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F1 MANAGER 2022


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Games Aktuell - epaper ⋅ Ausgabe 10/2022 vom 21.09.2022
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Bildquelle: Games Aktuell, Ausgabe 10/2022

Erhältlich auf: PC | PS5 | PS4 XBX

Getestet auf: PC

Genre: Simulation

Entwickler: Frontier

Hersteller: Fireshine Games

Sprache: Deutsch

Text: Deutsch

USK: Ab 0

Termin: 30. August 2022

Preis: ca. 50 Euro

Anfangen muss ich unüblicherweise zunächst mit einem Disclaimer. Ich bin eine von denen, die F1 in Kindheit und Jugend halbherzig verfolgt hat und erst wegen Drive to Survive voll eingestiegen ist. Kindheit und Jugend heißt: Schuhmacher, Montoya, diese Zeit. Dazu noch habe ich mit Manager-Spielen wenig Erfahrung. Deshalb ist der Test zu F1 Manager 2022 persönlicher gefärbt, hilft aber vielleicht gerade den potenziellen Spielern, denen es ähnlich geht wie mir. Und das können so wenige angesichts der Einschaltquoten des Doku-Dramas und dem neu entfachten Hype um die Königsklasse des Motorsports ja nicht sein. Etwaige Beschwerden richtet ihr jedenfalls gerne an unsere Strategieabteilung, die wir uns ...

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... mit Ferrari teilen. Und jetzt sind wir auch schon bereit für die Aufwärmrunde: Was ist der F1 Manager 2022?

F1 MANAGER 2022 – DAS STECKT DRIN

Der F1 Manager ist im Prinzip das gleiche wie ein Fußball-Manager. Man steuert nicht die Spieler, sondern zieht die Fäden im Hintergrund. Da gibt es einiges zu tun, man legt die Stop-Strategie fest, wacht über die Reifenwahl, entscheidet, wie aggressiv oder spritsparend das Duo über den Asphalt brettert. Woran das Ingenieursteam werkelt? Auch das bestimmt der Teamchef. Dem Genre entsprechend verbringt man viel Zeit mit Menüs und Tabellen, die Optik der simulierten Rennen ist aber überraschend ordentlich umgesetzt, jedenfalls die meiste Zeit und für Genre-Verhältnisse.

F1 Manager 2022 nutzt als Basis die aktuelle F1-Saison und die entsprechenden Fahrer und Rennställe. Das Spiel ist aber nicht auf dieses Jahr begrenzt, es geht immer weiter. Die Veröffentlichung während der silly season ist unglücklich, bereits jetzt stehen gravierende Änderungen fest – Vettel hört auf, Alonso wechselt zu Aston Martin und der Sorgerechtsstreit um Piastri wurde gerade erst entschieden. Kann aber auch gute Seiten haben: Wenn es keine dicken Updates oder Patches gibt, wird Ricciardo auch noch 2030 Papayafarben tragen. Sollte der F1 Manager 2022 zudem erfolgreich sein, ist ein weiterer Teil für 2023 wahrscheinlich, in dem dann die aktualisierten Kader und Teams spielbar sind. Aber das ist erst mal Zukunftsmusik.

WELCHES TEAM DARF’S DENN SEIN?

Spieler haben die Wahl zwischen den zehn Ställen der Formel 1 im Jahr 2022: Red Bull, Mercedes, Ferrari, Alpine, McLaren, Alfa Romeo, Aston Martin, Alpha Tauri, Williams und Haas. Pro Team gibt es zwei festgelegte Fahrer, die ihr aber während der Saison durch Scouting ersetzen könnt. Es gibt keine Möglichkeit, ein eigenes Team an den Start zu bringen! Das hat vermutlich Lizenzgründe: Eine eigene F1-Karriere auf die Beine stellen darf man nur bei der Rennsimulation F1 22. Abhängig vom Team bestehen teils gravierende Unterschiede bei Zielsetzung, Budget und Ausstattung. Ein Midfield-Stall rechnet für die aktuelle Saison nicht realistisch damit, die Konstrukteurs- oder Fahrer-WM zu gewinnen, möchte aber langfristig um Siege fahren. Für Red Bull hingegen ist alles außer absolute Dominanz inakzeptabel.

F1 MANAGER 2022 – DER EINSTIEG

Frontier haben sich sichtlich Mühe gegeben, den Einstieg in das Managerleben komfortabel zu gestalten. Eine freundliche Dame führt durch die Menüs und erläutert (deutsch vertont), was vor dem ersten Rennen wichtig ist. Wäre schön gewesen, wenn sie mich nicht ständig unter- brochen hätte, aber okay, sie meint es ja gut. Viele Tabellen und Infografiken sind aufschluss- und hilfreich, (abgesehen von Ausreißern wie die Anzeige zu den Safety-Car-Einsätzen der jeweiligen Strecken, die mich an den Rand eines Nervenzusammenbruchs brachte), aber unintuitiv oder verschachtelt platziert. Als Neuling fühlte ich mich trotzdem zunächst gut aufgehoben und nicht überfordert.

Es besteht die Möglichkeit, die freien Trainings und auch das Qualifying in die Hände der KI zu legen, beim ersten Mal muss man aber selbst ran, um sich damit vertraut zu machen. Während der Fahrten kann man die Spielgeschwindigkeit bis zu sechzehnfach beschleunigen. Die Kameraperspektiven und der Fahrer, dem die Linse folgen soll, sind frei wählbar, oder man nutzt die Renndarstellung als Map mit 20 bunten Punkten, die Autos symbolisieren. Begleitet wird das nicht nur von echten Funksprüchen aus diversen Rennen, sondern auch vom originalgetreuen Motorensound. Das sorgt für Atmosphäre, wird jedoch eklatant vom deutschen Sprecher untergraben, der nicht ansatzweise wie ein Sportkommentator klingt (anders als der englische). Obendrein sind die Ansagen inhaltlich zweifelhaft. Wenn McLaren mit P15 und P18 aus der Quali gehen, würde ich das jedenfalls nicht als „überzeugende Leistung“ beschreiben und die Stimmung beim Großen Preis von Bahrain nicht als „elektrisierend“.

Mein Ziel als Gendergender Teamchef – so nennt mich der F1 Manager jedenfalls seit Update 1.60 – ist es, Alpine zum Weltmeister zu machen. Als Midfield-Stall fuhr ich zunächst erwartbare Ergebnisse ein und legte den Fokus auf Forschung, um in der nächsten Saison die drei Platzhirsche aufmischen zu können. Wegen meiner mangelnden Erfahrung mit Mana- ger-Spielen dieser Art ging ich sehr offen und experimentell an die Sache heran. Dabei habe ich einiges gelernt. Zum Beispiel, dass kein Fahrer auch nur einen Mucks rüberfunken wird, wenn ihn das ganze Feld überholt, weil es gerade regnet und ich keine Intermediates oder Wets habe aufziehen lassen. Klarer Fehler meinerseits, in der Übersichtsansicht das Regen-Icon oben im Eck ignoriert zu haben. Nach dieser Vollkatastrophe in Monaco hätte die Moral meiner Fahrer, nein, des ganzen Teams drastisch sinken (und ich gefeuert werden) müssen. Doch selbst meine Sponsoren haben offensichtlich nicht genau hingeschaut und trösteten mich danach per Mail, dass jeder mal ein schlechtes Rennen habe. Na dann ist’s ja gut! No bad feelings, haha! Eine Ergänzung an dieser Stelle: Wie ich später feststellte, geben die Fahrer durchaus Laut, um zu fragen, ob sie auf Wets wechseln sollen. Es passiert nur nicht, wenn das Rennen mehr als doppelt so schnell abgespielt wird. Die realistische Rennoptik funktioniert ebenfalls nur maximal bei doppelter Geschwindigkeit, ab vierfachem Tempo schaut man zwangsläufig auf bunte Punkte, die über eine Map düsen. Na, jedenfalls wurde ich dann doch von einem Fahrer auf die Wetterverhältnisse hingewiesen, allerdings hatte ich da schon per Funk den Boxenbefehl durchgegeben. Wir alle sind eben manchmal unaufmerksam ...

Meine zweite große Schande der Saison begann mit dem Versuch, die Benzinanzeige zu verstehen. Theoretisch verbildlicht diese während des Rennens, wie viel Kraftstoff noch im Tank bleibt. Ich entschloss mich also, von Anfang an zu ballern. Je leichter, desto schneller! Und 51 von 53 Runden funktionierte das auch hervorragend, zufrieden stellte ich fest, dass ich laut Anzeige am Ende trotzdem noch Benzin übrig haben würde. Das änderte sich schlagartig kurz vor der letzten Runde, und trotz sofortigem Spritspar-Befehl ließ ich mit beiden Autos alle Punkte liegen, weil mir der Saft ausging (den Fahrern war das offensichtlich egal). In der echten Formel 1 hätte ich auch noch eine deftige Strafe kassiert, im Spiel bedeutete es eine weitere Mail vom Vorstand zum Thema “Jeder hat mal schlechte Rennen”. Alles in allem erscheint mir die Tankanzeige wenig nachvollziehbar. In meiner Position stellte sich mir dann die Frage: Weiß ich zu wenig, um diese Mechanik zu verstehen? Oder verhält sich die Simulation merkwürdig?

STOP INVENTING

Meine Antwort nach inzwischen vielen Rennen ist “die Simulation verhält sich (noch) merkwürdig”. Das hat mehrere Gründe. Zum einen ist der F1 Manager 2022 gar nicht so komplex, wie ich das erwartet hatte.

Ich kann etwa meine ganze “Basis” ausbauen, den Windkanal verbessern, einen Hubschrauberlandeplatz errichten, die Fabrik vergrößern – aber selbst im Simulator sitzen (oder wenigstens den Junior-Fahrer dort parken) oder einen Spaziergang durch die Zentrale unternehmen: nicht möglich. Die Upgrades, werden, so wie fast alles andere auch, per Durchklicken in Menüs erledigt und Gebäude oder Autos bekommt man abseits der Rennstrecke vorwiegend in Form von Zahlen, Balken, Diagrammen angezeigt. Es hätte so viele Möglichkeiten gegeben, die Präsentation aufzuwerten, aber dafür war wohl keine Zeit.

Überhaupt fühlt es sich erschreckend blutleer an, ein Team zu managen. Zu den Fahrern entsteht keine Bindung, man trifft sie nicht und redet nicht mit ihnen, genauso die Ingenieure, Scouts und so weiter. Ich fieberte dem Moment entgegen, in dem mich Alonso sitzen lassen wür- de, aber trotz niedriger Moral blieb er mir immer treu und auch kein anderer Fahrer klopfte bei mir an.

Reifenverschleiß spielt eine zu geringe Rolle. Solange die Haltbarkeit bei über 30 % liegt, ist alles absolut paletti. Die meisten Midfield-Fahrer sind in der Lage, deutlich längere Stints zu fahren – und das ohne großen Zeitverlust – als bei der Strategie angegeben.

Neue Teile für die Autos der aktuellen oder nächsten Saison werden in Auftrag gegeben, ohne, dass ich exakte Wünsche, Ziele oder Maße festlegen kann. Über die Qualität der Verbesserungen entscheiden die Stunden, die ich zum Testen reserviere und mit welchem Fokus die Ingenieure ans Werk gehen sollen, Luftstromoptimierung, Rennleistung und so. Da ich jedoch bei Betrachtung der Zahlen nicht das Gefühl hatte, dass eine gezielte Ausrichtung mir besondere Vorteile verschafft, entschied ich mich später immer nur für den Fokus „ausgewogen” und lebte damit gut. „Riskante” Entwürfe, die eventuell auch mal einen Wert verschlechtern, dafür aber andernorts einen dicken Bonus liefern, sind mir nicht begegnet. Hier gibt’s viele bunte Zahlen, aber viele davon sind irrelevant.

Der F1 Manager 2022 bietet auf den ersten Blick allgemein viele Optionen und Einstellungsmöglichkeiten, aber wirklich wichtig sind zu wenige. Den Verteidigungsmodus beim ERS zu wählen, verhinderte bei mir kein einziges Mal, überholt zu werden, und das gilt nicht nur, wenn von hinten der Red Bull Power Train anrauscht, sondern auch, wenn ein Alfa Romeo anklopft.

Ohnehin verlaufen Rennen teilweise unrealistisch mit Fahrern, die sich immer wieder gegenseitig überholen, nur, um bei der nächsten DRS-Zone erneut gefrühstückt zu werden und umgekehrt. Das Schadensmodell bei Unfällen ist rudimentär, mal fliegt ein kleines Teil weg, spektakuläre Momente gibt es nicht, allgemein kommt es selten zu Ausfällen – aber die Optik steht eben nicht im Vordergrund. Das sieht man an den roboterhaften Figuren, die sich in der Garage tummeln oder den Modellen der Fahrer, die stellenweise wirken, als hätte man deren untote Zwillingsbrüder gescannt. Einstellungsmöglichkeiten gibt es wenige; auch auf “ultra” sieht das Spiel unscharf aus mit verwaschenen Texturen, Pop-Ins und gelegentlichem Tearing. Das am Rande erwähnt, denn wegen der Grafik werden wohl die wenigsten zum Spiel greifen und im Vergleich zu Titeln, die rein aus Menüs bestehen, ist das Gezeigte durchaus ein Upgrade.

Was gibt es noch zu sagen – ja, der F1 Manager 2022 beschränkt sich wirklich auf die Formel 1. Obwohl es möglich ist, Fahrer aus der F2 oder F3 zu rekrutieren, gibt es keine Möglichkeit, in einer niedrigeren Klasse zu spielen. Sprintrennen, wie sie dieses Jahr gelegentlich stattfinden, sind nicht im Spiel enthalten. Die Budgetobergrenze spiegelt sich zwar im Manager wider, allerdings hatte ich in meinem Fall als Midfield-Team in kurzer Zeit so viel Geld, dass ich es an allen Ecken und Enden aus dem Fenster werfen konnte. Die KI der Gegner pocht meistens auf der vorher festgelegten Strategie, Zwischenfälle egal – da schickt man auch ein beschädigtes Auto wieder auf die Strecke, das mühsam in die Box gehumpelt ist.

Das Potential des F1 Managers 2022 ist riesig. Demenstprechend habe ich von einer digitalen Version der Motorsport-Königsklasse mehr erwartet. Mehr zu tun zwischen den Rennen, etwa Interaktionen mit Fans, Fahrern und Team-Mitgliedern, Beschäftigungen wie Sponsoren-, Budget- und Vertrags-Verhandlungen. Und das könnte man noch weiterspinnen: Sollte ich nicht auch managen müssen, wie ein aufbrausender Fahrer nach verpatztem Rennen in Pressekonferenzen auf unangenehme Fragen antwortet? Auch musste ich mich nie vor dem Vorstand rechtfertigen. Wieso kann ich Fahrer nicht in Auto 1 befördern und in Auto 2 degradieren? Wieso muss ich Verträge mit sofortiger Wirkung auflösen, anstatt, wie es auch in Wirklichkeit passiert, Personen für Saisons verpflichten?

Eine Option für Stallorder gibt es angeblich, gefunden habe ich sie nicht. Eine Rivalität zwischen den Piloten, geschweige denn mit anderen Teams kommt aber ohnehin nie auf, weil alle nur roboterhaft ihren Job erledigen. Das „Minispiel”, bei dem während der Trainings das Set-up für die Autos eingestellt wird, war ein Highlight, obwohl das „Spiel” nur aus dem Hinund Herschieben von ein paar Reglern besteht. Einfach nur, weil ich da aktiv was tun kann und hinterher eine Bewertung bekomme, ob das nun gut oder schlecht war! Im Rennen fühle ich mich zu oft machtlos – was zwar der Realität als Teamchef sicher gewissermaßen entspricht, aber ohne die ganzen aufsehenerregenden Situationen und Emotionen, die man in der echten F1 so genießt. Zwischen den Rennen klickt man sich durch ein paar Mails, gibt Geld für Upgrades aus, und dann steht sowieso schon wieder das nächste Rennen vor der Tür. Und wieder von vorne. Und wieder von vorne …

MEINUNG

Hat nicht für die Pole Position gereicht und nicht für „best of the rest“ – ein Midfielder eben.

Gamescom, fast keiner im Büro, um was zu testen, und dann liegt da die Version von F1 Manager 2022. „Das kann ich doch machen!“, dachte ich mir. Ich ahnte nicht, wie lange mich dieses Spiel beschäftigen würde. Ein Großteil der Zeit zog sich zäh wie ein Kaugummi. Wenn ich die Quali nicht selbst spiele, kommt nur ein Fahrer in Q3. Wenn ich das freie Training nicht beaufsichtige, fahren die beiden immer nur mit Soft-Reifen, obwohl ich das manuell vorher ändere, und ich bin auf eine feine Justierung der Autos angewiesen, die so im simulierten FT nicht möglich ist. Zu arg beschleunigt verpasse ich zu viel vom Rennen oder kann nicht schnell genug reagieren. Mein hehrer Plan also, mehrere Saisons mit Alpine zu spielen und dann noch ein Top-Team zu kontrollieren sowie einen Backmarker, um die Unterschiede zu checken, war einfach nicht drin. Vorab hatte ich jede Menge Lust auf den F1 Manager 2022. Abschließend muss ich sagen: Mir fehlen Drama, Emotionen, aber trotz all der Zahlen und Diagramme auch das Gefühl, wirklich alle Fäden in der Hand zu haben. Die Basis des Spiels ist in Ordnung, sehr viel mehr Fleisch ist nur einfach nicht dran. Ich werde aber trotzdem weiterspielen und hoffe auf Patches.

WERTUNG

Stärken und Schwächen

+ Volle Lizenz inklusive F3- und F2-Fahrern

+ Für ein Manager-Spiel ordentliche Rennoptik

+ Guter Einstieg überfordert Neulinge nicht

+ Deutsche Sprecher und Texte

- Kaum was zu tun zwischen den Rennen

- Einige nicht überzeugend funktionierende Mechaniken (Reifen, Tankanzeige usw.)

- Schwache KI Viel liegengelassenes Potential

- Keine Sprintrennen, keine Sponsoren-Verhandlungen

- PC-Fassung schlecht optimiert