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FAHRBERICHT TRIUMPH ROCKET 3 GT/R: GENTLEGIANT


Tourenfahrer - Motorrad Reisen - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 10.12.2019

Triumph holt die mächtige Rocket 3 aus dem Dornröschenschlaf und verschafft ihr mit mehr Hubraum und Leistung bei weniger Gewicht eine gehörige Portion Fahrdynamik.


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1Aktiv-Roadster: Über die breite Lenkstange lässt sich die Rocket 3 R überraschend gut dirigieren.


Fotos: Triumph / Kingdom Creative

Als Triumph die Rocket III Euro-4-bedingt 2017 aus dem Programm nehmen musste, war klar, dass dieses Monument von einem Motorrad irgendwann wieder aufgelegt werden würde. Jetzt ist es so weit und die Briten haben bei der Wiederbelebung wahrlich geklotzt und nicht gekleckert: Motor, Fahrwerk und Ausstattung sind ...

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... von Grund auf neu entwickelt. Dazu haben es die Designer verstanden, die markante Optik des Muscle-Roadsters geschickt in die heutige Zeit zu transportieren – siehe nur das typische LED-Rundscheinwerfer-Duo.

So kann auch die neue Rocket 3 – man achte auf die Schreibweise – in der Roadster-artigen R-wie der tourigen GT-Version mit schierer Präsenz beeindrucken: Die mächtige Britin legt mit gewaltigen 1677 Millimetern Radstand, einem Gebirge von Motor und ultrafetten Reifen einen kraftstrotzenden Auftritt hin.

2Stilprägend: Den Doppelscheinwerfer hatte die Rocket schon immer – jetzt als Voll-LED mit Tagfahrlicht.


Ungeachtet der imposanten Erscheinung bedeuten 320 Kilo für die GT – die R wiegt drei Kilo weniger – eine Gewichtsersparnis um satte 40 Kilogramm gegenüber der »III«. Allein 18 Kilo steuert dabei der größte Serienmotor der Motorradwelt bei, obwohl der flüssigkeitsgekühlte Reihen-Dreizylinder von 2294 auf 2458 Kubik Hubraum angewachsen ist. Dafür bekam er ein neues Kurbelgehäuse sowie eine Trockensumpfschmierung mit integriertem Öltank und 3,6 Kilo leichtere Ausgleichswellen.

Mit Doppelzündung, zwei Einspritzdüsen je Zylinder und leichteren bewegten Teilen schwingt sich der Triple zu famosen Stammtischdaten auf: 221 Nm Drehmoment bei 4000 Kurbelwellenumdrehungen und 167 PS Spitzenleistung bei 6000 Touren, die über eine neue, stabilere Kardanwelle ans Hinterrad gelangen. Mit Tastendruck auf den Anlasser ertönt ein sonores, kraftstrotzendes Dreizylinder-Brabbeln aus der ausgeklügelten Auspuffanlage: Drei armdicke Krümmer ragen rechts aus dem Motortrumm heraus und vereinigen sich in einer unsichtbaren Katalysatorbox, bevor zwei kurze Endrohre rechts und eins links die Abgase kurz vor dem Hinterrad entlassen. Die dank Drehmoment-Unterstützung angenehm leichtgängige hydraulische Kupplung kurz gezogen, rastet der erste Gang sanft und exakt mit einem leichtem Klonk ein. Überraschend leise gleitet der Koloss voran.

Wird das Gas voll aufgezogen, geht im unteren Drehzahlbereich ein leichtes Wummern durch das Dreizylinder-Monument, danach herrscht seidenweiche Laufruhe bis zum Begrenzer bei rund 7000 Touren. Über den gesamten Drehzahlbereich schiebt das Triebwerk extrem kraftvoll und wunderbar gleichförmig voran, der dicke Dreizylinder hängt wie gewünscht am Gas und lässt sich jederzeit äußerst sauber über den Gasgriff dosieren. Das macht die drei vorkonfigurierten Fahrmodi Rain, Road und Sport sowie den frei belegbaren Rider-Modus fast überflüssig, denn bis auf den leistungsreduzierten Regenmodus unterscheiden sie sich kaum voneinander.

1Touren-Zwilling: Auf der gleichen technischen Basis wird die Rocket zur GT – durch einen anderen Lenker, geänderte Sitzbank, Fußrasten und die größere Flyscreen.


2Neuentwicklung: Speziell für die Rocket 3 haben die britischen Reifenbäcker von Avon ihren Cobra Chrome in 240er-Breite entwickelt.


3Edle Beigaben: Tankdeckel im Monza-Stil und Tankriemen aus gebürstetem Alu.


Die Britin zieht ihrem Piloten die Arme schön gleichmäßig lang und lässt ihre Muskeln unauffällig, aber souverän spielen


Von 2500/min bis 6000 Touren sollen stets mehr als 200 Nm Drehmoment anliegen. Die Drehmomentkurve ähnelt hier mehr einer Linie – das erscheint glaubhaft und erklärt, warum die Rocket trotz aller Gewalt ohne jenen Kick auskommt, der bei anderen Muscle-Bikes den Adrenalinausstoß fördert. Die Britin zieht ihrem Piloten dafür die Arme schön gleichmäßig lang und lässt ihre Muskeln unauffällig, aber souverän spielen, wenn sie gefragt sind. Gegebenenfalls sorgt die schräglagenabhängig agierende Traktionskontrolle dafür, dass der Schub nicht ungesund überhandnimmt.

Um dieser gewaltigen Kraft Herr zu werden, kommt ein kompakter Leichtmetall-Brückenrahmen zum Einsatz, der den Motor als mittragendes Element aufnimmt – und weniger als die Hälfte der ehemaligen Stahlkonstruktion wiegt. Das neue Fahrwerksensemble komplettieren eine in Druck- und Zugstufendämpfung justierbare Showa-Upside-down-Gabel mit stolzen 47 Millimetern Gleitrohrdurchmesser und ein angelenktes, voll einstellbares Federbein mit Ausgleichsbehälter vom gleichen Hersteller. Besohlt ist die Rocket 3 mit eigens entwickelten Avon-Cobra-Chrome-Pneus, vorn in 150/80-17 und hinten mit fetten 240/50 auf formschön in Szene gesetzter 16-Zoll-Felge.

4Doppelgelenk: Gut verborgene Soziusrasten lassen sich zweifach ausklappen und bieten dann eine großflächige Auflage.


5Brachiale Gewalt: Brembo-Stylema-Festsattelzangen gebieten der Dynamik Einhalt.


Auf der gleichen Technikbasis unterschieden sich die beiden Rocket-Varianten bei der Ergonomie und der Ausstattung. Die Roadster-Rocket 3 R bietet mit einer nur minimal gekröpften, flachen Lenkstange, einem ausladenden Polster in 773 Millimetern Höhe und mittigen Fußrasten ein aktives Fahrgefühl. Sportlich Ambitionierte können die Fußrasten 15 Millimeter höher positionieren. Auf der GT herrscht dagegen Cruiser-Ambiente mit einem Sitz in niedrigen 750 Millimetern Höhe, einem breiten, nach hinten geschwungenen Lenker und vorn postierten Fußrasten, in drei Positionen um insgesamt 50 Millimeter horizontal variierbar. Hinter der mittelhohen Flyscreen bleibt’s bis Tempo 140 kuschelig.

Doch egal, auf welcher Variante man sitzt – die gut sechs Zentner fahren nicht nur prima geradeaus, sie lassen sich auch erstaunlich flott um die Ecke biegen. Sehr neutral und stabil pflügt der Brummer in Schräglage durch die Kurve, selbst schnell aufeinanderfolgende Kurvenkombinationen arten nicht in Arbeit aus. Dabei stellt die Rocket 3 R das innigere Fahrerlebnis bereit, mit besserer Fahrerintegration und klarerem Gefühl für das Vorderrad.

Dass hier die Rasten schon bald mit dem Asphalt in Kontakt kommen, hängt weniger mit deren Platzierung als mit der engagierten Fahrweise zusammen, die diese Rocket zulässt. Das liegt an der straffen Fahrwerksabstimmung, die eher auf Dynamik als auf sanftes Gleiten setzt. Souverän schiebt sich die Rocket über den Asphalt, ohne den Kontakt zum Untergrund vermissen zu lassen oder ins Schwimmen zu geraten. Das verführt bisweilen zu einer sehr forschen Fahrweise, bei der die Pfunde der kolossalen Triumph dann doch mehr schieben als angenommen. Dagegen hilft ein beherzter Zug am Bremshebel und die elektronisch per Kurven-ABS kombinierten machtvollen Stopper – bei der Rocket verzögert auch hinten ein Vierkolben-Festsattel – agieren exakt dosierbar und höchst effektiv.

Bei dieser Art Motorrad ist eine umfangreiche Ausstattung selbstverständlich und so ziert eine komplette LED-Beleuchtung inklusive markanter Tagfahrlichter beide Rockets. Hinzu kommen ein winkelverstellbares TFT-Display, eine wasserdichte USB-Buchse unter der Sitzbank, ein Tempomat und das schlüssellose Zündsystem sowie eine sinnvolle Berganfahrhilfe. Damit kostet die Rocket 3 R 21.950 Euro, die Rocket 3 GT im Cruiser-Ornat samt Heizgriffen kommt auf 22.750 Euro. Mehr Tourentauglichkeit schafft der Griff ins Originalzubehör-Programm mit Seitentaschen und Gepäckträger.

Technische Daten*

Triumph Rocket 3 GT (R)

Motor: Leistung 123 kW (167 PS) bei 6000/min, max. Drehmoment 221 Nm bei 4000/min, flüssigkeitsgekühlter Viertakt-Reihendreizylinder, Hubraum 2458 cm3, Bohrung x Hub 110,2 x 85,9 mm, Verdichtung 10,8:1, vier Ventile pro Zylinder, zwei oben liegende Nockenwellen, Trockensumpfschmierung, Zünd-/Einspritzelektronik, Doppelzündung, E-Starter, G-Kat (Euro 5), hydraulisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung mit Drehmomentunterstützung, Sechsganggetriebe, Kardan
Fahrwerk: Alu-Brückenrahmen, v. USD-Gabel, Gleitrohr-Ø 47 mm, Zug- und Druckstufendämpfung einstellbar, h. Alu-Einarmschwinge mit über Hebel angelenktem Zentralfederbein, voll einstellbar, Federweg v. / h. 120 / 107 mm, Alu-Gussräder, v. 3.50 x 17, h. 7.50 x 16, Reifen Avon Cobra Chrome, v. 150/80 R17, h. 240/50 R16, v. 320-mm-Doppelscheibenbremse mit radial angeschlagenen Vierkolben-Festsätteln, h. 300-mm-Einzelscheibe mit Vierkolben-Festsattel
Assistenzsysteme: Kurven-ABS, vier Fahrmodi, schräglagenabhängige Traktionskontrolle
Maße / Gewichte: Radstand 1677 mm, Lenkkopfwinkel 62,1°, Nachlauf 134,9 mm, Trockengewicht 294 kg (291 kg), Leergewicht 320 (317) kg, max. Zuladung 205 (208) kg, Sitzhöhe 750 mm (773 mm), Tank 18 l
Preise: ab 22.750 Euro (ab 21.950 Euro) zzgl. Nk.
Garantie: 2 plus 2 Jahre ohne Kilometerbegrenzung
Inspektion: 800 km, dann alle 16.000 km oder einmal jährlich