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FAHRBERICHT CHALLENGER GENESIS T 274: VIELSEITIG UND FLEXIBEL


Auto Bild reisemobil - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 10.05.2019

Challenger liegt es in den Genen, alles anders zu machen. Dabei kommen erfrischende Modelle wie der kompakte Genesis T 274 heraus, der genug Platz für vier bietet


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Bildquelle: Auto Bild reisemobil, Ausgabe 5/2019

Der sieht so aus, wie er fährt: kurz, kompakt, knackig. Innen überrascht der Franzose mit einer speziellen Lösung


Challenger Genesis T 274

Länge: 6,39 m Sitzplätze: 4 Schlafplätze: 4 + 1 ab 47 990 Euro

Hell, aufgeräumt und luftig wirkt der Innenraum des Challenger T 274


Platz für bis zu fünf Personen

1DACHHAUBE Das Panoramadach lässt viel Licht hinein, ist aber nur im Paket lieferbar

2 ...

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2BETTEN Von oben fahren diese beiden schmalen Einzelbetten herab

3FÜNFTER PLATZ Für 436 Euro extra kommt der T 274 mit einem weiteren Sitzplatz

4TISCH Per Elektromotor lässt sich der verschiebbare Tisch in der Höhe justieren

5VORHANG Nach vorn trennt serienmäßig nur ein Vorhang den Innenraum ab

6ABLAGE Oberhalb der Sonnenblenden finden sich mehrere praktische Ablagen

Mit dem, was alle haben, geben sie sich bei Challenger ungern ab, im Gegenteil: Unerwartete Lösungen führen bei den Franzosen zu völlig neuen Raumkonzepten. Sonst wäre es auch nicht möglich, dass vier Personen auf nur 6,39 Länge so komfortabel wohnen können wie im T274. Sein Geheimnis wartet direkt hinter der Aufbautüre unter dem Dach: Hier schiebt sich auf Schalterdruck elektrisch ein Hubbett zusammen, aber nicht irgendeines, sondern eines, das aus zwei schmalen Einzelbetten besteht, die übereinander angeordnet sind.

Das ist schon recht speziell. Ungewohnt geht es weiter: Ein quer montiertes Doppelbett wartet im Heck, das per Kurbel in der Höhe verstellbar ist. Dazu heizt der T274 mit Diesel, nicht mit Gas. Und er kommt von Ford, nicht von Fiat.

DAS IST ER: Challenger ist eine Marke des europäischen Reisemobil-Giganten Trigano. Gefertigt werden die Model-le in Frankreich. Als Basisfahrzeug setzt Challenger einen Ford Transit ein, der als TDCi mit 2,0 Liter Hubraum in der Basisausführung 130 PS leistet. Wer sich ein Plus an Agilität wünscht, erhält (wie beim Testwagen gewählt) für 1500 Euro ein Upgrade auf 170 PS. Eine Automatik, die das hält, was man heute davon erwartet, liefert Ford auch. Sie kostet allerdings stolze 2500 Euro Aufpreis, weil es sie leider nur im Paket mit einem Fernlicht-Assistenten, beheizbarer Frontscheibe und einem Regensensor für den Scheibenwischer gibt. Das ergibt keinen Sinn, ist aber so.

Kompromiss: Der Herd bietet zwar nur zwei Flammen, dafür gibt’s viel Fläche zum Arbeiten


„Ungewöhnlich, diese Lösung mit einem Doppelstock-Hubbett.“


Per Leiter geht es ins obere Bett, darunter findet sich ein zweites. Auch wenn beide heruntergefahren sind, bleibt der Zugang zum Innenraum möglich


Die schmalen vorderen Hubbetten müssen ohne Lattenrost auskommen


Deutlich an einen Pkw erinnert das Transit-Cockpit. Eine echte Wandlerautomatik gibt es auf Wunsch


Das Bad fällt kompakt aus, besitzt jedoch immerhin ein Fenster plus Heki. Dazu bietet die Dusche eine Stehhöhe von 195 Zentimetern. Ein halbhoher Kleiderschrank findet sich dahinter


Der kurze Aufbau mit nur 6,39 Meter Länge macht den T 274 zum agilen Reisepartner


DAS HAT ER: Eine Menge Raum. Denn wer will, geht im T274 zu fünft auf Tour. Fünf dürfen sitzen, bis zu fünf können schlafen – und das auf nur 6,39 Meter Länge, die eher typisch für einen Kastenwagen sind. Der kompakte Teilintegrierte bietet sogar eine Garage mit einer Menge Stauraum. Wie viel, hängt von der Position des hoch- und runterkurbelbaren Betts im Heck ab. Ist es oben, bleibt zwar viel Raum fürs Gepäck, dafür wenig für den Kopf. Und umgekehrt.

Clever ist das Konzept durchaus. Denn selbst wenn die beiden Stockbetten nach unten gesurrt sind (und die Kinder vielleicht schon schlafen), bleibt der Einstieg durch die Aufbautüre frei. Zudem befindet sich im Heck noch eine kleine Sitzgruppe mit einem Tischchen für zwei, und dahinter sind vier gut zugängliche Fächer, von Challenger Easy Box genannt. Sie schlucken klaglos allerlei Reiseutensilien.

Im Heck bietet eine kleine Zweiersitzgruppe Platz. Dahinter finden sich vier geräumige Ablagen unter Klappdeckeln


Per Kurbel lässt sich das hintere Bett mit Muskelkraft in der Höhe verstellen. In der unteren Position schränkt es den Raum in der Garage allerdings deutlich ein


Unpraktisch ist das Einfädeln der Gasflasche. Die Höhe der Garage hängt von der Bettposition ab


Hinter einer großen Klappe verbirgt sich auch der Hinter einer großen Klappe verbirgt sich auch der clevere Frischwasserstutzen


Das Heck bleibt schmucklos und ohne Fenster. Auf Wunsch liefert Challenger einen Fahrradträger


Zwischen den beiden Bett-Standorten finden im Challenger T274 der Funktionsteil mit Küche, einem Bad sowie dem halbhohen Kleiderschrank Platz. Im Waschraum geht’s zwar recht eng zu, dafür bietet sich Köchen jede Menge Arbeitsfläche.

Der Trick dabei: Mit nur zwei Brennstellen spart der Herd Platz ein. In großer Runde lässt sich vorne speisen.

Der verschiebbare Tisch fährt sogar elektrisch auf die gewünschte Höhe, allerdings fällt die Sitzbank schmal aus.

Für wichtige Ausstattungen wie Beifahrerairbag, Fahrerhausklima, Tempomat und beheizbare Außenspiegel muss der T-274-Kunde übrigens extra zahlen – 3500 Euro kostet das sogenannte VIPPaket. Immerhin ist dann die große Panorama-Dachhaube dabei.

SO FÄHRT ER: Der kurze Ford lässt es mit seinen 170 PS recht flott angehen, das serienmäßige Sechsgang-Schaltgetriebe passt gut dazu. Für alle, die keine überzeugten Ducato-Fans sind, bietet der Ford eine überaus angenehme Alternative, die viel mehr Nähe zum Pkw sucht als der Fiat. Zum Beispiel erinnert das Lenkrad mit dickem Kranz und vielen Tasten an das Alltagsauto. Diesen Eindruck unterstreicht das Cockpit, das allerdings recht zerklüftet ausfällt – mit dem Vorteil, viele Ablagen (auch für Flaschen) zu bieten.

Um das Rangieren und Parken zu erleichtern, hat sich Challenger für 300 Euro Aufpreis eine weitere eigensinnige Lösung einfallen lassen: Die Kamera schickt aus dem Heck Bilder zu einem Monitor, der auf dem Rückspiegel klemmt. Mangels Heckfenster ist der schließlich überflüssig geworden.

Fazit

Mit seinen zwei Einzelhubbetten übereinander bietet der Challenger einen sehr individuellen Grundriss. Für jeden, der (ab und zu) mit Kindern reist, kann diese Lösung eine reizvolle Alternative bieten. Toll ist das kompakte Format.

Thomas Wirth

Urteil ★★★★


FOTO: L.WILLGALIS

FOTOS: S. KRIEGER (5), L.WILLGALIS