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FAHRBERICHT: JEEP WRANGLER ORZ: ABSOLUT SOUVERÄN


Off Road - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 11.02.2020

ORZ in München steht seit Jahren für spektakuläre US-Umbauten und Motor-Upgrades. Das es nicht immer ein Big Block sein muss, zeigen Patrick Schittko und seine Mannen am Beispiel des neuen Wrangler JL.


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Bildquelle: Off Road, Ausgabe 3/2020

Power und Performance geben sich mit sinnvollem Tuning für die großen und kleinen Abenteuer des Alltags die Hand. So kann man wohl am besten die neueste Kreation aus dem Hause ORZ beschreiben. Der JL mit dem 2-Liter-Twinscroll-Turbo bekommt das komplette Münchner Wellness-Paket verschrieben. Der Rubicon wird zu einer imposanten Erscheinung, ohne dabei übertrieben zu wirken. Er ist deutlich höher und ...

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Power und Performance geben sich mit sinnvollem Tuning für die großen und kleinen Abenteuer des Alltags die Hand. So kann man wohl am besten die neueste Kreation aus dem Hause ORZ beschreiben. Der JL mit dem 2-Liter-Twinscroll-Turbo bekommt das komplette Münchner Wellness-Paket verschrieben. Der Rubicon wird zu einer imposanten Erscheinung, ohne dabei übertrieben zu wirken. Er ist deutlich höher und breiter als sein Serienbruder, dabei optisch aber unaufdringlich geblieben. Eine einladende Erscheinung! Während man ihn noch zu Fuß umrundet fragt man sich: Was macht den ORZ-Wrangler so stimmig? Die 37er-Allterrain-Reifen sind ja nicht wirklich als „klein“ zu bezeichnen. Aber in der Dimension 20 Zoll wirken sie im Zusammenspiel mit den hauseigenen Bawarrion „Atrax“-Felgen im 10-Bolt-Look (448 Euro) nicht übertrieben, sondern passen wie die Faust aufs Auge. An der Front herrscht der US-Rubicon-Look. Bei ORZ gibt es die originale Stoßstange (2090 Euro), die einfach um Klassen besser aussieht als das europäische Pendant. Das war es eigentlich schon. Ergänzt durch den massiven Reserveradträger am Heck und die Seitenschweller - fertig ist der ORZ-Rubi! Ein simples aber gelungenes Rezept aus den Vereinigten Staaten.

DIE INNEREN WERTE

Will man den JL-Koloss erklimmen, kommt die Hilfe beim Türöffnen von oben. Elegant fahren die Trittbretter aus den vermeintlichen Schwellern aus und man kommt behände und elegant hinter das Lenkrad, ohne Spagat und Hüftschaden. Muss man im Offroadpark nur im Hinterkopf haben, dass es sich um ausfahrbare Trittbretter handelt, nicht um Rockslider. Den Innenraum des neuen JL lässt ORZ unangetastet. Der Rubicon JL ist ja auch ab Werk ziemlich ordentlich ausgestattet und bietet reichlich Komfort und moderne Annehmlichkeiten, die einem die kurzen und langen Ausflüge versüßen. Erweckt man den Zweiliter-Twinscroll-Turbobenziner per Knopfdruck zum Leben, hört man allerdings schon, dass ORZ auch hier nachgebessert hat. Der gut dimensionierte Klappenauspuff lässt den kleinen Benziner etwas bulliger klingen als ab Werk. Nicht aufdringlich, nur untenrum ein bisschen sonorer. Durchaus gefällig und wenn man es genau nimmt, eine auditive Anpassung an den gesamten Look.

Kein Hellcat: Auch bei ORZ muss man nicht immer zum Äußersten schreiten - beim JL ist noch 2.0-Serie vorne eingebaut, natürlich getunt!


Fun-Box: Patrick hält 28 PS und über 60 Nm Extra-Power in der Hand.


Geklappt: Von hinten ein bisschen Sound für die Passanten.


Optischer Leckerbissen: Der ORZRubicon wirkt mit 20-Zöllern und Zubehör wie aus einem Guss!


RUBICON ERFAHREN

Die wirklich ins Fahrgeschehen eingreifenden Veränderungen machen sich schon auf den ersten Metern bemerkbar. Das AEV-Fahrwerk ist im kurzen Rubicon ohne übertreiben zu wollen eine echte Offenbarung. Hier merkt man das ORZ-Know-how und die enge Zusammenarbeit mit den Entwicklern am eigenen Popometer. Es gibt kein Aufschaukeln, Aushebeln oder irgendeine erkennbare Unstimmigkeit. Schon im Stadtverkehr macht sich das deutlich bemerkbar und zeigt einen Klassenunterschied zu anderen Höherle- gungsfahrwerken, die meist auf Heavy-Duty und reinen Offroadeinsatz getrimmt sind. Bei dem 2,5-Zoll-AEV-DualSport mit den speziell für ORZ abgestimmten 5100-Bilstein-Dämpfern ist trotz Höhengewinn kein Abstrich in Sachen Fahrkomfort zu bemerken. Eigentlich eher das Gegenteil. Beim Beschleunigen und Bremsen gibt es kein Nicken nach vorn oder hinten, das Fahrzeug bleibt stabil, hebt und senkt sich über beide Achsen und verteilt somit die Kräfte angenehm und effizient gleichmäßig. Der ORZ-Rubicon bleibt auch im Grenzbereich und bei schnellerer Gangart auf kurvigen Landstraßen immer brillant beherrschbar und erzeugt eine kaum messbare Fahrfreude. Kein Wanken, kein Aufschaukeln zu spüren, jederzeit und in jedem Radius mit Präzision und gutem Feedback für den Piloten zu bewegen. So muss sich ein Fahrwerk anfühlen. Davon kann man gar nicht genug bekommen. Genau darum ging es Patrick Schittko schon bei der Planung. Ein Rubicon ist und bleibt das ultimative Offroad-Gefährt. Trotzdem sollte man sich den Fahrkomfort im Alltag und auf Reisen nicht durch eine Höherlegung und größere Reifen korrumpieren. Dies ist mit dem AEV-Kit von ORZ eindrucksvoll gelungen. Hier stimmen Geometrie und Ansprechverhalten bis ins kleinste Detail.

Abgestimmt: Das AEV-Fahrwerk ist perfekt auf den kurzen JL zugeschnitten und gibt sich keine Blöße.


Für ORZ: Die Bilstein RT5100 werden exklusiv gefertigt.


POWER-KÄSTCHEN

Damit die 20-Zöller nicht zur Spaßbremse werden, gibt es für den Zweiliter-Motor eine kleine Extraportion Kraft aus einem speziell dafür entwickelten Powermodul. Das App-gesteuerte schwarze Kästchen befindet sich im Motorraum und sorgt für 28 Extrapferde (insgesamt 300 PS) und einen Drehmoment-Zugewinn von über 60 Nm im Vergelich zur Serienversion. Das macht den ORZ-JL jetzt nicht zum Viertelmeilen-Racer (soll es auch nicht), aber kompensiert locker die größeren Pneus und das Zusatzgewicht des Gesamtpakets. Die Extra-Power aus der Box unterstreicht eher die schon ab Werk gute Turbomotor-Charakteristik und sorgt dafür, dass der Wrangler mit Drehfreude und Druck von unten weiterhin ein echter Fahrspaß-Garant bleibt. In der Realität wie folgt: Wer das Gaspedal voll durchdrückt, wird mitsamt der restlichen Passagiere ordentlich in die Sitze gedrückt. Das Grinsen stellt sich automatisch ein. Apropos, das Achtstufen-Getriebe bleibt bei dieser Konfiguration unangetastet. Problemlos und agil kommt es mit dem Plus an Leistung und Drehmoment zurecht und weiß auch in der getunten Variante zu überzeugen.

US-Rubicon: In den Staaten Serie, hier ist der Bumper nur übers Bawarrion-Zubehör zu kriegen.


Minirock-tauglich: Mit „Ausfahrrampe“ elegant einsteigen.


Heavy-Duty-Träger: Mopar-verstärkt und umgerüstet.


Dynamik pur: Besonders in engen Kurven und beim Beschleunigungen spielt das Fahrwerk seine Überlegenheit aus.


UNSER FAZIT

Power, Performance und Look passen beim neuen Rubicon JL aus dem Hause ORZ und überzeugen auf Anhieb. Jeder Eingriff ist hier wohl überlegt und führt zum gewünschten Resultat. Fahrwerk und Tuning ergänzen sich perfekt und bringen den kleinen Benziner-Rubicon in neue Regionen des Fahrkomforts. Für das 2,5-Zoll-AEV-Fahrwerk (inklusive Stabi-Link-Kit und Einbau) ruft ORZ 3670 Euro auf. Das wirkt auf den ersten Blick vielleicht nicht ganz günstig, ist aber angesichts der Qualität und des hervorragenden Endergebnisses sicherlich gerechtfertigt. Die Extra-Power aus der Box gibt es bereits für 930 Euro (inklusive Einbau). Natürlich alles mit TÜV-Teilegutachten und eintragungsfähig, genau wie die weiteren Anbauteile von Bawarrion. In Sachen Performance legt ORZ mit dem Wrangler Rubicon in der vorgestellten Ausbaustufe die Messlatte gewaltig hoch - garniert mit einem absoluten Fahrwerks-Sahnehäubchen on Top.

Daumen hoch, Patrick: Ein besseres Sinnbild für das ORZ-Wrangler-Fazit kann man nicht finden.


Dr. Björn Schulz