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Face Yoga


Donna - epaper ⋅ Ausgabe 8/2019 vom 03.07.2019

Die Japanerin Fumiko Takatsu hat über 70 YogaÜbungen für das Gesicht entwickelt. Eine Alternative für teure Anti-Aging-Methoden?


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Bildquelle: Donna, Ausgabe 8/2019

Die Übung „Swan Neck“ sorgt für einen langen, schlanken Hals. Hier werden die Hände verschränkt und die Arme nach vorn gestreckt. Kopf 45 Grad nach hinten kippen, Kinn vorschieben und durch geschürzte Lippen ausatmen


Die Idee hinter der Methode ist einfach: Wenn regelmäßiges Training die Muskeln des Körpers stärkt und geschmeidig hält, scheint es logisch, dass dasselbe für die feinen, flachen Muskelstränge des Gesichts gilt. Anders als die Muskeln an Beinen und Armen muss die ...

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... Gesichtsmuskulatur zwar keine Gelenke mobilisieren, dafür ist sie größtenteils direkt mit der Haut verbunden. Und damit wird Face Yoga richtig interessant. Denn das bedeutet, dass sich der Muskelzustand unmittelbar auf die Epidermis auswirkt – und so auf die Straffheit der Wangen-, Hals- und Augenpartie. „Mit den richtigen Übungen lässt sich die Wirkung der Schwerkraft um Jahre hinauszögern und sogar rückgängig machen“, bestätigt Fumiko Takatsu, die wohl bekannteste Face-Yoga-Lehrerin der Welt. Die Japanerin, die an einer der ältesten Frauenuniversitäten in Tokio kulturelle Anthropologie unterrichtete, hatte mit 36 Jahren einen Verkehrsunfall, bei dem auch ihr Kopf verletzt wurde. „Ich erlitt den Schock meines Lebens, als ich Wochen später ein Foto für meinen Führerschein machen musste. Mein Gesicht war völlig asymmetrisch.“ Neben diesem Trauma entdeckte sie erstmals ganz normale Alterserscheinungen: „Ich war Mitte 30, meine Lider begannen zu hängen, und die Haut wirkte fast ein bisschen aufgeschwemmt.

Mit einem Mal hatte ich Respekt vor dem Älterwerden. Wie würde ich erst mit 70 aussehen?“ Takatsu begann, viel Geld in Anti-Aging-Cremes zu stecken, bis ihr eines Tages vor dem Spiegel die Idee zur „Face Yoga Method“ kam, die sie inzwischen sehr erfolgreich als Online-Programm anbietet (Kosten: einmalig 297 Dollar). Anfangs machte sie die Übungen nur für sich, doch bald wurde sie von Bekannten auf ihr Aussehen angesprochen: Es folgten ein Buchvertrag und zwei TV-Shows in Japan und Korea. Heute ist Takatsu 50 Jahre, sieht jünger aus als vor 15 Jahren und bildet in Amerika, wo sie inzwischen mit ihrem Mann und einer Tochter lebt, auch Trainer aus. Herzogin Meghan, Jennifer Aniston und Natalie Portman – alle sind sie überzeugte Face-Yoga-Anhängerinnen und absolvieren täglich ihre maßgeschneiderten Programme, während Beauty-Blogger und Influencer ständig neue Videos und Übungen auf Youtube und Instagram posten.

Doch kann man die Gesichtsmuskeln tatsächlich durch ein paar Übungen verändern? Cecilia Klima, Physiotherapeutin und Osteopathin in München, ist davon überzeugt. Das habe alles Hand und Fuß, meint sie. Gerade Fumiko Takatsu gehe nach den Yoga-Prinzipien vor, „sie verbindet die Übungen mit dem Atem, korrigiert in ihren Online-Tutorials Fehler und weist darauf hin, wie wichtig es ist, den richtigen Trainer zu finden“. Forscher der Northwestern University in Illinois bestätigen, dass täglich eine halbe Stunde Face Yoga straffe und die Wangen hebe, man sehe insgesamt jugendlicher aus.

Aus medizinischer Sicht versteht man unter der mimischen Muskulatur rund 26 Muskeln, die sich je nach Impuls des siebten Hirnnervs, des Facialis, entspannen oder zusammenziehen. Rechnet man den Hals mit ein, sind es sogar über 50. Doch weil unsere Mimik oft einseitig ist und wir ohne gezieltes Training ganze Muskelstränge verkümmern lassen, graben sich Marionetten-, Zornes- oder Nasolabialfalten in die Haut. Das ist übrigens auch der Grund dafür, dass sich die Face-Yoga-Übungen zumindest am Anfang ungewohnt anfühlen. Und seltsam aussehen. Bei einer Übung gegen das Doppelkinn schiebt man beispielsweise seinen Unterkiefer vor, schürzt die Lippen und legt den Kopf in den Nacken wie ein heulender Wolf. Oder das „Big O“, das gegen Nasolabialfalten helfen soll. Dabei wird mit dem Mund ein „O“ geformt, ohne dass man die Lippen kräuselt. Der Blick geht nach oben, während die Stirn ganz glatt bleibt (genaue Übungsanleitung auf der nächsten Seite). Macht man es richtig, sieht man ehrlich gesagt ziemlich doof aus. Am besten üben, wenn keiner zuschaut.

Die größte Angst aller Anfänger? Dass sich die Falten durch die expressiven Übungen noch verstärken könnten.

„Während wiederholt falsche Bewegungen Fältchen tatsächlich begünstigen, wird die Haut durch die richtigen und korrekt ausgeführten Übungen straffer“, widerspricht Takatsu. Zudem lerne man im Lauf der Zeit, das Gesicht auch tagsüber zu entspannen. Üben sollte man anfangs zweimal täglich vor dem Spiegel: Morgens wird so die Muskulatur animiert. Außerdem wird man für seine Mimikgewohnheiten sensibilisiert und kann was dagegen tun. Abends entspannt es die Muskulatur und erleichtert das Einschlafen. „Man kann auch super beim Autofahren, Kochen oder Fernsehen trainieren“, so Fumiko. Man müsse nicht jeden Tag alle 70 machen, aber sich nur eine rauszupicken sei definitiv zu wenig. „Es ist wie beim Training für einen flachen Bauch: Sit-ups sind toll, aber allein bringen sie nichts.“ Botox oder ein Facelift sind übrigens kein Hinderungsgrund – auch wenn es direkt danach schwerfallen kann, die Muskeln zu bewegen.

Wer noch mehr Motivation braucht, sieht sich die Vorher-nachher-Bilder auf Fumiko Takatsus Instagram-Seite an, wo das Doppelkinn von Frauen verschwindet, Kinnlinien sich straffen und Wangen wieder praller aussehen. Tipp: vor dem ersten Face Yoga ein Foto von sich machen. Da die Veränderungen anders als am Körper viel subtiler sind, kann es bei einem Durchhänger motivieren.

MINI-FACELIFT
Für die Übung die Augenbraue leicht anheben, Gesicht neigen, Schulter der freien Hand tief, Zunge weit heraus. Drei Atemzüge halten, dann Seite wechseln. Soll Lider und Kinn straffen und Nasolabialfalten mindern

BINOCULAR POSE
Mit den Fingern ein Fernrohr bilden, die Stirn damit nach unten glatt streichen und fixieren. Griff leicht nach außen ziehen und mit den Augen blinzeln, als würde man in die Ferne sehen. Fünf Atemzüge halten, soll Stirnfalten mindern

THE BIG O
Kinn und Mund nach unten klappen lassen, zu einem faltenlosen „O“ formen und entspannen. Ohne die Stirn zu runzeln, nach oben schauen. Zehn Atemzüge halten. Entspannt die Wangen und soll das ganze Gesicht verjüngen

INFOS

Buch: „The Ultimate Guide to the Face Yoga Method” von Fumiko Takatsu;
Inspiration per Instagram: @kokohayashi, @glowinface. face.yoga oder @faceyogaexpert von Danielle Collins


Illustrationen: Veronica Ballart Lilja

ILLUSTRATIONEN: VERONICA BALLART LILJA/PEPPERCOOKIES