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Fahrradanhänger: Baby in der Box


ÖKO-TEST Spezial Kinder & Familie - epaper ⋅ Ausgabe 4/2016 vom 14.04.2016

Besonders für Familien in der Stadt ist das Fahrrad eine umweltfreundliche Alternative mit vielen Vorteilen. Kinder reisen oft im Anhänger mit. Eine sichere Sache, wenn man einige Grundregeln beherzigt.


Artikelbild für den Artikel "Fahrradanhänger: Baby in der Box" aus der Ausgabe 4/2016 von ÖKO-TEST Spezial Kinder & Familie. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: TracyHornbrook/iStock/Thinkstock

Kinderfahrradanhänger erfreuen sich wachsender Beliebtheit, vor allem bei Familien mit mehr als einem Sprössling: Zwei kleine Passagiere samt Tasche finden darin Platz, die Kinder können darin sogar spielen und schlafen, was vor allem auf längeren Strecken wichtig ist. Vor Regen und Wind schützt ein aufrollbares Dach mit Sichtfenster; teurere Modelle bieten als ...

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... Zubehör ein feinmaschiges Netz, das bei trockenem Wetter Insekten und aufwirbelnde Steinchen fernhält. Verstellbare Rückenlehnen erleichtern größeren Kindern bei längeren Fahrradtouren das Einschlafen. In vielen Anhängern können auch Autobabyschalen befestigt werden. So können selbst kleinere Kinder mitfahren, die noch nicht allein sitzen können.

Allerdings bleibt durch den voluminösen Babysitz oft kein Platz mehr für ein zweites Kind. Doch auch für dieses Problem ist inzwischen eine Lösung gefunden: Die Firma Weber-Technik aus dem bayerischen Eggstätt bietet spezielle Babyschalen für Fahrradanhänger an. Sie sind schma ler als normale Autokindersitze.

Mit wenigen Handgriffen und passendem Zubehör lassen sich die meisten Fahrradanhänger auch zum Kinderwagen umbauen – so kann man getrost mit Kindern zum Einkaufen in die Stadt radeln. Für Jogger und Skater, die ihren Nachwuchs beim Sport vor sich herschieben wollen, gibt es entsprechende Umrüstsets. Und ohne großen Aufwand lassen sich zumindest teure Hänger klein zusammenfalten und verstauen. Allerdings hat solcher Luxus seinen Preis. Die vielseitig nutzbaren Modelle kosten zwischen knapp 300 und rund 1.200 Euro – Zubehör nicht eingerechnet. Doch das Geld ist gut angelegt. Die Hänger haben einen guten Wiederverkaufswert.

Experten sind sich einig, dass der Transport von Kindern im Fahrradanhänger sicherer ist als der im Fahrradkindersitz; Crashtests bestätigen dies. Stürzt ein Radler mit Kind im Fahrradsitz, fällt das Kind mit auf die Straße. Die Hänger dämpfen hingegen die Wucht des Aufpralls und schützen daher besser vor Verletzungen. Zudem kippt er nicht zwangsläufig gemeinsam mit dem Fahrrad um. Der feste, stabile Rahmen des Hängers sollte bis in die Höhe der Autostoßstangen reichen: Nur dann wird er bei Unfällen weggeschoben und nicht beim Zusammenstoß von einem Auto überrollt. Auf manche Dinge können die Eltern selbst achten. Zum Beispiel sollten sie niemals mit offenem Verdeck fahren, da auf gewirbelte Steine die Kinder verletzen könnten. Zum Schutz tragen die Insassen einen Fahrradhelm, und sie sollten angeschnallt werden. Ein langes Fähnchen, das den Hänger zwischen all den anderen Fahrzeugen im Straßenverkehr gut sichtbar macht, gehört zur eigenen Sicherheit immer angesteckt.

Die gesetzlichen Vorgaben für Fahrradanhänger haben sich seit Inkrafttreten der europaweit gültigen Sicherheitsnorm EN 15918 im September 2011 deutlich verschärft. Mit der Norm wurden sicherheitstechnische Anforderungen für zweispurige Fahrradanhänger festgeschrieben. Die Anhänger sollen leicht sein, gleichzeitig aber auch einen stabilen Innenraum haben. Mithilfe eines niedrigen Schwerpunkts, einer breiten Spur und großer Räder soll eine hohe Kipp sicherheit erreicht werden. Wenn sich der Fahrradanhänger bei einem Unfall überschlägt oder auf die Seite fällt, schützt ein Überrollbügel die Insassen – wenn sie denn ordnungsgemäß angeschnallt sind. Für Kinderfahrradanhänger sind mindestens Y-Gurte vorgeschrieben, meist gehört auch ein Beckengurt zum Ausstattungsumfang.


Crashtests zeigen, dass Anhänger sicherer als Fahrradkindersitze sind


Eine gute Beleuchtungseinrichtung ist für den Alltagseinsatz unverzichtbar. Vorgeschrieben sind zwei weiße Rückstrahler an der Vorderseite des Anhängers. Ist er mehr als 80 Zentimeter breit, muss zusätzlich dazu seitlich eine weiße Leuchte angebracht sein. Diese kann von einer Batterie oder einem Akku versorgt werden. Nach hinten sind zwei rote Rückstrahler und eine rote Schlussleuchte Pflicht, auch hier dürfen Batterien oder Akkus zum Einsatz kommen. Wie die Laufräder des Fahrrads müssen auch die des Anhängers mit je zwei gelben Speichenrückstrahlern bestückt werden. Alternativ dazu sind Reifen mit reflektierenden weißen Ringen zulässig.

Die Alternative: Lastenfahrräder

Foto: Butchers & Bicycles

Lastenfahrräder mit fest installierter Transportbox werden immer beliebter. Gerade Eltern in der Großstadt interessierten sich zunehmend für die Transportvelos, die in vielen Fällen ein Auto ersetzen können. Egal, ob der Weg zur Kita, zum Spielplatz oder zum Supermarkt führt – die robusten Räder vertragen je nach Modell eine Zuladung von bis zu 300 Kilogramm. Und da es alle Lastenräder optional mit Elektroantrieb gibt, fällt das Treten auch voll beladen nicht allzu schwer. Die meisten Eltern entscheiden sich für einen Frontlader. Das sind zwei- oder dreirädrige Fahrräder, bei denen die Last vor dem Lenker angebracht ist. Man hat den Nachwuchs also vorn im Blick. Und auch für die Kinder ist es spannender, wenn sie sehen, was vor ihnen passiert. Lastenräder für den Kindertransport sind serienmäßig mit Dreipunktgurten ausgestattet. Natürlich sollten die kleinen Beifahrer stets einen Fahrradhelm tragen. Auch Babyschalen lassen sich anbringen; dabei ist auf besonders guten Kopf- und Nackenschutz zu achten, der Erschütterungen und Stöße abfedert. Und natürlich gehören auch Regen- und Sonnenschutz zur Ausstattung.

Checkliste Fahrradanhänger

■ Passen Zugfahrrad und Hänger zueinander? Möglicherweise benötigt man Zusatzteile, um das Rad kompatibel zu machen. Man sollte es beim Kauf mitnehmen.

■ In welchem Zustand ist das Zugfahrrad? Die Bremsen sollten tadellos funktionieren, ein Rückspiegel ist praktisch. Tief heruntergezogene Schutzbleche sorgen dafür, dass der Anhänger weniger verdreckt.

■ Wie viele Kinder welchen Alters fahren mit? Der Chauffeur muss mindestens 16 Jahre alt sein, die Mitfahrer nicht älter als sieben Jahre. Wer im Zweisitzer nur ein Kind befördert, sollte es mittig anschnallen, damit das Gewicht gut verteilt ist.

■ Ist der Anhänger groß und hoch genug? Die Kinder sollten Probe sitzen – selbstverständlich mit Helm auf dem Kopf.

■ Welche Ausstattung soll es sein? Eine tief sitzende Kupplung bietet mehr Sicherheit. Denken Sie auch an einen Sonnenschutz.

■ Wo wird der Anhänger vorwiegend benutzt? In der Stadt bieten feste Wannen Vorteile. Modelle mit geringem Eigengewicht und Transportvolumen eignen sich dagegen besser für den (Fahrrad-)Urlaub.