drama und Zoff. Der sympathische Jungspund gibt sich zwar redlich Mühe, stets mit einem freundlichen und zugänglichen Auftreten zu überzeugen, doch besonders mit seinem Teamkollegen Casper Akkerman kommt es immer wieder zu Raufereien – auf und neben der Strecke. Der abgeklärte Akkerman, ein holländischer Fahrer und schon seit vielen Jahren Teil des F1-Zirkus, ist nämlich nur wenig begeistert davon, dass sein Team auf einen so unerfahrenen Piloten setzt. Als wäre das nicht schon genug, sorgt auch noch der arrogante Shooting-Star Devon Butler, den Fans noch aus F1 2019 kennen, für zusätzlichen Zündstoff.

Die Geschichte von Braking Point entfaltet sich über insgesamt drei Seasons. Die letzte Formel-2-Saison von Jackson im Jahr 2019 fällt dabei jedoch besonders dünn aus und besteht nur aus einem einzigen Rennereignis: Dem Finale auf dem „Yas Marina Circuit“ in Abu Dhabi. Der große Brocken der Handlung fokussiert sich auf die zwei Folgejahre seiner jungen Karriere: Die F1-Saison 2020 und das Hier und Jetzt der Königsklasse, also die Saison 2021. Dabei besteht die Spielerfahrung größtenteils aus speziell entworfenen Rennevents. An mancher Stelle müssen wir in einer vorgegebenen Rundenzeit eine spezielle Grid-Position erreichen und uns durchs unter Hochdruck durchs Fahrerfeld kämpfen. An anderer Stelle werden wir von technischen Problemen geplagt und sollen das Beste aus dem Wagen herausholen. Abwechslung ist also geboten, aber reicht das auch?

Braking Point: Was uns gestört hat

Die Faszination eines Formel-1-Rennens rund um ausgeklügelte Strategien und Boxenstopps wird von Codemasters gut auf den Bildschirm gebracht. Gestört hat uns hingegen, dass sich Braking Point leider einzig auf Rennen beschränkt. Qualifying-oder gar Trainings-Sessions werden höchstens in den vielen Zwischensequenzen erwähnt. Um die beste Startposition kämpfen dürfen wir nicht – sehr schade.

Ebenso enttäuschend ist, dass die Handlung oftmals unsere Leistungen ignoriert. In einer Situation war es beispielsweise die Aufgabe, unseren Mittelfeldwagen aufs Treppchen zu fahren. Uns ist nicht nur das gelungen, wir haben sogar das gesamte Rennen gewonnen. Zwar wurden wir im Nachhinein mit einer Cutscene zur Siegerehrung mitsamt Champagner-Dusche belohnt, im Interview mit der Journalistin Claire wurden wir aber nur auf unsere Podiumsplatzierung angesprochen – vom Sieg war keine Rede. Mal ernsthaft Claire: Hast du überhaupt zugeguckt?!

Im gleichen Atemzug fanden wir es störend, dass es lediglich drei Schwierigkeitsstufen gibt. Wir können wählen zwischen einer normalen, einer herausfordernden und einer schweren Spielerfahrung. Während wir im Modus „Schwer“ ab und an deutlich zu kämpfen hatten, fielen uns die Events auf der herausfordernden Spielstufe deutlich zu leicht aus. Wir empfehlen also allen, sich nicht sofort in den Spielmodus zu stürzen und lieber etwas zu üben, um den richtigen Schwierigkeitsgrad zu finden. Spielt man nämlich auf einer zu leichten Stufe, so mindert das unnötig den Spielspaß.

Braking Point: Fazit

Wie sich die Handlung rund um Aiden Jackson weiterentwickelt, welche Rolle Devon Butler spielt und was genau Caspers Problem ist, halten wir bewusst unter Verschluss. Die emotionale Racing-Geschichte von Codemasters kann sicher nicht mit vollwertigen Story-Games der Triple-A-Liga mithalten. Wir hatten dennoch viel Spaß und würden die Story jedem Rennsport-Fan wärmstens empfehlen. Darüber hinaus gibt es interessante Wendungen, besonders in der Saison 2021, welche die Motivation nach oben treiben und mit einem positiven und befriedigenden Gefühl aus dem emotionalen F1-Alltag entlassen.

Auch die filmreifen Zwischensequenzen zeigen ein positives Bild und präsentieren sich weitaus besser, als das noch in F1 2019 der Fall war. Gravierenden Einfluss können wir übrigens nicht nehmen auf den cineastischen F1-Einstieg von Jackson, Entscheidungen oder alternative Enden gibt es nicht. Zwischen den Rennen gibt es die Möglichkeit, auf unserem Tablet diverse Social-Media-Tweets rund um die jüngsten Ereignisse des Sports zu lesen. Da finden sich auch mal große Namen wie Ex-Fahrer David Coulthard oder F1-Journalist Will Buxton, die ihren Senf zum Saisonverlauf abgeben. Darüber hinaus gibt es auf einem Fernsehbildschirm interessante Entwicklungen rund um die Formel 1 zum Nachlesen.

So werden unter anderem die Umbenennung des Teams Racing Point zur Traditionsmarke Aston Martin thematisiert, aber auch der pikante Abgang seitens Vettel von der Scuderia Ferrari oder das große Comeback des zweifachen Weltmeisters Fernando Alonso – besonders für all jene spannend, die sich nicht allzu gut mit dem Sport auskennen. Die Vertonung fällt dabei durchwachsen aus. In der Original-Version gibt es wenig zu meckern, die deutsche Synchro präsentiert sich aber oftmals sehr amateurhaft. Ob es die Stimmen der vielen Charaktere sind oder die TV-Kommentatoren Heiko Wasser (Ex-RTL-Moderator) und Stefan Römer … mit Ruhm bekleckert sich da wirklich keiner. Nichts Neues, dennoch schade.

Abschließend könnte man noch zu dem Schluss kommen, die vielen Persönlichkeiten, die in Braking Point vertreten sind, sind zu sehr Stereotypen und nicht dreidimensional genug. Das fanden wir jedoch nicht allzu störend, da Codemasters hier deutlich auf den Generationswechsel der Königsklasse anspielt. Jackson ist offensichtlich als ein Sinnbild der jungen mediengeschulten Fahrergeneration zu verstehen, die seit vielen Jahren die Königsklasse dominiert. Akkerman hingegen gilt als ein Symbol für Fahrer der alten Schule, die noch ein gutes Stück mehr Persönlichkeit und Härte an den Tag legen –Kimi Räikkönen, Michael Schumacher & Co. lassen grüßen. Braking Point ist aber natürlich längst nicht alles. F1 2021 bietet jede Menge tolle Spielmodi und somit einen enormen Umfang, der über viele Stunden ans Lenkrad fesselt.

Endlich: Zwei-Spieler-Karriere!

Von Fans schon lange gewünscht, nun wird es mit F1 2021 endlich Realität: Dank der Zwei-Spieler-Karriere kann man fortan mit Freunden und Familie gemeinsam in die virtuelle Königsklasse eintauchen. Dabei gibt es die Option, entweder Gegeneinander in unterschiedlichen Teams um die begehrte Weltmeistertrophäe zu kämpfen, aber auch als Teamkollegen. Wer sich jetzt Sorgen macht, man müsse mit einigen Abstrichen rechnen, den können wir beruhigen – zumindest größtenteils. Die Zwei-Spieler-Karriere bietet uns alle Features der F1-Serie. Ein dynamischer Fahrermarkt, komplexe Auto-Entwicklung, die in diesem Jahr angenehm umstrukturiert wurde, und vieles mehr sorgen für eine intensive F1-Erfahrung, die der realen Königsklasse sehr nahekommt.

Gestört hat uns, dass sich die gemeinsame Karriere etwas sperrig spielt. Beispielsweise lassen sich manche Cutscenes nicht überspringen. Die besonders bei Neulingen beliebte Rückspulfunktion wird komplett aus dem Modus gestrichen. Das führt schnell mal dazu, dass eine Session für einen Beteiligten weitaus früher endet, als das einem lieb ist. Abschließend ist noch wichtig zu erwähnen, dass man jederzeit seinen Partner mit einem anderen Spieler austauschen kann – Terminprobleme der Mitspieler sind also leicht zu überwinden.

Teamchef oder Fahrer? Jede Menge Karriereoptionen

Man kann die gesamte F1-Karriere natürlich auch weiterhin alleine spielen. Dabei gibt es, wie schon in F1 2020, die Möglichkeit sich auf eine normale Fahrerkarriere zu beschränken, oder den „Mein Team“-Modus zu spielen. Darin wachsen wir über die Rolle des Fahrers hinaus und übernehmen zusätzlich die Position des Teamchefs. Wir erstellen unser ganz eigenes F1-Team, designen unser Auto, wählen einen Motorenpartner, Sponsoren und einen zweiten Fahrer. Das erste Cockpit übernehmen wir natürlich selbst. Unseren Partner wählen wir übrigens aus dem kompletten F1-und F2-Kader der Formel 1. Wer sich für die Deluxe Edition entscheidet, der bekommt zusätzlich sechs F1-Legenden der Vergangenheit. Unter anderem sind Michael Schumacher, Ayrton Senna und Alain Prost mit von der Partie.

Bei den Anpassungsmöglichkeiten gibt es, wie schon auch in der Vergangenheit, recht wenig Möglichkeiten, sich visuell auszutoben. Wir können zwar diverse Designs für unseren Wagen wählen und diese mit unterschiedlichen Farben anpassen, die vorgefertigten Designs beispielsweise zu verschieben ist aber nicht möglich. Wer häufig spielt, wird aber mit Punkten im „Podiums Pass“ belohnt. Darin gibt es tägliche und wöchentliche Herausforderungen und Belohnungen, mit denen wir neue Designs freischalten. Haben wir unser Team erstellt, so ist es fortan unsere Aufgabe, mit cleveren Investitionen, gutem Management und starken Ergebnissen auf der Strecke die offizielle Rangordnung der Formel 1 gehörig aufzumischen.

Der Team-Modus wurde zwar in kleinen Bereichen verbessert und angepasst, im Großen und Ganzen gibt das aber die gleiche Erfahrung wie in F1 2020. Die wichtigste Neuerung sind sogenannte „Abteilungsereignisse“, in denen wir als Manager bedeutende Entscheidungen treffen müssen. In einer speziellen Situation wurden wir beispielsweise von unserer Marketingabteilung darauf aufmerksam gemacht, dass der heimliche F1- Fan und Actionstar Clay Donovan für Dreharbeiten in der Gegend ist. Wir könnten den Schauspieler zu einer Werksbesichtigung einladen. Das würde uns zwar 100.000 US-Dollar kosten, würde unsere Team-Anerkennung aber deutlich in die Höhe treiben. Die Abteilungsereignisse haben natürlich keinen gravierenden Einfluss auf unsere Meisterschaft, bieten aber eine nette Abwechslung und er- höhen das Gefühl, tatsächlich ein großes F1-Team zu leiten.

Komplettiert wird das Sortiment durch typische Spielmodi wie Zeitfahren, Einzelrennen und Splitscreen. An der Multiplayer-Front können sich Fans auf simple Freundschaftsspiele, Ranglistenspiele, wöchentliche Events und Ligen, die sich auch selbst erstellen lassen. Neue Strecken gibt es zwar aktuell noch nicht, doch laut Codemasters folgen nach dem Launch noch die drei Kurse Imola, Jeddah und Portimao – kostenfrei natürlich. Doch wie präsentiert sich F1 2021 auf der Strecke? Gibt es große Änderungen beim Fahrverhalten?

Fahrgefühl, Reifenverschleiß und Schadensmodell

Gleich zu Beginn: Wir können natürlich das Fahrverhalten der virtuellen Rennwägen nicht mit einem echten F1-Boliden vergleichen. Dennoch ergibt sich der Eindruck, dass sich das Fahrverhalten nochmal ein gutes Stück verbessert hat. Egal ob wir über nassen oder trockenen Asphalt rasen, das Gefühl, ein 1.000-PS-Monstrum zu steuern, hat sich selten spaßiger angefühlt als in F1 2021. Zusätzlich sind die Rennwägen weitaus gutmütiger. Es ist beispielsweise leichter geworden, ein ausbrechendes Heck abzufangen. Insgesamt ist es ein leichteres Unterfangen, Fehler ohne Rückspulfunktion zumindest zu einem gewissen Grad auszubügeln.

Durch die neuen F1-Regeln gibt es kein fettes Spritgemisch mehr, wodurch wir mehr gezwungen sind, in einem Rennverlauf auf unseren Benzinverbrauch zu achten. Der Reifenverschleiß ist hingegen komplexer einzuordnen. Die Reifen beim Qualifying im richtigen Fenster zu halten, ist schwieriger, als das noch im Vorjahr der Fall war. In F1 2020 war es auf den meisten Strecken recht einfach möglich, mit denselben Reifen gleich zwei starke Anläufe zu versuchen, das ist nun deutlich schwieriger – gut so, in der echten Formel 1 ist das nämlich sehr unrealistisch. Im Rennen zeichnet sich ein anderes Bild: Tatsächliche Reifenprobleme gibt es selten, selbst Fahrer, die einen sehr gummifressenden Fahrstil haben kommen deutlich leichter durch eine Rennsession.

Eine freudige Nachricht für einige Fans: Das Schadensmodell wurde tatsächlich erweitert und es gibt einige neue Fahrzeugteile, die von unserem Boliden abbrechen können. Unterbodenschäden durch starkes Nutzen der Randsteine gibt es auch endlich! Beim Frontflügel gibt es lediglich drei Stufen: Leicht beschädigt, stark beschädigt oder komplett weg. Ebenso ist das Physikverhalten bei einem Unfall weiterhin ein gutes Stück entfernt von Realismus. Bei der KI ist jedoch noch viel Luft nach oben. Die gesetzten Bremspunkte sind, egal auf welcher Schwierigkeit, manchmal etwas unrealistisch und beim Überholen tun sich die eigentlich sehr talentierten Fahrer oftmals schwerer, als man das vermuten würde. Alles in allem macht F1 2021 aber eine wirklich gute Figur auf der Strecke und überzeugt mit jeder Menge Spielspaß und vielen strategischen Faktoren, die einen Rennverlauf angenehm beeinflussen.

Viele Optionen und Anpassungen für jeden Spielertyp

Es gibt bekanntlich etliche Möglichkeiten, das Fahrverhalten an die eigenen Ansprüche anzupassen. Neulinge können zum Beispiel mit einem Lenk-oder Bremsassistenten fahren. F1-Veteranen oder Simulations-Fans können hingegen die Boxenstopp-und Starthilfe komplett ausschalten und sich ohne Fahrhilfen ein anspruchsvolles und einigermaßen realistisches Rennspiel zusammenbasteln. Den Rennverlauf können wir ebenso anpassen: Soll das Safety-Car öfter als regulär zum Einsatz kommen? Wie streng soll das Schneiden von Kurven bestraft werden? Wie realistisch sollen Treibstoff-und Reifenverbrauch ausfallen? Wir haben die Wahl und können uns so langsam an ein immer echteres F1-Gefühl heranrobben.

Eine weitere neue Option ist, dass wir fortan die Möglichkeit haben, auf die Trainings-Sessions zu verzichten, ohne wichtige Ressourcenpunkte am Straßenrand liegen zu lassen. Mit den „Schnellen Trainings“ können wir die Session simulieren und durch vorgegebene Erfolgsquoten dennoch wichtige Programme abarbeiten, die uns dabei helfen, unser Auto über die Saison sinnvoll weiterzuentwickeln. Wer oftmals nur wenig zum Spielen kommt, der kann sich, ebenso wie in F1 2020, wieder darüber freuen, innerhalb einer laufenden Session zu speichern. So kann man ein volles F1-Rennen in der Mitte abspeichern und an einem anderen Tag wieder vom selben Punkt starten. Ärgerlich ist, dass man die Einstellungen aus F1 2020 nicht übernehmen kann. Besonders nervig für Sim-Fans, die mit einem voreingestellten Setup fahren.

Technik-Details zu F1 2021

Für unseren Test haben wir größtenteils auf der Xbox Series X gespielt. Wir haben für euch aber natürlich auch die vielen anderen Plattformen genauer unter die Lupe genommen. Auf der Series X sowie der PS5 überzeugt F1 2021 mit enorm schnellen Ladezeiten. Starten wir innerhalb der Box eine fliegende Runde, so warten wir höchstens drei bis vier Sekunden. Grafisch macht der Racer eine sehr gute Figur und gibt keinerlei Grund zu meckern.

Abstürze gab es ebenso keine zu verbuchen, egal ob auf der Xbox One, der Xbox Series X, der PS5 oder am PC. Ein Vorteil der PS5 und Series X sind zwei verschiedene Leistungsmodi, aus denen wir wählen können: Der Modus Grafik bietet 4K und 60 FPS. Der Performance-Modus hingegen 1440p und 120 FPS. Wer eine Playstation 5 zuhause hat, der kann sich außerdem über die adaptiven Trigger des DualSense-Controllers freuen.

Die haben zwar in F1 2021 keine spezielle Einbindung bekommen. Dafür überzeugen sie aber, wie auch bei anderen Rennspielen, mit einem tollen Feedback. Besonders beim Bremsen spürt man einen tollen Widerstand im Controller.

Am technisch eindrucksvollsten sieht F1 schlussendlich aber natürlich auf einem leistungsstarken PC aus und unterstützt dort auch die meisten Steuerungsmodi, die auch allesamt gut funktionieren.

Fazit: Viel Umfang, starke Updates und bekannte Macken

Kommen wir zur großen Frage: Wo ordnet sich F1 2021 denn nun ein? Codemasters setzte mit dem eigenen Vorgänger die Messlatte für „Hybrid-Rennspiele“, die sich irgendwo zwischen Arcade und Simulation positionieren, bereits ziemlich hoch. In vielen Belangen könnte man meinen, der 2021-Ableger ruht sich auf dem starken Fundament aus. Doch durch den gelungenen Story-Modus rund um Aiden Jackson, die heißersehnte Zwei-Spieler-Karriere und jede Menge Updates und Neuerungen in beinahe allen Bereichen hat sich Codemasters weitaus mehr ins Zeug gelegt, als man das zu Anfang vermutet hätte.

Klar, nicht alles ist perfekt. Die KI könnte noch ein realistischeres Verhalten an den Tag legen. Außerdem fällt das Schadensmodell, trotz Überarbeitung, nach wie vor zu schwach aus. Am Ende des Tages stellt F1 2021 aber ein fantastisches Rennspiel dar, das mit einem enormen Umfang und viel Spielspaß überzeugt. Wer Spaß hatte mit F1 2020, generell ein Fan von Motorsport ist oder darüber nachdenkt, dem F1-Sport nach der eingangs erwähnten Doku Drive to Survive mal eine Chance zu geben, der bekommt mit F1 2021 die perfekte Gelegenheit, sich in der virtuellen Königsklasse des Motorsports für unzählige Stunden zu verlieren.

MEINE MEINUNG

Maci Naeem Cheema

„Der perfekte Einstieg in die spek- takuläre Welt der Königsklasse.“

Ich spiele die F1-Serie von Codemasters seit dem allerersten Konsolenteil, also F1 2010. Dabei gab es einige Highlights zu verbuchen: Die Einführung der Classic-Fahrzeuge in F1 2021 zum Beispiel.Den 1986er Lotus 98T über Brands Hatch zu jagen war einfach eine ganz besondere (virtuelle) Racing-Erfahrung für mich. Es gibt zwar durchaus Kritik in Bezug auf den Story-Modus Braking Point, die Geschichte rund um Aiden und seinen Einstieg in die Formel 1 gehört aber ebenso für mich zu den großen F1-Codemasters-Momenten. Abgesehen davon gibt es zig Dinge zu tun: Das eigene F1-Team an die Konstrukteurs-Spitze fahren, mit Freunden die Zwei-Spieler-Karriere auskosten und Lieblingsfahrer Kimi Räikkönen einen wohlverdienten F1-Abschied mitsamt zweitem Titelsieg spendieren ... hach, ich bin mir sicher: F1 2021 wird ein ordentlicher Zeitfresser.

PRO UND CONTRA

+ Eine gelungene F1-Erfahrung, die toll die Faszination der Königsklasse einfängt

+ Zig Möglichkeiten, eine F1-Karriere zu spielen und ein enormer Spielumfang

+ Überarbeitetes und verbessertes Auto-Entwicklungssystem

+ Eine Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten für jeden Spielertyp

+ Intensiveres und spaßigeres Fahrgefühl als noch im Vorgänger

+ Einwandfreier technischer Zustand

- Story-Modus ohne Qualifyings oder Trainings

- Deutsche Vertonung sehr unbefriedigend

- Reifenverschleiß leider oftmals zu irrelevant

WERTUNG 9