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FAHRBERICHT CROSSCAMP: CAMPING and the City


Auto Bild reisemobil - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 07.06.2019

Alltagstauglich soll er sein, klein und wendig. Wir haben mit dem Minicamper von Crosscamp den Stadt-Test gemacht – und eine Überraschung erlebt!


Artikelbild für den Artikel "FAHRBERICHT CROSSCAMP: CAMPING and the City" aus der Ausgabe 6/2019 von Auto Bild reisemobil. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Michel, Elbe, Duft der weiten Welt: Oh, wie schön ist Hamburg!


FOTO: C. BÖRRIES


CrosscampLänge: 4,95 m Sitzplätze: 5 Schlafplätze: 4 ab 42 999 Eurowww.crosscamp.com


Typisch Campervan: Der Grundriss aus Küche und Bank ist altbewährt


Moderner Look trifft klassischen Grundriss

1 LUFTIG
Das Aufstelldach spendet Licht und Bewegungsfreiheit

2 SPORTLICH
Basis ist der Toyota Proace mit Achtstufenautomatik

3 MAHLZEIT

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Der stabile Tisch wird in die Schiene am Küchenblock eingehakt

4 SCHLAFENSZEIT
Die bequeme Rückbank wird nachts zur Liegefläche

5 COOLE SACHE
Die Kühlbox in der Küche fasst 16 Liter Volumen (699 Euro)

6 TRAGBAR
Der Küchenblock lässt sich schnell und leicht ausbauen

Die Küche hat Platz für das nötigste Equipment (l.). Im Heck gibt’s noch ein paar kleine Schränke (r.)


Crosscamp

FOTOS: C. BÖRRIES (10)

Der Küchenblock ist nur mit zwei Schrauben im Boden verankert und lässt sich ausbauen


Schmale Gassen: Wo Dickschiffe längst aufgeben, passt er durch


Das untere Bett ist schnell gebaut: Kopfstützen raus, Bank vorziehen, Lehne umklappen, fertig!


Wird der Tisch nicht gebraucht, verschwindet er dezent in einer Halterung unter dem Bett


Reisemobilisten, die sich schon mal mit dem Kauf eines kleinen Campervans beschäftigt haben, kennen diese Argumente: Er ist alltagstauglich. Er passt in jedes Parkhaus, da er unter zwei Meter Höhe misst. Er ist flexibel. Die Hersteller versprechen das Rundum-sorglos-Paket aus Campingfahrzeug, Kleintransporter und Pkw. Aber stimmt das auch? Wir haben in Hamburg den Alltagstest gemacht – mit dem neuen Crosscamp auf Basis des Toyota Proace Verso.

DAS IST ER: Der neueste Sprössling der Erwin Hymer Group und der allererste kleine Campervan aus dem Konzern. Gebaut und entwickelt wird der Crosscamp bei Dethleffs in Isny. Also genau dort, wo auch der Pössl Campster entsteht. Ihre Verwandtschaft können die beiden Fahrzeuge nicht leugnen. Sowohl der Ausbau als auch das Basisfahrzeug haben – vorsichtig ausgedrückt – sehr viele Gemeinsamkeiten. Kein Wunder, denn Proace und Citroën Space Tourer werden im gleichen Werk gebaut. So wundert es auch nicht, dass der Grundriss des kleinen Toyota mit Schlafbank, Schränken, Küchenblock und Aufstelldach fast schon klassisch zu nennen ist. Für Experimente bleibt auf so beschränktem Raum aber auch kaum Platz. Der matte grau-weiße Ausbau ist hochwertig verarbeitet, passt hervorragend zum edlen Basaltgrau unseres Testwagens und unterstreicht seinen städtischen Lifestyle-Charakter.SO FÄHRT ER : Teststrecke sind dieses Mal die engen Gassen, schmalen Garagen und winzigen Parkplätze der Hamburger Innenstadt. Also dort, wo andere Reisemobile normalerweise draußen bleiben müssen. Dass die erste Parkhauseinfahrt nur 1,90 Meter hoch ist, mag noch Pech sein. Doch nachdem wir vor dem siebten öffentlichen Parkhaus rund um die Alster umdrehen müssen, zeichnet sich ein Muster ab. Das Problem: Entweder ist der Crosscamp zu hoch oder – und das ist das größere Hindernis – zu schwer. Selbst in ein großes Einkaufszentrum im Hamburger Norden, wo die Häuser nicht alt und die Flächen nicht dicht bebaut sind, dürfen wir nicht rein. Die Gewichtsbeschränkung auf zwei Tonnen lässt uns zum achten Mal an diesem Tag vor der Einfahrt wenden. Genau hier liegt dann allerdings die Stärke des Crosscamp. Mit 4,96 Meter Länge und 1,92 Meter Breite misst er nicht mehr als ein moderner Kombi und lässt sich damit leicht in schmalen Gassen rangieren. Und falls es doch mal etwas knifflig wird, unterstützen die Rückfahrkamera mit 180-Grad-Vogelperspektive und die Parksensoren (Safety-Sense-Paket, 1199 Euro) das Manöver. Die butterweiche Achtstufenauto-matik gepaart mit dem kraftvollen 177-PS-Diesel (4649 Euro) lassen die Erinnerung an die Parkhaus-Misere schnell verschwimmen. Einen dicken Pluspunkt gibt’s noch für das geschmeidig federnde Fahrwerk. Ein Wermutstropfen für sportliche Fahrer: Der Proace ist bei 170 km/h abgeregelt, obwohl unser Testwagen da erst bei 2500 U/min lief.

Mit nur 4,96 m Länge und 1,92 m Breite fällt der Proace zwischen modernen Kombis kaum auf


Einen Parkplatz im Freien findet man mit dem wendigen Crosscamp fast immer


Von wegen tauglich fürs Parkhaus: Entweder ist der Crosscamp zu hoch oder mit 3,1 t zu schwer


Mit 1,20 Meter Breite fällt auch das Bett unterm Dach klein aus. Bequem ist es aber


Unter dem 1,14 Meter breiten Bett ist reichlich Stauraum


„Das untere Bett ist gemütlich, aber nur 1,14 m breit.“


Das Panel ist selbsterklärend. Der Crosscamp ist mit einer Dieselheizung (2199 Euro) ausgerüstet


Mitgedacht: Die Leselampe (159 Euro) im Aufstelldach leuchtet nicht nur schön hell, sondern bietet noch einen integrierten USB-Anschluss


FOTOS: C. BÖRRIES (4)

Head-up-Display, 180-Grad-Kamera, Abstandsregler: Der Proace ist mehr Pkw als Transporter


Der Stromanschluss funktioniert mit Außensteckdose wie bei einem großen Reisemobil


Zwischen den drehbaren Sitzen steckt eine zweite, transportable Kühlbox (699 Euro)


Dank der zwei Schiebetüren sind Wassertanks und Gasflasche gut von außen erreichbar


Um den Küchenblock zu lösen, muss der linke Tank raus. Darunter sitzt eine der Schrauben


Schmaler Schlitz: Der Motor des Proace sitzt sehr tief


DAS HAT ER: Eine Serienausstattung, die weder besonders üppig noch besonders spartanisch ist. Zum Einstiegspreis von 42 999 Euro kommen noch u. a. die Webasto-Dieselheizung (2199 Euro), die fest verbaute Kühlbox in der Küche (699 Euro) und die Schwanenhalsleuchten mit integrierter USB-Buchse (159 Euro) hinzu. Dafür sind die gemütliche Schlafhinzu. Schlafsitzbank, das Aufstelldach und der herausnehmbare Küchenblock an der zweiten Schiebetür schon ab Werk verbaut. Steht die Küche erst einmal im Freien, gibt’s im Toyota auch genug Platz, um im Möbelhaus des Vertrauens eine kleine Shoppingtour zu unternehmen.

Fazit

Bis in den letzten Winkel der Stadt fährt der Crosscamp dann doch nicht. Dafür ist er zu hoch und zu schwer. Doch seine Wendigkeit und seine Assistenten machen ihn zu einem tollen Alltags- und Freizeitbegleiter. Den Proace als Basis wünschen wir uns öfter!Jenny Zeume