Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 5 Min.

FAHRBERICHT TRIUMPH STREET TRIPLE RS: Frischzellenkur


Motorrad News - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 08.11.2019

Im Zuge der Euro-5-Umstellung bekommt die Streety RS eine Frischzellenkur. Wir durften das Triple-Feuer bereits auf Landstraße und Rundkurs zünden.


Artikelbild für den Artikel "FAHRBERICHT TRIUMPH STREET TRIPLE RS: Frischzellenkur" aus der Ausgabe 12/2019 von Motorrad News. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Motorrad News, Ausgabe 12/2019

Fahrspaß, bis die Rasten kratzen: Die neue Streety RS macht auf Straße wie Rennstrecke eine prima Figur.


Anzeige ist raus: Das TFT-Cockpit der neuen Street Triple RS bietet mehrere Styles und Farben zur Wahl. Ein Bluetooth-Modul dient zur Steuerung von Smartphone und GoPro-Action-Cam.


ÄNDERUNGEN

Motor/Getriebe
• Euro-5-Abgasnorm (Auslassnockenwelle neu, Motormanagement angepasst, Auspuffanlage neu (Krümmer-Interferenzrohr, Schalldämpfer, zwei Kats)
• mehr ...
• ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 2,99€
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Motorrad News. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 12/2019 von NEUHEITEN: Einen Blick in die Zukunft …. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
NEUHEITEN: Einen Blick in die Zukunft …
Titelbild der Ausgabe 12/2019 von NACHRICHTEN: Neue Elektro-Marke. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
NACHRICHTEN: Neue Elektro-Marke
Titelbild der Ausgabe 12/2019 von FAHRBERICHT HONDA CRF1100L AFRICA TWIN/ADVENTURE SPORTS: Generationswechsel. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
FAHRBERICHT HONDA CRF1100L AFRICA TWIN/ADVENTURE SPORTS: Generationswechsel
Titelbild der Ausgabe 12/2019 von Der MF-Shop. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Der MF-Shop
Titelbild der Ausgabe 12/2019 von TEST KTM 125 DUKE: Man müsste noch mal 16 sein …. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TEST KTM 125 DUKE: Man müsste noch mal 16 sein …
Titelbild der Ausgabe 12/2019 von TEST TRIUMPH SPEED TWIN: Briten-Trumpf. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TEST TRIUMPH SPEED TWIN: Briten-Trumpf
Vorheriger Artikel
NACHRICHTEN: Neue Elektro-Marke
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel FAHRBERICHT HONDA CRF1100L AFRICA TWIN/ADVENTURE SPORTS: Generati…
aus dieser Ausgabe

Motor/Getriebe
• Euro-5-Abgasnorm (Auslassnockenwelle neu, Motormanagement angepasst, Auspuffanlage neu (Krümmer-Interferenzrohr, Schalldämpfer, zwei Kats)
• mehr Midrange-Power (9 % mehr Nm in der Drehzahlmitte)
• reduzierte Reibung (Zahnrad-Vorspannung Ausgleichswelle und Getriebe entfallen)
• Getriebe-Update (1. u. 2. Gang kürzer übersetzt)
• Anti-Hopping-Kupplung überarbeitet
• Blipper-Schaltassistent
Ausstattung
• TFT-Display mit neuen Designs und Funktionen (Bluetooth Connectivity: Smartphone-, GoPro-Steuerung)
• modifizierte Fahrmodi
• Update »My Triumph«-App für Google-Navigation
Styling
• LED-Scheinwerfer, Tagfahrleuchten
• modifiziertes Design
• Spiegel

Die erst 2017 gründlich renovierte Street Triple RS hätte eigentlich noch gar keine Frischzellenkur benötigt. Zuletzt auf 765 Kubik aufgebohrt, stand der kernige Dreizylinder mit 123 PS und 77 Newtonmetern bestens im Futter. Mit Showa-Big-Piston-Gabel, Öhlins-STX-Federbein sowie Radial-Bremsanlage aus dem Hause Brembo ließ die Street RS in Sachen Fahrwerk und Bremsen nichts anbrennen. Freilich lässt sich Gutes immer besser machen. Und so nahm Triumph die anstehende Euro-5-Einführung zum Anlass, gezielt an einigen Stellschrauben zu drehen. Die neue Norm greift ab dem 1. Januar 2020 und betrifft zunächst nur die Emissionswerte. Für Klangfetischisten der Triple-Gemeinde darf also zunächst Entwarnung gegeben werden. Die neue Street Triple RS röhrt auch im Euro-5-Trimm so unverschämt und rau wie das Vorgängermodell. Auch Bedenkenträger in Sachen Leistung können aufatmen. Die Techniker in Hinckley haben es trotz strenger Abgasnorm geschafft, die Spitzenleistung beizubehalten. Besser noch – der sportliche Triple hat sogar zwei Newtonmeter Drehmoment draufgepackt. In der Drehzahlmitte versprechen die Briten gar neun Prozent mehr Schmalz und eine Glättung der Drehmomentkurve. Viel wichtiger ist jedoch der Umstand, dass der neue Reihen-Dreizylinder sein maximales Drehmoment bereits knappe 1500 Umdrehungen früher erreicht. Zu den Modifikationen am Euro-5-Triple zählen geänderte Steuerzeiten via neuer Auslassnockenwelle, ein komplett neu gestalteter Auspuff mit nun zwei Kats, ein Interferenzrohr zwischen den drei Krümmern und freilich ein angepasstes Motormapping. Wie die neue Speedy RS im Euro-5-Trimm andrückt, gilt es bei einer kombinierten Testfahrt auf spanischem Asphalt und der Rennstrecke Cartagena zu ergründen.

Ohne direkten Vergleich mit dem Vorgängermodell gestaltet sich eine Überprüfung des Drehmomentversprechens freilich schwierig, zumal auch das Vorgängermo-dell in Sachen Drehmoment kein Kind von Traurigkeit war. Bestätigen lässt sich jedoch, dass die Delle im mittleren Drehzahlbereich geglättet wurde. Wo sich der Triple früher eine kleine Verschnaufpause gönnte, zieht der neue Motor sprichwörtlich linear bis ans Drehzahllimit. Untenrum gewohnt saftig, legt der 765er-Drilling nun gleichmäßig frische Kohlen ins Feuer und zündet bei zirka 7000/min einen dezenten Nachbrenner. Untermalt von kernigem Gebrüll aus der Airbox und Triple-Sound aus dem knackigem Endrohr, wird so jede Beschleunigungsphase zum Fest. Weitere Dynamik bringt die kürzere Übersetzung der ersten beiden Gänge. Damit hebt die nackte Kurvenfeile jetzt noch williger das Vorderrad zum Himmel. Freilich lässt sich diese Eigenart durch Anwahl eines der fünf Fahrmodi, welche auch Traktionsund Wheeliekontrolle beeinflussen, für jedermann entsprechend kontrolliert erleben. Mutige Triple-Treiber schalten die TC per Menübefehl ganz aus, wobei auch im zivilen Sportmodus und erst recht im Track-Mode durchaus amtliche Wheelies von der Regelung gestattet werden. Je nach Fahrmodus fällt auch die Gasannahme sanft bis direkt aus. Im Rider-Modus lassen sich Motorcharakteristik, ABS-Regelung und Schlupfregelung aus den bestehenden Fahrmodi »Rain«, »Road«, »Sport« und »Track« individuell kombinieren. Grobe Lastwechselreaktionen kennt unser Testmotorrad mit E-Gasgriff und Ride-by-Wire-Drosselklappen hingegen ebenso wenig wie nervige Vibrationen und Schluckauf. Wie gehabt gibt sich der Drilling äußerst kultiviert, sprich very british.

1Die Bedienung via 5-Wege-Joystick, Mode- und Home-Button ist wenig intuitiv.


2Edle Brembo-Ware, in Griffweite und Übersetzung einstellbar.


3Voll einstellbar: Öhlins-Single-Tube-Federbein.


4Packend: Brembo-M50-Zangen.


5Nobel-Hobel: Carbon-Endkappe inklusive T-Logo am neuen Euro-5- Schalldämpfer.


Dies gilt auch für Gangwechsel, die nunmehr mithilfe eines serienmäßig verbauten Blipper-Schaltassistenten ohne den Griff zum Kupplungshebel absolviert werden. Gekuppelt wird fortan nur noch beim Anfahren und Anhalten. Dazu hat Triumph die Bedienkraft der Anti-Hopping-Kupplung so weit reduziert, dass sich der Hebel mit einem Finger ziehen lässt. Einmal am Rollen, arbeitet der Blipper-Quickshifter selbst beim Cruisen im Teillastbereich absolut zuverlässig und souverän. Nicht zuletzt, weil die Fertigungstoleranzen im Getriebe reduziert wurden. Dies erhöht die Schaltpräzision, gleichzeitig kann auf eine Vorspannung der Getrieberäder verzichtet werden, wodurch ebenso wie bei der Ausgleichswelle im Motor die Reibung reduziert werden konnte.

Einziger Kritikpunkt in Sachen Schaltbarkeit sind relativ grobe Zugkraftunterbrechungen des Blipper-Automaten beim Hochschalten unter Vollast unterhalb der 7000er-Marke. Hier versucht Triumph offenbar im Landstraßenbetrieb den Gangwechsel in jedem Fall zu gewährleisten. Später auf der Rennstrecke beim Hochschalten auf hohem Drehzahlniveau fielen die Zünd- und somit Zugkraftunterbrechungen dann zufriedenstellend aus. Unterm Strich ist die serienmäßige Blipper-Funktion der neuen RS-Generation aber ein willkommenes wie nützliches Feature.

Die Ausstattung der »Racing Street« Triple bleibt also ergänzt durch den serienmäßigen Blipper auf hohem Niveau: voll einstellbares Öhlins-STX40-Federbein, voll einstellbare 41-Millimeter-Showa-Gabel, Brembo-M50-Bremszangen, Brembo-Bremspumpe mit Hebelverstellung in Weite und Übersetzung. Das TFT-Display bietet nun vier verschiedene Designs (Skins) und vier Farbvarianten. Der Nutzen hält sich jedoch in Grenzen, da sich lediglich die Farbe einzelner Zahlenelemente ändert. Anlass zur Kritik gibt die Menüführung, denn zwei Knöpfe (»Home« und »Mode«) sowie ein 5-Wege-Joystick verhindern eine intuitive Bedienung. Immerhin lassen sich die fünf neu abgestimmten Fahrmodi blitzschnell anwählen. Im Track-Modus kann das ABS am Hinterrad nicht mehr deaktiviert werden, da dies der Gesetzgeber untersagt. Weil TC und ABS in den zivilen Modi Road und Sport frühzeitig regeln, waren diese auf der Rennpiste im Dauerbetrieb. Für den Wechsel in den Track-Modus muss die Streety anhalten, dann aber steht der Jagd nichts mehr im Wege. Rennstreckenneulinge wie alte Hasen gehen mit der handlichen Kurvenfeile spielerisch ans Limit.

6Jahrgang 2020: Nebst neuem Design rollt die neue RS mit Blipper


7und Feinschliff an Motor und Getriebe vom Band.


Ein nützliches Feature ist die serienmäßige Blipper-Funktion

Die Kombi aus agilem Fahrwerk, druckvollem Motor und erstklassigen Bremsen sowie klebrigen Pirelli-Supercorsa-SP-Gummis sorgt vom ersten Meter für reichlich Vertrauen und Fahrspaß. Zwar arbeiten alle Regelsysteme im Track-Mode zufriedenstellend, aber Kurven-ABS und eine feinjustierbare Schlupfregelung – sowie getrennt von TC und Wheeliekontrolle – stände dem supersportlichen Naked Bike noch besser. Dies erfordert jedoch eine aufwendige Schräglagen-Sensorik, die bei der Premium-Streety leider nicht an Bord ist.

Dafür ist die neue Street Triple RS in Sachen »Connectivity« jetzt up to date. Im TFT-Cockpit ist nun ein Bluetooth-Modul zur Anbindung von Smartphones integriert. Damit lässt sich neben Musiksteuerung und Anzeige von Anrufen nun auch die Google-Navigation vom Smartphone auf dem Dashbord darstellen. Eine kostenfreie »MyTriumph«-App macht’s möglich. Das Funkmodul der Streety erlaubt darüber hinaus auch die Steuerung einer GoPro-Action-Kamera via TFT-Dashboard.

Und die beste Nachricht zum Schluss: Der Preis für die modifizierte und besser ausgestattete Street Triple RS bleibt gleich. LED-Scheinwerfer, Blipper-Schaltautomat, fülligeres Drehmoment, die edle Carbon-Endkappe des Schalldämpfers und mehrfarbiges TFT-Dashboard inklusive Bluetooth-Modul sind bei der Euro-5-Streety quasi gratis. Der Feinschliff an Motor und Getriebe ebenso. Wer also nach einem charismatischen und pfeilschnellen Naked-Sportler für Landstraße und Rennstrecke sucht, sollte beim Triumph-Dealer vorbeischauen.

TECHNISCHE DATEN

Motor: Leistung 90 kW (123 PS) bei 11.750/min, max. Drehmoment 79 Nm bei 9350/min, wassergekühlter Dreizylinder-Reihenmotor, Hubraum 765 cm³, Bohrung x Hub 78 x 53,4 mm, Verdichtung 12,54:1, vier Ventile je Zylinder, zwei oben liegende Nockenwellen, Nasssumpfschmierung, Zünd-/ Einspritzelektronik, E-Starter, G-Kat (Euro 5), Mehrscheiben-Nasskupplung mit Anti-Hopping-Funktion, sechs Gänge, Dichtring-Kette
Fahrwerk: Alu-Brückenrahmen, Alu-Heck angeschraubt, 41-mm-USD-Gabel, voll einstellbar, Alu-Zweiarmschwinge, über Hebel angelenktes Zentralfederbein, voll einstellbar, Federweg v./h. 115/131 mm, Alu-Gussräder, vorne 3.50 x 17, hinten 5.50 x 17, Reifen Pirelli Diablo Supercorsa SP, v. 120/70 ZR17, h. 180/55 ZR17, vorne 310-mm-Doppelscheibenbremse m. Vierkolben-Festsattel radial verschraubt, hinten 220-mm-Bremsscheibe mit Einkolben-Schwimmsattel
Assistenzsysteme: fünf Fahrmodi, kombinierte Traktions- und Wheeliekontrolle, Blipper-Schaltassistent, ABS
Maße und Gewichte: Radstand 1405 mm, Lenkkopfwinkel 66,1°, Nachlauf 100 mm, Sitzhöhe 825 mm, Trockengewicht 166 kg, Tankinhalt 17,4 l
Farben: Silver Ice, Matt Jet Black
Preis: 12.300 Euro inkl. Nk. und MwSt.