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F1 22


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Games Aktuell - epaper ⋅ Ausgabe 9/2022 vom 17.08.2022

Erhältlich auf:

PC | PS5 | PS4 |

XBX | XBO

Getestet auf:

PC | PS5 | XBX

Genre:

Rennspiel

Entwickler:

Codemasters

Hersteller:

Electronic Arts

Sprache:

Deutsch

Text:

Deutsch

USK:

Ab 0

Termin: 01. Juli 2022

Preis: ca. 60 Euro

Wer hätte gedacht, dass die totgesagte Formel 1 innerhalb kürzester Zeit einen neuen Boom auslöst? Vermutlich eher die Wenigsten. Die Gründe dafür sind vielfältig: Da haben wir unter anderem die Netflix-Doku Drive to Survive, die selbst Rennsport-Muffel regelmäßig vor die Bildschirme fesselt, einen packenden Titel-Fight zwischen dem siebenmaligen Weltmeister Lewis Hamilton und dem aufstrebenden Star Max Verstappen im letzten Jahr, etliche talentierte, junge Fahrer wie Lando Norris und Mick Schumacher, sowie die Marke Ferrari, die in dieser Saison endlich wieder um Siege mitfährt.

Artikelbild für den Artikel "F1 22" aus der Ausgabe 9/2022 von Games Aktuell. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Games Aktuell, Ausgabe 9/2022

Die echte Formel 1 ist so spannend wie schon lange nicht mehr.Die Regeländerungen sorgen im Vergleich zum Vorjahr für engeres Racing und packende Duelle.

Auch für die Fans des virtuellen Racing gibt’s gute Nachrichten, denn neben dem offiziellen Formel-1-Spiel kommt ...

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... später im Jahr noch der F1 Manager 2022 von Entwickler Frontier auf den Markt. Für viele Zocker wird die Management-Simulation vielleicht sogar zur ersten Wahl werden. Mit F1 22 gerät die Rennspiel-Reihe von Codemasters und Electronic Arts nämlich gewaltig ins Wanken. Die Probleme sind dabei sogar recht vielschichtig: Von neuen unnützen Features über eine zu aggressive KI bis hin zu groben Gameplay-Problemen.

MEIN HAUS, MEIN GELD, MEIN STYLE

Im letzten Jahr feierte noch ein Story-Modus namens Braking Point Premiere im F1-Spiel. Die Geschich-te rund um Jungspund Aiden Jackson und Altmeister Casper Akkerman revolutionierte das Genre zwar nicht, hatte einige Logikfehler und bisweilen auch Dialoge zum Fremdschämen, aber insgesamt war es eine Neuerung, die Spaß machte.

Codemasters gab schon im März bekannt, dass die Story in diesem Jahr eine Pause einlegt. Dafür gibt’s nun F1 Life. Eine Art Spieler-Hub, in der wir unsere Trophäen, Klamotten und Möbel ausstellen dürfen.

Die schalten wir entweder im Spiel durch bestimmte Leistungen oder im Podium Pass frei, Mikrotransaktionen natürlich mit inbegriffen.

So können wir unser Zuhause stilistisch anpassen, unseren Kleidungsstil ändern und laut Gerüchten sogar Uhren und Brillen sammeln. Nachdem der Podium

Pass jedoch erst zum Release freigeschaltet wird, wissen wir bei Redaktionsschluss noch nicht zuverlässig, wie viel Bling-Bling wirklich darin steckt. Wie viel Mehrwert das Ganze hat, können wir dagegen verraten. Nämlich gar keinen! Freunde können über den Spieler-Hub unser Heim zwar besuchen, doch das war’s dann auch schon. Es ist zwar eine nette Idee, den mitunter etwas protzigen Lifestyle der Formel 1 irgendwie in das Spiel einzubauen, doch da gäbe es andere, deutlich passendere Möglichkeiten.

Unter anderem würden persönlichere Fragen in den Interviews oder Pressekonferenzen viel mehr Sinn ergeben. Stattdessen tischt uns Codemasters im Karrieremodus aber die identischen nichtssagenden Antwortmöglichkeiten wie in den letzten Jahren auf.

HEISSE SCHLITTEN MIT DACH ÜBERM KOPF

Zusätzlich gibt’s noch Supercars obendrauf. Zur Ankündigung war die Verwirrung bei Fans der Reihe groß, ob es sich dabei um die gleichnamige australische Tourenwagenserie oder einfach nur schicke Flitzer handelt. Mittlerweile steht fest, dass wir uns die noblen Straßenkarossen einiger Formel-1-Teams in unsere Bude stellen und in einigen Herausforderungen selbst ans Steuer dieser Supersportwagen dürfen.

Inklusive der beiden offiziellen Safety-Cars stehen uns nach der Freischaltung durch simples Rundendrehen insgesamt zehn dieser Fahrzeuge zur Verfügung. Darunter sind zwar so bekannte Karren wie der Mercedes-AMG GT Black Series, der McLaren 720S und der Ferrari Roma, doch mit lediglich vier Marken lässt die Auswahl zum Release doch zu wünschen übrig.

EA und Codemasters können den Fuhrpark im Verlauf der nächsten Monate natürlich noch vergrößern, allerdings hängt auch über diesem neuen Feature das Damoklesschwert der Mikrotransaktionen.

Die Straßenwagen haben zwar ordentlich PS unter der Motorhaube, verhalten sich auf dem Asphalt aufgrund der geringfügigeren Aerodynamik deutlich anders als die F1-Boliden. Neben dem normalen Zeitfahren greifen wir mit den Supercars beim Pirelli-Hotlaps-Modus zum Lenkrad.

In bestimmten Herausforderungen müssen wir etwa eine bestimmte Durchschnittsgeschwindigkeit in Kurvenpassagen erreichen, Checkpoints innerhalb eines Zeitlimits durchfahren oder im 1-gegen-1-Duell einen Kontrahenten innerhalb von drei Läufen besiegen. Wie in den Lizenztests der Gran-Turismo-Reihe erhalten wir nach dem Abschluss je nach Leistung eine Gold-, Silberoder Bronzemedaille. Das Fahrver-halten der Flitzer macht durchaus Laune, wirkt stellenweise aber sehr schwammig. Andere Racing-Spiele haben in Sachen Handling deutlich die Nase vorn. Wie schon bei F1 Life stellen wir uns auch bei den Supercars die Frage nach dem Mehrwert.

Mussten für diese Features, die vermutlich der kleinste Teil der Fans regelmäßig anspielt, der Storymodus sowie sinnvollere Neuerungen weichen? Das ist äußerst schade!

DIE STARS DER SZENE

Besser wäre es da gewesen, wenn EA und Codemasters eine weitere Nachwuchsserie in F1 22 integriert hätten. Schließlich fährt mit der Formel 3 eine Klasse für aufstrebende Piloten im Rahmenprogramm der Formel 1. Zusammen mit der Formel 2, die weiterhin im Spiel enthalten ist, könnten wir uns, wie in FIFA, einen Weg durch die anderen Meisterschaften bahnen, bis wir schließlich in der Königsklasse des Motorsports ankommen.

Das komplette Lizenzpaket der F2 und der F1 ist nach wie vor enthalten. Wie bereits in den vergangenen Jahren kommt das Update für das aktualisierte Line-up der Formel 2 allerdings erst in den nächsten Wochen.

In der Königsklasse sind die Fahrerwechsel schon im Spiel integriert. Das bedeutet, George Russell sitzt bereits im Mercedes und der Chinese Zhou Guanyu debütiert im Alfa Romeo. Die deutschen Piloten Sebastian Vettel und Mick Schumacher drehen natürlich ebenfallsihre Runden. Bei den Strecken gibt’s in Form des Miami Grand Prix Zuwachs. Neben dem Circuit of the Americas ist die Strecke in Florida nun der zweite Kurs in den USA und ein weiterer Stadtkurs im insgesamt 22 Rennen umfassenden Kalender.

Auf historische Pisten warten wir auch in F1 22 wieder vergeblich.

Zumindest die veränderten Streckenführungen in Australien, Spanien und Abu Dhabi stehen zur Verfügung. Die optischen Kursanpassungen in Belgien und Österreich haben es dagegen nicht in das Spiel geschafft.

Einzug halten die 2021 eingeführten Sprintrennen. An vier Wochenenden kämpfen die Piloten in einem verkürzten Rennen um die eigentliche Pole-Position. In F1 22 können wir diese Sprints auf allen Strecken auswählen. Wer es authentischer mag, der kann die Saison natürlich auch nur mit den vier Sprintrennen in Angriff nehmen.

Sehr schade ist es allerdings, dass wir uns am Start nur zwischen der mittleren und der harten Reifenmischung entscheiden können.

Gerade das Risiko, auf dem weichen Reifen zu starten, bringt in der echten Formel 1 im Sprint noch mal ordentlich Würze ins Geschehen.

NEUE REGELN, GROSSE PROBLEME

Wie bereits angesprochen, wurde die Aerodynamik der F1-Boliden über den Winter mit diversen Regeländerungen angepasst, um dafür zu sorgen, dass die Fahrzeuge ei-nander besser folgen können. Weniger sogenannte „Dirty Air“ sorgt für packende Racing-Action. Dieses Reglement setzen nun auch die Entwickler im aktuellen Titel um.

Größtenteils funktioniert das einwandfrei. Vor allem das Handling in schnellen Kurven hat sich deutlich verbessert. In früheren Teilen war das Heck der Autos in Highspeed-Ecken teilweise plötzlich ausgebrochen, was häufig in Unfällen endete. Mittlerweile neigen die Boliden jedoch eher zum Untersteuern.

Auch die echten Fahrer berichten immer wieder über das Schieben der Fahrzeuge über die Vorderachse. Der Porpoising-Effekt, bei dem die Autos bei hohen Geschwindigkeiten kurz Anpressdruck verlieren und aus diesem Grund plötzlichanfangen, auf der Vorderachse zu hüpfen, hat es dagegen nicht ins Spiel geschafft. Vermutlich hätte Codemasters dafür das komplette Physik-System innerhalb kürzester Zeit überarbeiten müssen.

Viel schlimmer sind dagegen riesige Balancing-Probleme, vor allem auf mittleren bis hohen Schwierigkeitsstufen. Die Boliden brechen beim Beschleunigen aus langsamen Kurven stellenweise derart plötzlich aus, dass wir uns häufig entgegen der Fahrtrichtung wiedergefunden haben. Ex-Pilot und Fan-Liebling Pastor Maldonado wäre stolz auf uns.

Mit dem Gamepad sind die Trigger-Tasten auf abgeschalteter und mittlerer Traktionskontrolle-Einstellung so sensibel, dass wir nur sehr vorsichtig beschleunigen dürfen. Mit Pedalen und Lenkrad lassen sich diese Probleme zwar verringern, doch da die F1-Reihe auch viele Gelegenheitsspieler, Neulinge und Fans der Vorgänger anlockt, könnte sich schnell Frust aufbauen.

Zu allem Überfluss regelt die Traktionskontrolle auf „Komplett“ den Speed beim Anfahren so herunter, dass uns die KI am Start oder aus Kurven um die Ohren fährt. Noch schlimmer ergeht es uns bei Regenrennen, da dort die Chance durchdrehender Reifen natürlich noch größer ist.

Am Balancing muss die britische Spieleschmiede also definitiv noch nachträglich arbeiten, denn für viele Spielerinnen und Spieler dürfte die aktuelle Version mit diesen Nachteilen beinahe unspielbar sein.

ZWISCHEN GENIE UND WAHNSINN

Sobald wir unsere perfekten Einstellungen getroffen haben, macht die Action auf der Piste dennoch Spaß. Im Rad-an-Rad-Duell liefern wir uns packendes Racing mit der KI. Im Gegensatz zu vielen anderen Rennspielen verteidigen die virtuellen Piloten vor einer Kurve die Ideallinie, versuchen sich an späten Bremspunkten für ein Überholmanöver und begehen manchmal in Bedrängnis Fehler.

Für solche Fälle ist die bekannte Rückspul-Funktion dann doch praktisch. Dabei preist Codemasters die neue adaptive KI groß an, doch bis jetzt wirken die virtuellen Fahrer nicht gerade intelligenter als in den Jahren zuvor.

Ein wenig verbessert kommt dagegen das Schadensmodell daher. Zwar ist es immer noch unmöglich, bestimmte Teile wie den Heckspoiler komplett zu zerstören, doch Risse am Unterboden und den Seitenkästen wirken sich nun vermehrt aus. Auch Reifenschäden sehen realistischer aus als noch in den Vorgängern.

MEHR F1-FEELING

Das Interface auf dem Bildschirm hat sich nur geringfügig verändert, geht aber noch weiter in Richtung echter Übertragung. Dazu passen auch die Features, die wir nun beim Boxenstopp, einer Safety-Car-Phase und während der Einführungsrunde festlegen können. Anstattbei diesen Ereignissen selbst am Lenkrad zu hängen, lässt sich einstellen, dass die KI ab einem bestimmten Zeitpunkt das Fahrzeug übernimmt und wir das Geschehen aus der Übertragungsperspektive miterleben. Rein optional, versteht sich. Wer die letzten Zehntel beim Boxenstopp herausholen möchte, der kann auf Tastendruck jetzt sogar selbst zur Pitcrew abbiegen. Den restlichen Weg von Boxeneinfahrt bis Boxenausfahrt übernimmt wie immer die KI. Für noch mehr Immersion wünschen sich Fans seit Langem, die Autos auch dort kontrollieren zu dürfen, doch das bleibt uns auch in F1 22 vorenthalten.

Dafür gibt es zum ersten Mal einen VR-Modus. Aus Zeitmangel konnten wir jedoch noch nicht in die Virtual-Reality-Action auf der Strecke eintauchen. In den nächsten Tagen werden wir unsere Runden auch in VR drehen und unseren Test online dementsprechend updaten.

Den MyTeam-Modus haben wir da-Vor allem am Start oder in Gruppen mit mehr als drei Fahrzeugen fahren unsere Gegner allerdings nach wie vor zu aggressiv und stichen in Lücken, die nicht existieren.

Dadurch haben uns die Crash-Piloten nicht nur einmal aus dem Rengegen schon ausgiebig getestet, viel verändert hat sich dort allerdings nicht. Zu Beginn legen wir nun fest, ob wir ein Newcomer-Team an die Spitze führen wollen, im Mittelfeld zu Hause sind oder unser Rennstall bereits um Siege und die Weltmeisterschaft mitfährt.

Nicht nur die Performance des Teams verändert sich durch die Auswahl, sondern auch das zur Verfügung stehende Budget. Identisch zu den Vorgängern verbessern wir in den Menüs zwischen den Rennen unsere Einrichtungen und unser Fahrzeug. Chassis, Aerodynamik, Motor und Strapazierfähigkeit sind erneut die vier Abteilungen, in die wir für ein schnelleres Auto investieren müssen. Im Zweispieler-Karrieremodus können wir entweder als Teamkollegen unser Team zu Bestleistungen pushen oder in unterschiedlichen Rennställen an den Start gehen und gegeneinander um Siege, Podien und Punkte kämpfen. Unterschiede zur Solokarriere gibt’s nicht wirklich. Bis auf die optionalen Pirelli-Hotlaps, die zwischen den Events eingestreut werden und bei denen wir zusätzliche Einnahmen erfahren können, bleibt der Modus im dritten Jahr in Folge beinahe unverändert. Zwar ist die Karriere immer noch interessant und fordernd, doch kleinere Anpassungen würden nicht schaden.

Schließlich wiederholen sich die meisten Sprüche und Sequenzen nun auch schon zum dritten Mal.

ABGERUTSCHT INS MITTELMASS

Ein paar neue Szenen bekommt F1 22 dann aber doch spendiert.

Nachdem wir ein Rennen gewonnen haben, jubelt unser Fahrer

im Parc-Ferme jetzt mit seinem Team und läuft im Anschluss einen schicken, videoanimierten Gang in Richtung Siegerpodium entlang.

Auch vor Training, Qualifying und Rennen gibt’s einige neue Kamera-Shots. Insgesamt macht die Grafik einen kleinen Schritt nach vorn. Gerade Spiegelungen schauen besser aus als noch in F1 2021.

Doch eine Revolution findet auch im zweiten Jahr der neuen Konsolengeneration nicht statt. Im Gegensatz zur Rennspiel-Konkurrenz Gran Turismo 7 oder Forza Horizon 5 hat F1 22 deutlich das Nachsehen.

Während wir auf der Xbox Series S zudem unschönes Kantenflimmern beobachten konnten, schmierte unsere Playstation 5 ganze dreimal während unseres Tests ab. Obwohl das kein Weltuntergang ist, kann diese Tatsache schon ordentlich nerven, da wir in einem Fall ein komplettes Rennen nachholen mussten. Die PC-Version lief da noch am stabilsten. Grobe Probleme scheint das Spiel außerdem bei Regenschauern zu bekommen. Mehrmals ploppten mitten im Rennen weiße Balken auf dem Bildschirm auf, durch die die Übersicht und daher auch das Fahren deutlich beeinträchtigt wurde.

MUSIK FÜR DIE OHREN

Der Sound klingt dagegen diesmal besser als in den Vorgängern. Das Dröhnen der Hybrid-Antriebe hört sich realistischer an als noch in

F1 2021. Zudem gibt’s zum ersten Mal in einem F1-Spiel von Codemasters einen offiziellen Soundtrack. In den Menüs trällern daher Künstler wie Charli XCX, Kavinsky und Diplo ihre Songs zum Besten.

Wer mehr auf den klassischen Elektro-Mix steht, kann die offizielle Playlist in den Einstellungen einfach abschalten.

Neu dazugekommen ist auch der deutsche Kommentator. Sascha Roos, der auf dem F1-Sender von Sky zusammen mit Ralf Schumacher und Timo Glock die realen Rennen kommentiert, löst hier Heiko Wasser ab. Stefan Römer bleibt uns als Co-Kommentator weiterhin erhalten.

Ebenfalls ausgewechselt wurde die Stimme unseres Strategen, mit dem wir stets über Funk verbunden sind. An den schlechten taktischen Entscheidungen ändert das allerdings nichts. Unser Team versucht uns nach wie vor, zu unsinnigen Zeitpunkten zum Boxenstopp zu überreden und gibt uns auch weiterhin Renninformationen, die komplett belanglos sind.

Im kommenden F1-Managerspiel hat sich Entwickler Frontier sogar Funksprüche der echten Fahrer geschnappt und verwendet diese in den Rennen. Das sorgt für deutlich mehr Immersion und hätte definitiv auch dem neuen Titel von Codemasters gutgetan.

Alles in allem ist F1 22 ein Rückschritt zum gelungenen Vorgänger. Wie sich F1 Life in der Zukunft entwickelt, bleibt abzuwarten. Am Handling sollte Codemasters dagegen recht schnell ordentlich Feinschliff ansetzen.

Immerhin der Umfang stimmt nach wie vor, mit einer ordentlichen Racing-Portion offline und online. F1 22 erschien am 01. Juli für PC, PS5, PS4, XBX, und XBO.

Vorbesteller durften bereits ab dem 28. Juni hinters Steuer.

MEINUNG

Michael Grünwald

Durch den aktuellen Boom der Formel 1 und die Regeländerungen zur aktuellen Saison habe ich mir von F1 22 deutlich mehr erhofft. F1 Life und Supercars sind nette Ideen, mehr aber auch nicht. Obwohl der Storymodus im letzten Jahr einige Fremdscham-Momente mit sich brachte, wäre mir eine Fortsetzung lieber gewesen als ein paar schicke Flitzer und ein Spieler-Hub, bei dem ich mir ernsthaft Gedanken mache, ob die Mikrotransaktionen in Zukunft nicht überhandnehmen. Gameplay-technisch fühlt sich der aktuelle Teil einerseits realistischer an, anderseits brechen die Boliden beim Beschleunigen aus langsamen Kurven viel zu leicht aus. F1 22 wirkt insgesamt durch einige Bugs noch sehr unfertig. Vielleicht hätte sich Codemasters mehr auf andere Dinge als F1 Life konzentrieren sollen. Ich sehe die Kritik an dem Spiel nach der Veröffentlichung schon kommen.

WERTUNG

Stärken und Schwächen

Guter Umfang Meistens packendes Racing Großes Lizenzpaket Hübsche Optik Abwechslungsreicher Soundtrack Langweiliger neuer Content

Balancing-Probleme bei Traktionskontrolle

Zu aggressive KI

Karrieremodus seit drei Jahren beinahe identisch

Deftige Grafikfehler in Regenrennen

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